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Kunst längs der Lahn - nur noch bis zum 13.10.2017

"Die Alte Lahn" von Bilal Yaya nach historischer Karte entworfen
"Die Alte Lahn" von Bilal Yaya nach historischer Karte entworfen
Gießen | Vor einiger Zeit, als ich mit dem Rad auf dem Weg zur Post war, sah ich auf der Lahnwiese am Wehr bei den Stadtwerken ein paar junge Leute mit Holzlatten hantieren. Als ich ein, zwei Tage darauf wieder an der Stelle vorbei kam, stand dort eine Art Tor aus sich verzweigenden Holzstücken. Ich maß dem zunächst keine besondere Bedeutung zu, und ohne den Beitrag Herrn Busses hier in der GZ, wäre mir möglicherweise entgangen, dass es sich dabei um einen Teil einer Kunstaktion des Instituts für Kunstpädagogik der Gießener Universität handelt.

Da der "Kieselstein" in Herrn Busses Beitrag wohl weniger als Kunstobjekt, denn als Stein des Anstoßes empfunden wurde, wollte ich mir selbst ein Bild davon machen und fuhr am folgenden Tag den Radweg links der Lahn zum Standort am Heuchelheimer See. Nach dem Passieren der "Bridge over Troubled Water" über die Wieseck wurde mir schnell klar, dass es nicht um ein einzelnes Kunstobjekt ging, sondern dass es sich um eine größere Kunstaktion handeln musste.

Auf meiner Radtour entdeckte ich
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dann auch acht Objekte (insgesamt sollen es neun sein) beidseits der Lahn zwischen Heuchelheimer See und Wehr an der Klinkelschen Mühle. Kleine Tafeln nennen Titel und Künstler und weisen auf das Institut für Kunstpädagogik der Uni Gießen und die Lahnpark GmbH als Träger der Aktion hin. Wenn man wie ich nicht an der "Wanderausstellung" am 30.9.2017 teilgenommen hat, wo man hätte mehr erfahren können, kann man sich diese Informationen aus der Pressemitteilung des IfK holen.

Herrn Busses Beitrag hatte bei mir den Eindruck entstehen lassen, dass hier Kunst in ein Naturschutzgebiet gesetzt wurde. Dem ist zum Glück nicht so, alle Objekte befinden sich zwar in der Natur, aber in bereits zur Naherholung genutzter, sei es als Liegewiese, Sportfeld oder Anlage. Naturschutz und -veränderung werden aber mit Witz und Einfallsreichtum thematisiert. Sei es, dass das Objekt "Die Alte Lahn" den in der Geschichte veränderten Lahnverlauf, das Objekt "Landschaftsnarben" Eingriffe in die Landschaft oder das Objekt "Neophyten" das durch Klimawandel und Tourismus verursachte Auftreten fremder Arten anspricht.

Kunst in der Natur hat im Gegensatz zu der im Museum die Eigenschaft, veränderlich zu erscheinen, je nach Tageszeit und Witterung ändern sich Farben, Schatten und Oberflächeneindrücke. Leider soll sich die Ausstellung nur noch bis zum 13. Oktober fortsetzen, wer sich also selbst einen Eindruck verschaffen will, muss sich beeilen.

"Die Alte Lahn" von Bilal Yaya nach historischer Karte entworfen
"View of Point": Blumentopf" von Timotheus Büttner, ein Spiel mit der Illusion
"Landschaftsnarben" von Jannik Sygusch
"Landschaftsnarben" - wie geklammert
"Lahnblicke" von Nelli Andrejew und Denise Peter
Mondriansche Flächenaufteilung, teils mit durchsichtiger teils Spiegelfolie bespannt, so dass von vorn wie hinten die Lahn immer im Blick bleibt
Lahngold, so der Eindruck in der Abendsonne
Die "Neophyten" von Jan Portig
"un│natural" von Hannah Schacht
Das Objekt "Form der Verzweigung" von Anna Katherina Erken scheint leider Opfer von Sturm oder Vandalen geworden zu sein
Karte der Lahnpark GmbH am R7 bei Heuchelheim
Kartenausschnitt mit Dutenhofener u. Heuchelheimer See, Radwege:gelb - Wanderwege:rot - Lahn:blau - Schutzhütte: blinkt lila

