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Eritrea Festival- ein Symbol des friedlichen Lebens

Gießen | Das Eritrea Festival der Eritreisch- Deutschen Gemeinde fand vom 7.- 9.07.2017 wieder in den Hessenhallen Gießens statt und wurde von etwa 2000 Menschen besucht.

Mit dem Festival zelebrieren und präsentieren die Eritreer ihre Kultur, Sitten und ihre Tradition, zeichnen besondere Leistungen aus, feiern zusammen und diskutieren miteinander und laden alle Interessierte auf allen Plattformen dazu herzlich ein.

„Unser jährliches Eritreisches Festival bietet eine wundervolle und einzigartige Gelegenheit eritreische Kultur und Traditionen kennenzulernen und sich mit Eritreern aus ganz Europa, vor allem Deutschland, zu treffen und zu teilen. Es bietet Teilnehmern ein Netzwerk und Entdeckung für eine unterhaltsame und kreative Umgebung an. Das Publikum wird einen Einblick in die eritreische Kultur, durch bunte kulturelle Darbietungen, Musik, Tanz, Ausstellungen, Basar, Bildungsseminare, Diskussionsforen, Sport sowie bestimmte Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, geboten.” (http://raimoq.com/festival-eritrea-2017-germany-giessen)

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Unesco (4)Stadt Gießen (205)hessenhallen (38)Eritrea Festival (1)Eritrea (31)DEG (3)Asmara (3)2017 (5)
Eingeladen war u.a. die neu gegründete Deutsch –Eritreische Gesellschaft (DEG). Bei dem offiziellen Empfang der Gäste des Festivals war der Außenminister Eritreas, Osman Saleh, anwesend und beantwortete gerne alle Fragen. Der Vorsitzende der DEG, Dirk Vogelsang, überreichte ihm in dieser Zeremonie den von Teclu Lebassi in Tigrinya übersetzten Bestseller „Wer den Wind sät“ von Michael Lüders.

Eingeladen waren auch andere NGOs, Vereine und Institutionen, die mit den Eritreern zusammen arbeiten und unterstützen. Dazu gehören: Eritrea Hilfswerk in Deutschland e.V. (EHW), Medcare, die Österreich-Eritreische Gesellschaft, der Ausländerbeirat, Grundschule Adi Belsey in Eritrea e.V., der Stadtverordnete Beltz (Fraktion Gießener Linke, DKP) und Freunde.
Trotz Einladung konnten die Gießener Oberbürgermeisterin Frau Grabe Bolz (SPD) und der Stadtrat Herr Neidel (CDU) nicht kommen, sendeten aber freundliche Grußworte an die Veranstalter und wünschten ein erfolgreiches Fest.

Gleichzeitig rief der Fraktionsvorsitzende Grothe (Grüne) auch in diesem Jahr zu einer Gegendemo auf, an welcher sich nach Polizeiangaben etwa 100 Personen beteiligten. Diese kamen auch aus Stuttgart und Frankfurt und pöbelten, beleidigten und griffen Besucher des Festivals sogar körperlich an. Dies passierte am gleichen Tag, an welchem die Hauptstadt Asmara übrigens von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden war.


In verschiedenen Medien werden weiterhin gegenstandslose Diffamierungen und Lügen über das Land verbreitet, vor allem von Menschen, die selbst nie in Eritrea waren. Inzwischen hat selbst der deutsche Botschafter in Eritrea, Andreas Zimmer, den Versuch zurückgewiesen, Eritrea als einen menschenrechtsfeindlichen Staat zu bezeichnen und vergleicht diesen eher mit Kuba. „Eritrea ist nicht das Nordkorea Afrikas, sondern eher ein Kuba Afrikas“.

Schlussendlich streitet kaum einer mehr ab, dass das arme, aber soziale Land Eritrea fast sein ganzes Geld für Nachhaltigkeit in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung investiert.

Wer Kontakt mit der Deutsch- Eritreischen Gesellschaft aufnehmen möchte, kann das über die Homepage:

http://deutsch-eritreische-gesellschaft.de/

Hier ein YOUTUBE Film, in welchem der Vorsitzende der DEG zu den Vorurteilen Stellung nimmt:

http://www.youtube.com/watch?v=XmM63AODEWg

(Text und Fotos: Martina Lennartz)


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Kommentare zum Beitrag

Peter Lenz
520
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 01.08.2017 um 08:29 Uhr
"Ein Symbol des friedlichen Lebens"???

