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AWO kooperiert mit THM

von Gaby Nickelam 13.12.20179165 mal gelesenkein Kommentar
Gießen | „Hurra, wir sind Hessens erste Lehrpflegeeinrichtung für Gesundheitswissenschaften im Bereich der Pflege...!“

„Die Kooperation mit der AWO Stadtkreis Gießen bringt vor allem für die Lehre am Fachbereich Gesundheit der THM einen bedeutenden Gewinn. Denn wir können das Seniorenzentrum der AWO als Lehrpflegeeinrichtung nutzen und damit die akademische Ausbildung in unseren medizinnahen Studiengängen noch praxisnaher gestalten.“ So kommentierte Prof. Dr. Keywan Sohrabi, Prodekan des Fachbereichs, den Abschluss eines Kooperationsvertrags zwischen der Hochschule und der Gemeinnützigen Gesellschaft für Soziale Dienste der AWO Stadtkreis Gießen.
Das Abkommen regelt die Zusammenarbeit der Partner in Lehre und Forschung. Die AWO übernimmt zum Beispiel die Aufgabe, Studierende bei Praktika, Projektarbeiten und Abschlussarbeiten (Bachelor und Master) zu betreuen. Auf dem Feld der Forschung wird der Wohlfahrtsverband an interdisziplinären Projekten mitwirken, die der Entwicklung neuer Technologien, Software und Prozesse dienen. Das Seniorenzentrum Albert-Osswald-Haus der AWO Gießen übernimmt dabei wichtige Funktionen und erhält die Bezeichnung „Lehrpflegeeinrichtung für Gesundheitswissenschaften der Technischen Hochschule Mittelhessen“.
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Die AWO Gießen wird somit Partner sein auf dem Weg der Weiterentwicklung, gerade hinsichtlich einer praxisorientierten Ausbildung. Für Jens Dapper, Geschäftsführer der AWO Gießen, ist gerade der Aspekt der gegenseitigen fachlichen Ergänzung von herausragender zukunftsweisender Bedeutung. „Die Kopplung Praxis und Erfahrung mit Theorie und Lernen bietet Chancen für die Studierenden, aber auch für unsere langjährig in der Pflege und im Management tätigen Mitarbeiter*innen“. Denn „…nur mit einer solchen Vernetzung von Lehre und angewandter Praxis wird es gute und vor allem praxistaugliche Anwendungen und Verbesserungen in der Pflege geben, die wir dringend benötigen“.
Präsident Prof. Dr. Matthias Willems und Prof. Sohrabi unterzeichneten in einer Feierstunde an der THM den Vertrag. Für die AWO unterschrieb deren Geschäftsführer Jens Dapper, der in seinem Grußwort den großen Handlungsbedarf in der Pflege betonte. Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die als Gast teilnahm, begrüßte die Kooperation als neuartig in Hessen. Sie entspreche den gesellschaftlichen Anforderungen und fördere technische Lösungen in der Pflege.
Der Erfolg dieser Kooperation und das gemeinsame Treiben von Themen durch Hochschule und Unternehmen wird auch eine Frage von Kultur sein. Denn die heute schon möglichen digitalen Anwendungen im Pflegebereich stoßen auf Widerstände und Unkenntnis seitens der Anwender und Nutzer*innen. Es stellt sich in der Sozialwirtschaft eher die Frage, warum die Digitalisierung nicht in der Sozialwirtschaft ankommt? Das sich Öffnen für solche neuen Wege, gerade in einem historisch gewachsenen starren Umfeld einer Pflege, wird eine mindestens genauso große Herausforderung sein, wie das inhaltliche gemeinsame Gestalten der Zukunftsthemen.
In einem Fachvortrag informierte Dr. Holger Thiemann, Koordinator für Pflege und Organisation am Fachbereich, über Trends in der Gesundheitswirtschaft. Dabei nannte er unter anderem die Digitalisierung in der Medizin (eHealth) und als Herausforderung in näherer Zukunft die adäquate medizinische Versorgung der Bevölkerung auf dem Land. Über die „Pflegerische Versorgung der Zukunft“ referierten die Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Denise Binder und Ramona Rühl.

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