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Kommentare zum Beitrag

Otmar Busse
393
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 10.10.2017 um 14:26 Uhr
Es ist nicht das Kunstobjekt, der "Kieselstein", der in meinem Beitrag ein "Stein des Anstoßes" sein soll, denn wenn diese Kunst, wie sie auch ihre Fotos zeigen und wie von Ihnen beschrieben, sich in bereits zur Naherholung genutzter Natur befinden, dann ist die Sache an sich ein akzeptables Projekt.
Um die dennoch in dieser Sache verbleibende, sagen wir mal, mulmige Befindlichkeit seitens der BI "Schützt die Lahnaue e.V." verständlich zu machen, zitiere ich hier aus einem Zeitungsartikel v. 2. Juni 2017 in der WNZ eine Aussage des Projektleiters Jörg Wagner : "Wir sind in der Ideenphase, es geht um Recherche, was sich ortsbezogen herstellen lässt. Es sei zu erkunden, was sich sowohl mit dem als auch vor Ort machen lässt, was man im/mit dem Gelände machen kann. In spannenden Bereichen etwa, deren Regeln man respektieren müsse und wolle - zum Beispiel das Naturschutzgebiet oder der Campingplatz."
Und jetzt kommt der Satz der für die BI durchaus "Stein des Anstoßes " ist : "Beides biete interessante Themenansätze, die in der aktuellen "Rechere-Probier-Kennenlern-Phase" zunächst ausgelotet werden".
Also sind demnach auch die Naturschutzgebiete offenbar nicht sicher vor diesem Kunstprojekt.
Ich habe absolut nichts gegen Kunst, möchte mich eher als kunstinteressiert bezeichen, aber spätestens an dieser Stelle schrillen bei mir die Alarmglocken und ich verstehe nicht wie man auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwenden kann, Naturschutzgebiete in dieses Projekt ggf. mit einzubeziehen.
Auf neudeutsch ... das ist ein absolutes "no go". Und von daher, Herr Zeun, sehen sie es mir bitte nach, wenn mein Artikel zum Thema Kunst in der Lahnaue, Kunst im Lahnpark, geprägt duch meinen Herzschlag für eine geschützte Lahnaue, ein wenig kritisch ausfällt.
Bernd Zeun
10.311
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 23:46 Uhr
Ich gebe zu, Herr Busse, wenn man die genannten Zitate liest, können durchaus Befürchtungen in Bezug auf die Naturschutzgebiete aufkommen. Der Artikel erschien ja ca. dreieinhalb Monate vor dem Projekt und es ging anscheinend nicht daraus hervor, welchen zeitlichen und räumlichen Umfang es einnehmen sollte und ob es ein einmaliges sein würde oder weitere folgen sollen.
Otmar Busse
393
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 11.10.2017 um 10:50 Uhr
Darf man dem bereits erwähnten Zeitungsartikel glauben, dann ist es mit dieser, der "Recherche-Probier-Kennenlern-Phase", wohl eher der Anfang.
Zitat aus v.g. Artikel der WNZ : "Wagner (Seminarleiter dieses Projekts) ist gespannt, was seinen Schützlingen so alles einfällt.Das Seminar sei eben auch ein Prozess, so wie der Lahnpark sich entwickele. Da könne es für die Verantwortlichen dort ebenso spannend sein zu sehen, wie andere Menschen einen anderern Umgang, einen neuen Zugang zum Lahnpark finden. Eventuell könnte sich ein Beitrag mit der Verbotskultur befassen, sinniert Wagner. Mit Sicherheit dürfte es nicht um die schönsten Naturbilder gehen, es gehe darum, ein fremdes Land zu erkunden, nicht zufällig heißt das Seminar ja auch -Expedition Lahnpark- . Mit der Ausstellung vor Ort soll das Projekt aber nicht abgeschlossen sein. Wagner sieht es vielmehr als Anfang aus dem sich Weiteres entwickeln könnte für seine Bachelor-,Master- und Lehramtsstudenten."

