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10. Mai: Lesung auf dem Römerberg Gedenken an die NS-Bücherverbrennung

Gießen | 10. Mai: Lesung auf dem Römerberg Gedenken an die NS-Bücherverbrennung vor 85 Jahren Frankfurt

Die katholische Studentenverbindung Badenia und die VVN-Bund der Antifaschisten haben sich verständigt: Der traditionelle „Römerbergfrühschoppen“ der katholischen Verbindung findet dieses Jahr auf dem Paulsplatz statt.

Somit kann die Lesung im Gedenken an die von den Nazis verfemten Schriftsteller*innen am 10. Mai wie geplant und wie üblich auf dem Römerberg stattfinden. Dazu hat nicht zuletzt der beachtliche öffentliche Druck beigetragen.

Die von der VVN-BdA veranstaltete öffentliche Lesung beginnt um 11.00 Uhr. Es werden Rezitationen, musikalische Beiträge und Redebeiträge dargeboten. Musikalisch wird das Gedenken begleitet durch Roman Kuperschmidt und Band sowie Almut Schwab von Klezmers Techter.

Die VVN-BdA bedankt sich bei den über 300 Unterstützer*innen, die sich auf unterschiedliche Weise dafür eingesetzt haben, dass die Lesung am damaligen Ort der Bücherverbrennung, auf dem Römerberg, durchgeführt werden kann. Besonderer Dank gebührt Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz für seine Vermittlung. Die Organisation
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der Antifaschistinnen und Antifaschisten sieht den nun letztlich folgerichtigen Platztausch als Ergebnis der vielfältigen Bemühungen aus Politik, Kultur und Frankfurter Öffentlichkeit, das Gedenken dort zu begehen, wo es hingehört. Ein Gespräch zwischen Badenia und VVN-BdA hat wesentlich dazu beigetragen.

Die VVN-BdA unterstreicht, dass sie die Interessen aller Opfer des Naziregimes, unabhängig von Religion, Herkunft und politischer Orientierung vertritt. Ebenso wertschätzt sie jede widerständige Handlung von Menschen und Organisationen, die sich gegen den deutschen Faschismus gerichtet haben. Die VVN-BdA betont dies, da Badenia darauf hingewiesen hat, sie sei eine nichtschlagende Verbindung und keine Burschenschaft; die Verbindung habe sich nach 1933 aufgelöst. Einzelne Mitglieder der katholischen Badenia-Verbindung wurden Opfer des Naziregimes.
Die diesjährige Lesung anlässlich des Gedenkens an den 85. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nazis wird unterstützt von Club Voltaire, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Freidenker-Verband, FV Gedenkstätte KZ-Katzbach/Adlerwerke, Gegen Vergessen - für Demokratie, Haus am Dom, Initiative 9. November, Initiative Kirche von unten, Jungsozialisten, Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG), Naturfreunde, Stadtbücherei Frankfurt, Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, ver.di, Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen (VDJ), VS - Verband der Schriftsteller in ver.di.

Die Veranstalter freuen sich über eine rege Beteiligung.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.118
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.04.2018 um 19:02 Uhr
Danke für die Info. Eine schöne Nachricht, freut mich zu lesen.
Kurt Wirth
1.601
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 24.04.2018 um 19:14 Uhr
Eine interessante Nebenstrecke: Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung über wissenschaftliche Bibliothekare, die Opfer des Nationalsozialismus wurden:

http://www.o-bib.de/article/view/2015H2S1-32/2422

Da wird auch berichtet von dem Leiter einer Zentralbibliothek der Caritas in Freiburg, der wie alle Bibliotheken, die Aufforderung erhielt, Bücher für die Bücherverbrennung abzuliefern. Er übersandte da etliche zusammengebunden Packen des NS-Organs "Völkischer Beobachter"! :-)
Christian Momberger
11.118
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.04.2018 um 19:38 Uhr
Danke für diesen Interessanten Hinweis Kurt.
Stefan Walther
4.389
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.04.2018 um 19:42 Uhr
Danke für den Hinweis Kurt.
Nur eines sollten wir nicht tun: die Sprache / die Begriffe der Nazis übernehmen, nicht "Nationalsozialismus", sondern Faschismus muss es heißen.
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