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Landrätin Anita Schneider übergibt Zuwendungsbescheide über 607.670 Euro für sozialintegrative Hilfen sowie Sprach- und Qualifizierungsförderung für Geflüchtete

(v.l.) Manfred Felske-Zech (Landkreis), Landrätin Anita Schneider, Mirjam Aasmann (Jugendwerkstatt), Wolfgang Haasler (Caritas), Horst Mathiowetz (Förderverein für seel. Gesundheit), Sebastian Haack (ZAUG) und Uwe Happel (Landkreis). Foto: LKGI
(v.l.) Manfred Felske-Zech (Landkreis), Landrätin Anita Schneider, Mirjam Aasmann (Jugendwerkstatt), Wolfgang Haasler (Caritas), Horst Mathiowetz (Förderverein für seel. Gesundheit), Sebastian Haack (ZAUG) und Uwe Happel (Landkreis). Foto: LKGI
Gießen | „Wir führen unsere vier bewährten Projekte fort, die langzeitarbeitslose Menschen stabilisieren und wieder an den Arbeitsmarkt heranführen sollen“, sagte Landrätin Anita Schneider und lobte die Arbeit von vier Institutionen im Landkreis Gießen als sie Zuwendungsbescheide an deren Vertreter in einer Gesamthöhe von 607.670 Euro übergab. Der Landkreis Gießen stellt die Projekte dem Jobcenter Gießen zur Verfügung. „Zwei weitere Projekte, die Geflüchtete beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen, ergänzen dieses Spektrum.“

Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt sei das wichtigste Ziel für das Jobcenter Gießen, dessen Träger der Landkreis Gießen und die Arbeitsagentur sind. „Die Integration von langzeitarbeitslosen Menschen ist nach wie vor eine große Herausforderung“, führte Landrätin Schneider aus. Ziel aller Projekte sei es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu stabilisieren, ihre Hemmnisse, die eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erschweren, abzubauen und persönliche Perspektiven auf einen Arbeitsplatz zu erarbeiten. Ebenso brauche es auch weiterhin gute Angebote, um benachteiligte Jugendliche in Ausbildung zu vermitteln beziehungsweise ihnen eine integrative Ausbildung bereitzustellen. „Durch den geschickten Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel gelingt es uns, das Förderniveau für diese Projekte konstant zu halten. Denn die Kontinuität der Projekte ist entscheidend dafür, dass sie wirken“, erklärte die Landrätin. Die 2012 begonnenen Projekte der ZAUG gGmbH, des Caritasverbands Gießen e.V., der Jugendwerkstatt Gießen e.V. und dem Förderverein für seelische Gesundheit sind inzwischen eine anerkannte Konstante im Instrumentarium des Jobcenters. Die Projekte werden aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie aus Landkreismitteln gefördert.

Die ZAUG gGmbH richtet sich mit ihrem Projekt „ProAktiv“ in der Hauptsache an Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern, vorwiegend Alleinerziehenden. Der Caritasverband Gießen führt mit „Wegbereiter“ an den Arbeitsmarkt heran. Wegen der bei Caritas angebotenen Möglichkeiten im Verbund kann dabei, je nach Hemmnis, auch noch auf bisher versteckte Problemlagen eingegangen werden. Einen ähnlichen Weg verfolgt die Jugendwerkstatt Gießen mit „Auffordern statt aufgeben“, die hierfür ihre vielfältigen Fachbereiche für praxisnahes Arbeitstraining nutzt. Ein ebenfalls erfolgreiches Projekt setzt der Förderverein für seelische Gesundheit mit seinem „Plan B“ um, das sich vorwiegend Personen mit psychischen Beeinträchtigungen widmet.

Gefördert werden außerdem zwei Projekte, die Geflüchteten einen Einstieg in Arbeit oder Ausbildung ermöglichen sollen. „Diese Projekte sind ein zentraler Baustein des Integrationsprozesses“, betont Anita Schneider. Sie bieten berufliche Orientierung für den Einstieg in Arbeit oder Ausbildung und verbessern die berufsbezogenen Deutschkenntnisse. Wesentlich ist dabei, dass berufspraktische Erfahrungen und die unmittelbare Anwendung von Sprache aus dem Unterricht miteinander verknüpft werden. In der Probierwerkstatt der Jugendwerkstatt Gießen e.V. können Geflüchtete Berufsbilder aus verschiedenen Gewerken erproben und dabei die für den Einstieg in eine Ausbildung notwendigen fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen trainieren.

Neu initiiert wurde ein Projekt zum Aufbau von mindestens vier Integrations- und Kompetenzzentren im Landkreis Gießen durch die ZAUG gGmbH. Das neue Projekt dockt an ein bereits laufendes Projekt der Gemeinwesenarbeit an. Know-how, Strukturen und Netzwerke werden genutzt und ergänzt. Ziel ist es, Geflüchteten durch gemeinnützige Projekte in den Kommunen handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln und ihr Sprachniveau zu verbessern. Gleichzeitig fördert die Tätigkeit in den Projekten auch die soziale Integration der Geflüchteten in ihren Wohnorten. „Dafür wollen wir zugleich auch das Ehrenamt professionalisieren und unterstützen“, erklärt Landrätin Schneider. So sollen im Landkreis flächendeckend Beratungskompetenzen im Ehrenamtsbereich zielgerichtet verbessert werden, um dadurch eine bessere Vernetzung mit den Angeboten und Fördermöglichkeit der Arbeitsverwaltung zu ermöglichen.

Abschließend bedankte sich Anita Schneider bei der ZAUG gGmbH, dem Caritasverband Gießen e.V., der Jugendwerkstatt Gießen e.V. sowie dem Förderverein für seelische Gesundheit und insbesondere auch bei Uwe Happel, der für den Landkreis Gießen diese Projekte erfolgreich koordiniert.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.484
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.08.2018 um 14:19 Uhr
Danke für den ausführlichen und informativen Beitrag.

Nur eine Passage finde ich etwas ungenau formuliert:

(......) "Gefördert werden außerdem zwei Projekte, die Geflüchteten einen Einstieg in Arbeit oder Ausbildung ermöglichen sollen. „Diese Projekte sind ein zentraler Baustein des Integrationsprozesses“, betont Anita Schneider. Sie bieten berufliche Orientierung für den Einstieg in Arbeit oder Ausbildung und verbessern die berufsbezogenen Deutschkenntnisse." (.......)

Bei der geförderte Massnahme wird etwas nebelös von "Geflüchteten" gesprochen. Um wen handelt es sich da genau?

Um Asylbewerber im Anerkennungsverfahren?

Um anerkannte Asylbewerber?

Um Geflüchtete mit Schutz nach der Genfer Konvention?

Um ...............?

Hintergund der Frage ist keine gegenstandslose Detailwut, sondern die Nachfrage, ob eventuell Asylbewerber in Integrationsmassnahmen vermittelt werden. Das halte ich persönlich für sehr bedenklich, denn sollte ein Bewerber im Verfahren abgelehnt worden sein, kann er ja dann argumentieren: Der Landkreis Giessen hat mich doch integriert, also ist mir nicht zu zumuten, dass ich die BRD wieder verlassen muss.

Die aktuelle Diskussion (.... die Möglichkeit schaffen, dass abgelehnte Asylbewerber "die Spur wechseln können"* ....) hat mich da misstrauig gemacht.

* Diesen Menschen eine Perspektive für ein Bleiberecht vor Augen zu führen, wenn sie bereit sind in der BRD in absoluten Mangelberufe (z.B. im Pflegebereich) zu arbeiten bzw. sich dafür ausbilden zu lassen.
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