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Bundestagsdirektkandidaten im Stadttheater- auf den Brettern die die Welt bedeuten- erklären, was sie bewegen wollen

Prof. Claus Leggewie
Prof. Claus Leggewie
Gießen | Am 17.09.2017 startete die 4. Veranstaltung "Ratschlag über die Zukunft unserer Stadt" im Rahmen der bundesweiten Aktion "Die offene Gesellschaft" im Gießener Stadttheater. Die etwa 150 Zuschauer saßen direkt auf den Brettern, die die Welt bedeuten und die Kandidaten verstreut zwischen ihnen.

Wie vertreten Abgeordnete die Interessen der Region in Berlin? Was haben sie in den letzten Jahren geleistet? Diese und andere Fragen beantworteten die Kandidaten in einer kurzen Vorstellungsrunde.

Anschließend konnten die Zuschauer den Kandidaten gezielt Fragen stellen. Prof. Claus Leggewie und Marko Karo von der Justus-Liebig-Universität moderierten gekonnt den sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Dialog. So saßen auf der Bühne Direktkandidaten aus der Region für die anstehende Bundestagswahl und ehemalige Kandidaten.

Es sollte eigentlich nicht zentral um die große Weltpolitik gehen, sondern darum, wie Politiker die Region vertreten, dennoch wurden genau diese Punkte von den Zuschauern angesprochen, da das die Dinge sind, die die Wählerinnen und Wähler als Maßstab nehmen werden, wo sie ihr Kreuz platzieren.

An der Diskussion beteiligten sich die Politiker Prof. Helge Braun (CDU), Ali Al-Daliami (Die Linke), Eva Goldbach (Bündnis 90/Die Grünen), Matthias Körner (SPD), Tom Koenigs (Bündnis 90/Die Grünen), Wanja Lange (IL/MLPD), Henning Mächerle (DKP), Uwe Schulz (AfD), Wolfgang Greilich (FDP, Vertretung für Dr. Hermann Otto Solms) und Diego Semmler (Freie Wähler).

Die Dekoration übernahm die Gesamtschule Gleiberger Land, die sich mit dem Thema Wahlplakate kritisch auseinander gesetzt hat. Jeder mag den Witz/Ironie/Satire selbst erkennen. Die Plakate befinden sich am Ende der Fotogalerie.

Im Folgenden ein paar Zitate und Antworten, die mir persönlich haften blieben- ohne weitere Kommentare.
Meine Gefühle lagen zwischen entsetzt, belustigt und interessiert.
Weitere Kommentare können die Leserinnen und Leser unter diesem Beitrag versuchen.

Herr Schulz, wie wollen Sie die Flüchtlingskrise lösen?
- „ Wir müssen die Digitalisierung verbessern und die Genderstühle an Hochschulen abschaffen“

Herr Braun, hören Sie eigentlich auch den ehrenamtlichen Helfern zu?
- „Ja, wir werden auch einen Preis für das Ehrenamt ausschreiben.“

Herr Al-Dailami, was wollen Sie gegen das Flüchtlingsproblem unternehmen?
- „ Da muss eine vernünftige Integrationspolitik betrieben werden, da helfen auch keine Preise für einzelne Ehrenamtler. Integration durch Geld für Bildung wäre eine der ersten Maßnahmen.“

Tom Koenigs
Tom Koenigs

Herr Semmler, was wollen Sie gegen die Flüchtlingskrise unternehmen?
- „Wir müssen lernen miteinander zu reden.“


Herr Schulz, was wollen Sie tun um die Armut zu bekämpfen?
- „Darauf habe ich keine Antwort.“


Herr Braun, was wollen Sie gegen die Armut in diesem Land unternehmen?
- „Wir haben keine zunehmende Armut, diese nimmt seit 2011 stets ab. Wir haben 2,5 Mio mehr Arbeitsplätze geschaffen.“


Herr Mächerle, wem wollen Sie denn Privateigentum abnehmen?
- „Wir sind für die Verstaatlichung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Wir brauchen die gesellschaftlich Planung der Produktion.“


Herr Schulz, auf einem ihrer Wahlplakate steht "Hol dir dein Land zurück". Auf dem Plakat ist das Matterhorn. Ist die Wiedereingliederung des Matterhorns in Gänze vorgesehen?
- „Da ist ein Versehen. Das ist ein Plakatmotiv aus alten Tagen aus einer Reihe, in der es um Berge ging.“


Herr Semmler, was sagen Sie zum bedingungslosen Grundeinkommen?
- „Es gibt kein Recht auf Faulheit.“


Marko Karo und Wolfgang Greilich
Marko Karo und Wolfgang Greilich
Herr Al Dailami, was halten Sie vom bedingungslosen Grundeinkommen?
- „Ich halte nichts davon, denn dann würden auch die ganzen Millionäre das Geld erhalten. Im Übrigen kann man 670.000 Arbeitsplätze schaffen, wenn man die ganze ehrenamtliche Arbeit in Arbeitsplätze umwandelt."


Herr Schulz, wer soll eigentlich die Rückreise der ganzen Flüchtlinge bezahlen?
- „Am besten lässt man die mit einem Schiff über einen Kanal direkt nach Afrika fahren.“


Herr Körner, was halten Sie von der betrieblichen Selbstbestimmung?
- „Das ist keine Aufgabe für Parlamentarier, das sollen die Gewerkschaften aushandeln. Ich komme auch bei den Betrieben vorbei und gebe Hilfestellungen.“


Herr Mächerle, was halten Sie von der betrieblichen Selbstbestimmung?
- „Das Betriebsverfassungsgesetz muss erweitert werden und den Betriebsräten auch und vor allem im wirtschaftlichen Bereich volle Mitbestimmung ermöglichen werden.“

Eines darf bei der ganzen Diskussion nicht vergessen werden:
So interessant, lustig und traurig der Wahlkampf auch ist, passt das Zitat von Kurt Tucholsky.

"Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten.“
Aus diesem Grund bleibt nur, den Weg des Widerstands zu wählen!

Prof. Claus Leggewie
Tom Koenigs
Marko Karo und Wolfgang Greilich
Eva Goldbach
Uwe Schulz
Henning Mächerle
Helge Braun
Diego Semmler
Wanja Lange
Ali Al Dailama

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.09.2017 um 22:02 Uhr
Ich habe schon gewählt
Christian Momberger
10.939
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 18.09.2017 um 22:27 Uhr
Danke für den Beitrag Martina. In der Tat kann man über die ein oder andere Antwort die gestern Abend gegeben wurde nur fassungslos den Kopf schütteln und/oder sich Ärgern über z.B. soviel mangelnde historisch-politische und geographische Bildung eines Kandidaten, der leider auch noch gute Chancen hat für Gießen über seine Landesliste in den Bundestag einzuziehen.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.09.2017 um 22:50 Uhr
Was vor der Wahl erzählt wird ...
Wird nach der Wahl eh meist vergessen.
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.09.2017 um 00:29 Uhr
Die ganze Veranstaltung war eine reine Werbeveranstaltung für die bürgerlichen Parteien, insbesondere für CDU und SPD, auch die GRÜNEN konnten reden so lange und so viel sie wollten...

War noch zu Beginn der Veranstaltung vom Veranstalter darauf hingewiesen worden, dass die "kleinen" Parteien genauso zu Wort kommen sollten wie die "großen", so war davon in der Realität nichts mehr davon zu spüren, eine mehr als langatmige Einstiegsbefragung ( und Selbstdarstellung ) von CDU ( Braun ) und GRÜNEN ( Königs ) war schon teilweise grotesk.
In der Einladung wurden die Kandidaten zur Vorbereitung darauf hingewiesen, dass sie sich zu Beginn in einem maximal 90(!) Sekunden Redebeitrag vorstellen könnten, aber selbst diese "großzügigen" 90 Sekunden wurden ihnen nicht gewährt, stattdessen stellten die Moderatoren den Vertretern der so genannten kleinen Parteien - zum Teil etwas dämliche - Fragen.

"Gut gemeint und schlecht gemacht", so könnte man das Fazit ziehen wenn man es noch gut mit den Veranstaltern meint...
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 00:37 Uhr
Ich habe schon gewählt. Nach Vorgabe von Erdogan
Martin Wagner
2.289
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 09:05 Uhr
Ich war anwesend. In weiten Teilen kann ich die Einschätzung von Stefan W. unterstützen.

Ich will den Veranstaltern nicht böse Absicht unterstellen, aber das von ihnen propagierte Motto "Chancengleichheit für alle Direktkandidaten" wurde nicht eingehalten. Die Kleinen wurden mit ein paar Brotkrümel am Tisch der Großen abgespeist. Ellenlange Ausführungen von den Alten (langjährigen Bundestagsabgeordneten) mit stark anektodischen Geschichten aus Berlin (gähn, gähn ....) raubten die Zeit für inhaltliche Auseinandersetzung.

Ich denke die Veranstalter sollten die Moderatoren wegen Unfähigkeit austauschen. Die beiden Professoren haben es einfach nicht gebracht. Selbstverliebt und sichtbar mit den Großkopfeten auf schmeichelnder Tuchführung. Da war die Frau vom Theater (sie hatte eines der Saalmikrophone) schon besser.

Wenn so ein Anspruch formuliert wird, dann muss der Veranstalter auch Leute als Moderator suchen (die gibt es sicher) die mit dem herrschenden Block nichts am Hut haben und deswegen sich trauen dem Dauergebrabbel der Vollprofis einfach durch Wortentzug den Hahn abzudrehen. Denn die sind nicht dumm, da kommen dann (nachdem sie anstatt 90 Sekunden schon ein paar Minuten geredet haben) so Halbsätze wie ... ich möchte den Gedanken bis zu Ende führen ... und dann reden die noch 1 bis 2 Minuten.

Teilweise waren die Kandidaten der Kleinen disziplinierter (oder sollte ich dümmer schreiben). Die waren vorbereitet und haben wirklich nur 90 Sekunden gesprochen. Anstatt dafür aus dem Publikum mit Applaus gelobt zu werden wurde Missmut geäußert. Das hing dann auch damit zusammen, dass du bei kompliziertenen Fragestellungen halt in einer so kurzen Zeitspanne den erfragten Sachverhalt nicht rüber bekommen (oder eben nur sehr parolenhaft) kannst. Das führt dann zu den oben wieder gegebenen in sich dann obskur zu bezeichneten Schlaglichtern. Damit wird man den einzelnen Kandidaten (zumindest einigen davon) nicht gerecht. Die haben mehr drauf, als was die klitzekleinen Aussschnitte zu signalisieren scheinen.

