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Mit allen Sinnen Asien

Ausstellungsposter
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Gießen | Starke Frauen hängen im Juli im Schloss Homberg Ohm, gepaart mit Landschaftsbildern, poetischem Textwerk und historischen sowie gesellschaftspolitischen Fakten, untermalt mit leichten Klängen. Diese Ausstellung, die jeden Sonntag (1.7., 8.7., 15.7., 22.7.18) von 14 - 18 Uhr geöffnet ist, ist mein absolutes Herzstück.

Die Vernissage am 1. Juli war ein voller Erfolg, die Besucher fühlten sich durch die Ausstellung, wurden von Bild und Text berührt und nahmen die Räume mit allen Sinnen wahr.

Nun hoffe ich auch Sie, die Gießener aus meiner Heimat, zu einem Besuch an einem der weiteren drei Sonntage zu motivieren!

Der nächste Sonntag, 8. Juli, bietet gleich zwei Gründe: das Schloss Homberg Ohm, in dessen 1. Obergeschoss die Ausstellung stattfindet, feiert an diesem Wochenende Schlossfest.

Zur Einstimmung in die Thematik übersetze ich Ihnen heute einen Bericht vom 12. August 2013, kurz nachdem ich Vietnam verlassen hatte, gen Nordamerika. Dieser Bericht war Teil der Serie 'Saigon Diary', ein Projekt meines Blogs, für welches mehrere Menschen unterschiedlicher Herkunft kurze Berichte schrieben.

"Saigon Diary: Die große Flucht von 1975"

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Ich nehme an, man kann sich ziemlich glücklich schätzen, wenn man bei einem Besuch des vietnamesischen Geschichtsmuseums von einem Amerikaner begleitet wird, der in Vietnam geboren wurde und im letzten Krieg geflohen ist, im amerikanischen Krieges, oder, wie die westlichen Welt sagt, Vietnamkrieg.

Als ich nur noch wenige Tage in meiner geliebten Stadt Saigon übrig hatte, in diesem besonderen Land Vietnam, wunderte ich mich, wie ich meine Zeit am besten nutzen könnte. Tatsächlich hatte ich keine Ahnung. Ich wurde mir darüber im Klaren, dass ich an einem Ort, an dem ich über 10 Monate lebte, keinen wirklichen Lieblingsplatz hatte. Zumindest nicht 'den einen', eher sehr viele. Aber alle diese Plätze mussten gelebt werden, sie beinhalteten immer Essen, Getränke, umgeben von all den Personen die ich so lieb hatte. Auch das, letztenendes, zeigte mir, dass es Zeit war, zu gehen. Ich nahm alles, alles was ich konnte von diesem Land, und es gab mir das Größtmögliche zurück. Es war an der Zeit, zu gehen. Aber es tat so weh, und das tut es noch immer. Ich vermisse alles. Das, auf der Sonnenseite, zeigt mir, dass ich mein Herz nach wie vor am richtigen Fleck trage und dass, nach all diesen Reisen und all meinem Glück, ich jede Kleinigkeit noch immer zu schätzen weiß.

Saigon Straßen
Saigon Straßen
Ich entschied mich, das Geschichtsmuseum zu besuchen.

Schande genug, dass ich das noch nicht in den 10 vorherigen Monaten geschafft habe! Schon bei der Ankunft wusste ich, dass es den Ausflug absolut wert war. Eingebettet in die botanischen Gärten von Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Sai Gon), erhebt sich ein wundervoller Bau, mit französisch-asiatischer Prägung. Der Eintrittspreis ist, wie meist, sehr leicht zu vergessen, und das tat ich auch. Innen beeindrucken hohe Wände, bedeckt mit Vietnams Geschichte, Schmuck und anderen Eigentümern, antike Werkzeuge, Bilder von allen möglichen ethnischen Minderheiten, die sich entwickelten und immernoch in Vietnam existieren, die zeigen, wie anders alle aussehen, deren Kleidung und deren geographische Zuordnung.

Es war schön. Es war eine schöne Art, sich von einem Land zu verabschieden, dass so viel geblutet hat und dir so viel gegeben hat.

In dem Moment, als ich Vietnams Geschichte und Gegenwart den Rücken kehren wollte, sagte jemand 'Hi'.

Es war ein vietnamesisch aussehender Mann in seinen 50-ern, der in Wirklichkeit etwas älter war und einer der wenigen, der gerne darüber spricht, wie er Vietnam verließ als es in Stücke gerissen wurde.

Saigon - Heute Ho-Chi-Minh Stadt
Saigon - Heute Ho-Chi-Minh Stadt
Es war das erste Mal, dass ich eine wahre Geschichte dazu hörte, und ich hatte ja keine Ahnung.

Der Mann muss circa 9 Jahre alt gewesen sein, als er mit Mutter, Vater und Bruder flüchtete. Sie musste Richtung Staaten... per Schiff. Gerne nehmen Sie sich für den kommenden 'Reise'bericht eine Karte zur Hand, um das immense Ausmaß zu verinnerlichen.

Von Vung Tau (eine Fährfahrt von Saigon entfernt) nahmen sie das erste Boot auf die Phu Quoc Insel, das dauerte ca. eine Woche. Von dort ging das nächste Boot auf die Philippinen, diese Fahrt dauerte einen ganzen Monat. Weiter ging es nach Guam, eine winzige Insel versteckt im Pazifik. Das dauerte einen weiteren Monat, und es folgten 2-3 Monate Aufenthalt in Guam, in einem Flüchtlingslager, das er allerdings als Konzentrationslager bezeichnete. Vielleicht hatte er dazu seine Gründe, aber ich habe nicht tiefer gebohrt. Endlich kam ein Schiff, das ihn und seine Familie nach Kalifornien bringen sollte.

Er ist heute ein wohlhabender, gesunder Mann, der jeden Sommer nach Vietnam zurückkehrt. Sein Bruder studierte in den Staaten und wurde Kardiologe. "

Englischen Originalbeitrag ( und weitere) lesen:
https://kristinzimmer.wordpress.com/2013/08/12/saigon-diary-the-great-escape-in-1975-brought-to-you/

Ausstellungsposter
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Saigon Straßen
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Saigon - Heute Ho-Chi-Minh Stadt
Saigon - Heute... 
Ausstellungsstück Homberg Ohm
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von:  Kristin Zimmer

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