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Kurz Kommentiert: Diktat in Namen des Herrn oder "Wo versteckt sich das Arbeitsrecht in der Kirche"

Gießen | Beim durchblättern der wöchentlichen Gratiszeitungen entdeckte ich neulich eine Stellenanzeige des Bistum Mainz. Gesucht wird eine Verwaltungskraft in einer Familienbildungsstatte. In der Anzeige stand dann auch das Übliche. Das der Job Teilzeit sei, welche Aufgaben zu erfüllen wären, die gewünschten Qualifikationen, ein paar rechtliche Grundlagen etwa zur Vergütung. Danach folgte noch ein interessanter Absatz. Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. Klingt ja vielleicht auf den ersten Blick logisch, wir haben es hier ja auch mit einem kirchlichen Arbeitgeber zu tun. Es ist aber von Grund auf falsch. In drastische Worte übersetzt steht da nichts anderes als: „Muslime, Juden, sonstige Andersgläubige und Atheisten nicht erwünscht“. Das stellt eine ganz klare Diskriminierung gegenüber allen nicht christlichen, ja sogar nicht katholisch Gläubigen da.
Die Kirche und die Arbeitgeber unter ihrer Trägerschaft nennen das allerdings nicht Diskriminierung sondern Tendenzschutz. Dieser ist weit gefasst. Nicht nur dass die Kirchen anhand der Glaubensrichtung und Konfession vorselektieren werden auch die persönlichsten
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Lebensumstände der Arbeitnehmer und in speziellen Fällen besonders der Arbeitnehmerinnen ganz genau beobachtet. Eigentlich ist es wie ein Damoklesschwert das über einem hängt. Nehmen wir an eine Kindergärtnerin trennt sich von ihrem Mann und zeiht zu ihrem neuen Freund. Das würde bereits einen Kündigungsgrund darstellen. So geschehen vor einigen Jahren in Königswinter. Der dortige Pfarrer warf der Frau Ehebruch vor. Da die mildtätige Kirche aber Herz beweist sollte die frau um ihre Stellung zu retten ihre Beziehung verleugnen und angeben lediglich eine Wohngemeinschaft gegründet zu haben. Das trug die Pädagogin nicht mir und erhielt die Kündigung. Garnierte damit, durch den zuständigen Pfarrer noch als „Schädliches Ärgernis“ bezeichnet zu werden. Zum Glück kämpften die Eltern und Kinder dieses katholischen Kindergartens für den Verbleib der beliebten Erzieherin und Kindergartenleiterin. Mit Erfolg. Der Kirche wurde die Trägerschaft entzogen und die Frau durfte bleiben.
In einem anderen Fall war eine Bewerberin für eine Anstellung als Lehrerin an einer katholischen Schule mit einem bereits geschiedenen Mann verheiratet. Ein Ausschlusskriterium. Aber auch hier bietet die demütige Kirche einen Ausweg. Man kann seine erste Ehe vor einem Kirchengericht für ungültig erklären lassen. Danach ist der Weg zur kirchlichen Hochzeit und in den Job wieder offen. Das Paar ließ sich darauf ein. Im Vorfeld gab man ihnen ein dutzend Gründe vor, die für eine Annullierung der Ehe sprechen. Es wurden Zeugen benannt und das Verfahren eröffnet. Was folgte waren regelrechte Verhöre über mehrere Stunden, man wollte Einsicht nehmen in intimste Aufzeichnungen wie etwa Tagebücher, wurde zum Sexualleben befragt und genötigt einen Schwur auf die Bibel abzulegen. Das lassen Menschen über sich ergehen um einen Arbeitsplatz zu erhalten.
viele Menschen sind leider nicht so stark wie unsere Kindergärtnerin oder so geduldig wie unsere angehende Lehrerin. Sie verstecken sich. Gerade in kleinen Gemeinden kann das sehr schwer sein, Was ist wenn eine lesbische Krankenschwester nie in der Öffentlichkeit mit ihrer Lebenspartnerin offen auftreten darf oder der schwule Kirchenmusiker immer seinen „Cousin“ mit zum Gemeindefest bringt. Was ist mit der Kindergärtnerin die von ihrem besoffenen Mann jeden Abend grün und blau geschlagen wird uns sofort vor dem Ende ihrer Existenz steht sobald sie die Scheidung einreicht? Was mit der Schwesternschülerin die nach einer Vergewaltigung keine Abtreibung durchführen könnte ohne Angst um ihre Zukunft zu haben?
Besonders auf dem sozialen Sektor ist die Kirche ein großer Arbeitgeber. Kindergären, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser stehen unter der Trägerschaft der Kirche. In sehr kirchlich geprägten Gebieten in Deutschland kann es einem da durchaus passieren, dass bei einem Beratungsgespräch des Jobcenters oder in Vorbereitung etwa auf ein Medizinstudium die Frage der Kirchenzugehörigkeit kommt. Gibt man dann an einen anderen Glauben oder garkeinen Glauben zu haben wird einem schnell klargemacht dass dieser Weg so etwas steiniger wird.
Diese Situation ist für mich persönlich schwer zu ertragen. Ich wäre zwar nicht der Erste der bei einem kirchlichen Arbeitgeber hier schreit aber ich bin eigentlich von Haus aus eine ausgebildete Verwaltungskraft mit kaufmännischer Qualifikation. Erfülle daher die gewünschten fachlichen Ansprüche. Doch eine Chance hätte ich nicht. Jetzt ist meine Ausbildung schon einige Jahre her aber ich kann mich nicht erinnern dass die Glaubensvermittlung und Verkündigung zum Aufgabengebiet eines Bürokaufmanns gehören. Das gilt ebenso für Pflegepersonal, Reinigungskräfte, Hausmeister oder Ärzte. Auch nicht für Lehrpersonal die etwas anderes als Religion unterrichten und Kindergärtner/innen sollten Kinder auch weltanschaulich neutral betreuen.
Was dem ganzen ein wenig die Krone aufsetzt ist der Blick in die Finanzierung derartiger Einrichtungen. Wie gesagt, man ist leicht dabei zu sagen: „Aber wenn das doch kirchliche Träger sind, dann muss man deren Regeln akzeptieren.“ Kirche, Caritas oder Diakonie sind hier nur Label. Finanziert werden diese Einrichtung zum Großteil durch den Staat, Gebühren und Zuschüsse wie andere gleichartige Einrichtungen auch. Allerdings könnte der städtische Kindergarten oder das Pflegeheim des säkularen Wohlfahrtverbandes nicht einfach lesbische Kindergärtnerin feuern weil die vor der Tür ihrer Freundin einen Abschiedskuss gibt.
Wieso gewähren wir aber dieses Recht der Kirche. Darauf wird die Kirche antworten dass sich das aus Artikel 140 des Grundgesetzes ergibt welcher diverse Artikel der Weimarer Reichsverfassung (1919) inkorporiert. Das heißt es in Artikel 137: „Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde“. Wobei die Passage „(…) innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes.(…)“ gerne etwas weggenuschelt wird.