Was mich erstaunt hat war, das zwei Vertreter der Partei "die Nato-Grünen" reden durften. Also liebe Veranstalter bitte demnächst etwas mehr darauf achten, dass eure persönliche Präferenz nicht so deutlich wird. :-)
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 09:23 Uhr
Ich habe schon gewählt. Da kann reden wer will. Ich denke mir mein Teil und klebe nicht mehr an einer Partei z. B. SPD. Heute nicht mehr wählbar. CDU kam noch nie in Frage, genau wie die GRÜNEN. FDP einmal und nie wieder. AfD ist nicht wählbar. Da bleibt nicht mehr viel übrig.
Aber ich habe gewählt.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 09:40 Uhr
Wie lange hat diese Veranstaltung denn gedauert?
Wenn so viele Teilnehmer sich mit qualifizierten Aussagen äußern sollten, hätte sie sehr lange dauern sollen!
Und hat Martina sich vielleicht die "schönsten" Sätze heraus gesucht?
So, wie das hier geschildert wird, war wenigstens der Veranstaltungsort richtig gewählt: Für ein Stück absurdes Theater!
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.09.2017 um 09:57 Uhr
Peter, wie oft willst du denn noch schreiben, dass du bereits gewählt hast? Man sollte bei Kommentaren nicht immer die eigene Person in den Mittelpunkt stellen, kommt nicht besonders gut rüber, oder?

Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber die Veranstaltung dauerte über 2 Stunden, wahrscheinlich länger... allein schon der merkwürdige Selbstdarstellungspart von Braun und Königs zog sich "gefühlte" Stunden hin.
Tja, mit den Zitaten ( vor allem auch die, die fehlen ) ist das immer so eine (Positions)-Sache, oder anders ausgedrückt, es kommt halt immer drauf an "wer" hier einen Beitrag einstellt... man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Herr Mächerle von der DKP mit im Mittelpunkt der Diskussion gestanden hätte, was aber in der Realität nicht der Fall war ( siehe Kommentar von Martin Wagner )
Martina Lennartz
5.012
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 10:16 Uhr
Zu den bisherigen Kommentaren:
* Die Frau vom Theater mit dem Saalmikro war Frau Catherine Milville (Intendantin).
* Königs hatte eingangs 5 Min. Redezeit, dann folgte Braun mit 6 Minuten usw. Die Kandidaten der kleinen Parteien hatten zwischen 50 sec und 1: 20 Min. Ich hatte wirklich die Zeit genommen, da ich eine Verfechterin des gerechten und konsequenten Zeiteinteilen bin. (Stichwort: Sanduhr).
* Ich habe Henning nicht in den Mittelpunkt gestellt. Ich habe ihn- wie Ali- zwei mal zitiert. Er hat gute Beiträge geleistet, keine Frage. Ali fand ich an diesem Abend sogar besser in seiner Rhetorik und seinen inhaltlich guten Argumenten.
* Natürlich habe ich die Sätze gezielt gewählt. Das steht oben auch im Beitrag.
* Ja, die Veranstaltung dauerte 2 Std. und 10 Minuten.
* Fehlende Zitate können hier noch gerne ergänzt werden.
* Zwei Kandidaten der Grünen einzuladen, fand ich auch nicht gerecht.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 10:17 Uhr
Ich will damit nur ausdrücken; auf allen Kanälen seit Woche kein anderes Thema. Steht mir bis oben an ...
und indirekt eine Wahkempfehlung für eine Partei ;-))
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 10:18 Uhr
Ich will damit nur ausdrücken; auf allen Kanälen seit Woche kein anderes Thema. Steht mir bis oben an ...
und indirekt eine Wahlempfehlung für eine Partei ;-))
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.09.2017 um 11:03 Uhr
Nun Peter, es ist nunmal Bundestagswahlkampf, was mir "bis oben" steht, dass die eigentlich wichtigen Themen wie z.B. "drohende Umweltkatastrophe", "Alters- und Kinderarmut", "Kriegsgefahr / Aufrüstung / Waffenexporte" usw. usf. so gut wie keine Rolle im Wahlkampf und in den Medien spielen, stattdessen wird sich in jeder Talkshow am Thema "Flüchtlinge" abgearbeitet, so als gäbe es kein anderes Thema, das die Menschen beschäftigt...

Martina, es war eine Antwort auf Fragen von Frau Barthel. Vielleicht Zufall, vielleicht auch nicht, du erwähnst / zitierst weder Eva Goldbach, Wanja Lange noch Wolfgang Greilich. Sicher wer es jetzt unbedingt für erforderlich hält könnte dies ergänzen oder sich die örtliche Presse durchlesen, da werden zumindest alle Kandidaten zitiert...
Ob die Beiträge nun von diesem oder jenem gut oder schlecht waren ist wie immer Ansichtssache, ich kann wie du auch nur meine persönliche Meinung schreiben. Zu den von dir Angesprochenen =
- sollte Henning wirklich eine "Verstaatlichung - statt Vergesellschaftung - der Produktionsmittel" gefordert haben, vielleicht sogar noch im kapitalistischen System, dann ist das aus meiner Sicht kein guter Beitrag ( ich habe aber nicht mitgeschrieben, ich denke nicht, dass er das so wie von dir zitiert gesagt hat, oder? )
- Ali ist ein guter Redner, er trifft die Emotionen der Zuhörer und Zuhörerinnen recht gut kann die Stimmung gut einschätzen... aber war er deshalb wirklich "besser"? Meiner Meinung nach nein, im Gegensatz zu Henning oder Wanja, bewegt er sich in seiner Argumentation immer innerhalb des kapitalistischen Systems, betonte sogar, dass für ihn eine Koalition mit SPD und GRÜNEN nicht ausgeschlossen ist... also = nix Neues in Sachen Linkspartei....
Martin Wagner
2.289
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 11:27 Uhr
Anknüpfend an den Kommentar von Stefan W. (aber auch zu meinen vorherigen eigenen Kommentar) möchte ich auf einen Zusammenhang hinweisen. Es geht - und ich möchte so Stefan W. inhaltlichen Ausführungen (welche ich so grob teile) ergänzen - nicht nur um die "Durchschlagkraft" von politischen Argumenten, sondern auch um eher technische Voraussetzungen.

