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Trichinen-Untersuchung von Wildschweinen ab sofort gebührenfrei

Gießen | Der Landkreis Gießen verzichtet für die kommenden zwei Jahre auf die Erhebung der Gebühr für die Trichinenuntersuchung bei erlegten Wildschweinen. Das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Voraussetzung ist, dass die Jagdausübungsberechtigten die Proben selbst entnehmen und zur Untersuchung ins Veterinäramt bringen.

„Das Ausbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest kann unter anderem durch die Verringerung des Wildschweinebestandes minimiert werden. Da dies für die Jägerschaft einen zusätzlichen Jagdaufwand bedeutet, wollen wir sie durch die Übernahme der Untersuchungsgebühr entlasten“, erklärte Landrätin Anita Schneider.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Menschen können sich nicht infizieren. Derzeit tritt die Afrikanische Schweinepest unter anderem in den Baltikum-Staaten sowie Polen, Moldawien, Rumänien und Tschechien auf. Bisher gibt es noch keine Fälle in Deutschland. „Eine Einschleppung in heimische Tierbestände muss verhindert werden“, sagt Hans-Peter Stock, der für den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz zuständige Dezernent. Die derzeit hohe Wildschweindichte würde im Falle der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu einer schnellen Ausbreitung in der Wildschweinpopulation führen. „Eine intensivere Bejagung reduziert die Wildschweindichte und damit das Risiko.“

Diese Aussetzung der Gebühren soll gleichzeitig ein Anstoß dafür sein, dass Wildschweinfleisch auch in den Verkauf kommt. Denn jedes Wildschwein, das für den Verzehr bestimmt ist, muss auf Trichinen untersucht werden. Trichinen sind winzige Fadenwürmer, die als Parasiten im Muskelgewebe von Tieren leben.

Im vergangenen Jagdjahr wurden im Landkreis Gießen rund 4000 Wildschweine geschossen. Der Preis für Wildschweinfleisch ist durch die gestiegenen Abschusszahlen zuletzt jedoch um über 50 Prozent gesunken. „Für Jäger wird es immer unwirtschaftlicher, Wildschweine zu schießen“, erklärt Dieter Mackenrodt, Vizepräsident des Landesjagdverband Hessen e.V. und Vorsitzender des Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V.. Die Entscheidung des Landkreises zur Gebührenaussetzung findet Zustimmung bei den rund 2000 Jagdscheininhabern in der Region. „Die Entscheidung ist wichtig und richtig, allerdings reicht sie noch lange nicht aus, um die wirtschaftlichen Verluste der Jäger aufzufangen. Eine Prämie für geschossene Wildschweine wäre noch besser“, sagt Mackenrodt.

Gleichzeitig sei es für die Jäger klar, dass nur gejagt und erlegt werde, wenn das Wildbret auch verwertet werde und einen Abnehmer finde, betont Mackenrodt. „Wir brauchen attraktive Vermarktungsmöglichkeiten für dieses hochwertige Lebensmittel.“ Die Abteilung für den ländlichen Raum der Landkreise Gießen und Lahn-Dill wird die Jäger dabei unterstützen.

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