Ich habe dieses Jahr darauf verzichtet einen eigenen Artikel zum Thema „Tanzverbot“ einzustellen. Das Thema ist leider so ermüdend und noch schärfer als die vergangenen Male könnte ich es eh nicht formulieren. Aber das Tanzverbot ist ja auch nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt viel mehr Bereiche im Verhältnis von Kirche, Religion und Staat wo einiges im Argen liegt. Das Arbeitsrecht der Kirchen steht da weit oben. Keine Streikrecht, keine Arbeitnehmervertretungen, obskure Scheingewerkschaften und kein Gebot zur Einhaltung von Antidiskriminierungsrichtlinien. Das muss sich ändern, ganz dringend ändern. Unbenommen leisten die Arbeitnehmer dieser Einrichtungen einen Wahnsinnsjob es liegt an uns als Gesellschaft ihnen dafür den Rücken zu stärken und sie unabhängig ihrer familiären Situation, sexuellen Orientierung, ihres Glaubens oder Konfession abzusichern.

Eine kleine Pointe noch zum Schluss. Kurze Zeit nachdem ich die Stellenanzeige des Bistum Mainz las entdeckte ich auch eine des evangelischen Dekanats Grünberg. Auch hier wurde eine Verwaltungskraft gesucht. In der Zeitungannonce war keine Rede von Kirchenzugehörigkeit aber ein Link zu einer ausführlicheren Ausschreibung. Diese schließt wiederum mit folgendem Punkt im Anforderungsprofil: „Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche oder ACK“

Fröhliches Hasenfest.

