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Blau-Weiß Gießen trauert um seinen Jugendleiter Bernd Jedlitschka

Bernd Jedlitschka
Bernd Jedlitschka
Gießen | Die Spielvereinigung Blau-Weiß Gießen beklagt den Tod eines jahrelang maßgeblich aktiven Vereinsmitglieds: Bernd Jedlitschka erlitt am vergangenen Samstag nach einem Spiel des Frauenteams einen tödlichen Herzinfarkt. Er wurde nur 62 Jahre alt. Bernd Jedlitschka zählte zu jenen führend aktiven Vereinsmitgliedern, die die immer wieder gelobte Jugendarbeit des Vereins seit Jahren organisiert, betreut und gelenkt haben. Zunächst als Jugendbetreuer, seit 2008 als Jugendwart im Verein tätig, war er Jahr für Jahr maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass die verschiedenen Jugenden mit Trainern, Betreuern und Helfern versorgt waren, Autos für Auswärtsspiele zur Verfügung standen, die Pässe und Spielberichte stimmten. Inhaltlich-konzeptionell vertrat er zusammen mit Roland Niebergall und Thomas Thölke das Konzept eines auf die Bedürfnisse sozial benachteiligter Kinder bzw. Jugendlicher ausgerichteten Breitensport-Fußballs, selbst als dieses vereinsintern in die Kritik geriet und innerstädtisch zeitweise belächelt wurde. Gegen all diese Widerstände setzte er sich darin – wie auch bei der Anbahnung der Kooperation mit der
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Jugendförderzentrum der TSG Wieseck – mit seiner ruhigen und auf Ausgleich bedachten, aber beinhart widerständigen und zähen Art durch. Dabei war er kein Gralshüter der Tradition, vielmehr ein Befürworter des Neuen, wenn es der Optimierung bzw. dem Ausbau des Vereinslebens diente. So unterstützte er auch die Einleitung von Reformen in den Vereinsstrukturen ebenso wie die diskussionslose Integration von Geflüchteten, die er als machbare Selbstverständlichkeit begriff. Die große Bühne war sein Ding nicht, eher die effektiv-nachhaltige Hintergrundarbeit. Gab es ein Problem, das nicht in die Öffentlichkeit getragen werden sollte, fand der Suchende Gehör und lautlose Hilfe; suchten die Vorsitzenden nach Rat und Hintergrundinformationen, der Jugendwart versorgte sie zielsicher; ergaben sich technische Herausforderungen, so war das Internet seine Lösungsplattform. So menschlich, zurückhaltend, leise und bescheiden Bernd Jedlitschka agierte und so stoisch-ruhig er aufgeregt-polternd umherirrende Geister auf kommunikative Sandbänke auflaufen ließ, so laut und wütend konnte er werden, wenn ihm sein Gerechtigkeitsempfinden dies vorschrieb. In Diskussionen besonders gefürchtet war der Berndsche „Knicktus-Knacktus“, seine einleitende Bemerkung, die langatmige Ausführungen des jeweiligen Gegenübers anhand eines einzigen kurzen Satzes in Verbindung mit einem heiseren Lachen binnen Sekunden zu Staub auflöste. Dies entsprach auch sonst seinem Wesen, das ohne viel Reden auf helfendes Handeln und Solidarität setzte. Sein Handeln galt stets den sozial Benachteiligten, seine Begeisterung in den letzten beiden Jahren dem neu aufgebauten Frauenteam, seine Loyalität unverbrüchlich – gerade in den schweren Stunden – dem Verein, „auf dem“ er praktisch jeden Tag war. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke im Vereinsleben, das seines war und das er maßgeblich geprägt hat. Der Vorstand der Spielvereinigung Blau-Weiß drückt der Familie sein tief empfundenes Beileid aus.

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