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Seniorenfrühstück am 7. November 2018

Gießen | Mehr als 80 Seniorinnen und Senioren hatten sich im Saal der Ev. Stadtmission Gießen eingefunden und nahmen am beliebten vierteljährlichen Frühstückstreffen teil. Nachdem Moderatorin Sigrid Schild, die für die erkrankte Renate Laub, Leiterin des Organisationsteams, eingesprungen war, und trotz ihres Alters von über 90 Jahren, kompetent in das Thema eingeführt hatte, wurde zunächst gemeinsam gefrühstückt. Dabei wurden an den liebevoll gedeckten Tischen wie immer rege Gespräche geführt.
Die Referentin des Tages, Susanne von Pentz-Jäger, Ergotherapeutin aus Liederbach/Taunus, sprach zum Thema: „Gedankenkarussell – wie kann ich aussteigen?“. „Gedanken sind Mächte und haben eine starke Kraft, aus denen Rache, Mord und Ehebruch entspringt und die zu Krieg und Terror führen.“ so Pentz-Jäger. Unsere Gedanken werden stark durch Medien geprägt, dazu gehören die Nachrichten, die hauptsächlich negative Meldungen bringen. Aber es kommt auch stark darauf an, welche Einflüsse wir selbst zulassen. Informationsaufnahmen lösen im Gehirn Emotionen und die Ausschüttung von Hormonen aus. Negativer Beeinflussung führt zur Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin, was den Körper auf Dauer belastet, während positive Empfindungen zur Freisetzung von Endorphinen („Glückshormonen“) wie z.B. nach sportlichen Betätigungen führen. Pentz-Jäger sagt: „Unser Gehirn ist wie eine Bibliothek, hier werden Ereignisse gespeichert und verknüpft.“ Ist einem als Kind gesagt worden „Du kapierst Mathe nie!“ wird das Thema Mathe, immer wenn es auftaucht, negativ besetzt sein. Entscheidend ist, womit man sein Denken füllt. Sorgt man sich permanent um mögliche Krankheiten oder das Älterwerden, wird die Realität verzerrt. Ebenso schädlich ist dauerhaftes rückwärtsgewandtes Grübeln über Dinge, die nicht mehr geändert werden können.
Achtsamkeit dagegen ist eine besondere Form von Aufmerksamkeit, die man trainieren kann. „Den Moment im Hier und Jetzt erleben, Das Vergangene und Zukünftige ausblenden. Das Jetzt genießen. Das führt zur Dankbarkeit für das, was man hat.“ sagt Pentz-Jäger. Dankbare Menschen strahlen Zuversicht und Gelassenheit aus. Man kann seine Gedankenwelt kontrollieren und steuern, in dem man sich bewusst mit positiven Dingen beschäftigt wie dem Erinnern an schöne Erlebnisse, Fotos ansehen, Musik hören oder selbst musizieren. Dazu gehört auch die Vergebungsbereitschaft sich selbst und anderen gegenüber. Wer vergibt, beschenkt sich selbst und lebt gesünder. Nicht vergeben führt zu Wut, Hass und Bitterkeit und macht krank. Vergeben bedeutet allerdings nicht, begangene Schuld klein zu reden. „Auch mir selbst zu vergeben ist wichtig“, sagt Pentz-Jäger. „Ich werde, wie wir alle, schuldig an meinem Nächsten. Wir alle machen Fehler. Trotzdem bin und bleibe ich ein geliebtes Kind Gottes.“
Die musikalische Umrahmung gestaltete eine Veeh-Harfen-Gruppe bestehend aus Seniorinnen aus dem Vogelsberger Raum.
Das Frühstückstreffen für Senioren in der Ev. Stadtmission Gießen findet seit 1996 vier Mal jährlich immer am ersten Mittwoch des mittleren Quartalsmonats statt. Organisiert wird es von einem 10köpfigen Team ehrenamtlicher Mitarbeiter der Gemeinde unter der Leitung von Renate Laub. Das nächste Frühstückstreffen findet am 6. Februar 2019 statt. Bei dieser Veranstaltung wird Referent Markus Baum, ERF Medien, Wetzlar, zum Thema „Xund – Heil und Heilung aus christlicher Sicht“ sprechen. Infos zu weiteren Angeboten der Gemeinde unter www.stadtmission-giessen.de.

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von:  Mirjam Patzschke

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