Die Frage, welchen zeitlichen und räumlichen Umfang es einnehmen könnte, ist damit leider nicht zu beantworten. Es bleibt eher bei " Alles kann, nichts muss".
Nicole Freeman
8.325
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 11.10.2017 um 11:13 Uhr
in der lahnaue kann es nicht! Ein Naturschutzgebiet sollte auch ein Naturschutzgebiet bleiben!
Hier hat der Mensch eben nicht die erste Geige zu spielen!
Es gibt wenige Fleckchen die noch so intakt sind. Je weniger ,,Spaziergänger,, auf den nicht vorhandenen Wegen rumlaufen um so besser. Leider kommen ja entgegengesetzt dessen was mal gesagt wurde wieder neue wege dazu. Immer mehr wege, die das Naturschutzgebiet in teilstücke zerreissen. Die Tier und Planzenwelt braucht aber ungestörte Fläche zum wachsen und Brüten, zum Überwintern. Schaut man sich die Karte der Lahnpark GMBH mal an findet man wege die nicht existieren.
Z.B. Der Radrundweg am See. Der führt durch den FKK Bereich.
Im Winter funktioniert das aber im Sommer ist dort der Durchgang Verboten, eben weil FKK Bereich. Dann direkt am Teich links von der Beobachtungshütte bei Atzbach. Da gibt es keinen Radweg, nur Wiese vor dem Storchennest. Die Wiesen in Teichnähe sind aber wichtiges Überwinterungs- und Rastgebiet für viele Zugvögel. Im Sommer Brutgebiet. Wenn der Mensch da ständig durchläuft werden die Tiere gestöhrt und das darf in einem Naturschutzgebiet einfach nicht passieren!
Bernd Zeun
10.311
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 21:29 Uhr
Auf welcher Karte ist denn ein Radrundweg um den See und durch das FKK-Gebiet eingezeichnet? Und bei der Beobachtungshütte verläuft doch schon der Radweg von Dutenhofen nach Atzbach, den benutze ich regelmäßig.
Nicole Freeman
8.325
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.10.2017 um 01:36 Uhr
die karte steht an der bieberbachbrücke.
der radweg von dutenhofen nach atzbach ist gut ausgebaut.
wenn sie an der hütte stehen und nach atzbach schauen geht es laut karte rechts rum richtung heuchelheim. da ist aber nur wiese.
Bernd Zeun
10.311
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 12.10.2017 um 09:50 Uhr
Danke, muss ich mir mal ansehen, auf der interaktiven Karte auf der website der LP GmbH ist nämlich nichts davon zu sehen.
Peter Herold
26.150
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 11:11 Uhr
Ohne die Details zu kennen und mich dazu zu äußern. Nicole hat sicher recht und die Warnung von Herrn Busse ist sicher nicht von der Hand zu weisen.
Aber hier stehen doch die Bilder momentan im Vordergrund. Meine Favoriten sind Bild 2, 7 und 8. Danke dafür Bernd.
Bernd Zeun
10.311
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 14.10.2017 um 22:58 Uhr
Ich habe mir heute die Karte am Lahntalradweg bei der Überquerung des Bieberbach angesehen, darauf ist allerdings nichts eingezeichnet, was nicht heute schon als Wanderweg oder Radweg existiert. Es gibt keinen eingezeichneten Radrundweg am See, der durch das FKK-Gelände führt, und an der Beobachtungshütte führt überhaupt kein offizieller Radweg vorbei, sondern der Weg zwischen Dutenhofen und Atzbach ist als Wanderweg eingezeichnet. Er wird zwar von Einheimischen, auch mir, als Radweg genutzt, die Radwanderer fahren aber von Gießen kommend entweder rechts oder links der Lahn auf ausgeschilderten Radwegen bis zur Brücke in Dorlar, dort vereinigen sich beide Radwege und es läuft nur noch ein Radweg rechts der Lahn dem Ufer folgend nach Naunheim und weiter nach Wetzlar.
Man darf natürlich nicht den Fehler machen, dass man auf der Karte den Verlauf der Lahn als Radweg ansieht. Deshalb habe ich noch zwei Bilder der Karte der Lahnpark GmbH angefügt und hier seien noch einmal die Wegfarben erklärt: Gelb - Radwege, Rot - Wanderwege, Blau - die Lahn! Auf dem Ausschnittbild habe ich links zur Orientierung lila blinkend die Lage der Beobachtungshütte markiert.
Das einzige was momentan auf der Karte nicht stimmt, ist, dass das Stück Radweg von der Landstraßenbrücke in Dorlar bis zur Autobahnbrücke zur Zeit wegen der Bauarbeiten an letzter gesperrt ist und der R7 ein Stück durch Dorlar und über Waldgirmes nach Naunheim geführt wird.
Es sollten also besser keine Gerüchte in die Welt gesetzt werden, schon damit das nicht auf die BI zurück fällt und sie schlimmstenfalls unglaubwürdig macht.
Nicole Freeman
8.325
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 15.10.2017 um 07:05 Uhr
danke das sie es berichtigt haben. ich habe diese blaue linie auf der landschaftsaufnahme als radweg angesehen. sorry!
Hallo Lieber Leser
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von:  Bernd Zeun

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