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„Die Stadt als Beute“ - Globale-Filmvorführung im Gewerkschaftshaus ausverkauft

Imbissstand der Arbeitsloseninitiative beim Filmabend "Die Stadt als Beute"
Imbissstand der Arbeitsloseninitiative beim Filmabend "Die Stadt als Beute"
Gießen | Im vollbesetzten Dachsaal des Gießener Gewerkschafts-Hauses zeigte die Arbeitsloseninitiative Gießen e. V. am 31.01.2018 der Film „Die Stadt als Beute“ des Regisseurs Andreas Wilcke. Sechzig Zuschauer*innen folgten der spannenden Dokumentation, die sich anhand des Immobilienbooms in Berlin zeitkritisch mit den Themen der Altsanierung, des Neuwohnungsbaus und den geringen Einkommen etwa von Hartz IV Beziehern beschäftigte. In bewegten Aufnahmen der Statisten, Stadtpolitiker, Makler, Investoren und dem Berliner Stadtbild von heute und gestern hat der Regisseur mit seinem Team ein stimmiges Bild der heutigen Zeit europäischer Großstädte und deren Zustand und Erscheinungsbild wie Berlin und London erschaffen.

Der Film wurde im Rahmen des globalisierungskritischen Filmfestivals „Globale Mittelhessen“ gezeigt und läuft am 6.2. noch einmal in Reiskirchen-Saasen. Organisiert wurde die Vorführung von der Arbeitsloseninitiative Gießen, die auch nachher zur Diskussion und zu einem kleinen Imbiss einlud.

In der Diskussion kam die Sprache schnell von Berlin auf Gießen. Auch wenn Gießen sicher nicht so „hip“ ist wie Berlin, spüren hier gerade die einkommensschwachen Menschen den Druck auf dem Wohnungsmarkt deutlich. Einige berichteten von ihren Schwierigkeiten, eine günstige Wohnung zu finden. Gefordert wird in der Diskussion, dass die Kommunen mehr Verantwortung übernehmen und zum Beispiel öfter von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen oder selbst in den sozialen Wohnungsbau einsteigen. Bei der Frage, wie dies zu finanzieren wäre, kommt man schnell zu gesamtpolitischen Forderungen wie zum Beispiel der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer. Auch die ungleiche Verteilung von Reichtum in Deutschland wurde als Thema angesprochen. Sie führt unter anderem dazu, dass sich Menschen Zweitwohnungen in Großstädten zulegen, während andere dringend auf eine günstige Wohnung angewiesen sind.

Das große Interesse an der Fortführung der Diskussion wurde von der Arbeitsloseninitiative aufgegriffen, die demnächst im Rahmen des monatlich stattfindenden „globalisierungskritischen Brunch“ zur Vertiefung des Themas ins ALI-Café einlädt (weitere Informationen unter http://www.ali-giessen.de).

Im Rahmen des Filmfestivals Globale sind bis 10. Februar noch weitere spannende Filme in Mittelhessen zu sehen, die sich kritisch mit den Folgen der Globalisierung, mit Ungleichverteilung, Klimaschutz, Flucht, Migration und Arbeitsbedingungen auseinandersetzen (weitere Informationen unter http://www.globalemittelhessen.de).

Die Arbeitsloseninitiative bietet am Dienstag, den 6.2. eine weitere Veranstaltung im Dachsaal des DGB-Hauses an. Hier läuft um 19:00 Uhr "FREE LUNCH SOCIETY – KOMM, KOMM GRUNDEINKOMMEN" mit Werner Rätz, Buchautor, als Gastreferent.

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Globale Plakat 2018
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