Dies wiederum (Ausnahme der Vertreter der Partei "Die Linke" - er ist wohl durch seine jahrelange Mitarbeit in seinem Parteivorstand in Berlin schon Profi geworden) betrifft in erster Linie die Jungen. Sie sind persönlich stark engagiert verfügen aber (noch) nicht über das Handwerkszeug der Profis. Das ist mir besonders bei den Direktkandidaten der "Freien Wähler" und der Internationalistischen Liste / MLPD aufgefallen. Natürlich haben sie etwas zu sagen, aber sie vermochten nicht mehr Redezeit für sich rauszuschlagen (wie die Profis) und dadurch konnten sie nur völlig verkürzt (und somit bei vielen Zuhörern nur phrasenhaft oder plakativ) über die Rampe kommen.

Ich wünsche den Jungen viel Ausdauer. Lasst euch nicht deswegen entmutigen. Bleibt dabei und kämpft für eure Positionen.

Das ist aber nur die eine Seite. Die Moderatoren waren Professoren. Ich gehe davon aus, dass das sehr schlaue Leute sind. Denen müßten eigentlich die fiesen Tricks der Vertreter des herrschenden Blockes bekannt sein. Deswegen finde ich es ja so schade, dass sie - quasi als ausgleichende Gerechtigkeit - den Vielschwätzern nicht einfach den Ton abgedreht haben, wenn die masslos ihre Redezeit überschritten. Und bitte komme mir keiner von wegen Zensur oder so. Du brauchst doch nur die Glotze anzumachen und du wirst mit dem Gelalle der herrschenden Parteien vollgesabbelt. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn dann im Stadttheater auch die anderen politischen Kräfte mal in ausreichendem Zeitrahmen zu Wort gekommen wären.

Der Kandidadt der DKP ist was das Alter und die Fertigkeiten irgendwo zwischen "Jungspunden" und "Alten" einzuordnen.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 14:57 Uhr
Ja Stefan. Mit deinem 1 Absatz triffst du den Nagel. Da hat mir am meisten gest...., dass sich die Kanzlerin für das Duell mit Schulz herausnahm, und das Fernsehen darauf einging, dass sie die Themen bestimmte, zu denen sie gefragt werden sollte.
Flüchtlinge und Türkei.
Bisschen wenig denke ich. Aber ..... woher kommt bloß diese Zustimmung? Sind die Bürger Deutschlands wirklich so satt und zufrieden?
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 18:21 Uhr
Zwei Vertreter der Grünen einzuladen, finde ich ebenso wenig berechtigt wie
die Teilnahme von drei linken Parteien.
Einige Teilnehmer weniger und ein Verzicht auf die Vorstellungsrunde in dieser Form, (differenzierte Antworten auf schwierige Fragen kann man im Twitterformat nicht geben!), hätten der Diskussion gut getan, die insgesamt doch so schlecht nicht war.
Ich glaube übrigens nicht, dass eine nennenswerte Anzahl von Wählern sich
durch so eine Veranstaltung in seiner Entscheidung beeinflussen lässt.
Noch etwas zu Martin Schulz: Wenn er sich noch nicht einmal bei der Frage der Themenwahl durchsetzen kann........
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 18:25 Uhr
Warum stellen Sie ihm diese Frage nicht?
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.09.2017 um 20:18 Uhr
Ob nun 1, 2 oder 3 Vertreter der linken Parteien, das hat ausschließlich etwas mit der Anzahl der Direktkandidaten im Wahlkreis zu tun. Und wenn es nunmal 3 linke Direktkandidaten aus verschiedenen Parteien gibt, dann sind diese natürlich auch einzuladen, genauso wie alle Kandidaten der bürgerlichen Parteien auch eingeladen wurden.

Der Unterschied zu den GRÜNEN? Nun, 2 Direktkandidaten einer Partei kann es ja wohl nicht geben :-)
Christian Momberger
10.939
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 20:40 Uhr
Absolut richtig Stefan bzgl. Deines letzten Kommentars.
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 19.09.2017 um 21:40 Uhr
...wobei man noch ergänzen könnte, dass allein Herr Braun von der CDU mit Sicherheit länger geredet hat als alle 3 Vertreter der linken Parteien zusammen... was jetzt der Diskussion "gut getan" hätte, das kann dann jede(r) für sich selbst beurteilen...
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.09.2017 um 21:48 Uhr
Er ist doch ganz nah bei der Kanzlerin. Da nimmt er sich einfach die Zeit, wenn er schon auf den Brettern ist, die übertragen gemeint die Welt bedeuten.
Wir müssen wohl akzeptieren, es bleibt bei der Führung der Union. Der Rest ist ohne Bedeutung, dank der Mehrzahl der wählenden Bürger.
Martin Wagner
2.289
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 08:08 Uhr
Sehr geehrte Frau Barthel

Auf den Werbezetteln für diese Veranstaltung stand als Überschrift: "Giessener Direktkandidat*innen im Dialog". meines Wissens gibt es 11 Direktkandidaten. Davon waren 9 am Abend im Theater.

