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Zur Erinnerung: auch deutsche Politiker (Steinmeier u.a.) machten Baschar al-Assad hoffähig

Der Bundesaußenminister Steinmeier mit fettem feisten Grinsen beim Diktator
Der Bundesaußenminister Steinmeier mit fettem feisten Grinsen beim Diktator
Gießen | Der Bundesminister Frank-Walter Steinmeier flog im Dezember 2006 nach Damaskas und trug dazu bei, Assad hoffähig zu machen.
Der EX-Bundeskanzler Gerhard Schröder ("Putin - ein lupenreiner Demokrat") bekam in Syrien einen Ehrendoktor.
Die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul reiste 2007 nach Damaskus und machte Assad eine "Zusage von Hilfeleistungen in Höhe von 34 Millionen Euro". Zu Recht sprach die Union davon, Wieczorek-Zeul sei Assad "auf den Leim gegangen."

So sind deutsche Politiker oft - immer hilfsbereit, Diktatoren, in deren Gefängnissen die Oppositionellen verschwinden, die politische Aufwartung zu machen!

Der SPIEGEL schrieb 2006 über die Zustände in Syrien:

Spiegel online
29.5.2006
SYRIEN Assad räumt auf

"Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Präsident Baschar al-Assad, 40, noch vollmundig Reformen versprochen - sechs Jahre später springt er mit Regimegegnern beinahe ebenso harsch um wie einst sein Vater Hafis. Der ließ reihenweise Oppositionelle einsperren, sein Nachfolger räumt nun ebenfalls auf.
Das musste auch Syriens bekanntester Menschenrechtsanwalt Anwar al-Bunni, 47,
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Wieczorek-Zeul (1)Frank-Walter Steinmeier (1)Bundesaußenminister (1)Assad (4)
erfahren, der seit 20 Jahren politische Gefangene in Syrien verteidigt und dabei ständig Schikanen ausgesetzt ist. Vor einem halben Jahr wurde er auf der Straße zusammengeschlagen. Dann verlor er seine Anwaltslizenz, jetzt wurde er inhaftiert, wenige Tage nachdem der renommierte Journalist Michel Kilo, 66, von einem Polizeiverhör nicht zurückgekehrt war. Kilo hatte gemeinsam mit 273 syrischen und libanesischen Intellektuellen öffentlich die Anerkennung Libanons und das Ende der Einmischung in die Politik des Nachbarlandes gefordert. Mindestens ein Dutzend der 134 syrischen Unterzeichner wurde inzwischen verhaftet - und die Geheimdienste aus Damaskus sind trotz des Rückzugs der syrischen Truppen im Frühjahr 2005 über ihre Netzwerke vermutlich weiter im Libanon aktiv.
Die Uno verlangt in ihrer jüngsten Syrien-Resolution die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Beirut und die Klärung des Grenzverlaufs. Die Europäer protestierten in einer diplomatischen Note gegen den Umgang mit Regimegegnern, stießen jedoch nur auf brüske Reaktionen. Die Aktivisten seien Teil der amerikanisch-israelischen "Verschwörungskampagne", tönte die staatlich gelenkte Tageszeitung "Tischrin"."

Assad als Feind Israels:
"Nach Ende des Libanonkriegs 2006 sprach Assad in einer Rede am 15. August 2006 von einem „siegreichen Widerstand“ der Hisbollah im Libanon und bezeichnete Israel als einen „Feind“, mit dem es keinen Frieden gebe." (Assad, Wikipedia)

Kommentare zum Beitrag

2.295
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 17.01.2018 um 09:57 Uhr
Diese unrühmliche Liste ließe sich sicher noch fortsetzen, und Politiker aller Regierungsparteien wären betroffen.
Trotz der Präambel im Grundgesetz haben in unserer Gesellschaft machtpolitische und vor Allem ökonomische Interessen Vorrang vor den Menschenrechten.
Karl-Ludwig Büttel
3.581
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.01.2018 um 11:03 Uhr
Ja Frau Barthel so ist es leider . Wenn mann rein nach den Menschrechten gehen würde dann könnte man fast ALLE internationalen Kontakte abbrechen. Globale Politik ist leider viel viel mehr als Menschenrechte.
Ich versuchte gerade mal im Kopf die Länder aufzuzählen die nicht gegen die Menschenrechte verstoßen. Ich überlege immer noch....Luxenburg, Lichtenstein, San Marino........... ?
Viele fallen mir nicht ein.
Die Interessen sind vielfälltig im globalen Miteinander und nicht von einem einzigen Kriterium abhängig zu machen.
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 17.01.2018 um 12:17 Uhr
Trotzdem sollte hinterfragt werden Herr Büttel warum diese Kontakte ( nicht ) nur von der deutschen Regierung "gepflegt" werden, auch ein Erdogan scheint ja wieder von der deutschen Regierung für die Öffentlichkeit solanfähig gemacht zu werden.

