Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Hessische Umweltministerin zu Gast im Landkreis: Priska Hinz besucht Licher Feldwege mit biologischer Vielfalt

Die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (r.) und die hessische Umweltministerin Priska Hinz (l.) nehmen mit Bürgermeister Bernd Klein (r.) und dem Umweltbeauftragten der Stadt Lich Guido Linke (l.) die Wege unter die Lupe. Bild: LKGI
Die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (r.) und die hessische Umweltministerin Priska Hinz (l.) nehmen mit Bürgermeister Bernd Klein (r.) und dem Umweltbeauftragten der Stadt Lich Guido Linke (l.) die Wege unter die Lupe. Bild: LKGI
Gießen | Der Landkreis Gießen hat mehrere tausend Kilometer Feldwege – Waldwege und Siedlungsgebiete nicht mitgerechnet – zusammengerechnet entspricht ihre Länge etwa dem Radius der Erde. Zu einem dieser Feldwege führte es die hessische Umweltministerin Priska Hinz im Rahmen ihrer Sommertour. Am Rande der Stadt Lich war der Weg das Ziel – genauer gesagt der Wegrand.

„Im vergangenen November waren wir mit dem Arbeitskreis Lebensraum Feldwege der Biodiversitätsinitiative des Landkreises Gießen und der Unteren Naturschutzbehörde in Wiesbaden, um die vom Arbeitskreis erarbeitete Broschüre ‚Nutzung und Pflege der Feldwege und Wegränder‘ an Priska Hinz zu überreichen“, erinnert sich Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl. „Ich möchte mich ganz herzlich dafür bedanken, dass uns ein Nachdruck der Broschüre ermöglicht wurde und dass Ministerin Hinz ihr Wort gehalten hat und sich heute das Projekt ‚Wegraine‘ vor Ort im Landkreis Gießen anschaut.“

‚Wegraine‘, das sind laut Duden ‚Grasstreifen am Wegrand‘, doch dahinter steckt sehr viel mehr, denn in diesen Grasstreifen leben Insekten, Vögel und kleinere Säugetiere. Neben den Tieren brauchen auch Pflanzen die Feldwege, Graswege und Ränder der befestigten Wege als Lebensraum. Diese Lebensräume, meist im Eigentum der Kommunen, werden häufig einfach umgebrochen und gehen damit verloren. Leider wirkt sich der Verlust von solchen Strukturelementen negativ auf die Artenvielfalt aus, da Kleinsäuger, Vögel und Insekten ihr Zuhause verlieren. Die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt der offenen Landschaft hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen, so gibt es beispielsweise nur noch wenige Rebhühner im Landkreis. Die Biodiversität der Wegränder ist Voraussetzung für das Überleben vieler Arten, von der Kornblume bis zum Feldhasen. Die Feldwege zu nutzen, zu pflegen und zu schützen für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist deshalb im Landkreis Gießen das Ziel vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Der Landkreis Gießen ist der erste hessische Landkreis, der im Rahmen der Biodiversitätsstrategie über den Arbeitskreis bereits ein weitergehendes Konzept für den Erhalt von Feldwegen und Wegrainen entwickelt hat. Ministerin Hinz konnte sich vor Ort davon überzeugen, wie sich eine ökologische Infrastruktur im Einklang mit der modernen landwirtschaftlichen Nutzung erhalten und verbessern lässt. „Das Beispiel des Landkreises Gießen könnte auch in anderen Landkreisen Schule machen“, lobte Ministerin Hinz die Aktivitäten.