Ich muss ihnen ganz ehrlich sagen, wenn ich geahnt hätte, dass den Vertreter der Parteien des herrschenden Blockes * gelingen könnte, die Direktkandidaten der kleinen Parteien so an die Wand zu drücken wäre ich garnicht hingegangen. Denn deren Standpunkt werden mir doch von den herrschenden Medien tagein / tagaus "in die Ohren gepustet". Das war doch das (neudeutsch heisst das wohl so) Alleinstellungsmerkmal dieser Veranstaltung, dass der interessierte Wähler die Chancen bekommen würden (ohne ellenlange Wahlprogramm zu wälzen oder in der Fussgängerzone nach den Informationsständen zu suchen) die Vorstellungen der Kleinen zu erfahren. Durch die Unfähigkeit der Moderatoren (die Theaterfrau abgezogen) war das in der Realität nicht möglich. Schade - im Nachhinein hätte ich in diese Stunden etwas anderes / sinnvolleres machen sollen.

Natürlich, Frau Barthel sind Veranstaltungen auch anders zu konzeptieren. Sie werden ja auch oft schon im Ansatz anders strukturiert, etwa .... wir haben die Vertreter der großen Parteien eingeladen ... . Finde ich inhaltlich nicht gut, aber das liegt in der "Hoheit" des Veranstalters. Ich würde mich freuen - um es einmal zu versuchen lustig zu formulieren - wenn ich eine Packung "twix" kaufe, dass nicht "Mars" drin ist.

* Der Ehrlichkeit halber muss ich erwähnen, dass ein der Vertreter der Parteien des herrschenden Blockes (der der Partei "Die Linke") sich fair an die vorgegebenen 90 Sekunden gehalten hat.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 08:19 Uhr
am 24. ist Zahltag ;-))
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 09:52 Uhr
Und für mich stellt sich wieder einmal die Frage, warum die linken Parteien sich nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen können?
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 09:56 Uhr
Gute Frage. Gemeinsam kämen sie mehr nach oben.
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.09.2017 um 11:57 Uhr
Ein gemeinsames Konzept der linken Parteien und Organisationen? Nun, das gab es in der Geschichte selten, auch die bürgerlichen Parteien vertreten unterschiedliche Interessen...

Die Linken arbeiten sehr wohl in Aktionseinheiten zusammen, aber es gibt auch entscheidende Unterschiede, die z.B. eine gemeinsame Kandidatur zu einer Bundestagswahl ausschließen.
Fragen wie "Regierungsbeteiligung oder strikt für Opposition", "reine Kapitalismuskritik oder eintreten für ein anderes Gesellschaftssystem", "Gewerkschaften als Kampforganisationen oder Illusionen über eine so genannte Mitbestimmung im Betrieb" usw., alles das sind Punkte, die unter Linken umstritten sind...

Nein Peter, gemeinsam, mit schwammigen Konzepten, kämen die Linken nicht mehr nach oben, die Menschen verlangen klare Standpunkte und klare Positionen.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 12:08 Uhr
Warum können die sich nicht einigen? Lieber weiter unter ferner liefen aus den Wahlen herauskommen.
Zumindest gibt es auf der Bundesebene eine Partei. Nicht in allem findet sie meine Zustimmung, aber zur Zeit, d.h. solange die SPD nicht in die Opposition geht, ist sie nicht mehr wählbar und wird weiter unbedeutender werden und schwarz, gelb und grün sind für mich ohnehin nicht wählbar , wähle.ich sie halt. AfD ist ja keine Alternative.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 15:02 Uhr
Ja, so lange DKP und MLPD entschlossen sind, weiter als Relikt des Kalten Krieges zu agieren, wird es die gemeinsame Linke nicht geben.
Ich habe mich mit einem Vertreter der letzteren Partei mit dem abschreckenden Namen unterhalten und fand ihn recht sympathisch, bis ich zum Beispiel feststellte, dass er Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht ausschließt.
Und dann noch der Bezug auf Lenin in der Namensgebung!
Mein Mann ist DDR- Flüchtling und auch ich habe die DDR in der Zeit vor der Wende noch kennengelernt und beobachtet , wie sehr allein das Porträt von Lenin, während der Buchmesse im Leipziger Stadtbild omnipräsent, Angst und Einschüchterung ausstrahlte.
Mit einem Diktator im Namen kann man nicht wirklich den Anspruch erheben,
als eine demokratische Partei angesehen zu werden!
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 15:08 Uhr
Es gibt sie noch die ewig gestrigen. Mir ist da immer der Spruch einer Führungskraft des Unternehmens in dem ich gearbeitet habe im Ohr. Wer nicht mit der Zeit geht (sich Entwicklungen verschließt), der muss mit der Zeit gehen.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 15:20 Uhr
Es gibt im Übrigen noch eine Partei, die um Zweitstimmen wirbt und auch eine Direktkandidatin hat, nämlich die ÖDP, die im Europaparlament mit einem Sitz vertreten ist, und deren Vertreter dort zwar mit den Grünen zusammen arbeitet,
trotzdem auch eigenständig agiert und sich für ein Verbot der Massentierhaltung einsetzt.
Wieso war diese Partei nicht bei der Diskussion vertreten?
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 15:42 Uhr
Die hatte ich früher in Bayern gewählt.
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.09.2017 um 15:45 Uhr
Frau Barthel, wir hatten uns mal geeinigt, dass wir uns aus bestimmten Anlässen nicht mehr gegenseitig kommentieren werden. Nun, ich dachte jetzt wäre eine Gelegenheit gewesen - sachliche - Argumente und Meinungen auszutauschen, scheint aber nicht zu funktionieren, deshalb werde ich auf Ihren oberflächlichen, und gespickt mit Unterstellungen, Kommentar von heute 15.02 Uhr nicht so eingehen, dass ich eine Antwort von Ihnen erwarte.

