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Fahrgastverbände aus Hessen und Niedersachsen kritisieren Unterbrechung des ICE-Verkehrs während der langen Bauphasen in 2019 und den Folgejahren auf der Schnellfahrstrecke und der Main-Weser-Bahn

Ein Intercity der Linie 26 verlässt den Gießener Bahnhof, daneben ein Regionalexpress der Linie RE 99 der Hessischen Landesbahn auf Gleis 4.
Ein Intercity der Linie 26 verlässt den Gießener Bahnhof, daneben ein Regionalexpress der Linie RE 99 der Hessischen Landesbahn auf Gleis 4.
Gießen | Die DB-Fernzuglinie 26 wird zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 von alten Intercity-Waggons auf ICE-T-Züge umgestellt. Nach vielen Jahren wird den Fahrgästen auf der Relation wieder mehr Service wie ein Bordrestaurant und WLAN bereitgestellt.

Die Regionalverbände Mittelhessen, Nordhessen und Süd-Niedersachsen fordern den Erhalt der durchgängigen Fernzugverbindung auf der IC(E)-Linie 26 Karlsruhe-Heidelberg-Darmstadt-Frankfurt-Gießen-Marburg-Kassel-Göttingen-Hannover-Hamburg-Rostock-Stralsund während der Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke zwischen Göttingen und Hannover von Juni bis Dezember 2019 und den Folgejahren, in denen weitere Sperrungen anstehen.

Bei Sperrungen in den vergangenen Jahren endeten die Intercity-Züge von Süden kommend in Kassel, im nördlichen Bereich schon in Hamburg oder Hannover. Dies stößt bei den Fahrgastvertretern aus Hessen und Niedersachsen auf heftige Kritik. Gerade durch die Umstellung von IC- auf ICE-Züge sei doch ein Fahrgastzuwachs zu erwarten. Wenn man nach wenigen Monaten schon wieder massive Einschränkungen auf dem mittleren Streckenabschnitt umsetze, verprelle man die gerade gewonnenen Fahrgäste schon wieder.

Aus Sicht von PRO BAHN sei es unabdingbar, dass aus der Region Mittelhessen über sieben Monate hinweg, gerade in der Hauptreisezeit nicht alle Zugverbindungen in Kassel endeten und in allen Fällen in den reduzierten Fernverkehr mit bereits überfüllten Zügen umgestiegen werden müsse. Gerade mobilitätseingeschränkte Menschen schätzten das Angebot der durchgängigen Verbindung beispielsweise von Gießen bis Hannover. Der Anteil der Fahrgäste, welche in Fulda zustiegen, sei nicht höher als auf den wichtigen Stationen der Main-Weser-Bahn über Gießen und Marburg.

Auch die Region Südniedersachsen werde vor deutliche Probleme gestellt. So sei angekündigt worden, dass die Verbindungen Frankfurt-Göttingen-Berlin deutlich reduziert werden. Es stehe zu befürchten, dass dann in Richtung Süden im Wesentlichen als Kernangebot nur noch die Direktverbindungen über Fulda nach Würzburg zur Verfügung stehen. Auch aus diesem Grund müsse die ICE-Linie 26 in jedem Fall erhalten bleiben, um den hohen Bedarf an Direktverbindungen zwischen Göttingen und Frankfurt am Main sicherzustellen. PRO BAHN befürchtet außerdem erhebliche Einschränkungen im regionalen Bahnverkehr, dessen Anschlüsse in großem Umfang durch die Unterbrechung der ICE-Verkehre verloren gingen.

Die Befürchtungen gehen noch weiter: Wie im Sommer 2018 werde auch im Jahr 2019 wieder am viergleisigen Ausbau zwischen Frankfurt am Main und Friedberg weiter gebaut. Da könne nicht die Konsequenz sein, die Fernzüge schon in Frankfurt Hbf. enden zu lassen. Vielmehr könnten die ICE-Züge stattdessen in Frankfurt-Süd halten und über Hanau nach Friedberg fahren, wodurch der 14-minütige Halt zum Fahrtrichtungswechsel im Frankfurter Hauptbahnhof entfalle, die zusätzliche Fahrtzeit dadurch fast ausgeglichen werde.

PRO BAHN Mittelhessen, Nordhessen und Süd-Niedersachsen fordern DB-Fernverkehr im Sinne dieser Ziele zum Handeln auf. Es dürfe selbst bei größeren und länger andauernden Baumaßnahmen keine Region derart massiv vom Fernverkehr abgehängt werden, so die Fahrgastvertreter.

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