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Marburg siegt beim Meister

Marburgs Kapitänin Katie Yohn war eifrigste Punktesammlerin der Partie.
Marburgs Kapitänin Katie Yohn war eifrigste Punktesammlerin der Partie.
Gießen | Drei, zwei, eins ... fünf null!

Damen-Basketball-Bundesliga: Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg 62:67.

Langsam wird’s unheimlich. Nach dem fünften Spieltag steht Hessens einziger Erstligist im Damen-Basketball als einzige ungeschlagene Mannschaft weiterhin an der Tabellenspitze. In aufsteigender Reihenfolge besiegte das Pharmaserv-Team den Vorjahresdritten, den Vizemeister und nun auch noch den amtierenden Deutschen Meister.

Nach ausgeglichener ersten Hälfte und 37:36-Führung zum Seitenwechsel gerieten die Marburgerinnen gleich nach Wiederbeginn unter Druck. Keltern machte acht Punkte in Folge, führte 44:37. Nach viereinhalb punktlosen Marburger Minuten warf Tonisha Baker mit Ablauf der 24 Sekunden Angriffszeit einen Notdreier ans Brett und rein.

Gleich legte die 29-Jährige zwei Punkte nach. Dann zwei weitere und den nächsten Dreier. Als die 1,73-Meter-Frau den Korbleger der deutlich größeren Marta Tudanca blockte, was klar: Da geht was! Und nach 30 Minuten lag das Pharmaserv-Team wieder mit einem Zähler vorn (53:52).

Mit diesem Rückenwind bauten die Gäste ihren Vorspung auf 59:52 aus und hielten Keltern für insgesamt Minuten fünf ohne Korberfolg. Eine kleine Serie der Gastgeberinnen beantworteten Katie Yohn per Dreier und Alex Kiss-Rusk zum 64:57 (38. Minute).

Als sich 30 Sekunden vor dem Ende ein Dreierversuch von Yohn wieder aus dem Ring herausdrehte und im Gegenzug für Keltern Emma Stach aus der Distanz zum 62:64 traf, begann für die rund 20 mitgereisten Marburger Anhänger das Zittern. Doch Yohn und Paige Bradley machten von der Freiwurflinie den Deckel drauf. Der perfekte Saisonstart geht weiter.

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Es ist schön, weiter ungeschlagen auf Platz eins zu stehen. Wir genießen das. Zu Beginn des dritten Viertels haben wir ein paar Mal nicht getroffen und dem Kelterner Druck nicht standgehalten. Und dann hat Bake das Spiel gedreht. Ich bin so stolz auf sie, wie brutal gut sie sich entwickelt hat. Sie hat heute das verkörpert, was den Marburger Basketball ausmachen soll: mit viel Herzblut spielen und nie aufgeben. Im letzten Viertel haben wir die Beine gut bewegt und den Weg zum Korb zugemacht. So hatte Keltern viele schwere Würfe. Wir hatten aber auch ein bisschen Glück, dass Keltern in der kritischen Phase ein paar Würfe nicht gemacht hat. Bei uns ist noch Luft nach oben. Aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht, so ein Spiel auf Messers Schneide zu coachen.“

Katie Yohn (Topscorerin Marburg):
„Wir sind erst langsam ins Spiel gekommen, besonders in der zweiten Halbzeit haben wir aber aggressive Defense gespielt. Das hat uns das Momentum gegeben. Keltern hat zu wenig aus seinen Offensivrebounds gemacht. Und selbst als sie herankamen, sind wir nicht nervös geworden. Wir haben uns auf uns und unseren Game-Plan fokussiert. Gegen Wasserburg hatte ich nicht so gut geschossen, deshalb habe ich während der Woche extra Wurftraining gemacht. Das hat bei meinen letzten Freiwürfen bestimmt geholfen, aber besonders nervös war ich eigentlich nicht.“

Christian Hergenröther (Trainer Keltern):
„Wir haben schlecht getroffen und die Ballverluste an der falschen Stelle gemacht. Marburg hat davon mehr profitiert als wir von unserer Überlegenheit im Rebound. Auch trotz zwei Niederlagen in Folge werden wir nicht nervös. Wir müssen uns noch einspielen. Aber dazu brauchen wir alle Spielerinnen. Sie müssen alle geistig und physisch anwesend sein. Zu oft rufen nicht alle ihre Leistung ab. Heute hat nur bei einigen der Einsatz gestimmt, unter anderem bei Marina Markovic, sie fighted immer. Der Eurocup kommt uns ganz recht, dann sehen wir mal was anderes als die Bundesliga.“

Statistik
Viertel: 20:18, 16:19, 16:16, 10:14.
Keltern: Pierre-Louis 16 Punkte (10 Rebounds), Kvederaviciute 5 (7 Reb., 3 Assists), Markovic 13/2 Dreier (3 Ass.), Pikciute 2, Pudlakova 2, Rakovic 9, Schüler (n.e.), Stach 9/2 (8 Reb., 5 Ass.), Thomas 4 (9 Reb.), Tudanca 2.
Marburg: Baker 10/2 (3 Ass.), Bertholdt 14/2 (6 Reb., 3 Ass.), Bradley 4/1 (4 Ass., 3 Steals), Kiss-Rusk 5, Klug, Schaake 10/2, Wagner 2 (9 Reb.), Wilke 6, Winterhoff, Yohn 16/4.
SR: M.Aydogdu, S.Farho.

Fun Facts: 800. Marburger Pflichtspiel seit dem Wiederaufstieg 1992. – Erster Sieg gegen Keltern nach fünf Niederlagen seit 21.04.2017 und erster Sieg in und gegen Keltern nach fünf Niederlagen seit 01.04.2016. – Tonisha Baker erzielt ihren 100. Dreier in der Bundesliga (40:44, 25. Minute, mit Brett).

Fail Facts: Marburg wirft 0 von 10 aus der Mitteldistanz. – 51 abgegebene Rebounds. – Reboundbilanz von -15 (36:51) ist die schlechteste seit 15.04.2018 (-20 / 26:46 in Keltern).

* Nächstes Heimspiel: Samstag, 28.10., 19 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle gegen Eisvögel USC Freiburg.

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von:  Marcus Richter

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