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Syrische Geflüchtete absolvieren Praktikum in der Kreisverwaltung - Landkreis ist Modellkommune für ein vom Bund finanziertes Projekt

Wie funktioniert die kommunale Selbstverwaltung auf Kreisebene? Welche Rolle hat der Kreistag? – Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck beantwortete die vielen Fragen der Geflüchteten aus Syrien. Bild: Landkreis Gießen
Wie funktioniert die kommunale Selbstverwaltung auf Kreisebene? Welche Rolle hat der Kreistag? – Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck beantwortete die vielen Fragen der Geflüchteten aus Syrien. Bild: Landkreis Gießen
Gießen | Der Landkreis Gießen wurde als eine von bundesweit sieben Modellkommunen für das Projekt „Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen“ ausgewählt. In einer dreitägigen Veranstaltung zum Thema „Was macht eine Kommunalverwaltung?“ erhielten 23 Syrerinnen und Syrer einen ersten Einblick in die Aufgaben der Verwaltung. Ab dem Herbst werden drei Geflüchtete aus Syrien ein Praktikum in der Kreisverwaltung absolvieren.

„Wir freuen uns, dass die Kreisverwaltung Gießen eine der sieben Modellkommunen im Bundesgebiet geworden ist. Damit können wir durch eine fast 100-prozentige Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen Beitrag zum Aufbau einer friedvollen Demokratie in Syrien leisten. Mehr noch: Durch die mögliche Ausweitung des 12-monatigen Praktikums auf eine Ausbildung als Verwaltungsfachkraft tragen wir dazu bei, Fachkräfte für den Wiederaufbau in Syrien zu qualifizieren“, sagt Landrätin Anita Schneider. Leider gebe es im Bereich Verwaltung und Bürotätigkeit bislang zu wenige Angebote für Geflüchtete. „Diese Lücke wollen wir gerne mit den Angebot auf eine dem Praktikum nachgelagerte Ausbildungsphase unterstützen“.

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Auch für Istayfo Turgay, Dezernent für Integration, sind solche Projekte nicht nur praktische Entwicklungshilfe sondern weit mehr: „Mit solchen Projekten fördern wir auch mehr Verständnis füreinander, die sich auch auf die Integration vor Ort auswirken wird“. So werde auch die interkulturelle Öffnung durch die Begegnung und den Austausch zwischen Praktikantinnen und Praktikanten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestärkt. „Deshalb ist es aus mehrfacher Sicht wichtig, geflüchteten Syrerinnen und Syrern das Know-how aus deutschen Kommunalverwaltungen mitgeben zu können, nicht nur für den Wiederaufbau im eigenen Land. Denn es ist davon auszugehen, dass Menschen nach Syrien zurückkehren, sobald dort wieder Frieden herrscht.“

Das Projekt wird durchgeführt von „Engagement Global“, Auftraggeber und Finanzier ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Ab dem Herbst werden drei Geflüchtete ein Praktikum in der Kreisverwaltung absolvieren. Für ein Jahr und in Vollzeit werden sie dann verschiedene Bereiche der Verwaltung kennenlernen. Die Praktikantinnen und Praktikanten werden bezahlt, die Kosten dafür übernimmt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Im Rahmen des Projektes hat der Landkreis bereits eine Informationsveranstaltung für Geflüchtete aus Syrien angeboten, durchgeführt von der Kreisvolkshochschule. 23 Interessenten kamen zu der als Einführung gedachten dreitägigen Veranstaltung zum Thema “Was macht eine Kommunalverwaltung?“ Unter anderem erläuterte die Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl Aufgaben und Arbeitsweisen der Kreisverwaltung. Beim Folgetermin stand der Kreistagsvorsitzende Karl-Heinz Funck Rede und Antwort zum Thema „Wie funktioniert die kommunale Selbstverwaltung?“. Im Fokus stand dabei die dezentrale Organisation der politischen Willensbildung. Karl-Heinz Funck war begeistert vom großen Interesse der Teilnehmenden, die ihm viele Fragen stellten. Im Anschluss besuchten die Syrerinnen und Syrer eine Sitzung des Kreistagsausschusses für Infrastruktur, Umwelt und Energie.

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