- Sie setzen DKP und MLPD in Bezug auf die Beurteilung der DDR gleich, das ist lächerlich und zeugt davon, dass Sie sich vor allem mit den Positionen der MLPD anscheinend nie beschäftigt haben
- Lenin war in aller erster Linie der Führer der sozialistischen Oktoberrevolution, die sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt, ein Ereignis, das alle Unterdrückten und Ausgebeuteten auf der Welt auch heute noch würdigen werden. Angst und Schrecken? = Angst bekamen evt. die Ausbeuter und Unterdrücker wenn sie Lenins Namen hörten, und Schrecken hat er höchstens in den Reihen der Großkapitalisten, Großagrarier und Kriegsführenden Parteien im 1. Weltkrieg verbreitet. Die Arbeiter, einfachen Bauern und Soldaten bejubelten Lenin und kämpften mit ihm für "Brot und Frieden".

Ich bin zwar kein Parteimitglied der MLPD, kandidiere jedoch als Parteiloser auf der Hessenliste der Internationalistischen Liste / MLPD, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die MLPD ganz bewusst und auch ein wenig stolz den Namen Lenins in ihrem Parteinamen hat.

Auf den Blödsinn mit den "ewig gestrigen" gehe ich nicht ein, die "ewig gestrigen", das sind die, die mit ihrem "weiter so wie bisher" nichts ändern wollen... wer mit der Zeit geht, der hat längst erkannt, dass der Kapitalismus morsch und überholt ist...
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 15:53 Uhr
Da muss ich lachen. Wovon leben denn die Werktätigen. Wer gibt ihnen Arbeit und bezahlt sie. Jetzt komm bloß nicht mit dem bekannten Schlagwort der Ausbeutung. Die Sklaverei wurde abgeschafft. Wenn sich die Werktätigen nicht in einer Gewerkschaft zusammenschließen und so deren Kampf um gerechten Lohn und annehmbare Arbeitszeiten unterstützen, dann kann ihnen keiner helfen und Merkel sch gar nicht. Trotz all dem Zuspruch den sie erhält.
Stefan Walther
4.172
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.09.2017 um 16:01 Uhr
Irgendwie scheinen wir aneinander vorbei zu reden Peter: also weil die Sklaverei abgeschafft ist wird der Arbeiter nicht ausgebeutet, muss er seine Arbeitskraft nicht verkaufen? Tut mir leid, verstehe kein Wort!
Na klar brauchen wir die Gewerkschaften - als Kampforganisationen, wer sollte dagegen sprechen? Einen "gerechten" Lohn kann es gar nicht im Kapitalismus geben, das ist ein Widerspruch in sich, wo sollte denn dann der Mehrwert / der Profit herkommen? Was "annehmbare" Arbeitszeiten sein sollen, das ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich, entscheidend ist der Kampf um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30 Std. bei vollem Lohnausgleich, aber auch da gilt: beseitigen wird dies nie die Arbeitslosigkeit, das Arbeitslosenheer gehört zum Kapitalismus wie der Profit, wer etwas anderes behauptet ( auch wenn es ein Linker tut ) ist entweder ein Träumer oder er belügt bewusst die Arbeiterschaft.

Was willst du jetzt mit Merkel? Auch da kapiere ich kein Wort Peter!
Martin Wagner
2.289
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 17:04 Uhr
Peter H. schrieb: "(...) Lieber weiter unter ferner liefen aus den Wahlen herauskommen. (...)"

Dieses Argument wird oft in den Diskssionen auf dem Seltersweg von Mitbürgern angeführt, wenn diese ihr nur mehrheitliche (im Extremfall 51 Prozentig) Übereinsimmung mit den Forderungen einer Partei zu einem für sie tragbaren Grund ihrer Wahlentscheidung heranführen.