Und absurd und grotesk wird es dann, wenn angeblich fortschrittliche Kräfte auch noch solche Leute wie al-Assad oder auch Putin verteidigen.
Karl-Ludwig Büttel
3.581
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.01.2018 um 12:39 Uhr
Ich stimme ihnen da zu Herr Walther.
Michael Beltz
7.214
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 16:07 Uhr
Sollte man den IS und die NATO gegen Assad unterstützen. Oder auch Israel? Die Lage ist nicht so einfach, da die Guten und hier die Bösen.
Dass es in erster Linie um Geld geht, ist uns wohl allen klar.
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 18.01.2018 um 19:20 Uhr
Fühlst du dich angesprochen Michael?
Komische Antwort wie ich finde. Also die Alternative heißt für dich "IS und NATO - oder Assad und Russland"? Es gibt keine "guten" Imperialisten, auch nicht wenn sie z.B. Russland heißen!
Es geht hier vor allem darum, dass alle ausländischen Truppen raus aus Syrien müssen, dann wäre u.a. ein Assad längst vom syrischen Volk gestürzt worden...
Und wenn die vereinten arabischen Kräfte SDF notgedrungen ein taktisches Bündnis mit den USA eingehen - ohne sich vereinnahmen zu lassen - dann ist das zu unterstützen.
Man sollte auch vorsichtig sein: wenn man sich auf die Seite eines Imperialisten stellt ( vielleicht weil er grade der etwas schwächere ist? ), dann landet man ganz schnell im Lager der Sozialchauvinisten.

Weder die EU, noch die USA, noch Russland, die Türkei oder der Iran - und erst recht nicht Assad - handeln im Interesse des syrischen Volkes!
Martin Wagner
2.456
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.01.2018 um 17:09 Uhr
Ich möchte Stefan "beispringen". Es sollte einfach nicht in Vergessenheit geraten, dass es eben Weltgegenden gibt, welche sehr viel stärker im Brennpunkt von Groß- bzw. Mittelmächten stehen, weil sie entweder an wichtigen Handelswegen liegen und / oder über nenneswerte Bodenschätze verfügen.

Gerade der Nahe Osten ist ein Paradebeispiel dafür. Es ist gut erforscht und wissenschaftlich publiziert, dass schon das deutsche Kaiserreich im Ringen der damaligen Großmächte riesengroße Geldbeträge zur Beeinflussung der örtlichen Machthaber verwendet hat. Ein auch schon vor über Hundert Jahren praktiziertes Vorgehen dabei war (wenn die örtlichen autokratischen Herrscher anderseitig vereinnahmt worden waren) eigene Vasallen zu installieren. Im Großen und Ganzen hat sich daran bis heute wenig geändert. (Vielleicht, dass heute so genannte hegemoniale Regionsherrscher "gepäppelt" werden.)

Warum dieses nicht gerade billiges Handeln. Weil verschiedene Kapitalisten (auch national verankerte, aber zumeist international agierende) in Konkurrenz zu einander stehen. Diese Kreise verstehen es nationale Regierungen für ihre Interessen vor ihren Karren zu spannen.

Wer hat das Nachsehen: die örtliche Bevölkerung. Die allergrößte Masse der Bevölkerung interessiert es herzlich wenig, mit wem ihre jeweilige Regierung Geschäfte macht (hier welcher Großmacht sie als Einflusszone "dienen dürfen"), zumindest so lange wie sie in Frieden einigermassen gut leben kann. Im Polit-Kauderwelch heisst das übrigens: das Wirken imperialistische Kräfte.

Für mich ist es deswegen völlig uninteressant die Frage zu klären, ob die eine oder andere imperialistische Kraft die Bessere ist. Ich strebe eine Welt an in dem alle Imperialisten auf den Misthaufen der Geschichte gewandert sind.
Kurt Wirth
1.521
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.01.2018 um 12:46 Uhr
Meines Erachtens kann man nicht über Syrien und Assad diskutieren, ohne den IS zu erwähnen und zu berücksichtigen. Er kommt in dem Ursprungsbeitrag nicht vor und in den Kommentaren nur bei Michael Beltz.