v.l.n.r.: Dr. Christiane Schmahl, Sabine Tinz, Priska Hinz, Guido Linke, Dr. Heino Steinmetz, Ingrid Moser, Stephan Stein, und Joachim Otto. Bild: LKGI
v.l.n.r.: Dr. Christiane Schmahl, Sabine Tinz, Priska Hinz, Guido Linke, Dr. Heino Steinmetz, Ingrid Moser, Stephan Stein, und Joachim Otto. Bild: LKGI
Neben Ministerin Hinz und Dezernentin Dr. Schmahl begrüßte auch Bürgermeister Bernd Klein die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ortsbegehung auf dem Licher Feld. Dr. Heino Steinmetz, Sabine Tinz und Joachim Otto vom Arbeitskreis Lebensraum Feldwege der Biodiversitätsinitiative des Landkreises Gießen stellten ihre Broschüre vor und Stephan Stein, Fachdienstleiter der Unteren Naturschutzbehörde, Ingrid Moser, Geschäftsführerin der Landschaftspflegevereinigung des Landkreises Gießen, sowie Guido Linke, Umweltbeauftragter der Stadt Lich, führten über die Projektflächen. Außerdem anwesend waren Klaus-Ulrich Battefeld, Fachmann für Arten- und Naturschutz im hessischen Umweltministerium, sowie vom Regierungspräsidium Gießen Gerhard Schulze-Velmede, Dezernatsleiter Naturschutz II. Sie alle zeigten, wie ein Feldweg aussehen kann, wenn die Punkte aus der Broschüre zur Anwendung kommen.

Die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (r.) und die hessische Umweltministerin Priska Hinz (l.) nehmen mit Bürgermeister Bernd Klein (r.) und dem Umweltbeauftragten der Stadt Lich Guido Linke (l.) die Wege unter die Lupe. Bild: LKGI
Die Erste... 
v.l.n.r.: Dr. Christiane Schmahl, Sabine Tinz, Priska Hinz, Guido Linke, Dr. Heino Steinmetz, Ingrid Moser, Stephan Stein, und Joachim Otto. Bild: LKGI
v.l.n.r.: Dr. Christiane... 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Deutlich verjüngt hat sich der Vorstand des Blasorchesters Eberstadt nach den Neuwahlen in der Jahresabschlussversammlung.
Blasorchester Eberstadt verjüngte sein Führungsteam
„1995 wurde ich zum Abteilungsleiter gewählt“, blickte Matthias Rück...
"Die Kinder werden hier missbraucht"
Es ist der Einsatz von Glyphosat auf der ehemaligen Bahntrasse der...
Zwischenbilanz
„Lum-da-tal-bahn“ erklang es fröhlich und mehrstimmig von der...
Mit dieser Artenvielfalt hatte man nicht gerechnet
Erst im späten Frühling dieses Jahres hat man sich entschlossen, die...
hier wird nicht gebaut sondern gepflegt
Der Heßler in der Lahnaue ist europäisches Schutzgebiet
Nach dem Kiesabbau wurde die Fläche renaturiert. Hier hat man über...
Eingang zum "Sonnenhof"
Nicht "so la la" sondern "SoLaWi"
Die Bürgerinitiative "Schützt die Lahnaue e.V." hatte im Rahmen ihrer...
Nico Bonsiep
10 „Treppchenplätze“ für das Karate Dojo Lich
Beim „Internationalen Best-Fighter-Cup“ am 22.09.2018 in Elsenfeld...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Landkreis Gießen

von:  Landkreis Gießen

offline
Interessensgebiet: Gießen
Landkreis Gießen
9.144
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Apfelwein, -saft und -secco aus Äpfeln von hessischen Streuobstwiesen
Typisch hessisch ist nicht nur der bekannte Äbbelwoi, sondern auch...
Gallus-Schule weiht neuen Kletterfelsen ein
Mehr Bewegung und Spaß haben die Schülerinnen und Schüler der...

Weitere Beiträge aus der Region

Anna Cijevschi aus Gießen ist die erste Bundesfreiwillige bei NETZ Bangladesch.
Bangladesch-Freiwilligendienst direkt vor der Haustür
Was kommt nach dem Studium? Ein Praktikum, ein Auslandsaufenthalt,...
Bild: Lebenshilfe
Auch Lebenshilfe Gießen fordert: Vorgeburtliche Bluttests auf Down-Syndrom dürfen nicht zur Regeluntersuchung werden
Pohlheim (-). Vorgeburtliche Bluttests, mit denen das Down-Syndrom...
(V.li.) Jürgen Kotz und Klaus Fey von der HESA mit Fanny Hofmann-Mallet, BAUHAUS Gießen, freuen sich auf die Energieberatung.
Energieberatung am 30. März: Energiespar-Aktion mit Stand im BAUHAUS Gießen
Woher bekomme ich Zuschüsse? Welches ist die richtige Dämmung? Für...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.