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„Kunst ist meine Sprache“ Silke Trunk zeigt ihre erzählenden Zeichnungen in der Kreisverwaltung am Riversplatz

(v.l.) Landrätin Anita Schneider und Künstlerin Silke Trunk bei der Eröffnung der Ausstellung "Kunst ist meine Sprache" in der Kreisverwaltung am Gießener Riversplatz. Bild: Landkreis Gießen
(v.l.) Landrätin Anita Schneider und Künstlerin Silke Trunk bei der Eröffnung der Ausstellung "Kunst ist meine Sprache" in der Kreisverwaltung am Gießener Riversplatz. Bild: Landkreis Gießen
Gießen | „Kunst gehört nicht nur in Museen, sondern auch ins alltägliche Leben“, sagte Landrätin Anita Schneider bei der Eröffnung der neuen Kunstausstellung von Silke Trunk unter dem Titel „Kunst ist meine Sprache“. „Mit unseren Ausstellungen in der Kreisverwaltung holen wir die Kunstwerke mitten ins Leben.“

Mehr als 15 Ausstellungen fanden am Gießener Riversplatz seit dem Einzug im Jahr 2009 bereits in Gebäude F statt. „Wir geben Künstlerinnen und Künstlern aus der Region immer gerne die Möglichkeit, ihre Werke hier auszustellen“, sagte Landrätin Schneider.

In der Ausstellung "Kunst ist meine Sprache" am Riversplatz zeigt Silke Trunk Zeichnungen und Gemälde. Der Künstlerin, die mit ihrer Familie in der östlichen Wetterau lebt, ist eine detailgenaue und naturnahe Darstellung ihrer Themen oder Objekte wichtig. Während ihrer Ausbildung an der privaten Kunstakademie von Faber-Castell in Nürnberg und an der Kunstakademie in Bad Reichenhall entdeckte sie das Zeichnen mit dem Bleistift für sich.

Im Jahr 2013 entstand die erste sogenannte erzählende Zeichnung als künstlerische Form der kritischen Auseinandersetzung mit politischen oder gesellschaftlichen Themen. Dazu recherchiert Silke Trunk ausführlich und fügt dann ihre persönlichen Assoziationen zu einem Gesamtwerk zusammen: „Die Arbeiten entstehen wie am Reißbrett: ich stelle verschiedene Elemente zusammen, Neues kommt hinzu, anderes wird verworfen, bis die Aussage stimmt und das enthalten ist, was mich beim jeweiligen Thema beschäftigt.“

Das „Zeitfenster 2012 – Fabrikbrände in Bangladesch“ etwa zeigt eine Näherin in landestypischer Kleidung an der Nähmaschine. Außerdem sind Nähmaterialien zu sehen und ein Mann, der klagend ein Bild seiner Frau in den Händen hält, sowie ein Kind, das an einem Wasserrohr auf einer Müllkippe seinen Durst stillt. Models auf dem Laufsteg und eine Frau mit vielen Einkaufstüten symbolisieren Konsum und Modeindustrie. Außerdem hat Silke Trunk einen Sportschuh gezeichnet und festgehalten, wer wie viel vom Endpreis des Schuhs erhält.

Zu Edward Snowden assoziierte Silke Trunk George Orwells Roman „1984“ und den Nobelpreis, dargestellt durch Alfred Nobel und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Außerdem zeigt ihr „Zeitfenster 2013 – Edward Snowden“ die Präsidenten Bush und Obama sowie Whistleblower Chelsea Manning und WikiLeaks-Gründer Julian Assange, ergänzt durch den Songtext von Bettina Wegners „Sind so kleine Hände“.

Für ihre Reihe „Indien zwischen Tradition und Moderne“ hat Silke Trunk ein indisches Mädchen porträtiert, das im Rahmen des Schüleraustauschprogramms des Rotary Clubs in Nidda war. Sie zeigt die junge Frau sowohl in traditioneller indischer Kleidung als auch in moderner Kleidung.

Besonders angetan hat es der Künstlerin auch der Jugendstil. Inspiriert durch die Ausstellung „Elemente des Jugendstils“ im Bad Nauheimer Sprudelhof, hat sie sich mit den Facetten des Jugendstils in der Wetterau auseinandergesetzt und dazu Menschen in Kleidern des Jugendstils gezeichnet sowie typische Ornamente dieser Epoche.

Zu sehen sind neben diesen und anderen Werken auch die neuesten Bilder von Silke Trunk. Für einen internationalen Kunstwettbewerb unter dem Motto „Die Welt aus den Fugen geraten“ setzt sie sich darin mit dem Thema „Handelsware Spitzensportler“ auseinander.

Die Ausstellung wird noch bis Ende Mai in der Kreisverwaltung am Riversplatz 1-9 im ersten Stock von Gebäude F gezeigt. Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag 8-16 Uhr und Freitag 8-14 Uhr.

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