Gibt es ein syrisches Volk? Das ist aus meiner Sicht ein "Luftschloß". Syrien ist wie fast alle Nahoststaaten nach dem Zusammenbruch des originären Kolonialsystems auf Papier und Reißbrett mit dem Lineal gezimmert worden. Nennenswerte Teile der verschiedenen ethnischen Gruppen der syrischen Bevölkerung stehen hinter Assad. (Auch der Diktator Hitler wurde übrigens über weite Strecken von der Mehrheit der Deutschen gestützt). Da wirft nun sicher Stefan sofort ein, daß man das nicht vergleichen kann. Aber hierzulande ist mit der Benennung eines "Diktators" jede Diskussion beendet und es werden diese alle gleichgestellt.

Dennoch ist es natürlich anstrebenswert und vielleicht auch möglich, zu einem Waffenstillstand zu kommen und einer Einigung der verschiedenen syrischen Kräfte über einen künftigen Weg Syriens, mit oder ohne Assad. Letzteres ist für mich zweitrangig.

(Präventiver Hinweis: z.Zt. kann ich die Diskussion u.U. nicht täglich weiterverfolgen).
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.01.2018 um 15:07 Uhr
Natürlich geht es auch um den IS, und wer sind diejenigen die den IS erfolgreich bekämpft haben, die ihn z.B. aus Kobane vertrieben haben, von diesen Freiheitskämpfern sprechen vor allem die "Putin- und Assad- Versteher" so gut wie nie?

Richtig, man kann diesen Vergleich nicht ziehen, er hinkt gewaltig!

Es geht im Endeffekt nicht nur um einen Waffenstillstand, vor allen Dingen nicht um einen nach den Bedingungen von u.a. Russland oder gar der Türkei, die gerade wieder mal in Syrien einmarschiert ist... es geht in erster Linie um den sofortigen Abzug aller ausländischen Truppen aus Syrien, dann werden die Menschen in Syrien selbst entscheiden...
Michael Beltz
7.214
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 10:59 Uhr
Kurt Wirth hat mit dem Begriff "Volk" mal aufgeräumt. Auch in Afrika sind Staaten auf dem Reißbrett entstanden.
Nun greift die Türkei Syrien an, um gegen Kurden vorzugehen. Wer ist da zu unterstützen.
Trupen raus aus Syrien, einverstanden. Ob Assad dann gestürzt würde ist aus meiner Sicht fraglich. Er hat große Unterstützung z.B. bei Christen.
Putin: Man muss Putin nicht mögen, aber die Logik verstehen, dass er und die Regierung die NATO-Osterweiterung mit großer Sorge betrachten und Gegenmaßnahmen ergeifen. Ursprünglich gab es durch die NATO des "Versprechen" eine solche nicht zu forcieren.
Ghadaffi hat den "Westmächten" geglaubt - Kim Son Un nicht.
Bruno W. Reimann
386
Bruno W. Reimann aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 12:07 Uhr
Mir ging es nicht um die Geschichte Syriens. Als der Bundesaußenminister Steinmeier nach Damaskus reiste, gab es zwar schon AL-Kaida, aber noch nicht den IS. Mir ging es darum zu zeigen, in welcher Weise die rot-schwarze Regierung strategische Bündnisse auch mit diktatorischen Staaten schmiedete und in welcher Weise dies in einer fett-feisten Weise (Steinmeier) vollzogen wurde. Es geht mir hier vor allem um die Nichtintegrität solcher Figuren, auch wenn sie Bundespräsidenten werden. Dazu zählt natürlich auch der in Syrien ehrendoktorierte EX-Kanzler Schöder, der bis in die Knochen - wie mittlerweile jeder in dieser Republik weiß - korrupt und verkommen ist. Das ist ein auch ein Stück Sozialdemokratie! Dazu gehört auch, was im Kontext meiner Forschungen zu Mechterstädt steht, und was ich demnächst hier anschneiden werde: die Abschlachtung der linken Kräfte und Opposition (USPD, Spartakus, KPD) in den Jahren 1919/1920 in Berlin, in München, in Thüringen, im Ruhrgebiet durch die Sozialdemokratie, die MSPD unter Ebert und Noske im Bündnis mit der Reichswehr, die das mörderische Geschäft praktisch besorgte mit Tausenden von Toten, von Ebert und Noske Ermordeten. So wie die Türken die Abschlachtung der Armenier verdrängen, so verdrängt auch die Sozialdemokratie seither den massenweisen Mord an der linken Opposition!
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2018 um 14:02 Uhr
@ Herr Reimann

Ihr Anliegen ist schon klar, aber es darf Sie doch nicht verwundern wenn Sie als Beispiel Assad anführen, dass dies dann zu Kommentaren zu Syrien führt / führen muss.

