Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

SPD-Landtagskandidat Tilo Becher diskutierte mit AG 60 plus

Gießen | Auf seiner Tour durch die SPD-Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften der Partei stellte sich der kürzlich mit großer Mehrheit gewählte SPD-Landtagskandidat Tilo Becher jetzt der Arbeitsgemeinschaft 60 plus vor. Besonders herzlich wurde Becher von der Vorsitzenden der AG 60 plus, Elke Immelt, im Henriette-Fürth-Haus begrüßt. Als Dekan der evangelischen Kirche sei Tilo Becher vielen Menschen in der Stadt und im Landkreis Gießen bekannt. Dass er nun in den hessischen Landtag wolle, sei für viele eine echte Überraschung, sagte Immelt.

"Ich war nicht weniger überrascht, als ich in einem Telefongespräch gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, für die SPD in den Landtag zu gehen", begann Becher seine Ausführungen. Nach der Abstimmung mit seiner Familie und einer Bedenkzeit habe er entschieden, noch einmal etwas Neues zu beginnen. So ganz neu seien allerdings seine künftigen politischen Arbeitsgebiete nicht, denn bisher habe er unter anderem auch mit Kitas, Bildungseinrichtungen und gesellschaftlichen Fragen zu tun gehabt. Zudem konnte er vor Jahren mit dem damaligen Gießener Sozialdezernenten Gerhard Merz und seinem Mitarbeiter Thorsten Schäfer-Gümbel in der sozialen Gestaltung der Gießener Nordstadt zusammen arbeiten.

In der teils lebhaften Diskussion ging es unter anderem um die Lebensmittelversorgung von bedürftigen Menschen durch die Tafeln, die Lebenssituation insbesondere älterer Menschen in strukturschwachen ländlichen Gebieten, die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für die Armutsbekämpfung, Fragen der Integration von Migrantinnen und Migranten und um die politischen Akzente des künftigen Landtagsabgeordneten, der auf der Grundlage des Programms der SPD, seiner kenntnisreichen Erfahrungen Lösungsansätze mit den Seniorinnen und Senioren der SPD sachlich zu diskutieren verstand.

Mehr über

SPD (542)
Stöbern Sie in den Stichworten (Hilfe), um verwandte und ähnliche Beiträge zu entdecken:

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Dagmar Schmidt MdB (mitte) im Gespräch mit Andreas Joneck (rechts) und Nikolai Zeltinger (links) in der Geschäftsstelle des RSV Lahn-Dill
Inklusion nur miteinander
„Inklusion geht nur miteinander. Es geht hier nicht nur um den...
Dagmar Schmidt MdB: im Deutschen Bundestag seit 2013; Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und Stellv. im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten; Mitglied im Fraktionsvorstand und im Bundesvorstand der SPD
Dagmar Schmidt: Ansprechpartnerin für Gießener Bürgerinnen und Bürger
„Uns ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger eine direkte...
SPD knickt ein - Nazi-Paragraph 219a bleibt !
Wollte die neue SPD-Fraktionschefin Nahles der Union unlängst noch...
Diskussionen im Allendorfer Stadtparlament um Werbung für die Stadt Allendorf(Lumda) als Ort der Vielfalt und Toleranz.
Die Gemeinden des Lumdatals haben das Projekt »Partnerschaft für...
Düstere Aussichten für die Kanonenbahnlahnbrücke
Bahndamm bleibt geöffnet: Brückenabriss damit indirekt beschlossen?!
Die Fraktion der geo-Wählergemeinschaft war gut vorbereitet für die...
Rückblick: Ortsbegehung und Eierkuchenessen mit Landrat Wolfgang Schuster
Zusammen mit Landrat Wolfgang Schuster haben Mitglieder des...

