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RMV: Neue Preise – neue Angebote – PRO BAHN Hessen nimmt differenzierten Blick auf die Änderungen

Gießen | Mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres am 1. Januar 2018 passt der RMV wieder einmal seine Fahrkartenpreise der allgemeinen Kaufkraftentwicklung an. Um durchschnittlich 1,5 Prozent werden die Tickets teurer, wobei die Veränderung, je nach Fahrkartentyp und Ort, zwischen plus 4 und minus 26 Prozent betragen kann.

Der RMV klopft sich selbst auf die Schulter, indem er feststellt, dass dies die niedrigste Fahrpreiserhöhung seit Verbundgründung sei. Wilfried Staub, Pressesprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN Hessen stimmt dem vom Prinzip her zu, insbesondere wenn man in Betracht zieht, welche enormen Angebotsverbesserungen seit dem letztem Fahrplanwechsel und noch mehr im Laufe des kommenden Jahres vorgenommen wurden bzw. noch werden. Auch die Selbstverpflichtung, es in den kommenden drei Jahren bei einer Fahrpreissteigerung von nicht mehr als 1,5 Prozent zu belassen, verdient Anerkennung.

Durchaus lobenswert auch, dass die Preise für Tageskarten in den Tarifgebieten Frankfurt und Mainz/Wiesbaden deutlich reduziert und dem Berechnungsschema der anderen Tarifgebiete angepasst wurden. Allerdings geht der Trend
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Tarifgebiet (1)Tageskarte (1)Seniorenkarte (1)Schülerticket (2)RMV (46)Jobticket (1)Frankfurt (204)Fahrpreiserhöhung (7)
weltweit weg von Tageskarten, die bekanntlich überwiegend von Touristen gekauft werden. Dem steuerzahlenden ortsansässigen Bürger bietet man im Gegenzug preiswerte Zeitkarten an. Ein weiteres Dankeschön geht an die Stadt Frankfurt für die Reduzierung der Einzelfahrscheine und das Auflegen einer „Seniorenkarte light“. Allerdings ist diese mit € 55,00 für einen Monat im Vergleich zu den Gegenleistungen für die € 51,00 teure Monatskarte für Berlin und ganz Brandenburg immer noch kein absoluter Renner.

Schade auch, dass die Gremien des RMV das Thema Kinderfahrschein nicht angehen wollen. PRO BAHN fordert seit Jahren eine Reduzierung des Preises auf die Hälfte des Erwachsenentarifs, noch besser auf 40 Prozent. Die Einnahmen aus diesem Fahrkartensortiment betragen weniger als 5 Prozent. Eine Umsetzung dieser Forderung würde den Haushalt des RMV also nur unmerklich belasten, wäre aber ein Wegweiser in Richtung auf eine familienfreundliche Tarifpolitik des ÖPNV.
Zum 01. Januar 2018 gibt es dann auch hessenweit das lang erwartete Jobticket für Landesbedienstete. Die Einführung des Hessen-Schülertickets im Sommer hat nur in wenigen Fällen zu einer Transportmehrbelastung geführt, so wird erwartet, dass auch die Steigerung bei den Jobticketinhabern nichts zu einem allgemeinen Verkehrskollaps führen dürfte.

Mit beiden Angeboten zeigen RMV, NVV und das Land Hessen innovative Tarifmodelle auf.

Für den Landesvorsitzenden Thomas Kraft zum Jahreswechsel der fromme Wunsch, dass es der S-Bahn Rhein-Main gelingen könnte, den zum Beispiel Inhaber einer Jahreskarte der Preisstufe 5 zum Preis von 1.831,00 € eine adäquate Leistung anzubieten.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.463
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 28.12.2017 um 11:20 Uhr
Danke für den qualifizierten und informativen Artikel.

Im ersten Satz steht:

"Mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres am 1. Januar 2018 passt der RMV wieder einmal seine Fahrkartenpreise der allgemeinen Kaufkraftentwicklung an. (....)"

Ich bin über die zwei Worte "wieder einmal" gestolpert. Ja ich empfinde es genauso, dass - so war es zumindest bisher - wie jedes Jahr ein oder zwei Wochen vor den Feiertagen (so um den 15.12.) schon regelrecht traditionell die OEPNV-Tarife steigen. Immer das selbe Rumgeeiere, wenn den Verantwortlichen wenig bis nichts dazu einfällt, dass das auch dieses Jahr wieder dringend nötig ist.

Ein kurzer Blick in das hier vorhandene Artikelarchiv zeigt auch, dass sich jedes Jahr dazu die Fahrgastverbände gegen die Steigerung aussprechen.

Ich habe den Eindruck - dabei bleibt es aber. Mir kommt so spontan die Idee, dass es 2018 vielleicht etwas anders laufen könnte. Vielleicht sollten die Verantwortlichen von Pro Bahn Hessen sich überlegen, ob sie nicht eine Allianz von Erhöhungsgegner zusammen schmieden, die dann im Vorfeld der Entscheidung (ich glaube die jährlichen Erhöhungen müssen durch diverse Gremien "abgenickt" werden, das kann kein Vorstand in Eigenregie machen ....) massiven öffentlichen Druck aufbauen. Ob es hilft mag dahin gestellt sein, aber eine Pressererklärung mit Bedauern alleine hilft ja auch nicht.

Ich bin mir sicher mit dabei könnten andere Fahrgastverbände, ökologische Autoclubs und überhaupt viele zivelgesellschaftliche Gruppen im Ökologie- bzw. Umweltschutzbereich sein.

Ich gehe davon aus, dass z.B. die Stadt Giessen 2018 per Gerichtsurteil dazu verurteilt wird Einfahrverbote für bestimmte Dieselfahrzeuge zu verhängen. Das wird sicher versucht mit verstärkten Massnahmen im Bereich Bus und Bahn zu kontern. Aber Preiserhöhungen sind da völlig kontraproduktiv. Hier sehe ich z.B. auch Potential ungewöhnliche Kampangnenpartner zu finden. Ich denke da z.B. an die IHK, welche ja nicht wollen, dass die Handwerker mit ihren "Dieselstinkern" aus Giessen draussen bleiben müssen.

Ich würde mich freuen, wenn dieser Gedanke in der Ortsgruppe von Pro Bahn einmal diskutiert wird.
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