Die Rolle der SPD und ihre Geschichte? Die SPD verdrängt ihre Geschichte nicht, sie verschleiert lediglich. Spätestens seit ihrer unrühmlichen Rolle bei der Vergabe von Kriegskrediten für den 1. Weltkrieg hat sie immer wieder ihre arbeiterfeindliche Position offen darlegen müssen und die Niederschlagung der revolutionären Arbeiter war hier sicherlich ein trauriger Höhepunkt in der Geschichte der SPD. Heute kann sie kaum noch ihrer zugedachten Rolle als soziale Hauptstütze des Kapitals in der Arbeiterschaft gerecht werden. Ob die SPD zukünftig noch vom Kapital gebraucht wird oder in der Bedeutungslosigkeit versinken wird, das bleibt abzuwarten, es wird aber in Zeiten der zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft immer schwieriger für die SPD ihre reformistischen und bürgerlichen Positionen in der Arbeiterklasse zu verankern...
Bruno W. Reimann
386
Bruno W. Reimann aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 14:13 Uhr
Lieber Herr Walther, ich finde die Diskussion großartig, ich wollte nur sagen, worum es mir ging. - Zur SPD: verdrängen oder verschleiern, das läuft doch auf dasselbe hinaus. Zwei Kräfte haben in Deutschland im 20. Jahrhundert die Arbeiterbewegung zerschlagen: 1919/1920 die Sozialdemokratie und dann 1933 die Nationalsozialisten. Mir geht es zunächst darum, die Erinnerung an die Abschlachtung der linken Arbeiteropposition durch die MSPD, Ebert und Noske wach zu halten.
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2018 um 14:13 Uhr
@ Michael

also weil das Vorgehen von Putin "imperialistischer Logik" entspricht, er damit die Interessen Russlands verteidigt und sich gegen die NATO Osterweiterung stellt, ist das Vorgehen Russlands zu unterstützen? Wie schon gesagt, mit solch einer Meinung landet man früher oder später bei den Sozialchauvinisten.

Die Frage "die Türkei greift die Kurden in Syrien an ( nicht Syrien! ) - wer ist da zu unterstützen?" verstehe ich entweder nicht oder ich kann die Frage nicht ernst nehmen.

Um die Frage zu wiederholen = wer sind denn die entschiedensten Kämpfer gegen den IS , die mit den höchsten Verlusten und dem größten Einsatz, ohne dabei imperialistische Ziele zu verfolgen?
Michael Beltz
7.214
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 15:58 Uhr
Stefan, ich habe nicht von einer Unterstützung Putins gesprochen sondern von der Logik. Wenn jemand angegriffen wird, sich angegriffen fühlt bzw einen Angriff erwarten muss (wieviele Länder wurden durch die USA/NATO zerbombt), wird er sich wehren bzw darauf vorbereiten.
Du wirst Russland nicht ungterstützen, verlangt auch niemand. So bleibt Dir nur die Zuschauerrolle übrig.
Michael Beltz
7.214
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 15:58 Uhr
Stefan, ich habe nicht von einer Unterstützung Putins gesprochen sondern von der Logik. Wenn jemand angegriffen wird, sich angegriffen fühlt bzw einen Angriff erwarten muss (wieviele Länder wurden durch die USA/NATO zerbombt), wird er sich wehren bzw darauf vorbereiten.
Du wirst Russland nicht ungterstützen, verlangt auch niemand. So bleibt Dir nur die Zuschauerrolle übrig.
Michael Beltz
7.214
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 15:59 Uhr
Herr Reimann, das was Sie zur SPD sagen, kann nur noch ergänzt werden.
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2018 um 17:02 Uhr
Wir werden uns nicht einig Michael, ist manchmal so!

Aber gern nochmal deutlich = die Alternative ist nicht "die NATO oder Russland unterstützen", man darf sich auf keine Seite eines Imperialisten schlagen. Dann bleibt nur die "Zuschauerrolle"? Wie kommst du darauf? Ich denke ich habe klar gemacht wer - nicht nur in Syrien - unsere Unterstützung verdient.

