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Jugendliche reinigen Kriegsgräber in Kloster Arnsburg

24 Jugendliche aus ganz Europa reinigen im Rahmen eines von dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. organisierten Workcamps die Kriegsgräberstätte im Kloster Arnsburg. Bild: Landkreis Gießen
24 Jugendliche aus ganz Europa reinigen im Rahmen eines von dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. organisierten Workcamps die Kriegsgräberstätte im Kloster Arnsburg. Bild: Landkreis Gießen
Gießen | In diesen Tagen erstrahlt die Kriegsgräberstätte im Kloster Arnsburg bei Lich in neuem Glanz, denn 24 Jugendliche zwischen 15 und 23 Jahren aus ganz Europa greifen in ihren Sommerferien zu Wurzelbürste und Gartenschere. Sie alle nehmen an einem der 40 europäischen Workcamps teil, die von dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. organisiert werden. Das Ergebnis der zweiwöchigen Arbeit wird am Mittwoch, 18. Juli, um 15:30 Uhr bei einer Gedenkveranstaltung von den Jugendlichen im Kloster Arnsburg vorgestellt.

Karl Starzacher, Staatsminister a.D. und Vorsitzender des Landesverbands Hessen des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., besuchte gemeinsam mit Landrätin Anita Schneider, Kreisvorsitzende des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., die Jugendlichen bei der Arbeit. „Ich finde es bemerkenswert, dass sich so viele junge Menschen in ihrer Freizeit dafür einsetzen, dass weder die Grabsteine im Kloster Arnsburg noch die europäische Erinnerungskultur verwittern und in Vergessenheit geraten“, sagte Landrätin Schneider. „Diese Hingabe zu Ehren der Kriegsopfer schweißt zusammen und bildet das Fundament für internationale Freundschaften.“

Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind bereits zum zweiten oder dritten Mal dabei, doch für viele ist es der erste Besuch auf einer Kriegsgräberstätte. Die Jugendlichen rücken den Flechten mit der Wurzelbürste zu Leibe, schneiden das Erika-Kraut zurück und säubern die Namenstafeln, damit die Namen der Toten wieder gut erkennbar sind. Die Reinigung der Kriegsgräber ist allerdings nur einer von drei Schwerpunkten des jährlich in Hessen stattfindenden Workcamps. Zusätzlich geht es auch um die Bildungsarbeit mit Fokus auf Europa und die Begegnung mit Teilnehmenden aus sieben Ländern.

Der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. befasst sich mit der Pflege von Gräbern aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, dem öffentlichen Erinnern und Mahnen für den Frieden sowie der Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit.

Die Kriegsgräberstätte im Kloster Arnsburg entstand 1960 durch die Zusammenbettung von 450 Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges aus den Kreisen Alsfeld, Büdingen und Gießen. Im Kreuzgang des im Jahre 1197 gegründeten Zisterzienserklosters ruhen deutsche Soldaten neben Kriegsgefangenen aus Polen, Rumänien und Russland sowie den 87 Opfern der Gestapo aus Hirzenhain.

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