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Erste Vorschläge zum Thema Heckenpflege in Wettenberg präsentiert

Gießen | Wettenberg - „Das waren Informationen auf hohem Niveau“, freut sich Anette Kurth Regionalmanagerin des Vereins Region GießenerLand. „Uns ist es gelungen, die richtigen Experten zum Thema einzuladen und so ein erstes umfassendes Bild zu erhalten.“ Der Verein präsentierte auf der Veranstaltung „Freilandhecken mit Potenzial – schützen, pflegen und nutzen“ erste Ergebnisse aus dem LEADER-Projekt „Mittelhessisches Schnittgutmanagement“.

„Je nach Kommune könnten pro Jahr bis zu 55 000 Schüttraummeter Hackschnitzel aus dem Schnitt von Freilandgehölzen gewonnen werden.“, erklärte Felix Richter vom Witzenhausen Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH. Er präsentierte seine gewonnenen Geobasisdaten zu Freilandstrukturen, wie Hecken und Streuobstwiesen. „Der hiermit einhergehende Heckenschnitt ist aus Sicht des Naturschutzes richtig und sogar notwendig.“, berichtete Peter Momper von der AC Abfall Consult und Engineering GmbH. Er hatte zuvor Vertreter des Naturschutzes und Kommunen zum Thema befragt und viele Erfahrungen aus einem Vorläufer-Projekt im Vogelsbergkreis gesammelt. Die gewonnenen Mengen könnten im Gießener
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Land zur Wärmeproduktion eingesetzt werden. Ein entsprechend hoher Wärmebedarf sei vorhanden. Matthias Funk, technischer Vorstand der Stadtwerke Gießen AG stellte dar, dass allein das Fernwärmenetz der Stadt als Abnehmer ausreichenden Bedarf bieten würde. Dass es sich lohnen kann, entsprechende Wärmenetze auch im ländlichen Raum zu verlegen, zeigt das Beispiel Rabenau-Londorf. Ein Quartierskonzept mit einer Anschlussförderung bewirkt dort, dass ein Nahwärmenetz in Planung ist. Aus Sicht der Veranstalter könnten solche Nahwärmenetzte unter anderem mit dem Schnittgut aus der heimischen Freilandpflege befeuert werden. Dies wäre ein langfristiges Ziel, das mit Hilfe des Heckenprojekts erreicht werden kann. Dass dies auch der Strategie des Landkreises entspräche, schilderte Dr. Manfred Felske-Zech, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus Kreisentwicklung in seinem Vortrag. Die Einsparung von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas und somit auch die Reduktion des Ausstoßes von Kohlendioxid sind wichtige Punkte zu Erreichung der Klimaschutzziele.

Heinz Becker, stellvertretender Vorsitzender des Vereins wies auf vorhandene Pflanzungen mit schnellwachsenden Gehölzen hin. Die im Fachjargon genannten Kurzumtriebsplantagen (KUP) dürften nicht vergessen werden. Sie sollten nicht zu lange gelagert werden bevor sie als Material zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden.

Großes Interesse am Projekt motiviert zum weitermachen

Dass der Anschluss an ein Wärmenetz von Bürgerinnen und Bürgern auch nachgefragt wird, zeigte der geäußerte Wunsch eines Teilnehmers. Auch die Obst- und Gartenbauvereine des Landkreises möchten zukünftig in das Projekt eingebunden werden, hieß es aus dem Publikum. Den Blick offen halten auch für andere Einsatzbereiche von Pflegeresten, empfahlen Vertreter der Agenda-Gruppe und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Als Beispiel wurde hier die Biokohle genannt.

Gewünscht wurde eine Folgeveranstaltung, die voraussichtlich Ende Februar stattfinden wird. Dort sollen die erarbeiteten Konzeptentwürfe vorgestellt und diskutiert werden. Die Zuhörer gaben an, dass es wichtig sei, dass Entscheidungsträger aus den Kommunen mit dabei seien.

„Das hier gezeigte Interesse am Thema Heckenpflege motiviert, das Projekt weiter zu führen. Wir möchten Ergebnisse erhalten, die helfen Wertschöpfungsketten aufzubauen. Dem Ziel, die Wertschöpfung in der Region zu halten, Naturschutz zu betreiben und Klimaschutz zu betreiben, kämen wir so ein ganzes Stück näher,“ erklärte Heinz Becker am Ende der Veranstaltung.

Steckbrief „Heckenprojekt“
Wie funktioniert der Schnitt von Freilandhecken gemeinsam mit dem Naturschutz?
Mit Akteuren vor Ort soll ein Konzept entwickelt werden, dass Kommunen bei Pflegemaßnahmen unterstützt und bewirkt, das Heckenpflege unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes durchgeführt wird. Untersucht wird auch, ob und wie der Heckenschnitt als Energieträger zur regionalen Wärmeversorgung genutzt werden kann.

Ein Kooperationsprojekt von sechs LEADER-Regionen.

Sie haben Fragen zum Projekt? Ansprechpartnerin ist Anette Kurth, Regionalmanagerin Region GießenerLand e.V., E-Mail: a.kurth@giessenerland.de

Mehr Informationen unter www.giessenerland.de.

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