Für mich undenkbar. Bei mir müssen es mindestens 80 Prozent sein.
Ich habe mir das Wahlprogramm der von mir präferierten Liste (sie hat sich einer Partei anschliessen müssen, weil das reaktionäre Bundeswahlgesetz lediglich die Kandidatur von Parteien zuläßt) genau und im Detail angeschaut. Natürlich bin ich nicht mit 100 Pozent zufrieden, aber so 90 bis 95 Prozent sind es schon. Ob eine Partei ein Mandat im Bundestag dieses mal erringt oder nicht ist für mich völlig nebensächlich. Klappt es dieses mal nicht, dann eben das nächste oder übernächste mal. (Zur Erinnerung die Partei die GRÜNEN - zumindest die Vorläufer in den verschiedenen Bundesländern - haben auch mit 1 Komma ..... angefangen.) Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich meine Stimme "verschenke", wenn ich eine kleine Partei wähle, denn die Unterschiede zwischen den Parteien des herrschenden Blockes erachte ich für sehr gering.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 17:28 Uhr
Wir leben scheinbar in verschiedenen Welten.
Als ich in der Lehre war hat in Bayern für die 40 Stunden gestreikt. Ok und in den folgenden Stundenverkürzungs Streiks sah ich keinen Sinn mehr. Meine Devise war "40 Stunden sind genug"
Die Verkürzung bei vollem Lohnausgleich setzte doch nur eine Preis und Kostenlawine in Gang.
Mehr sage ich dazu nicht mehr.
@Martin, es wird nie ein Wahlprogramm geben des alle zufrieden stellt. Ich wähle meist gegen die Regierung, zumal dann wenn sie schwarz ist= meist auf Seiten des Kapitals :-(
So kann ich dieses Jahr alle Parteien die eventuell in den Bundestag einziehen nicht wählen bis auf eine, mit deren Personen und dem Programm ich nicht ganz übereinstimme und die sicher nicht in den Bundestag kommt. Wir brauch ja auch eine starke Opposition.
Christian Momberger
10.939
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 18:26 Uhr
Frau Barthel, im Wahlkreis Gießen/Alsfeld hat die ÖDP keinen Direktkandidaten aufgestellt, daher war sie zu recht nicht eingleaden.
Christian Momberger
10.939
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 18:27 Uhr
Also 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich wären schon gut und richtig! Dafür lohnt sich auf alle Fälle zu kämpfen.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 18:30 Uhr
Herr Momberger, danke für diese Information.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2017 um 18:38 Uhr
30 Stunden gehen zu Lasten Beschäftigung, Kosten und Preisen sowie der Gesundheit wegen Stress und Burnout.
Christian Momberger
10.939
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 21.09.2017 um 00:23 Uhr
Das muss ich jetzt nicht verstehen Peter, Deine mehr als wirre Antwort.
Martina Lennartz
5.012
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 21.09.2017 um 00:27 Uhr
Christian hat Recht, wir brauchen höhere Reallöhne und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Die Verkürzung der Arbeitszeit, findet vom Kapital organisiert, ohnehin statt, aber auf Kosten der Arbeiter und Angestellten, während der erhebliche Produktivitätsfortschritt den Profiten zugute kommt.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 21.09.2017 um 09:43 Uhr
In Norwegen wird in einer Molkerei mit über tausend Beschäftigten zur Zeit
ein Versuch mit einer Arbeitszeit von dreißig Stunden bei vollem Lohnausgleich durchgeführt.
Ergebnis: Keine Einbussen für die Firma. Motivation und Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter stiegen, der Krankenstand ist deutlich gesunken.
Ich glaube, Herr Herold meint, dass bei uns zur Zeit in einigen Bereichen
die Zahl der Mitarbeiter so reduziert wurde, dass die Arbeit nur noch durch Überstunden bewältigt werden kann. Und wegen geringer Bezahlung und schlechter Arbeitsbedingungen sind gar nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.09.2017 um 19:33 Uhr
Es finden sich zur Zeit keine geeigneten Leute und qualifizieren ist zeitaufwendig. Allein eine Lehre dauert mindestens 3 Jahre und dann ist noch keine Erfahrung vorhanden.
Martina Lennartz
5.012
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 22.09.2017 um 22:47 Uhr
… Öffentliche Investitionen in den Wohnungsbau, Schulen, Bildungseinrichtungen, Jugendzentren und Krankenhäuser
… Schaffung von 300000 Arbeitsplätzen
… Aufstockung von sozialen Leistungen, von Hartz IV, Kindergeld, Rente und des Mindestlohns
… Ende der Kriege und anderer Auslandseinsätze der Bundeswehr, Verringerung des Rüstungsetats
… Erhöhung der Spitzensteuer für höchste Einkommen von Personen und Unternehmen – Wiedereinführung der Vermögenssteuer als Millionärssteuer
@ Peter, wie findest du das??
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.09.2017 um 23:50 Uhr
Weit weg von dem was real werden wird. Du hast mich gefragt.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 09:56 Uhr
Gute Forderungen.Aber wenn man eine Chance haben will, sie umzusetzen,
muss man vor Allem die Machtstrukturen ändern.
Solange der Einfluss des Lobbyismus nicht begrenzt wird und es möglich ist, dass Stellungnahmen großer Konzerne wortwörtlich in sie betreffende Gesetze einfließen, sehe ich wenig Chancen dazu.
Immerhin: Auch wenn die Linken mit Sicherheit nicht in der Regierung sein werden, haben sie doch die Möglichkeit, immer wieder auf solche Missstände hinzuweisen und auch mit Organisationen wie z.B. lobbycontrol.de zusammen zu arbeiten.
Opposition ist Scheiße?
Besser eine gute Opposition als ein kleiner Koalitionspartner, der sich ständig anpassen und unterwerfen muss!
Und deshalb wähle ich diesmal die Linken!
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 09:59 Uhr
Sie auch. Das wird schon. Wäre schön wenn endlich die SPD in der Koalition ihre Erneuerung suchen würde.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 10:19 Uhr
Die SPD wird sich nur in der Opposition erneuern können.
Und sie müsste sich endlich von der Agenda 2010 distanzieren und zugeben, dass das ein Fehler war, ohne Beschönigungen!
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 12:52 Uhr
Nein zum 2. Satz. Die Agenda war ein Erfolg, eventuell wäre da mehr daraus geworden wenn nicht nur gefordert und gestraft würde, sondern auch anständig und zielführend gefördert worden wäre.
Warum lobt denn die Kanzlerin die Agenda als "Ihren Erfolg"? Wo wären denn die Arbeitslosenzahlen heute. Ja gut, nicht alle haben EINEN vernünftigen Arbeitsplatz der ihnen ein Leben ermöglicht und viele zweit oder dritt Jobs haben.
Aber daran ist die Agenda nicht schuldig, sondern wie sie ausgeführt und auch ausgenutzt wird.