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.470
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.03.2018 um 12:17 Uhr
Mir graut vor dem Gedanken Menschen in politische Ämter zu wählen die voll überzeugt an Märchengestalten glauben. Pfarrer gehören nicht in die Politik, vorallem wenn es sich noch um höhere Amtsträger der Kirche handelt habe ich da einen ganz üblen Geruch in der Nase.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.03.2018 um 13:59 Uhr
Wieso Herr Schmidt? Wahrscheinlich hat die SPD ne neue Zielgruppe, ein ausgemachtes neues Wählerpotential, mit der Arbeiterschaft, die mit der Religion und Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod meist wenig anfangen kann, damit hat die SPD ja schon seit Jahrzehnten abgeschlossen.
Also warum nicht ein Pfarrer als Spitzenkandidat, ist doch nur konsequent!?
Florian Schmidt
4.470
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 17.03.2018 um 14:11 Uhr
Joa, die neue Führerin des Ladens ist ja auch eine überzeugte Katholikin und Mitglied im ZDK. Und so bleiben uns die Wahnvorstellungen von vorzeitlichen Hirtensekten in der Politik noch eine Weile erhalten.
Martin Wagner
2.426
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.03.2018 um 09:50 Uhr
Im Artikel ist nachzulesen.

(...) " Nach der Abstimmung mit seiner Familie und einer Bedenkzeit habe er entschieden, beruflich noch einmal etwas Neues zu beginnen." (.....)

Diese Satz hat mich sehr erstaunt. Kennt denn dieser führenden Apparatchik einer der Amtskirchen nicht den Unterschied zwischen "Beruf" und "Berufung"?

War seine jetzige Tätigkeit für ihn ein Beruf?

Ist er nur Funktionär geworden um gut Geld zu verdienen oder war da (noch) etwas anderes? Vielleicht haben sich die Zeiten geändert, aber zumindest bis vor kurzem galt: So eine Tätigkeit macht nur ein Mensch dem es nicht um seine persönlicher Karriere geht, sondern um "die Sache". Oder anders ausgedrückt: So was machen nur Menschen die ihrer Berufung nachkommen.

Ist seine angestrebte Tätigkeit für ihn ein Beruf?

Ich finde hier gilt das oben geschriebene nur mit anderen Inhalten.

Ich bin Katholik und will keinesfalls "diesen Laden" hochloben (die haben an ganz anderen Stellen massive Probleme). Aber fairerweise sollte schon einmal erwähnt werden, dass bei der katholischen Amtskirche eine Parteimitgliedschaft (geschweige ein gut bezahlter Job über die Parteischiene) für Funktionsträger ab einer gewissen Hierachiestufe "nicht drin ist".
Werner Döring
2.282
Werner Döring aus Gießen schrieb am 19.03.2018 um 10:21 Uhr
Da ich nicht sicher bin, ob das kritisierte Wort "beruflich" von Tilo Becher überhaupt verwendet wurde, habe ich es gelöscht.
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.03.2018 um 12:42 Uhr
Herr Döring selbst wenn er dies so gesagt haben sollte so ist, dass doch nicht schlimm. Natürlich wird auch aus einer Berufung ein Beruf so ist auch die korrekte Bezeichnung. Wenn Herr Becher den ich sehr schätze jetzt einer neuer Berufung nachgeht und wenn er es schafft dies vorübergehend oder dauerhaft zu seinem Beruf macht, ist das auch völlig in Ordnung. Solche Steinzeitlichen Ansichten wie von Herrn Wagner gibt es zum Glück in unserer Gesellschaft nicht mehr. Das man mit seiner Berufung auch Geld verdienen will und versucht möglichst weit zu kommen ist auch völlig normal, schließlich hat auch Herr Becher eine Familie zu ernähren. Dass man bei der Katholischen Kirche nicht auch ein Parteiamt ausführen kann am Vorbild der Evangelischen Kirche zeigt auch hier wieder wie Rückständig die Katholische Kirche in solchen Dingen ist. Man sollte in einem freien Land schon frei entscheiden können was man gerne machen möchte. Im Arbeitsleben haben die Gewerkschaften für diese Freiheiten für uns Arbeiter gekämpft. Auch hier liefert Herr Wagner kein gutes Beispiel bzw. eines aus längst vergangener Zeit. Ich dachte so etwas Antiquiertes gebe es nicht mehr. Aber man lernt immer dazu. Es gibt es noch das politische Fossil .
Christine Stapf
6.655
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 19.03.2018 um 20:18 Uhr
Herr Büttel ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen.
Heute schreiben wir das Jahr 2018, das Mittelalter liegt schon lange hinter uns. Ich finde es wunderbar wenn Menschen sich beruflich verändern, über den Tellerrand schauen.
Ich möchte Herrn Wagner ja nicht zu nahe treten, jedoch geht er nach eigenen Angaben an anderer Stelle schon sehr lange keiner Berufstätigkeit mehr nach, und hat daher einiges verpasst, was zu seiner Steinzeitmeinung geführt hat.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2018 um 20:36 Uhr
Im Gegensatz zur Steinzeit oder dem Mittelalter gibt es heute ( immer noch! ) die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen oder bewusst vertuschen.