Ja sicher, "wie viele Länder wurden schon durch die USA/NATO zerbombt"! Da wird dir kaum jemand widersprechen. Nur hat dies mit dem Eingreifen Russlands in Syrien nichts zu tun, das ist kein gerechter (Verteidiguns-)Krieg den Russland dort führt.
2.295
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 17:47 Uhr
Bei so vielen Protagonisten, mit verschiedenen Unterstützern, die alle ihre eigenen machtpolitischen Interessen vertreten, wen könnte man da mit gutem Gewissen unterstützen?
Mit gutem Gewissen sich auf eine Zuschauerrolle beschränken ist eigentlich auch nicht möglich.
Zuletzt schien es so, als könnte die Türkei kurdische Gebiete in Syrien bombardieren, ohne dass sich Widerstand regt.
Deutschland hat sich jedenfalls beschämend ruhig verhalten, also sich auf eine beobachtende Rolle beschränkt.
Nachdem jetzt Frankreich angekündigt hat, die Angriffe der Türkei vor eine UNO-Vollversammlung zu bringen, kündigt die Türkei an, ihren Feldzug schnell zu Ende bringen zu wollen. Das heißt, sie ziehen sich zurück, versuchen aber, ihr Gesicht zu wahren.
Leider kann auch die UNO, die in den letzten Jahren stark an Einfluss verloren hat, in den meisten Konflikten nur wenig zum Frieden beitragen.
Manchmal aber doch, zum Beispiel wenn einem Staat an seinem internationalen Ansehen gelegen ist.
Gerade in den schwierigen Beziehungen zur Türkei hat sich Deutschland
zuletzt wenig mutig, wenn nicht geradezu unterwürfig gezeigt.
Respekt wird es sich dadurch nicht erwerben.
Aber es signalisiert dem türkischen Diktator, dass es sich lohnt, deutsche
Staatsbürger als Geiseln zu nehmen.
Martin Wagner
2.456
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 21:17 Uhr
Heute sind türkische Panzer (Experten werden den Fernsehaufnahmen hoffentlich entnehmen können, ob es die sind, welche die BRD an ihren Nato-Partner Türkei geliefert hat ...) in völkerrechtlich zum Staat Syrien gehörende Gebiete, welche politisch und militärisch von den regionalen Kurden beherrscht werden einmarschiert.

Offizielle Begründung: Diese Kurden sind ein Ableger der terroristischen PKK. Kurz zur Erinnerung diese Militärkräfte durften den Bodenkampf gegen den (auch dort agierenden) IS führen, während die Militärs der USA (die sind im Anti-IS-Bündnis) sich auf den Luftkrieg "beschränkten".

Feine Sache für diese Bündnispartner. Da der IS über keine Luftwafe verfügte, war dieser Einsatz weitaus ungefährlicher. Jetzt wo die regionalen Kurden "die Drecksarbeit" gemacht haben werden sie von Washington den Panzern der Türkei ausgeliefert. "Prima" Freunde hat das kurdische Volk.

Ich bleibe dabei: Jedes Volk was nach Unabhängigkeit strebt ist gut beraten sich auf seine eigenen Kräfte zu konzentrieren und "Hilfsangebote" imperialistischer Länder höflich abzulehnen.
Stefan Walther
4.361
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.01.2018 um 22:14 Uhr
Deine Antwort ist zu einseitig Martin = natürlich hast du Recht wenn du meinst "die USA können niemals ein zuverlässiger Bündnispartner der Kurden sein" und dass sie ihnen nicht trauen können, das wissen die Kurden sehr genau. Trotzdem war es meiner Meinung nach richtig dieses taktische Bündnis aus Sicht der Kurden einzugehen, denn sie brauchten unbedingt einen starken Bündnispartner um nicht unterzugehen. Auch wenn allen Imperialisten der Versuch des Aufbaus eines autonomen Gebietes in Syrien ein Dorn im Auge ist, ein Gebiet in dem die verschiedensten Menschen, egal z.B. welcher Religionszugehörigkeit friedlich zusammen leben, in dem die Frauen die gleichen Rechte wie die Männer haben, in dem hunderttausende Flüchtlinge Zuflucht gefunden haben... - so haben die Kurden es trotz allem geschafft die Widersprüche zwischen den einzelnen Aggressoren auszunutzen. Warum? = um zu überleben.
Ja, den IS haben die Kurden aus eigener Kraft aus Kobane vertrieben, haben mit ein Bündnis der vereinten arabischen Kräfte aufgebaut... aber hätten sie sich darüber hinaus erfolgreich ohne Hilfe verteidigen können? Ich bezweifle es...

Und inwieweit die USA oder auch Russland sich dies noch lange ansehen wie die Türkei ihre Interessen in der Region gefährdet, das werden wir sehen.
2.295
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.01.2018 um 23:01 Uhr
Ja, das werden wir sehen!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Bruno W. Reimann

von:  Bruno W. Reimann

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