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Verleihung des Förderpreises „Kulturregion Landkreis Gießen“

Landrätin Anita Schneider (2. Reihe 1. v. r.), Annette Henkel (2. Reihe 3. v. r.), Cathérine Miville (2. Reihe 3. v. l.) und Dr. Reinhard Kaufmann (2. Reihe 2. v. r.) ehrten die Preisträger des Förderpreises Kulturregion Landkreis Gießen.
Landrätin Anita Schneider (2. Reihe 1. v. r.), Annette Henkel (2. Reihe 3. v. r.), Cathérine Miville (2. Reihe 3. v. l.) und Dr. Reinhard Kaufmann (2. Reihe 2. v. r.) ehrten die Preisträger des Förderpreises Kulturregion Landkreis Gießen.
Gießen | Vor dem Heimatmuseum in Obbornhofen war es nun soweit: Der Landkreis Gießen verlieh zum ersten Mal den Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“. „Wir haben beachtliche Kulturprojekte, Initiativen und Organisationen im Landkreis Gießen, das bestätigte auch der Eingang von 41 Projekten zur Bewerbung Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“, sagte Landrätin Anita Schneider bei ihrer Begrüßung. Diese Bewerbungen galt es für die hochkarätig besetzte Jury zu bewerten: „Das einzige Ausschlusskriterium – und das war nicht wirklich eine Einschränkung – war das Thema „Heimat!?“, erklärte Anita Schneider.

Den ersten Platz gewann das 1.250. Dorfjubiläum Obbornhofen. Der südlichste Ort im Landkreis Gießen feierte im Jahr 2017 sein 1.250-jähriges Bestehen. Im Zuge des Dorfjubiläums beschäftigten sich alle Einwohnerinnen und Einwohner intensiv mit ihrer Heimat. Die Kindergartenkinder besuchten das Heimatmuseum und lernten die Spielsachen ihrer Großeltern kennen, während die Grundschulkinder ihr Heimatdorf in der Schule behandelten und das Lied „Siehste net die Seu im Goarde“ in original Obbornhofener Platt beim offiziellen Festakt zum Besten gaben. Bei diesem Festakt ließ es sich auch die 89-jährige „Müllersch-Toni“ nicht nehmen, eine kleine Ansprache zu halten. Aber nicht nur Alteingesessene beteiligten sich an der 1.250-Jahr-Feier, auch viele Zugezogene identifizieren sich bereits mit ihrer neuen Heimat und unterstützten das Fest auf vielfältige Weise. Obbornhofen zeigte 2017, dass es eine Heimat für Alt und Jung ist, in der es sich zu leben lohnt. Das sah auch Laudatorin und Schirmherrin des Förderpreises Anita Schneider so. „Der Bezug zum gesetzten Thema „Heimat!?“ war geradezu das Motto dieses Dorfjubiläums. Die Veranstalter und Akteure haben die Feierlichkeiten bestens genutzt, um sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart und Zukunft ihres Ortes – immer mit Bezug auch auf die Dorfgemeinschaft – lebendig werden zu lassen. Heimat ist nicht nur ein Ort zum Wohnen, sondern ein Ort, in dem man lebt, durch das Engagement in den Vereinen, das gemeinsame Feiern und letztlich durch enge Nachbarschaften.“

Den zweiten Platz erhielt das Wanderprojekt „Warte ich komme mit“ von der Fotografin Katrina Friese und dem Zeichner und Journalist Andreas Eikenroth. Mit Rucksack, Kamera und Abenteuerlust machten sich die beiden Heimatliebhaber auf den Weg. Um die regionalen Wanderwege der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erschienen zunächst Berichte in loser Folge. Nach und nach gab es den Wunsch, das gebündelte Wissen auch als Buch herauszubringen. Jedes Wanderparadies hat schließlich seinen eigenen Wanderführer. Mit Erscheinen des 144 Seiten starken Buches „Warte, ich komme mit – sinnliches Rundwandern in Mittelhessens Natur“ ging dieser Wunsch im Oktober 2017 in Erfüllung. Laudatorin Annette Henkel, Vorsitzende des Infrastrukturausschusses des Landkreises Gießen, wartet bereits gespannt auf den zweiten Band: „Die Jury fand das Büchlein sehr unterhaltsam und eine gelungene Empfehlung an unsere Kulturregion Mittelhessen“.

Den dritten Platz gewann die Kinder- und Jugendtanzgruppe Annerod. Sie wurde im August 1987 gegründet, widmet sich der hessischen Volkstanzkultur und ist Mitglied im Bund kultureller Jugend sowie in der Hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege. Die Kinder zwischen vier und elf Jahren können in den drei Gruppen miteinander tanzen und sich mit den damaligen Lebensbedingungen in der Region auseinandersetzen. Alle Tänzerinnen und Tänzer tragen eigens in Handarbeit und nach originalen Vorlagen angefertigte Trachten in der Tradition des Busecker Tals. Laudatorin Cathérine Miville, Intendantin des Stadttheaters Gießen, hatte bereits beim Lesen der Bewerbung den Eindruck, „hier stimmt das Gesamtpaket“. Davon konnten sich alle bei der anschließenden Aufführung überzeugen.

Den Sonderpreis erhielt die Giennale – ein Kunst- und Kulturfestival, das zwischen dem 22. und 30. September 2017 zum ersten Mal in Gießen stattfand. Unter dem Thema „Stadt als transkultureller Spiel-Ort“ diente die Giennale an den acht Festivaltagen 40 regionalen und überregionalen Künstlerinnen und Künstlern als Plattform und umfasste sechs Ausstellungseröffnungen. Die Gäste konnten über 30 Veranstaltungen an 20 Orten im Stadtgebiet besuchen. Insgesamt bewegten die 16 Kooperationspartnerinnen und –partner mit Ausstellungen, Performances, Workshops, Führungen, Konzerten und einer Podiumsdiskussion 3.100 Menschen in Gießen. Laudator Dr. Reinhard Kaufmann, ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Gießen, begründete die Entscheidung der Jury für einen Sonderpreis damit, „dass die Stadt Gießen nicht nur administrativ, sondern auch im Selbstverständnis der Bevölkerung Mittelhessens ein integrierter Teil des Landkreises Gießen ist“.

Landrätin Anita Schneider dankte abschließend dem Kreistag für die Bereitstellung der finanziellen Mittel für den Förderpreis. Der Hungener Bürgermeister Rainer Wengorsch und der Obbornhofener Ortsvorsteher Willy Zimmer zeigten sich begeistert über das hohe Engagement der Obbornhofener, die diese gute Platzierung erst möglich gemacht haben.

Torsten Denker, Leiter der Kreisvolkshochschule und damit Mitausrichter des Förderpreises „Kulturregion Landkreis Gießen“ blickt bereits in die Zukunft: „Das Thema im Jahr 2018 ist „Kultur im Wandel der Zeit: Gestern, heute, morgen“ und das Kulturverständnis des Wettbewerbs ist weit gefasst: Teilnehmen können Kulturschaffende und Kulturermöglicher aus allen Bereichen. Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2019.“ Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lkgi.de in der Rubrik Freizeit-Tourismus-Kultur oder bei Torsten Denker unter Telefon: 0641 9390-5722 oder per E-Mail an foerderpreis-kulturregion@lkgi.de.

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