Ich will ja nicht zynisch werden, aber wer ist nun hier nicht auf dem aktuellen Stand? Herr Wagner oder andere Kommentatoren?

Wunderbar wenn Herr Becher so viel Zuspruch bekommt, sogar vom politischen Gegner, aber wahrscheinlich spielt das bei den bürgerlichen Parteien sowieso keine große Rolle mehr in welcher man sich politisch engagiert, jeder kann mit jedem, 1x so ein anderes Mal so, ist doch egal, Hauptsache die Posten und Pöstchen sind sicher....
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.03.2018 um 21:15 Uhr
Herr Walther es geht um die freie Mandatsausübung und um sonst nichts. Das sollte jedem zu stehen egal welcher Konfession er nachgeht. Alles andere ist Mittelalter.
Ich kenne Herrn Becher seit ein paar Jahren persönlich nicht politisch. Da fängt er ja gerade erst an.
Bei Parteien ist es mir wichtig das sie Demokratisch sind und sich an das Grundgesetz halten. Dann kann man fast immer einen Weg der Zusammenarbeit finden.
Florian Schmidt
4.470
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 19.03.2018 um 21:25 Uhr
Wird er denn seine Kirchenämter aufgeben und garantieren nicht Lobbyist der Kirche im Landtag zu werden?
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.03.2018 um 22:08 Uhr
In Ordnung, sicher sollte es jedem unabhängig von der Konfession zustehen ein politisches Mandat auszuüben, für mich persönlich war es nur eine Steilvorlage zur Ironie im Zusammenhang mit der ehemaligen Arbeiterpartei SPD...

Gut Herr Büttel, dann nur ein einziges aktuelles Beispiel = selbst SPD und CDU Politiker können oder wollen nicht widerlegen dass die Türkei zur Zeit einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Syrien führt ( wenn nicht sogar einen Vernichtungskrieg gegen die kurdische Bevölkerung ). Und wenn sich dann die Bundeswehr u.a. mit Aufklärungsflugzeugen - von den Leopard Panzern ganz zu schweigen - aktiv an diesem Krieg beteiligt, ist das nicht unvereinbar mit dem Grundgesetz und verfassungswidrig?
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 19.03.2018 um 22:24 Uhr
So lange es durch ein Mandat abgesichert ist dann nicht. Aber da sind sich natürlich die politischen Richtungen uneins. Die Türkei wird nicht durch die Bundeswehr gegen die Kurden unterstützt. Der Auftrag der Bundeswehr bezog sich auf den Kampf gegen die IS. Der Angriff der Türkei ist eindeutig völkerrechtswidrig und dürfte auch gar nicht unterstützt werden.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2018 um 08:49 Uhr
Das halte ich für pure Heuchelei der Bundesregierung Herr Büttel. Denn wenn dem wirklich so wäre, dann frage ich mich = wieso bekämpft die Bundeswehr nicht die so genannte Freie syrische Armee, die nichts weiter ist als islamistische Banden, die mit Unterstützung und im Auftrag der Türkei plündernd, mordend und vergewaltigend die Bevölkerung u.a. in Afrin drangsalisiert? Stattdessen gehen sogar die Waffenlieferungen, auch für diesen Krieg, unvermindert an die Türkei weiter.