Flucht nach Europa
"Eritrea ist ein großes Gefängnis"

22 Jahre nach dem Ende des Unabhängigkeitskampfes von Eritrea verlässt die Jugend das Land in Scharen in Richtung Sudan, Äthiopien und auch nach Europa.
von DAGMAR DEHMER, der Tagesspiegel


Eritrea ist 22 Jahre alt. Aber eine Wahl hat es in dem kleinen Land am Horn von Afrika noch nie gegeben. Die einzige Abstimmung, die bereits seit Mitte der 2000er Jahre stattfindet, ist die mit den Füßen. Nach Schätzung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR verlassen jeden Monat etwa 5000 junge Eritreer ihr Land. Sie flüchten vor einer paranoiden, diktatorischen Regierung, die den ursprünglich 18 Monate langen Militärdienst inzwischen auf Lebenszeit verlängert hat – und die Wehrpflichtigen als Zwangsarbeiter einsetzt.

Sie flüchten in den Sudan, nach Äthiopien, über Djibouti und den Golf von Aden in den Jemen, obwohl dort seit dem Frühjahr Krieg herrscht. Sie kämpfen sich durch die Wüste nach Libyen, um von Menschenschmugglern mit einem Seelenverkäufer nach Italien geschickt zu werden. Oder sie flüchten durch den gefährlichen Sinai nach Israel, wo sie eingesperrt und bald wieder abgeschoben werden. Oft kommen sie gar nicht so weit, sondern werden von Banditen gefangen. Die Kidnapper verkaufen die Organe ihrer Gefangenen, oder erpressen große Summen von den Familien der Opfer. Tausende eritreische Flüchtlinge sind gefoltert, vergewaltigt, verstümmelt worden, bevor sie es geschafft haben, einen der Häfen zu erreichen, um weiter nach Europa zu fliehen. Hunderte sind auf dem Weg dorthin gestorben, 2013 kamen bei einem Unglück vor Lampedusa allein mehr als 300 Eritreer um. Hunderte sind in der Wüste vermisst.

Nach den Syrern, Irakern und Afghanen sind die Eritreer die größte Gruppe geflüchteter Menschen, die es irgendwie bis nach Europa geschafft haben. In Deutschland gehören sie zu den wenigen, die Aussicht auf Asyl haben, weil seit dem Sommer auch der erste Länderbericht des UN-Menschenrechtsrats nur einen Schluss zulässt: In Eritrea ist niemand vor Verfolgung sicher. Flüchtlinge, die in Lampedusa angekommen sind, haben in Interviews immer wieder gesagt: „Eritrea ist ein großes Gefängnis.“

Seit die Auslandssteuern – jeder Eritreer im Ausland muss zwei Prozent seines Einkommens an die Regierung in Asmara abtreten – nicht mehr so üppig fließen, beginnt das Land sich etwas zu öffnen. 2007 hatte Deutschland die Entwicklungszusammenarbeit mit Eritrea beendet, weil es keine Basis für einen Zusammenarbeit mehr gegeben habe.
Der Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amts, Georg Schmidt, hat aber in diesem Jahr Asmara erstmals wieder besucht, und Mitte Dezember will Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sich selbst ein Bild vor Ort machen. Erst vergangene Woche ist eine deutsche Delegation auf Arbeitsebene in Asmara gewesen. Der finnische Parlamentsabgeordnete Pekka Haavisto hat die Deutschen in Asmara getroffen, berichtete er am Mittwochabend beim Abschiedssymposium für Klaus Töpfer als Gründungsdirektor des IASS-Instituts in Potsdam.
Menschenrechtsorganisationen haben wütend dagegen protestiert, dass Europa mit der Regierung in Asmara kooperiert. Doch Haavisto, der auch in der westsudanesischen Krisenregion Darfur schon vermittelt hat, sieht das anders. "Was ist erfolgreicher: totale Isolation oder vorsichtige Annäherung?" Er verwies auf Birma oder Kuba, "wo sich einiges bewegt". Darauf hofft er auch im Falle Eritreas. Allerdings weiß er, dass es nicht einfach wird. In Regierungskreisen heißt es, dass nicht nur wegen der Flüchtlingskrise die Einsicht gereift sei, dass mit der bisherigen Isolationsstrategie in Eritrea kaum etwas zu gewinnen sei.

Fortschritte bei der medizinischen Versorgung
Wenige medizinische Hilfsorganisationen sind inzwischen wieder im Land. Dazu gehört auch die deutsche Ärzteinitiative Archemed, die zwar 2010 erst gegründet worden ist. Doch die beteiligten Ärzte haben zum Teil schon seit mehr als 20 Jahren vor allem Kinder behandelt, Krankenhäuser eingerichtet und medizinisches Personal ausgebildet. Der Vorsitzende des Vereins, Peter Schwidtal, sagt: "Die eritreische Regierung will kooperieren und hat viel in das Gesundheitswesen investiert." Die Vereinten Nationen haben in ihrer Berichterstattung über die Milleniums-Entwicklungsziele festgehalten, dass die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren und die Müttersterblichkeit erheblich gesunken seien.