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Kommentare zum Beitrag

2.416
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 01.04.2018 um 13:06 Uhr
Da muss ich Ihnen leider in jeder Beziehung zustimmen?
Was kann man dagegen tun?
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 14:41 Uhr
Hat nicht jeder Arbeitgeber das Recht, scheinbar doch, sich die Arbeitnehmer zu suchen die zu seinem Profil passen.

Frohe Ostern.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 18:37 Uhr
Herr Herold, haben sie schonmal was vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gehört?
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 19:22 Uhr
Vor Gott sind alle Menschen gleich.
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 02.04.2018 um 19:27 Uhr
Nein hat er nicht Herr Herold. Mein Arbeitgeber müsste wenn er so etwas in die Stellenausschreibung schreiben würde mit einer Strafe rechnen. Gleichbehandlungsgesetz wie Herr Schmidt schreibt. Das ist ja was mich so ärgert, dass für die Kirche immer Ausnahmen gemacht werden. Gleiches Recht für Alle. Der Staat muss sich endlich von der Kirche trennen. Gestern gerade gelesen das Land Hessen hat 2017 wieder 50 Millionern Euro an die beiden Landeskirchen überwiesen.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 19:31 Uhr
Selbst wenn es so wäre hilft das einer muslimischen Krankenschwester nichts wenn sie sich am katholischen Krankenhaus bewirbt und auch nicht dem atheistischen Hausmeister im evangelischen Kindergarten...
Herr Herold, dieser Klospruch hat nichts mit der realen Situation zu tun.
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 19:32 Uhr
Meine Herren, klagen sie doch gegen diese ihrer Meinung nach Ausgrenzung. Das Ergebnis würde mich interessieren.