( Entschuldigung Herr Döring, wir sind etwas vom Thema abgekommen. Oder vielleicht auch nicht, einem christlichen Pfarrer würde es ja auch gut anstehen sich zu diesem Thema klar zu positionieren und sich nicht wie viele seiner Partei-Genossen in schweigen zu hüllen!? )
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.03.2018 um 09:03 Uhr
Es gibt keinen Beweis dafür, dass die Bundwehr an dem Kampf gegen die Kurden in irgeneiner Form teilnimmt. Unbestritten ist das Deutschland an beide Seiten schon Waffen verkauft hat.
Die Bundeswehr darf nur eingesetzt werden, was durch Mandat abgesichert ist. Dieses Mandat ist an die UN-Resolution 2249 angelehnt. In dieser geht es nur um den IS.
Christine Stapf
6.655
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 20.03.2018 um 14:15 Uhr
Solange Menschen auf diesem Erdball leben wird es die zwei Klassen geben, meine Wahrnehmung ist da ganz realistisch.
Stefan, was die Frage beantwortet wer auf dem aktuellen Stand ist.

Übrigens, Herr Becher ist nicht der einzige Pfarrer auf der politischen Bühne. Marian Zachow CDU ist im Nachbarlandkreis MR-Biedenkopf der Erste Kreisbeigeordnete.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2018 um 14:47 Uhr
@ Herr Büttel: da wissen Sie mehr als ich, wann hat Deutschland Waffen an die Volksverteidigungseinheiten der Kurden in Syrien geliefert? Oder verwechseln Sie das evt. mit den Waffen für die Perschmerga?

@ Christine: kannst du in die Zukunft sehen, ich nicht. Wieso sollten die Unterdrückten und Ausgebeuteten sich "auf Ewigkeit" damit abfinden?
Dass es sicherlich weitere Pfarrer auf der politischen Bühne gibt, ist für mich nicht weiter überraschend, wundern kann man sich aber schon über einen Pfarrer als Spitzenkandidat der SPD, na ja vielleicht heutzutage auch nicht mehr...
Christine Stapf
6.655
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 20.03.2018 um 15:07 Uhr
Stefan, nein in die Zulunft kann ich nicht schauen, jedoch hat nicht jeder die gleiche Qualifikation = Ausbildung. Ich hatte in meinem Berufsleben nicht den Stand eines Akademikers, habe mich als Verwaltungsfrau jedoch nicht unterdrückt und ausgebeutet gefühlt.
in meinem sozialen Umfeld sind nicht wenige im Handwerk beschäftigt, und von ihnen hörte ich solche Klagen auch nicht.
Da die Arbeitskraft bezahlt wird kann man doch nicht von Ausbeutung sprechen. ?
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.03.2018 um 15:10 Uhr
Ja das habe ich verwechselt.
Karl-Ludwig Büttel
3.545
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 20.03.2018 um 16:11 Uhr
Frau Stapf das kann ich nur bestätigen. Bei uns arbeiten ungelernte für wenig Geld, gelernte mit mittleren Einkommen und auch welche (Akademiker) mit hohem Einkommen. Unterdrückt oder ausgenutzt fühlt sich hier keiner. So ist es, jeder stellt seine Arbeitskraft nach seinem Können zur Verfügung und wird dafür bezahlt. Sicherlich und das ist nicht von der Hand zu weisen könnte es für viele Berufsgruppen mehr sein. Aber Sklaven und Ausbeutung sehe ich nicht. In der Pflege habe ich selbstverständlich auch mehrfach am Wochenende eine Doppelschicht schieben müssen. Manchmal vom Frühdienst nach Hause und zum Nachtdienst wieder angerückt weil eine Kollegin oder Kollege krank war. Natürlich könnte die Bezahlung besser sein. Natürlich brauchen wir mehr Personal. Aber ausgebeutet ist was anders. Politische Gruppen behauten das gerne um eine Daseins Berechtigung zu haben. Es ist sicherlich vieles Verbesserungswürdig, trotzdem hat Deutschland eines der besten und ältesten Sozialsysteme der Welt. Klar muss diese immer mal wieder angepasst werden, aber gejammert wird doch häufig in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. Unterschiede gibt es in der Natur und wird es auch immer unter Menschen geben.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.03.2018 um 20:15 Uhr
Herr Büttel, Ausbeutung bedeutet nicht automatisch Armut, Ausbeutung bedeutet einfach, dass Menschen ihre Arbeitskraft verkaufen müssen für einen bestimmten Lohn - und, und das ist das Entscheidende, dass der Rest an Wert der geleisteten Arbeit nicht dem Arbeitenden gehört, sondern dem der die Arbeitskraft gekauft hat, sprich den Profit den er aus dem Kauf der Arbeitskraft erzielt.

