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Berufsfelderkundung der Max-Weber-Schule in den USA im Oktober 2018

Gießen | Am 28. Oktober kehrten 14 Schülerinnen und Schüler der Max-Weber-Schule Gießen von ihrem fast dreiwöchigen Austausch mit dem Fox Valley Technical College in Appleton, Wisconsin, zurück.


„Was meinst Du - wollen wir nicht einen Austausch machen?“, überlegten sich die beiden Lehrkräfte, Klaus-Oehmann von der Max-Weber-Schule (MWS) und Robin Rathsack vom Fox Valley Technical College (FVTC) als sie sich vor über 14 Jahren im Rahmen eines Lehreraustauschs zwischen den Partnerländern Hessen und Wisconsin kennen lernten. Was als vage Idee zwischen den beiden geäußert wurde ist mittlerweile zu einer engen transatlantischen Freundschaft zwischen vielen Beteiligten auf beiden Seiten herangewachsen. Seither fahren mittlerweile alle zwei Jahre 12-14 Schülerinnen und Schüler im Herbst zum FVTC und nehmen dann im Mai des Folgejahres im Gegenzug die Schülerinnen und Schüler des Colleges bei sich auf. Das Austauschprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der MWS in der kaufmännischen Berufsausbildung sowie der Fachschule für Betriebswirtschaft.

Viele Rahmenbedingungen und Akteure haben sich im Laufe der letzten
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14 Jahre verändert. Aufgrund der gestiegenen Teilnehmerzahl nehmen von beiden Schulen mittlerweile jeweils zwei betreuende Lehrkräfte teil. Seitens der MWS sind dies Anna Gewiese und Dennis Rothmann, seitens des FVTC sind dies Christine Perkovich O’Brien und Benny Limbaugh. Die letzte große Änderung ergab sich in diesem Jahr: Der Austausch findet jetzt im Rahmen des „German-American-Partnership Program“ (GAPP) statt. Mit diesem Programm werden langfristige Partnerschaften zwischen Schulen in Deutschland und den USA auf Antrag gefördert, wenn das Programm gewissen Standards genügt. Nur wenige Berufsschulen in Deutschland sind in diesem Förderprogramm, hauptsächlich sind es Gymnasien, die ihren Schülerinnen und Schülern dieses Angebot machen können.

„Ohne die Betriebe, die die Austauschteilnehmerinnen und -teilnehmer für fast drei Wochen freistellen bzw. ihnen Urlaub ermöglichen und ohne die Eltern, die amerikanische Schülerinnen und Schüler in ihren Familien aufnehmen, wäre dieses Austauschprogramm gar nicht möglich,“ sagt Anna Gewiese. Besonders freut sie sich, wenn das Programm dazu führt, dass langfristige Freundschaften zwischen den Teilnehmerinnen und –teilnehmern entstehen, was sie im Laufe der letzten Jahre schon häufig erlebt hat. Die Aussage von Logan Anderson, einem Teilnehmer seitens des FVTC, macht sie diesbezüglich auch für diesen Jahrgang zuversichtlich. “I would have never imagined that after two weeks I'd be saying good bye to a new German brother,” sagt er zum Abschied zu seinem Austauschpartner, Marcel Füchsel.

Das Programm ist extrem vielseitig und an die Bedürfnisse einer beruflichen Schule angepasst. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den vergangenen fast drei Wochen u.a. ortsansässige mittelständische Industrieunternehmen in Appleton und Umgebung besucht und sich über Produktions- und Arbeitsbedingungen vor Ort ein Bild gemacht. Darüber hinaus haben sie am Unterricht in Fächern teilgenommen, die sie auch in Deutschland im Stundenplan haben wie bspw. Kostenleistungsrechnung. Durch Präsentationen im Unterricht informierten die Gäste die amerikanischen Schülerinnen und Schüler über berufliche Themen wie die duale Ausbildung oder das Sozialversicherungssystem aus deutscher Perspektive. Durch einige Heimat- und Freilichtmuseen haben sie etwas über traditionelle Berufe in Wisconsin gelernt. Aber auch der Besuch von Sportveranstaltungen und ein ehrenamtlicher Arbeitseinsatz standen auf dem Programm, um die andere Kultur besser kennenzulernen. Ein Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler der MWS mit ihren Austauschpartnerinnen und -partnern in einem Camp. Dort wurde die Gruppe durch Outdoor- und Teambildungs-Aktivitäten zusammengeschweißt wie beispielsweise Baumklettern, Kanufahren, Bogenschießen, das Lösen von Rätseln in einem Escape-Room und einen gemeinsamen Lagerfeuerabend.

Am 28. Oktober kehrte die Gruppe dann nach Hause zurück und bereitet nun den Gegenbesuch des FVTC im Mai/Juni 2019 vor.

Autorin: Anna Gewiese

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