Wenn es nicht rechtens ist müssten sie doch Recht bekommen.
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 02.04.2018 um 19:52 Uhr
Ich schreibe doch warum gibt es für die Kirchen solche Ausnahmen. Solange der Staat die Kirchen stützt wird es zu solchen Ungerechtigkeiten kommen. Die Kirche muss in geltendes Recht eingefügt werden und der Staat darf sie nicht mehr auf Kosten der Bürger unterstützen. Das ist doch nicht schwer zu verstehen.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 19:53 Uhr
Ich frage mich immer wie innerlich verrottet man sein muss hier nicht das Unrecht zu erkennen.
Klagen kann übrigens nur ein Betroffener und ist mit einem imensen finanziellen Risiko behaftet. Die Kirche kann so lange durch die Instanzen gehen bis der Kläger aufgibt. Es gibt übrigens schon einen Fall der durch alle Instanzen bis vor das EuGH gegangen ist. Da wurde einem Orgelspieler gekündigt wegen einer außerehelichen Beziehung. Erst vor dem EuGH bekam er Recht. Man sprach ihm 40.000€ zu.
An den Gesetzen hier in Deutschland hat das freilich nichts geändert.
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 20:17 Uhr
Solange es so ist wie es ist kann man betroffen sein.
Aber anderen Verrottung vorzuwerfen, ist das die Art das Unrecht zu ändern?
Machen Sie Herr Schmidt was draus. Sammeln Sie Mitstreiter. Aber nur hier in der Zeitung zu schreiben wird Sie nicht weiter bringen.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 21:00 Uhr
Der erste Schritt ist zu informieren. Done
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 21:07 Uhr
Na klar. Nur nicht mehr tun als unbedingt erforderlich. Gewissensberuhigung?
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 21:40 Uhr
Nein, das wäre beten. Aber ich glaube dass werden die stillen Mitläufer eines despotischen, Überwesens nicht verstehen.
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 02.04.2018 um 21:42 Uhr
Herr Herold was reden Sie wieder für einen Quatsch daher. Ist es Ihnen tatsächlich nicht Möglich zu erkennen um was es hier geht? Nicht Herr Schmidt begeht ein Unrecht sondern Staat und Kirche. Nicht Herr Schmidt oder ich können dagegen etwas Unternehmen sondern nur ein Betroffener. S
Vielleicht mal damit Sie eine Chance haben es zu verstehen
Die Stadt Giessen schreibt eine Stelle aus mit dem Vermerk aber keine Christen.....was würde da passieren?
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 21:53 Uhr
Ja immerhin haben Sie über 200 erreicht und davon haben sich zwei geäußert. Herrn Büttel zähle ich nicht. Den nehme ich ifür mich in Anspruch.
Ich finde es immer wieder schade, dass sich sowenig aus der Deckung wagen. Nur damit Sie es wissen. Ich bezeichne in aller Offenheit Kirchen und Gewerkschaften als die schlechtesten Arbeitgeber und trotzdem gehe ich in die Kirche und war aktives Mitglied in den zwei größten Deutschen Gewerkschaften.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 02.04.2018 um 22:29 Uhr
Herr Herold sie sind ein Schwachmat. Große Fresse, nichts dahinter und ein Heuchler sind sie auch. Wenn sie wissen welchen Scheißdreck die Kirche baut und trotzdem noch in deren Folklore Show rennen.
Außerdem woher wissen sie denn ob ich mich nicht an anderer stelle engagiere und in welcher form. Es gibt säkulare Gruppen die das ändern wollen und diese unterstütze ich. Und wenn das jetzt 200 Menschen gelesen haben, dann ist wenigstens die Information verbreitet.
Jakob Handrack
887
Jakob Handrack aus Gießen schrieb am 03.04.2018 um 20:05 Uhr
Herr Schmidt hat sich leider schon öfters als Diskussionspartner disqualifiziert, auch wenn er in seinen angesprochenen Punkten sicherlich recht hat. Leider zielt er oft übers Ziel hinaus und nutzt seine teils berechtigte Kritik an staatskirchlichen gesellschaftlichen zuständen (Kirchliches Arbeitsrecht ist ein strittiger Punkt) für ein General-Bashing gegen alles religiöse und kirchliche. Ich sage Ihnen, Herr Schmidt, es gibt in den Gemeinden vor Ort viel mehr Leute, die Kritik an ihrer Kirche üben als Sie denken.
Ferner wurden Sie ja bereits eingeladen zu einem Gespräch/Austausch mit Kirchenvertretern zu einer konstruktiven und sicher äußert inhaltsreichen Diskussion. Dieses Angebot haben Sie bedauerlicherweise nicht ergreifen können oder wollen.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 03.04.2018 um 20:30 Uhr
Herr Handrack ich kann ihnen eines Versprechen. Ich bin bereit meine Kritik an der Kirche und der instrumentalisierten religion sofort einzustellen. Unter ein paar Bedingungen natürlich.

- Kein Kirchensteuereinzu durch den Staat
- Keine Sonderfinanzierungen von Kirchen
- Keine Zahlung von Gehältern durch den Staat
- Aufkündigung des Reichskonkordats
- Die Kirche erkennt die masslos Überzogenen Forderungen die sich aus dem Reichdeportationshauptschluss ergeben haben als abgegolten an
- Das kirchliche Arbeitsrecht wird abgeschafft und Kirchen, Diakonie, Caritas erkennen das allgemeine Arbeitsrecht in allen Punkten an
- Neugestaltung der Rundfunkräte auch mit Vertretern anderer Glaubensgruppen und bekennenden Nichtgläubigen
- Konsequente Strafverfolgung von Misshandlungs und Missbrauchsfällen
- Abschaffung des Kirchenasyl
- Verbot der offenen Straßenmissionierung (Warum ist es verboten den Koran zu verteilen aber nicht die Bibel?)
- Volle Transparenz der Kirchenfinanzen
- Keine konfessionelle Abfrage bei vergabe von KiTa Plätzen
- Wegfall des §166 StGB
- Keine kirchliche Einmischung in Gesetzgebungsverfahren mehr/ die Kirche ist als Lobbygruppe zu kennzeichnen
- Kein konfessioneller Religionsunterricht mehr an Schulen
- Keine Säuglingstaufe
- Keine Zwangsgebühren beim Kirchenaustritt

