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Kinder auf "Schollen"

Die vier Schollen
Die vier Schollen
Gießen | Was hat die Landesgartenschau (LAGA) 2014 für Gießen gebracht? wurde nach dem „Event“ öfters in Presse und Fernsehen nachgefragt. Die politischen und geschäftlichen LAGA-Protagonisten der Stadt gerieten dann trotz des Besucher-Defizits außer sich vor Jubel und gegenseitigem Anerkennungsbeifall.

In der Wieseckaue wurden für die LAGA 2014 „vier Schollen“ für Kinder aufgebaut, die Humboldts Reise durch Südamerika um 1800 zum Thema haben. „Abstrahierte Klettergeräte, Forschergeräte wie eine Lochkamera oder alten Indianerstätten“ wurden für ca, 250.000 Euro (Gießener Anzeiger, 6.9.2014) angeschafft. Wir erinnern uns: Dafür wurde der renovierungsbedürftige Verkehrsübungsplatz abgerissen. Für über 700.000 Euro musste in der Weststadt neues Gebiet aufgekauft und ein neuer Platz errichtet werden.

„Die Resonanz auf die Spielstätten … sei positiv“, behauptete die Landesgartenschau GmbH frechweg, „denn das sind alles Unikate“. Als ob Kinder Antikenhändler wären.
Denen kommt es eher auf die Bewegung an.

Nun, die Steuergelder aus dem Investitionshaushalt sind weg, die Euphorie ist verflogen, die Geräte stehen teilweise stark renovierungsbedürftig herum, die Spielfrequenz gering.

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Knapp 20 Monate später bewerten Kinder der Sophie-Scholl-Schule in der „Gießener Allgemeine“ vom 19.5.2016. „Überraschend schlecht schneiden derweil die Spielplätze im Stadtpark Wieseckaue ab. Das Holzkrokodil, die Schatztruhe und das riesige Ei stoßen zwar auf viel Liebe.“ „Aber am Ei gibt es keine Polsterung“, erklärt ein Mädchen (ebd.).
Außerdem fehle es an Schattenplätzen und Toiletten. Ist ja klar, weil viele alte Bäume für die LAGA gefällt wurden und die städtische Konzeption „Nette Toilette“ regionale Krater aufweist. Keine Gaststätte in der Nähe – keine Toilette!

Schaut man sich um, wünscht man sich das alte Piratenschiff wieder auf dem täglich etliche Kinder herum tobten und kletterten und ihrer Fantasie freien Raum lassen konnten. Es fiel den Event-Managern der Landesgartenschau zum Opfer. Was ist ein Holzkrokodil dagegen? (Alle zusammen: „Stinklangweilig!“) Übrigens – auf welchem Schiffsfriedhof wurde das viel begehrte Schiff entsorgt?

Was sollen Kinder mit den verschiedenen Holzkisten und Geräten ohne Anleitung anfangen. Nicht einmal ein Hinweis auf Humboldt wurde irgendwo angebracht. So etwas Verkopftes konnten sich doch nur unbeliebte
Klassenstreber oder Intellektuelle im Elfenbeinturm ausdenken. Aber immerhin – das „Groschengrab!, nämlich der Murmel-Automat steht unversehrt dort und wartet vergeblich auf Kundschaft – als Wahrzeichen behördlich-sinnloser Nachhaltigkeit. Die Holzgeräte aber brauchen eine dringende Renovierung und sinngebende Maßnahmen.

Und was ist mit den beliebten Trampolins. Seit über 18 Monaten hält ein Bauzaun die Kinder vom Toben ab. Bei einem der wenigen attraktiven Spielgeräte in der Wieseckaue lässt sich die Stadt viel Zeit zur Renovierung.

Dabei feiert sich doch die Stadtregierung mit Hochglanzbroschüren wie „Kinder- und familienfreundliches Gießen“. An den Relikten der Landesgartenschau in der Wieseckaue lässt sich das sicher nicht ablesen.
Die Bürgerinitiative fordert eine kindgerechte Neukonzeption der Spielelandschaft und eine sofortige Renovierung der Trampoline.

(Text und Fotos: Mario Berger)

Die vier Schollen
Die vier Schollen 
 
 
 
Baustelle Trampoline
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Ein Ei des Columbus
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Lochkamera Instruktion
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und noch ein Relikt
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.306
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.03.2018 um 23:15 Uhr
Wie war da der Spruch von Büchner über Gießen nochmal? Hat sich nicht viel geändert .
Klaus Viehmann
1.324
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 21.03.2018 um 10:56 Uhr
Was soll der Sch…ß, kostet einen Haufen Geld und bringt nichts, außer noch mehr Kosten. Moderne Kunst, für Kinder? und die Spielgeräte sind eingezäunt.
Jutta Skroch
13.527
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 21.03.2018 um 23:28 Uhr
Klaus, die Umzäunung ist noch der LGS geschuldet, so konnten die Kinder den Spielplatz während der LGS nutzen, ohne Eintritt zu zahlen.
Martina Lennartz
6.065
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 22.03.2018 um 09:21 Uhr
Liebe Jutta. Die Zäune, die man hier sieht, sprerren die dekten Trampoline ab.
Martina Lennartz
6.065
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 24.03.2018 um 18:19 Uhr
dekten= defekten:)
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Interessensgebiet: Gießen
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