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PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen kündigt Widerstand gegen Abbruch der Kanonenbahn-Lahnbrücke zwischen Dorlar und Garbenheim an

Die Kanonenbahn-Lahnbrücke der alten Bahntrasse Wetzlar-Lollar zwischen dem Wetzlar ST Garbenheim und Lahnau, OT Dorlar aus Blickrichtung Westen/Gemarkung Garbenheim auf die Lahn. Auf der anderen Flussseite liegt die Gemarkung Dorlar.
Die Kanonenbahn-Lahnbrücke der alten Bahntrasse Wetzlar-Lollar zwischen dem Wetzlar ST Garbenheim und Lahnau, OT Dorlar aus Blickrichtung Westen/Gemarkung Garbenheim auf die Lahn. Auf der anderen Flussseite liegt die Gemarkung Dorlar.
Gießen | Als völlig an den Haaren herbeigezogen bezeichnet der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen die Aussagen des Naturschutzbeirats des Lahn-Dill-Kreises und örtlicher Naturschützer in Bezug auf die historische Kanonenbahn-Lahnbrücke zwischen Dorlar und Garbenheim. Einige der Umweltschützer schießen in ihrer radikalen Auffassung inzwischen, auch im investiven öffentlichen Bereich, weit über die Ziele einer selbstverständlich notwendigen Naturschutzarbeit hinaus, was einfach nicht mehr akzeptabel sei und verhindert werden müsse, so PRO BAHN.

Im Fall der Kanonenbahn-Lahnbrücke gehe es zwar nicht um eine Investition, aber um das Bewahren eines historischen Bauwerks. Der PRO BAHN Regionalverband kündigt an, alle nur zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszunutzen, den Abbruch der Brücke zu verhindern. PRO BAHN wirft den sich einbringenden Umweltschützern die Verklärung von Tatsachen vor. Ein jüngst erst erfolgtes, von der Gemeinde Lahnau beauftragtes Gutachten zur Bausubstanz habe bewiesen, dass die Brücke alles andere als baufällig ist. Akteure des örtlichen Naturschutzes irritieren seit Monaten die Bevölkerung damit, dass die Brücke baufällig sei, so dass sinngemäße Eindrücke entstehen, als breche die Stahlkonstruktion in nächster Zeit in sich zusammen. „Hören Sie endlich auf, solch eine miese Stimmung zu verbreiten“, so PRO BAHN.

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In Nachbarschaft zum Brückenbauwerk werde, so in jüngsten medialen Verlautbarungen nachzulesen, ein weiteres Märchen aufgebaut. Die alte Kanonenbahntrasse ist bis zum jetzigen Zeitpunkt im gesamten Abschnitt der Gemarkung Garbenheim noch eine gewidmete Eisenbahntrasse. Das bedeutet auch, dass die Hälfte der Kanonenbahn-Lahnbrücke auch noch ein gewidmetes Verkehrsbauwerk ist, weil die Gemarkungsgrenze Dorlar-Garbenheim in der Mitte der Lahn liegt. Auch wenn aktuell Gleise fehlten, bestehe für ein Bahnverkehrsinfrastrukturunternehmen wie DB Netz die Möglichkeit, vom Güterbahnhof Garbenheim aus bis zur erhaltenswerten Lahnbrücke wieder neue Gleise zu verlegen. In Lahnau sehe dagegen die Widmung der Trasse inzwischen ganz anders aus. Die kartesische Darstellung, welche im kommunalen Landschaftsplan den Naturschutz in der Gemarkung Garbenheim über den Verkehrsweg Bahntrasse liege, dies sei rechtlich nicht haltbar und müsse korrigiert werden.

Daher liegen der Naturschutzbeirat und die einzelnen Vertreter des örtlichen Naturschutzes auch völlig falsch in seiner Interpretation, dass ein Radweg durch ein Naturschutzgebiet gelegt werde. Neben der Nutzung der Bahntrasse als Radweg gebe es auch eine Führung direkt unterhalb der nördlichen Hangseite des Bahndamms unter Nutzung vorhandener Wirtschaftswege und Durchfahrtsmöglichkeiten unter den Bahndämmen sowie der B 49, so dass auf kürzestem Weg eine Fuß- und Radwegverbindung zwischen Dorlar und Garbenheim geschaffen werden könne, was sich auch für Dutenhofen positiv auswirke und eine schnelle Radwegeverbindung zur Innenstadt schaffe.

Bei der Variante unterhalb der Bahndamm-Nordseite sei der unter Naturschutz stehende Würzberg mit den weiterhin aus der Zeit als Deponie vorhandenen Giftstoffen dann völlig ausgenommen. Bis heute liegen keine konkreten Zahlen vor, wie durchaus sogar mit EU-Mitteln eine weitestgehende Finanzierung eines solchen Projekts möglich ist. Radwege und alte Bahntrassen bieten einen wohl gemeinten Einklang auch mit bewahrenswerten Objekten

Einige Vertreter des örtlichen Naturschutzes seien seit jeher unnahbar Kompromisse einzugehen und auch das Denken anderer zu akzeptieren, so die PRO BAHN-Vertreter. Mit der Brechstange sei im Abschnitt Lahnau der ehemaligen Kanonenbahn nach dem Gleisabbau 1995 eine Radikalverwilderung der Trasse eingetreten, die von naturschutzfachlicher Seite komplett abgelehnt wird. Ebenso werde von anderen Naturschützern stark infrage gestellt, dem Fluss der sich seit den 1870er Jahren nun diesem Bauwerk angepasst habe, eine Wohltat zukommen zu lassen, wenn man die Brücke abbricht. Das Gegenteil sei der Fall, so sehen es andere Naturschützer. PRO BAHN bittet die Lahnauer Kommunalpolitik darum, nicht nur auf einseitige Aussagen von einem Flügel von Akteuren des Naturschutzes zu hören, sondern eine breite Meinung einzuholen, gerade weil diese Akteure in der Vergangenheit schon falsch gelegen hätten. Dass man als PRO BAHN diverse Vereinigungen im Naturschutzbereich inzwischen leider als gesellschaftspolitischen Gegner begreifen müsse, müsse man wohl leider damit leben und in vergleichbaren Fällen auch auf einen entsprechenden Diskurs einstellen.

