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Nach drei Jahren Arbeitslosigkeit: Erfolgreiche Jobsuche mit Hilfe des Inklusionsprojektes "LOTUS-Jobakademie"

Gießen | Catherine Müller-Friebel strahlt über das ganze Gesicht. "Endlich habe ich einen neuen Job gefunden! Wieder neuen Mut nach meiner Erkrankung zu fassen und mich auf die Jobsuche konzentrieren zu können und nicht auf meine Behinderung - das hätte ich ohne das tolle Team der LOTUS-Jobakademie nicht geschafft", sagt die ehemalige Teilnehmerin.

Bis 2013 arbeitete Catherine Müller-Friebel als freiberufliche Englischdozentin. Durch eine bakterielle Meningitis, die Netzhautablösungen und Taubheit auf einem Ohr zu Folge hatte, konnte sie ihren bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen.

"Niemals aufgeben!", das war und ist eine von Catherines Devisen. „Nachdem der erste Schock überwunden war, machte ich mir Gedanken über meinen weiteren Lebensweg und was ich zukünftig noch erreichen will", erzählt sie. "Kochen war schon immer eine meiner Leidenschaften, also warum nicht irgendetwas in dem Bereich beruflich machen?“ Die anschließende Jobsuche gestaltete sich allerdings recht mühselig. Nach drei Jahren erfolgsloser Suche kam Catherine Müller-Friebel dann zur LOTUS-Jobakademie.

Das Projekt "Regionalen Inklusionsmanagements
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für arbeitslose schwerbehinderte Menschen mit der LOTUS-Jobakademie" ist ein Modellprojekt, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, gefördert wird. Im Auftrag der Agentur für Arbeit und des Jobcenters wird es von dem Zentrum Arbeit und Umwelt - Gießener gemeinnützige Berufsbildungsgesellschaft mbH (ZAUG) sowie dem Institut für Berufs- und Sozialpädagogik e.V. (IBS) umgesetzt. Ziel des Projektes ist die dauerhafte und bildungsadäquate Integration von schwerbehinderten Menschen in den ersten Arbeitsmarkt.

Ganz nach dem Motto: "Unser Job ist es, einen Job zu finden", arbeiten die Teilnehmenden zusammen mit dem Team der LOTUS-Jobakademie an einer beruflichen Perspektive. In allen Projektbausteinen steht nicht die Schwerbehinderung der Teilnehmenden im Vordergrund, sondern ausschließlich die vorhandenen Potenziale, Kompetenzen und natürlich die Berufswünsche.

"In den ersten zwölf Wochen des Kurses haben die Mitarbeitenden mir Tipps für meine Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche gegeben. Das war aber nicht alles: Wenn ich unsicher war, haben sie für mich schon einmal vorab mit den Unternehmen Kontakt aufgenommen oder mich zu Vorstellungsgesprächen begleitet. Dadurch haben sie mir unheimlich viel geholfen und mein leicht angeschlagenes Selbstbewusstsein wieder aufgebaut. Die tolle Betreuung und Unterstützung des gesamten LOTUS-Teams wird mir besonders gut in Erinnerung bleiben", erzählt Cathrine Müller-Friebel.

Genau das macht das Inklusionsmanagement aus. Getragen vom Full-Service-Dienstleistungsgedanken, schauen die Mitarbeitenden auf das, was der Teilnehmende möchte, wo seine Kompetenzen und Stärken liegen und ob die gewünschte Berufsrichtung realisierbar ist. Allerdings kann nicht immer, wie bei Catherine Müller-Friebel, der Berufswunsch so verwirklicht werden. Dann ist es Aufgabe des Inklusionsmanagements, berufliche Alternativen für die Teilnehmenden zu finden.

Neben der Betreuung der Teilnehmenden unterstützt das Inklusionsmanagement auch die Unternehmen, etwa bei der Beantragung von finanziellen Zuschüssen oder bei der Sensibilisierung der Mitarbeitenden im Betrieb zum Thema "Schwerbehinderung am Arbeitsplatz". Passend zu dem jeweiligen Unternehmen wird ein Sensibilisierungstraining angeboten.

Für Catherine Müller-Friebel war der Besuch der LOTUS-Jobakademie erfolgreich. Seit dem 1. März 2017 arbeitet sie bei IKEA Wetzlar im Bereich Food. "Und selbst jetzt kann ich mich noch an das LOTUS-Team wenden, denn die Mitarbeitenden sind noch bis zu sechs Monate nach der Einstellung für mich da. Ich bin so glücklich, dass ich endlich einen neuen Job habe. Ohne das LOTUS-Team hätte ich es nie geschafft. Ich kann die LOTUS-Jobakademie auf jeden Fall weiterempfehlen."

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