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Europapokal: Marburg fährt zum Final Four

Gegen Arad mit (von links) Flavia Ferenczi und Ildiko Nagy hatte es Marburg mit Tonisha Baker (am Ball) schwer, aber das bessere Ende für sich. Foto: Melanie Weiershäuser
Gegen Arad mit (von links) Flavia Ferenczi und Ildiko Nagy hatte es Marburg mit Tonisha Baker (am Ball) schwer, aber das bessere Ende für sich. Foto: Melanie Weiershäuser
Gießen | „Wir wissen, wie man es spannend macht“

CEWL-Europapokal: BC Pharmaserv Marburg – FCC ICIM Arad 87:79.

Rückspiel: Heute (Mittwoch), 20 Uhr, Georg-Gaßmann-Halle. Die Eintrittskarten vom Dienstag-Spiel berechtigen zu freiem Eintritt.

Das Pharmaserv-Team hat das Final Four der Central Europe Women League erreicht. Nach spannenden 40 Minuten holte sich Marburg den dritten Sieg im fünften Spiel und sicherte damit den zweiten Tabellenplatz in der Vierergruppe, hinter Satu Mare (5:0).

Zwischenzeitlich sah es allerdings so aus, als wollten es die Marburgerinnen auf ein echtes Finale um die Endrunden-Teilnahme ankommen lassen. Nach sieben Minuten führten die Gäste aus Arad mit 22:12. Ein Sieg der Gäste hätte die Entscheidung über das Finalrunden-Ticket auf das Rückspiel diesen Mittwoch vertagt.

Die Lahnstädterinnen besannen sich ihrer einstigen Stärke, der Verteidigung, und verkürzten den Abstand langsam. Gegen Ende des zweiten Viertels holte sich der BC durch einen 8:0-Lauf die erste Führung (40:36), um dann bis zum Seitenwechsel ein 0:8 der Rumäninnen zuzulassen.

Nach sechs Marburger Punkten zu Beginn des dritten Durchgangs (46:44) holte für Arad mit sieben Zählern in Serie von Porsche Poole die Führung (23.) zurück. Die wechselte nach acht Punkten von Katie Yohn erneut (59:55, 28.), war sechs Minuten später aber wieder futsch (69:70). Der rumänische Tabellensechste bekam Oberwasser. Ildiko Nagy (10 Punkte im Schlussviertel) war in dieser Phase nicht zu stoppen. Auf der anderen Seite des Feldes verloren die Hessinnen drei Mal in Folge den Ball.

Dreieinhalb Minuten vor dem Ende führten die Gäste mit 78:73. Doch Marburg schlug noch einmal zurück: Svenja Greunke mit schöner Center-Bewegung, Paige Bradley mit zwei wichtigen Freiwürfen, Svenja Greunke von der Dreier-Linie (80:78) und nach einem Defensiv-Rebound durch Diana Voynova stellte Finja Schaakes Dreier (83:79) bei 28 Sekunden auf der Uhr die Weichen auf Sieg.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir schaffen es in dieser Saison zu selten, gut zu verteidigen. Nach 44 Punkten für den Gegner zur Halbzeit gab es eine sehr feurige Ansprache. Ich habe an den Stolz der Mädels appelliert. Wir sind dann mit einer besseren Intensität rausgekommen, wir hatten einen guten Lauf und ich dachte, wir bekommen das Spiel unter Kontrolle. Aber Arad ist ein gutes Team und ziemlich abgezockt. So haben sie wieder die Führung übernommen. Am Ende hat wieder die Intensität gestimmt und wir hatten ein paar gute Szenen in der Defense. Ich bin froh, dass wir die Endrunde jetzt schon erreicht haben. Das Rückspiel wollen wir natürlich auch gewinnen und uns Selbstvertrauen fürs Bundesliga-Spiel am Samstag holen.“

Diana Voynova (Spielerin Marburg):
„Wir wissen, wie man es spannend macht. Die Offensive war nicht das Problem, aber unsere Verteidigung war schrecklich: 44 Punkte in der ersten Halbzeit für den Gegner sind viel zu viel. Wir haben dann ein paar Dinge geändert. Ich bin stolz darauf, wie sich die Mannschaft zusammengerauft hat. Wir haben aus dem Bad-Aibling-Spiel gelernt und uns in der Schlussphase trotz Rückstands nicht runterziehen lassen. Deswegen haben es am Ende nochmal umbiegen können. Wir wollten unbedingt im ersten Spiel schon das Final Four klarmachen. Jetzt haben wir im Rückspiel keinen Druck mehr.“

Bogdan Bulj (Trainer Arad):
„Es war ein gutes und intensives Spiel mit vielen Punkten. Wir konnten die Rebounds nicht kontrollieren. Marburg hatte eine gute Mischung aus Inside- und Outside-Spiel. Es war aber knapper, als es das Ergebnis aussagt. Gratulation an Marburg zum Sieg und viel Glück im Final Four. Wir legen jetzt den Fokus auf die Meisterschaft und den Pokal. Im Pokal müssen bei uns immer zwei rumänische Spielerinnen auf dem Feld stehen, daher ist das zweite Spiel gegen Marburg eine gute Vorbereitung für uns.“


Statistik
Viertel: 18:22, 22:22, 27:19, 20:16.
Marburg: Baker 9 Punkte / 1 Dreier (6 Rebounds, 5 Assists), Bertholdt 2, Bradley 10 (6 Reb., 7 Ass.), Greunke 24/1 (10 Reb., 3 Ass.), Kohl (n.e.), Schaake 12/2, Voynova 12 (7 Reb.), Wagner 2, Wilke 2, Winterhoff, Yohn 14/4.
Arad: Ciotir 2, Ferenczi 2, Hadzovic 12 (6 Ass.), Mercea 5/1, Nagy 24, Poole 16/1 (7 Reb., 3 Ass., 6 Steals), Tavic 4/1 (3 Ass.), Wingate 14, Zidaru.
SR: A.Pawlik, D.Damm, TK: U.Bender. Z: 160.


Fun Fact: Zum ersten Mal ein Heimspiel trotz 44 zugelassenen Punkten in der ersten Halbzeit gewonnen seit 21.01.2012 (41:44 gegen Rhein-Main, Endergebnis 85:79, damals schon dabei für Marburg: Finja Schaake und Kim Winterhoff, für Rhein-Main: Svenja Greunke und Steffi Wagner) und zum ersten Mal unter Trainer Unger.

Fail Fact: 44 zugelassene Punkte in der ersten Halbzeit in einem Heimspiel sind die meisten seit 04.04.2015 (19:45 gegen Wasserburg, Endergebnis 46:75).

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