Um nur ein paar zu nennen.
Mich mit Kirchenvertretern zu unterhalten lehne ich ab. Dazu habe ich diese zu oft in Talkshows gesehen und immer wieder das Gleiche erlebt. es wird relativiert, verschleiert und gelogen. Wenn ein KArdinal Marx z. B. sagt er könne nicht das Vermögen seiner Kirche überblicken dann sollte er jemanden einstellen der das Kann. Ich glaube nicht dass man irgendeinem anderen Konzern mit dieser antwort hätte ziehen lassen.
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.04.2018 um 13:45 Uhr
Sie sind ein Fantast und Stil und Anstand sind Ihnen Fremd.
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 04.04.2018 um 14:21 Uhr
Was spricht denn dagegen Staat und Kirche sauber zu trennen Herr Herold?
Stefan Walther
4.481
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.04.2018 um 09:04 Uhr
Was dagegen spricht Herr Schmidt? = der Einfluss der Kirche(n), die Verteidigung der "heiligen Familie"... sprich die Interessen und Machtverhältnisse im kapitalistischen Gesellschaftssystem.

Natürlich alles kein Grund nicht für die Trennung von Kirche und Staat einzutreten, aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben, dass das Erreichen des Ziels eine einfache Sache ist...
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 05.04.2018 um 09:45 Uhr
Einfach sicher nicht. Deswegen muss man ja dafür eintreten. Viele Menschen sind ja auch nur noch aus folkloristischen Gründen in der Kirche und nicht mehr weil sie besonders gläubig sind. Die Meisten sind doch heute Wischi-Waschi Christen mit einem selbst gebauten Wohlfühlglauben. Deswegen wanzen sich die Kirchen ja auch an andere Glaubensformen so massiv ran. Zuletzt Kardinal Marx der das Beschneidungsverbot in Island so massiv kritisiert hat. Die arbeiten krampfhaft daran Glaube und Religion noch einen gesellschaftlichen Status zu geben der immer mehr zurückgeht.
Die Kirchenaustritte sind seit Jahren konstant hoch und der Anteil an Christen fältt Jahr für Jahr. Waren wir im Jahr 2001 noch bei 64% ist der Stand 2016 bei 55%. Konfessionslose stellen die größte Gruppe vor evangelisch und katholischen Christen.
Viel zu lange waren auch Missstände nicht bekannt. Wie die Leute sich verwundert die augen rieben als ihnen am Beispiel Tebartz-van Elst klar wurde wieviel Geld die Kirche hat. Oder die unzähligen Missbrauchs- und Misshandlungsfälle in der Kirche. Heute wird doch auch endlich mal in fernsehreportagen über das diskriminierende Arbeitsrecht der Kirchen gesprochen oder deren Anteil am Nationalsozialismus und Holocaust. Vor ein paar Jahren konnte man froh sein mal ein kurzes Statement eines Kirchenkritikers zu hören, heute sind Leute wie Philipp Möller oder Michael Schmidt Salomon regelmässige Talkshowgäste.
In einigen Bereichen gibt es ja bereits Erfolge. So durfte dieses Jahr an Karfreitag zum ersten Mal der Film"Das Leben des Brian" vorgeführt werden. Ganz legal.
Das wird ohne Zweifel noch eine Menge Anstrengung kosten, wert ist es aber alle mal.
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 05.04.2018 um 13:48 Uhr
Natürlich gibt es erste zaghafte Erfolge. Ich denke bei uns nur an die Abschaffung der Kirchenbaulasten auch mit den Stimmen der konservativen Parteien das ist ein kleiner Teilerfolg die nächsten Schritte müssen folgen. Herr Walther hat Recht es wird noch ein langer Weg sein aber kein Grund sich nicht für die Trennung zwischen Staat und Kirche einzusetzen. Die jungen Leute werden sich nicht mehr Vereinnahmen lassen bis auf wenige Ausnahmen. Die Menschen werden immer aufgeklärter auch durch solche Beispiele wie Her Schmidt sie benannt hat im TV aber auch die Wissentschaft trägt ihren Teil dazu bei.
Martin Wagner
2.547
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.04.2018 um 14:41 Uhr
Ich finde es wenig zielführend, wenn in einer Kommentarkolonne Zensuren verteilt werden. Der verweigert sich einer Diskussion, die vergreift sich im Ton, ...... für mich gibt es kein Benimm-TÜV. Jeder soll und kann nur nach seinen Fähigkeiten in einen Dialog eintreten. Hier zu versuchen eine Messlatte (außer Verstoss gegen geltendes Recht) einzuziehen halte ich für überheblich.