Mit Ihrem letzten Satz kann ich nichts anfangen, das ist mir zu hoch, das müssten Sie mir näher erklären. Natürlich gibt es Unterschiede unter den Menschen, logisch, aber dass die Einen für die Anderen arbeiten müssen, das ist kein Naturgesetz, das ist von Menschen gemacht.
Martin Wagner
2.426
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.03.2018 um 13:35 Uhr
Entschuldigung, dass ich hier zwei Tage nichts geschrieben habe (meine momentane Erkrankung ist wahrlich hartnäckig und ich habe immer wieder Einbrüche, wenn ich denke ich wäre jetzt wieder gesund ...).

Es sei mir erlaubt auf die mir sehr wesentlichen Unterschiede zwischen Berufung und Beruf zurück zu kommen.

Ob meine Einstellung dazu überholt ist oder nicht sei einmal dahin gestellt.

Ich möchte nur drei Aspekte dazu noch einmal erwähnen.

1.
Die heutzutage immer mehr zu beobachtende Entwicklung, dass das Personal des herrschendern Blockes zwischen Parlamenten - Verwaltungen - Privatwirtschaft - Justizherrschaftsapparat und Zivilgesellschaften rotiert hat zugenommen.

Die Mitbürger, welche in dieser Kommetarkolonne sich zu Wort gemeldet haben,würde ich nur mit Beispielern langweilen, da sie als mit den örtlichen Verhältnissen als vertraut zu bezeichnen sind.

Bei Herrn Becher handelt es sich um eine Rotation aus der Zivilgesellschaft (da wird allgemein die Amtkirche verortet) und Parlament.

Die Zeiten ändern sich. Ich kann mich noch gut an die 70er und 80er Jahre erinnern,wo die Forderung (wurde damals nur selten in der Realität umgesetzt) der Rotation sicher zu fortschrittlichen Ansätzen der damals noch ganz frisch gegründeten Partei zählten. Aber mit diesem Begriff war lediglich der Austausch zwischen Parlamenten und Verwaltung gemeint.

Rotation zwischen den angegebenen Teilen des Herrschaftssystems hat eine ganz andere Dimension. Ist ist Bestandteil der Bestrebungen keinerlei Systemopposition aufkommen zu lassen (Stichwort: Wir müssen die Hegimonalkraft sein). Sollten sich solche Tendenzen letztendlich durchsetzen so kann mann / frau die daraus entstandenen Realtiät mit dem Begriff "Totalitäre Gesellschaft" meiner Meinung nach treffend beschreiben.
Oder einfacher ausgedrückt: Dort wo Opposition nur noch den Pausenclown auf den diversen Spielplätzen der durch das Kapital beherrschten Realität spielen darf, ist die Demokratie zu einer speziellen Art der Unterhaltung herabgesunken.

Herr Becher hat wohl in der Diskussion selber angemerkt, dass in der heutigen Gesellschaft massive strukturelle Defizite festzustellen sind. Das ist besser als Nichts. Aber ich bin sehr vorsichtig, ob er in der Lage ist, diese Gedankengänge weiter zu entwicklen. Und zwar in der Richtung: diese Wirtschaftsordnung ist als System gescheitert und wir brauchen eine völlig Neue. Mag ja jetzt etwas überheblich klingen, da ich ein Laie bin und er ein Studierter. Aber vielleicht findet er - wie ich - die Bibelstellen, wo Gottes Sohn die Händler (die Kapitalisten der damaligen Zeit) mit der Peitsche aus dem Tempel gejagt hat oder auch das Zitat: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Himmelreich kommt.

