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Niederlage in Keltern, Sonntag nach Chemnitz

Wie im Hinspiel hatten die Marburgerinnen um Alex Wilke (links) gegen Keltern mit Marina Markovic das Nachsehen. Foto: Melanie Weiershäuser
Wie im Hinspiel hatten die Marburgerinnen um Alex Wilke (links) gegen Keltern mit Marina Markovic das Nachsehen. Foto: Melanie Weiershäuser
Gießen | Planet-Photo-DBBL: Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg 84:72.

Mit einer Niederlage ist das Pharmaserv-Team in die Restrunde der Bundesliga gestartet. Beim Tabellenzweiten Keltern hingen die Trauben erneut zu hoch. Der BC bleibt mit 7 Siegen aus nun 13 Spielen in der Tabelle auf Rang fünf. Am Sonntag geht die Reise zum Achten nach Chemnitz.

Etwas Positives vorweg: Die Marburgerinnen treffen wieder von außen. In Keltern war der erste drin. Der letzte auch. Sechs Treffer bei 15 Versuchen ist so schlecht nicht. Die BC-Spielerinnen haben es also über die Ferien nicht verlernt.

Auch sonst sah ihr Spiel phasenweise gut aus. Vor allem in der ersten Viertelstunde. Es gab aber auch mehr als genügend haarsträubende Ballverluste und leichtfertig vergebene Korbleger. In dieser Kategorie schenkten sich beide Teams allerdings in der ersten Halbzeit nichts. Dass es am Ende doch zu einem recht hohen Punktestand kam, war einer Steigerung beider Mannschaften in der zweiten Halbzeit zu verdanken.

Über 16:9 (8. Minute) holten die Hessinnen einen 25:13-Vorsprung heraus (12.), weil vor allem Finja Schaake offensiv einen Sahnetag erwischt hatte. Gleiches traf auch auf Kelterns Romina Ciappina zu. Sie brachte den Vizemeister mit elf Zählern binnen drei Minuten wieder ins Spiel zurück, und Winterzugang Lina Pikciute besorgte die erste Führung der Gastgeberinnen nach dem 1:0 (33:32, 19.).

Bis zum 46:47 (26.) blieben die Gäste aus Hessen dran. Dreier von Ciappina und Mailis Pokk sorgten für die Vorentscheidung (55:46, 27.). Denn die Lahnstädterinnen vergaben mehrere Möglichkeiten, vielleicht doch noch ins Spiel zurückzufinden, wie durch einen unbedrängt ins Aus geworfenen Einwurf. So bauten die spielerisch starken und treffsicheren Hausherrinnen ihre Führung über 68:57 (31.) bis auf 84:69 vor Schaakes Buzzerbeater aus.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Es war erst das zweite Spiel des Jahres, von daher wird der offensive Rhythmus noch kommen. Obwohl es heute viel besser war als in Göttingen. Die Defensive war das Problem. Da müssen wir physischer um die Positionen kämpfen. Keltern bewegt den Ball gut und hat fast nur tödliche Schützen. Wir haben uns von eigenen Fehlern verunsichern lassen und dann in der Intensität nachgelassen. Nach der Pause haben wir keinen Zugriff mehr bekommen und 16 Offensivrebounds beim Gegner sind zu viel. Ich glaube, wer Meister werden will, muss Keltern schlagen. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können, aber nicht lange genug.“

Steffi Wagner (Spielerin Marburg):
„Wenn Keltern sein Potenzial ausschöpft, schätze ich sie stärker ein als Wasserburg. Von daher kann man gegen sie verlieren. Muss man aber nicht. Unser Einbruch kam im zweiten Viertel, als Romina Ciappina ihre starke Phase hatte. Wir sind mit der aggressiven Verteidigung teilweise nicht klargekommen. Als wir dann im Rückstand lagen, waren wir zu überhastet und hektisch, statt unseren Stiefel weiterzuspielen. Jetzt wollen wir Sonntag in Chemnitz gewinnen.“

Christian Hergenröther (Trainer Keltern):
„In den wenigen Tagen nach dem Pokalspiel kann man in der Vorbereitng nicht so viel machen. Daher haben wir viele Entscheidungen in die Hände der Spielerinnen gelegt. Das hat am Anfang nicht so gut geklappt, im Verlauf des Spiel aber immer besser. Zu Beginn hat Marburg uns für unsere Fehler bestraft, später haben wir das öfter bei ihnen getan. Ein großes Thema waren bei uns die Rebounds. Ich will, dass der Gegner uns da auch auf dem Zettel hat. Und da haben wir jetzt den größten Sprung gemacht. Daher bin ich stolz auf die Mannschaft. Es war ein hochklassiges Match, in dem wir einen Ticken abgezockter waren und in wichtigen Phasen die besseren Entscheidungen getroffen haben.“


Statistik
Viertel: 13:20, 22:14, 27:21, 22:17.
Marburg: Baker 2 Punkte, Bertholdt 11, Bradley 6/1 Dreier, Greunke 6 (8 Rebounds), Schaake 23/3 (3 Assists), Voynova 6 (8 Reb.), Wagner 6, Wilke 6, Winterhoff, Yohn 6/2.
Keltern: Barnert 12 (7 Ass.), Ciappina 14/4 (3 Ass.), Elbert (n.e.), Likhtarovich 9/1 (4 Ass.), Markovic 10 (3 Steals), Miloglav 2 (3 Ass.), Nunn 4, Orrange 8, Pikciute 9 (11 Reb.), Pokk 16/4, Schüler.
SR: Senkesen, Steckas. Z: 250.


Fun Facts: Finja Schaake stellt ihren persönlichen Punkterekord in der Bundesliga ein (23, 30.01.2016 in Saarlouis, Spiel wurde auch verloren). – Sechs Marburgerinnen erzielen jeweils sechs Punkte und damit die halbe BC-Ausbeute.

Fail Facts: Vierte Niederlage in Keltern in Folge. – Das letzte Mal, dass Marburg trotz 72 oder mehr erzielter Punkte verlor, war das vorige Auswärtsspiel in Keltern (23.04.2017, 74:88).


Planet-Photo-DBBL: Chemcats Chemnitz – BC Pharmaserv Marburg (Sonntag, 16 Uhr, Sporthalle am Schloßteich).

Schon am Sonntag, 14. Januar, treten die Marburgerinnen um 16 Uhr bei den Chemcats Chemnitz an. Die von der ehemaligen BC-Kapitänin Amanda Davidson trainierte Mannschaft qualifizierte sich vorigen Sonntag für die Pokal-Endrunde. Ansonsten verloren die Sächsinnen, wie Marburg, drei ihrer letzten fünf Ligaspiele – am Mittwoch 61:83 in Hannover.

Das ist allerdings kein Gradmesser, wartet Chemnitz doch in dieser Bundesliga-Saison noch auf den ersten Erfolg in der Fremde. In der heimischen Halle am Schloßteich dagegen verteidigten die Katzen ihr Revier in fünf von sieben Fällen erfolgreich. Zudem haben sie sich während der Weihnachtspause mit Laura Audere aus Wasserburg verstärkt, die dort in durchschnittlich 12 Spielminuten 5 Punkte und 2 Rebounds sammelte.

Vier Chemcats punkten regelmäßig zweistellig. Besonders auffällig: Abigal Asoro (15,4 Punkte / 9,7 Rebounds). Im Hinspiel in Marburg holte die Schwedin 12 Punkte und 7 Rebounds. Das Pharmaserv-Team gewann die Partie mit 72:52, dank eines 16:4 im letzten Viertel.

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von:  Marcus Richter

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