Oder - etwas bitterbös formuliert - jeder macht sich nach seinen Fähigkeiten lächerlich.

(Ich halte mich da aber für tolerant, denn ich weiss, dass es hier in den Kolonnen nicht nur Leute mit Abitur und Studium gibt. Was solche Mitbürger zu sagen haben, mag manchen Lesern zu grobklotzig sein ist aber in der Regel Ausdruck tiefen Empfindens. Eines Empfinden an dem durchaus bestimmtes politsches Verhalten "andocken" kann.)

Inhaltlich habe ich mich schon mehrmals zum Themenkomplex geäußert. Herr Schmidt ist über den Sachverhalt glänzend informiert.

Seinem Forderungskatalog im Kommentar vom 3.4. ist meines Erachtens wenig hinzuzufügen.

Als jemand der eher auf der politischen "Bühne" sich tummelt würde ich ganz persönlich zu den eher juristischen Forderungen eine politische Forderung (kann auch als übergeordnete angesehen werden) hinzufügen:

Wirkliche Trennung von Staat und Amtskirchenapparat!

(oder im linken Sprachgebrauch: Zerschlagt die unheilige Allianz zwischen Thron und Altar!)
Stefan Walther
4.481
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.04.2018 um 19:19 Uhr
Ich habe auch kein Abitur Martin, trotzdem versuche ich zumindest eine sachlich inhaltliche Ebene in einer Diskussion zu wahren.
Warum? = alles andere bringt sowieso nichts, emotionale Beschimpfungen ( Beispiele gibt es hier einige ) haben auch nichts mit "grobklotzig" zu tun, sie sind eher ( sehr oft ) ein Zeichen, dass den Leuten die Argumente ausgehen... habe ich selbst schon einige Male erfahren müssen, das kann sogar ausarten bis hin zu persönlichen Diffamierungen... mittlerweile nehme ich das sehr gelassen, wie gesagt "den Betreffenden gehen meist nur die Argumente aus", dann werfen sie halt ein wenig emotional und persönlich werdend mit "Dreck", es ist nicht der Rede wert, es ist nur peinlich und lächerlich...
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.04.2018 um 10:20 Uhr
Der EuGh entscheidet heute darüber wie das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen in Bezug auf das Diskriminierungsvebot zu gewichten ist.
2.416
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.04.2018 um 14:39 Uhr
Ja, das habe ich auch schon gehört. Man darf gespannt sein!
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.04.2018 um 15:25 Uhr
Zumindest ein Teilerfolg wurde erzielt. Jetzt darf man gespannt auf die Umsetzung sein wir mit diesem Richtungsweisenden Urteil umgegangen wird und ob die Kontrollmechanismen gegenüber der Kirche auch funktionieren. Die abgelehnte Bewerberin bekommt hoffentlich ihre Schadenersatzforderung in voller Höhe. Die Kirchen haben jetzt natürlich ein Problem sie wurden durch das Gesetz verweltlicht und dass ist im Sinne der freien Wahl des Arbeitsplatzes mehr als Gerecht und wurde Zeit.
2.416
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 18.04.2018 um 16:28 Uhr
Ja, höchste zeit!
Florian Schmidt
4.697
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 18.04.2018 um 17:30 Uhr
Aber was machen wir denn wenn die Caritas jetzt sagt dass ihre Kindergärtnerinnen natürlich das christliche Menschenbild vermitteln sollen und die Diakonie ihren Pflegekräften auch eine "seelsorgerische Funktion" ins Profil schreibt? Dann kommt das Gesetzt vielleicht bei ein paar Sekreteriatskräften an aber nicht bei der Masse an Angestellten. Ich traue dem Braten noch nicht.
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.04.2018 um 19:21 Uhr
Ich weiß nicht ob diese Gefahr besteht...aber natürlich kann man dieser Institution in dieser Beziehung wohl nicht trauen. Für Erzieherinnen und Pflegekräfte gibt es eigentlich nach dem Arbeitsrecht Stellenbeschreibungen diese beinhalten nicht den christlichen Glauben........aber es geht mir da wie Ihnen Vorsicht ist angesagt und man muss es sicherlich genau beoabchten.
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