2.
Natürlich sollen die Menschen, welche in Parlamenten gehen - hier die Vollzeitvariante - leben können. D.h. das Wahlvolk muss da Geld locker machen. Aber nicht so horrend hohe Beträge. (Ich denke der doppelte Satz an Hartz-IV müßte reichen.) Wenn ein Mensch mit bisher hohen Bezügen - und die werden im Amtskirchenapparat bezahlt - sich entschliesst seiner Berufung nachzukommen, dann muss er eben mit weniger Geld auskommen. Das ist ja gerader der Unterschied zwischen Berufung und Beruf.

3.
Bei Herrn Neidel haben wir es ja vor ein paar Monaten erleben dürfen. Der Mann ist von Justizapparat in die Verwaltung gewechselt. Einmal davon abgesehen, dass er jetzt mehr Geld im Sack hat, so hat gewiss die gesetzliche Regelung "wenn du zurück kommst erhälst du im Justizapparat eine Stelle, die der vor dem Wechsel vergleichbar ist" zu seiner Motivation den (in Giessen sehr unbeliebten) "Job" zu übernehmen beigetragen.

Ich gehe davon aus, dass es bei der Evangelischen Amtskirche ähnliche Regelungen gibt.

Bevor hier geantwortet wird "der Wagner macht wieder einmal einen auf "Neid" und versucht den politschen Gegner so zu schädigen" möchte ich darauf hinweisen, dass solche Regelungen über viele Jahre weg dazu geführt haben, dass Parlamente mit Beamten oder Beamten gleichgestellten Berufsgruppen "überquellen", aber Arbeiter im Parlament immer mehr zu Exoten werden. Letztendlich ist das auch logisch, denn ein Arbeiter der sich anbietet von seiner Werkbank, seiner Baustelle, seine .... in ein Vollzeitparlament zu wechseln geht ein sehr hohes persönliches Risiko ein, dass er nach Beendigung seiner Parlamentsarbeit viel weniger Geld in seiner Tasche hat, weil er schwer eine neue Arbeit in der "freien Wirtschaft" findet.
Werner Döring
2.282
Werner Döring aus Gießen schrieb am 22.03.2018 um 07:34 Uhr
Sehr geehrter Herr Wagner, denken Sie bitte daran, dass allzu lange Texte kaum gelesen werden. Mir geht es jedenfalls so. In der Kürze liegt bekanntlich die Würze. Wünsche Ihnen weiterhin gute Genesung. Mich hatte es auch erwischt.
Stefan Walther
4.330
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.03.2018 um 08:31 Uhr
@ Martin: wo Herr Döring Recht hat, hat er Recht! Es ist wahrscheinlich gut gemeint ausführlich zu begründen... aber auch mir geht so wie Herrn Döring, der Kommentar ist einfach viel zu lang.
Gute Besserung!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Werner Döring

von:  Werner Döring

offline
Interessensgebiet: Gießen
Werner Döring
2.282
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Basteln an einem Rennkart durch den Fahrer
VHC-Hoherodskopf informierte sich über Kartsport - Besuch der Motorsportarena Oppenrod - Eine etwas andere Wanderveranstaltung - Oppenröder Kartsportler sehr erfolgreich
Zu einer nicht alltäglichen Veranstaltung hatte jetzt der...
Der alte und neue Vorsitzende Prof. Dieter Kraushaar
Prof. Dieter Kraushaar als Vorsitzender bestätigt - Hauptversammlung des Fördervereins Heimatmuseum Rödgen
Vorstandsberichte und Neuwahlen standen im Mittelpunkt der...

Weitere Beiträge aus der Region

FC Gießen weiter ungeschlagen
Der FC besiegte SG Barockstadt Fulda Lehnerz mit 3 :1 . Auch wenn...
Israel ist jetzt ein Judenstaat
also quasi ein Gottesstaat. Der Iran gilt ebenfalls als Gottesstaat....
Ein dreifach Nistplatz mit einer jungen Mehlschwalbe drin
Die zahlreichen Nistplätze der Mehlschwalben in Herborn
Eigentlich waren wir zum Einkaufen in das Herborner Gewerbegebiet zu...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.