Minen statt Auslandssteuern
Seit ein paar Jahren haben Minenkonzerne aus Kanada, Australien, Russland und China Eritrea entdeckt. Der kanadische Bergbaukonzern Nevsun hat 2007 mit der Regierung in Asmara einen Vertrag geschlossen, der Afewerki und seinen Vertrauten in den kommenden zehn Jahren 14 Milliarden Dollar Einnahmen aus der Goldförderung bringen soll. Sunridge Gold Corp. fördert seit diesem Jahr Gold nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt. Die Straße dorthin haben Wehrpflichtige im Arbeitsdienst bauen müssen.

Es gibt wirtschaftlich offenbar interessante Vorkommen an Kupfer, Zink aber auch von seltenen Erden wie beispielsweise Tantal. Vor der Küste werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die australische Firma Danakali plant die Ausbeutung größerer Kalisalzvorkommen.

Nur mal so zur Info!
Martina Lennartz
5.057
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 03.08.2017 um 15:12 Uhr
In verschiedenen Medien - siehe letzter Kommentar - werden weiterhin gegenstandslose Diffamierungen und Lügen über das Land verbreitet, vor allem von Menschen, die selbst nie in Eritrea waren.

Der Ausschnitt ist vom Tagesspiegel -12.11.2015
Diesen gegenstandslosen und nicht belegbaren Hetzartikel kannte ich schon, trotzdem herzlichen Dank für Ihr Bemühen.
Martina Lennartz
5.057
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 04.08.2017 um 01:12 Uhr
http://www.migrosmagazin.ch/stauffers-blick-auf-eritrea

Hier ein AKTUELLER Bericht eines Menschen, der sich mit dem Land kritisch auseinander setzt.
Empfehlenswert!
Er setzt sich mit dem Land auseinander und bedient keine haltlosen Vorurteile
Peter Lenz
520
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 04.08.2017 um 09:48 Uhr
So ist es immer und das gerade beim Bedienen bestimmter Wahrheiten, da ist kein Auseinandersetzen, sondern ein "Wahrheitsegoismus" der nur dem eigenen Weltbild folgt. Und die "Anderen?"
Die "Anderen" sind immer die Unwissenden, die haltlos Vorurteils behafteten, die eigentlich nicht mitreden dürfen und damit die sogenannten Bösen die nicht in das selbst kreierte Weltbild passen!

Stiche in dieses Wespennest werden sofort mit teils wütenden Angriffen pariert.
41
Berry . aus Gießen schrieb am 04.08.2017 um 15:56 Uhr
@ Martina Lennartz
Vielen Dank für Ihren informativen Beitrag zum Festival und dass sie ihre eigenen Erfahrungen mit uns teilen.

Das ist heutzutage ja nicht mehr üblich, dass Leute über eigene Erfahrungswerte reden im Zeitalter von "alternativen Fakten".

Als Mitglied und Freund der Deutsch Eritreisch Community in Deutschland hat man es seit jeher mit Unwissen zu tun und dies in geballter Ladung.
Dann helfen leider auch keine Erfahrungswerte von Organisationen, die aktuell in Eritrea sind oder die Aussagen des Deutschen Botschafters in der eritreischen Hauptstadt.
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.08.2017 um 17:10 Uhr
Hetze gab es schon immer in Deutschland (aber nicht nur hier). Die Hetze geht einem Krieg oder einer Vernichtung von Menschen voraus: Gegen Juden, Slawen, Untermenschen, jeder Stoß ein Franzos, jeder Schuss ein Russ, Serbien muss sterbien,
und in letzter Zeit: Saddam Hussein sog. Waffen, Ghadaffi, Lybien, Syrien, Venezuela, Kuba (nur noch ein wenig).......und nun auch Eritrea (weil ein Gießener Professor den Marxismus dort entdeckt hat.)
Peter Lenz
520
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 04.08.2017 um 21:03 Uhr
"Stiche in dieses Wespennest werden sofort mit teils wütenden Angriffen pariert."

Also man kann sich nur ein Urteil bilden wenn man selbst dort war und wenn man über die richtigen Kanäle den Besuch organisiert hat!?
Wurde denn von allem Kritikern jedes Land der Welt besucht damit sie sich eine eigene Meinung erlauben können??
Jetzt macht man es sich aber ein bischen zu einfach und schießt mit den Kommentaren aber übers Ziel hinaus (nicht Herr Beltz?) oder ist das Satiere ?? Sie brauchen jedenfalls nicht über Hetze von anderen reden, sehen Sie an sich herunter um sie zu finden.
So wie hier geschrieben wird, sind nur noch "einseitig gebildete" und Weltreisende in der Lage die Welt zu beurteilen, alle anderen sind ausgeschlossen.. wie praktisch!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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