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WISSENSWERTES - Bundestagsentscheidung (29.11.2018) über die betäubungslose Ferkelkastration - JEDE STIMME ZÄHLT -

Gießen | Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) vom 4. Juli 2013 wurde die Kastration von unter acht Tage alten männlichen Schweinen neu geregelt und die Aussicht, das Leiden der männlichen Ferkel zu beenden, rückte in greifbare Nähe. Ursprünglich sollte ab dem 1. Januar 2019 das Verbot der betäubungslosen Kastration in Kraft treten. Doch nun wird alles erneut diskutiert da eine Verlängerung der Übergangsfrist von den Bauernverbänden gefordert wird. Am 29. November entscheidet nun der Bundestag über die Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration.
Sollte die betäubungslose Kastration bis 2021 weiterhin legalisiert sein bedeutet dies 2 weitere Jahre Tierquälerei und verstößt nach Auffassung von Rechtsexperten gegen das Staatsziel Tierschutz, verankert im GG Art. 20a, und ist damit verfassungswidrig. Um den bei unserem geliebten Schweinefleisch unerwünschten Ebergeschmack zu verhindern, werden die männlichen Ferkel kastriert und das ohne Betäubung. Dabei werden ohne Schmerzausschaltung die Hodensäcke aufgeschnitten und die Hoden herausgenommen und abgequetscht. Aussagen, dass ein Ferkel in diesem Alter noch kein Schmerzempfinden besitzt, wurden längst widerlegt.
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Alternativen zur betäubungslosen Kastration wurden auf Machbarkeit und Verträglichkeit des Fleisches für den Menschen untersucht. So konnten von Experten im Ergebnis drei Methoden als praxistauglich und tierschutzkonform ermittelt werden: Die Jungebermast (Mast unkastrierter männlicher Schweine), die Impfung gegen Ebergeruch und die Kastration unter Vollnarkose.
Unsere Bauern befürchten, dass ihr Schweinefleisch aufgrund der Mehrkosten von wenigen Cent pro Kilo Fleisch durch den Einsatz von Betäubungsmittel bei der männlichen Ferkelkastration im Vergleich zu den Preisen des Schweinefleisches unserer Nachbarstaaten ins wirtschaftliche Abseits gestellt wird. Sie befürchten Absatzmärkte zu verlieren oder durch den Zukauf von angeblich billigerem Schweinefleisch aus den europäischen Nachbarstaaten ihre Schweinemast keine Zukunft mehr haben wird. Statistiken über die Preise des Schweinfleisches unserer Nachbarstaaten sagen etwas anderes aus.
Was ist uns unser Schnitzel, unser Schweinelendchen oder Schweinsbraten also wert? Wie unmenschlich sind wir, wie wenig Empathie haben wir für unsere Nutztiere? Ist das Argument der Wirtschaftlichkeit ein Freifahrtschein für gewissenlosen Umgang mit fühlenden Lebewesen? Messen wir mit zweierlei Maß – würden wir diese Diskussion führen müssen wenn es sich um unser geliebtes Haustier handeln würde?
Wir können nur hoffen, dass die Anzahl der Bauern und Händler steigt, die einen respektvolleren Umgang mit ihren Nutztieren praktizieren und bereits seit einigen Jahren die Kastration mit Betäubungsmittel anwenden. Danke dafür!
Wir können nur wünschen, dass Verbraucher sich ihrer Verantwortung bewusst werden und nein sagen zu Fleisch um jeden Preis und nein zu barbarischer Massentierhaltung!
Wir appellieren an den Handel, Produkte von unbetäubt kastrierten Ferkeln aus dem Angebot zu verbannen.
Helfen Sie mit, indem Sie Ihre Stimme und Unterschrift für die Durchsetzung und das Inkrafttreten des Verbotes der betäubungslosen Kastration von Ferkeln abgeben.
Dies können Sie über einen Link, den Sie auf der Seite des TSV Gießen u.U. e.V. finden, oder eine Liste, die zur Unterschrift im Tierheim des TSV Gießen u.U. e.V. bereitliegt, realisieren.
Vorstand, TSV Giessen u. U. e.V.

Tierschutzverein Gießen und Umgebung e.V.
Vixröder Straße 16
35396 Gießen
Telefon: 0641/5 22 51
http://www.tsv-giessen.de
E-mail: info@tsv-giessen.de

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