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„Weckruf für die Grundschulen“ - aber was sind die Ursachen?

Gießen | „Weckruf für die Grundschulen“ - IGLU stellt mittelmäßige Lesefähigkeit fest

Die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, kurz IGLU, hat ergeben, dass deutsche Grundschüler im internationalen Vergleich bei der Lesefähigkeit nur noch mittelmäßig abschneiden.

Altersgenossen in 20 Staaten schnitten deutlich besser ab. Im EU-Vergleich liegt mehr als die Hälfte der anderen Teilnehmerländer vor Deutschland, darunter Irland, Polen, Schweden und Bulgarien. Noch 2012 hatten deutsche Grundschüler im weltweiten Vergleich im oberen Leistungsdrittel gelegen.

In dem Artikel der dpa aus Berlin steht, dass die Schulen den „sozialschwachen Familien“ heute noch weniger zum Erfolg verhelfen als 2001.

Die Ursachen sind aber meiner Meinung: Marode Schulen, zu große Klassen, große Qualitätsunterschiede beim Kita-Angebot, Fachkräftemangel, reformbedürftige Lehrkräfteausbildung, zu kleines BAföG für zu wenige Studierende und schlechte Bezahlung der Lehrkräfte in der Weiterbildung. Die Bedarfsliste im Bildungsbereich ist lang.

Mein Hauptproblem hier ist, dass wiederholt von „sozialschwachen Familien“ gesprochen wird.
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sozial Schwache (3)Leseförderung (12)Lesefähigkeit (1)Iglu (4)GEW (5)Bildungspolitik (32)Bildung (386)
Es sind aber ganz klar nicht „sozial Schwache“, sondern „finanziell Benachteiligte“ gemeint. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Einkommen und einem zur Verfügung stehenden Vermögen auf der einen und der sozialen Kompetenz des bezeichnenden Menschen auf der anderen Seite. Als „sozial“ im eigentlichen Sinne werden Menschen mit Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Fürsorglichkeit und Altruismus beschrieben.

„Sozial schwach“ sind im eigentlichen Sinne des Wortes eher Menschen, denen das Leid anderer völlig egal ist.
Also Menschen mit grenzenlosem Egoismus, ausgeprägtem Kosten-Nutzen Kalkül und ein Verhalten, das andere Menschen zur eigenen Profitmaximierung ausbeutet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert deutlich mehr Geld für die Grundschulen und gezielte Leseförderprogramme. Zudem müssen die Ganztagsangebote ausgebaut werden.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, nannte es "peinlich", dass die Herkunft der Kinder maßgeblich über ihren Bildungserfolg entscheide.

Man könnte also rückschließen, dass es sozial schwach ist, kein Geld in die Bildung zu investieren und in Kauf zu nehmen, dass Kinder immer schlechter lesen und schreiben lernen. Bildung ist ein Menschenrecht ! Alle Kinder haben das gleiche Recht auf Bildung und kulturelle Teilhabe, egal wo sie geboren werden.

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Martina Lennartz
5.169
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 11.01.2018 um 12:40 Uhr
https://www.sdaj.org/blog/2018/01/10/studie-ergibt-nix-neues-reiche-kids-im-vorteil/
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von:  Martina Lennartz

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Interessensgebiet: Gießen
Martina Lennartz
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