PRO BAHN Mittelhessen fordert dazu auf, endlich für die jüngere Geschichte der Region die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihr gebührt. Die Kanonenbahn sei Teil davon, sie ist Geschichte von Atzbach und Dorlar ist und leider nicht von Waldgirmes, sie ist Teil der Geschichte der Gleiberger-Land-Gemeinden Lahnau, Heuchelheim und Wettenberg. Bis heute sind auf dem Abschnitt Wetzlar-Lollar der einmal durchgängigen historischen Kanonenbahn Berlin-Metz, im hiesigen Bereich noch „alle“ Brücken, Viadukte und Durchlässe erhalten. Gerade in Wettenberg sei mit dem „Zwilling“ der Kanonenbahn-Lahnbrücke zwischen Wißmar und Lollar eine optimal und rege genutzte Verbindung für Radfahrer und Fußgänger entstanden. Wenn man jetzt ein Glied dieser noch durchgängig vorhandenen Kette des 18 km Kanonenbahn-Teilabschnitts herausbreche, zerstöre man unwiderruflich einen Erinnerungsbeweis von europaweit bedeutender Industrie- und Verkehrsgeschichte. Der PRO BAHN Regionalverband Mittelhessen und seine Verbandsgliederungen werden alle nur irgend möglichen Hebel in Bewegung setzen, um den Abbruch der Kanonenbahnbrücke zu verhindern. Sie rufen die Bevölkerung zum Widerstand auf.

Inzwischen gibt es seitens der "Brückenschützer" eine Facebook-Seite. Diese ist zu finden unter folgendem Link:

https://www.facebook.com/groups/162730137741646/?ref=bookmarks

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.031
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 27.04.2018 um 23:39 Uhr
Ich kann das Anliegen von Pro Bahn nur unterstützen. Warum soll die Brücke weg, was für einen Sinn soll das haben?
Otmar Busse
565
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 28.04.2018 um 10:17 Uhr
Herr Momberger, es gibt hier einen unerklärlichen Zusammenhang, den bis auf wenige, kein Mensch versteht.
Um es einmal klar zu machen: Die Bahntrasse ist derzeit mit einem Durchbruch versehen, der erforderlich war um für die Brückenbaustelle der querenden Autobahn eine Zufahrtsmöglichkeit für schwere Baufahrzeuge zu schaffen. Vereinbart wurde damals, nach Beendigung der Bauarbeiten die Lücke wieder zu verschließen, sprich den Originalzustand herzustellen. ( Das abgetragene Material ist dafür extra eingelagert ) Nun vertritt SPD und CDU die Ansicht, man könne den Durchstich offen lassen um einen "schnellen Radweg" hindurchzuführen und den Landwirten eine Zufahrt zu ihren Äckern schaffen. (Einen Radweg R7 der direkt an der Lahn entlang führt und damit auch der attraktivere ist, gibt es bereits und die Bauern haben seit mehr als hundert Jahren ihren Weg zu den Äckern auch ohne diesen Durchstich gefunden)
Was hat nun der Abriss der Brücke mit diesem Durchstich zu tun ? Als Antwort zitiere ich einen Abschnitt aus der heutigen Ausgabe der WNZ. " Da SPD und CDU als größte Fraktion über eine deutliche Mehrheit verfügen, ist davon auszugehen, dass eine Entscheidung f ü r die Öffnung des Bahndammes fällt. Naturschutzverbände haben bereits angekündigt, dass sie dem nur zustimmen werden, wenn g l e i c h z e i t i g die alte Stahlbrücke über die Bahn (müsste Lahn heißen) abgerissen wird. "
So und nun mag diesen Zusammenhang verstehen wer will - ich nicht ! Die alte Stahlbrücke verbindet das auf Garbenheimer Seite liegende Naturschutzgebiet Würzberg mit der als GLB ( Geschützter Landschafts Bereich) ausgewiesenen Bahntrasse.
Christian Momberger
11.031
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.04.2018 um 14:14 Uhr
Danke für die sehr interessanten Infos. War mir alles nicht bekannt und muss man nicht wirklich verstehen.
Elke Jandrasits
787
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 01.05.2018 um 21:13 Uhr
Ich kenne nur die Brücke zwischen Lollar und Wißmar, aber da würde ich es auch bedauern, wenn diese abgerissen würde.

Für mich war es schon als Kind eine Mutprobe, hinüber zu gehen und durch die Spalten der Konstruktion in die Tiefe zu schauen. Heute nutzen wir sie gerne für Fahrradtouren.

Wird denn die Brücke in Lahnau auch noch genutzt?
Thomas Kraft
190
Thomas Kraft aus Lahnau schrieb am 01.05.2018 um 21:59 Uhr
Nein aber die Idee ist da, sie ähnlich wie bei der "Zwillingsbrücke" Wißmar-Lollar so umzubauen, dass man darüber mit dem Fahrrad oder zu Fuß kann. Nur seitdem die Gemeinde Lahnau die Brücke besitzt, das ist seit 2005, seitdem hat man keine politische Entscheidung getroffen.
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