Ich denke da an den Kommunismus. Von der Idee her sicher nicht schlecht, aber mit Menschen geht es nicht. Es wird immer eine geben, die nach ihrem Vorteil schauen und andere die nichts tun.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 13:36 Uhr
Nein, Herr Herold, da bin ich nicht Ihrer Meinung.
Die Arbeitslosenzahlen sind zurück gegangen, auch Dank statistischer Tricks.
Wussten Sie, dass man schon als nicht mehr Arbeitsloser in der Statistik geführt wird, wenn man eine Stunde wöchentlich arbeitet?
Die Menge der geleisteten Arbeit hat nicht zugenommen. Die Arbeit wurde anders verteilt, das hat zu vielen prekären Arbeitsverhältnissen geführt,
für die es später keine ausreichenden Renten gibt.
Die durchschnittlichen Löhne sind seit vielen Jahren kaum gestiegen.
Und die Hartz 4 -Regelungen sind einfach unmenschlich.
Warum ist nach Ihrer Meinung an diesen Übeln, die Sie ja einräumen, nicht die Agenda Schuld?
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.09.2017 um 14:32 Uhr
Ich sehe den Erfolg den wir, d.h. die Deutsche Wirtschaft haben. Nein nicht die Agenda an sich, sondern deren Umsetzung bzw Ausnutzung durch Arbeitgeber und oder mit Zustimmung der Regierung der letzten Jahre. Es bestand für sie kein Grund einer Änderung, denn es geht uns insgesamt gut, wir sind Exportweltmeister gerade wegen der niedrigen Löhne und solange die Deutschen Angela Merkel und die Union wählen wird sich daran nichts ändern.
Leider ist die Anzahl derer denen es gut geht höher als die denen es schlecht geht. Ich habe versucht da eventuell durch mein Wahlverhalten beizutragen, dass sich eventuell was ändern wird.
Martin Wagner
2.289
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 24.09.2017 um 07:06 Uhr
Lieber Peter H. ich will nicht den alten Kalauer "Wenn Wahlen etwas verändern würden wären sie längst verboten!" aus der Mottenkiste holen, aber ein bischen ist schon etwas dran. Ich hatte noch nie die Illusion, dass mit Wahlen das grundsätzliche Problem beseitigt wird. Letztendlich hängt Alles davon ab, in welchem Wirtschaftssystem wir leben. Natürlich sollen alle Mitbürer wählen gehen. Über 30 Parteien sind wirklich genug Angebot. Und wer unbedingt meint er findet nichts, der kann ja auch ungültig wählen. Aber bitte "immer schön auf den Teppisch bleiben" das Wirtschaftssystem läßt sich nicht mit Wahlen beseitigen. Das können meiner Meinung nach nur die gewerkschaftlich organsierten Arbeiter mit tatkräftiger Unterstützung des fortschrittlichen Lagers der Bürgerlichen.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 24.09.2017 um 08:59 Uhr
Da stimme ich Ihnen zu. Die Wahl einer bestimmten Partei kann höchstens ein wenig dazu beitragen.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.09.2017 um 09:02 Uhr
Ich hätte mir eine breitere Diskussionsrunde gewünscht. Aber für mich ein Zeichen für heutige Gesellschaft. Sich nur nicht trauen offen seinen Standpunkt zu vertreten. An dem krankt es Msrtin. Es wird ja auch viele geben die werden dir nicht sagen was sie gewählt haben. Schon gar nicht wenn sie AfD wählten. Ich habe sie vor vier Jahren gewählt, da war ich mir sicher sie kommen nicht in den Bundestag. Due Gefahr besteht jetzt und ist der Politik Merkel und der GROKO zu verdanken.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.09.2017 um 09:49 Uhr
Noch eine Bemerkung zum Wahlergebnis. Es ist gekommen wie von mir gewünscht. Nur das Ergebnis der AfD gefällt mir nicht.
Die von mir gewählte Partei hat zugelegt und ich hoffe sie schlägt sich weiter gut.
Peter Lenz
520
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 25.09.2017 um 10:14 Uhr
Was für eine Bemerkung, grins!!!
"...gekommen wie von mir gewünscht".

War nicht gerade ER ein AfD Wähler der ersten Stunde.. also doch nicht alles richtig gemacht!!!
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.09.2017 um 10:15 Uhr
Sie auch schon wieder!
Peter Lenz
520
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 25.09.2017 um 10:18 Uhr
Hmm das hier ist ein freies Medium, hier dürfen auch "Nicht - Herolde" schreiben.. oder schon vergessen!
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 25.09.2017 um 13:43 Uhr
Erst die AfD, und jetzt, wie ich vermute, die FDP? Herr Herold, Sie scheinen
auf jeden Schmäh herein zu fallen, wenn er nur neu ist!
Schade!
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.09.2017 um 11:34 Uhr
Freie Meinungsäußerung, auch von Herrn Lenz. Ich kann nichts gegen seine Art mich immer wieder anzusprechen.
Sollte ich da schweigen?
Nun zur Wahl. Es ist in meinen Augen schade, dass die SPD vor der Wahl den Gang in die Opposition nicht angedeutet hat. Es war doch für jeden ersichtlich, dass sie nicht gewinnen kann und sie hätte sicher wenige Stimmen verloren, wenn der Gang in die Opposition vorher bekannt gewesen wäre.
Ich hätte sie auf jeden Fall wieder, nach der Pause vor 4 Jahren, gewählt. Nun hat die Stimme die Linke bekommen und der tut sie auch gut.
2.090
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 27.09.2017 um 12:48 Uhr
Die SPD kann sich regenerieren und zusammen mit der Linken eine gute Oppositionspolitik machen.
In dieser Hoffnung habe ich auch die Linken gewählt.
Peter Herold
26.154
Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.09.2017 um 13:10 Uhr
Dann drücken wir mal die Daumen. Wobei ich mir schon einen Kopf mache wie da eibe Regierung zustande kommen soll. So wie die drei kleinen Parteien auf ihren Programmen beharren
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Interessensgebiet: Gießen
Martina Lennartz
5.012
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