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Irreführende Begrifflichkeiten in den bürgerlichen Medien – Teil 4

Gießen | Es gibt Begriffe, Phrasen oder Floskeln, mit denen versucht wird, die wahre Bedeutung zu verschleiern, zu verharmlosen oder gezielt Einstellungen darüber zu manipulieren. Heute:

Nicht „Amerika“, sondern „USA“ (wenn man das Land „Vereinigte Staaten von Amerika“ meint).


„The american dream“ (der amerikanische Traum), die „Amerikaner“ (die Bewohner Amerikas) und der Wahlslogan „America first“ (Amerika zuerst), der die nationalistische Abschottungspolitik der USA beschreibt, sind nur einige Bezeichnungen, bei denen der Verwender dieser Worte „Amerika“ sagt, aber die „USA“ meint, obwohl diese nur ein Teil des amerikanischen Kontinents sind.

Liegt es vielleicht an den Mengen an Informationen, die uns in den Medien über die USA erreichen? Dagegen fällt der nicht so kleine "Rest" des Doppelkontinents mengenmäßig deutlich ab und erscheint uns somit weniger interessant.

Die synonyme Verwendung dieser beiden Begriffe suggeriert, dass die USA den größten politischen, militärischen und wirtschaftlichen Einfluss in Amerika (also dem amerikanischen Kontinent mit Nord, Mittel- und Südamerika) hat und alle anderen amerikanischen Länder (Anzahl laut Wikipedia: 34) der USA untergeordnet sind. Es suggeriert außerdem den kapitalistischen Führungsanspruch der USA und ist eine Wertung aller anderen amerikanischen Staaten. Dies ist ein Affront gegen die Mehrheit der dort lebenden Menschen und gegen deren Vielfalt.

Zum Vergleich:
Fläche von Amerika: 42,5 Mio. km2, Fläche der USA: 9,8 Mio. km2.
Einwohner von Amerika: 911 Mio., Einwohner der USA (US-Amerikaner): 323 Mio.

Benutzen eigentlich US-Amerikaner oder Bewohner anderer Staaten inzwischen den Begriff „Europa“ und meinen tatsächlich „Deutschland“?

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
26.704
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 14:08 Uhr
Donald Trump(nicht Duck) wird es schaffen dem Begriff USA eine andere Bedeutung zu geben
Kurt Wirth
1.445
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 18:16 Uhr
Dieser Sprachgebrauch hat natürlich auch seine historische Entwicklung hinter sich. Laut einem kürzlichen Themenabend in arte zur Auswanderung in die USA wurde als Zahl genannt: Zwischen 1840 und 1939 wanderten 55 Millionen Europäer (man vergleiche dies mal übrigens mit den paar Hunderttausend Flüchtlingen aus den letzten Jahren aus Nahost und Afrika nach Europa) in die USA aus. Damals sprach in Europa natürlich niemand von den Vereinigten Staaten, sondern immer nur von "Amerika". Eine bewußte Irreführung stand da wohl nicht dahinter.

Seitens der USA hat der Sprachgebrauch viel zu tun mit der "Monroe-Doktrin" von 1823. Sie formulierte "Amerika den Amerikanern". Vordergründig bedeutete sie: Die USA unterstützen alle Staaten in Nord- und Südamerika in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen gegen die Kolonialmächte Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien, die immer noch große Teile Nord- und Südamerikas in der Hand hatten und sich gegen deren Selbständigkeitsbestrebungen sperrten (die Helden der damaligen Unabhängigkeitsbestrebungen: Jose Marti und Simon Bolivar). Faktisch lief dann das bald darauf hinaus, daß sich die USA jederzeit das Recht nahmen, nach Belieben in allen Staaten des Kontinents militärisch und wirtschaftlich zu intervenieren, um ihre Hegemonie auf dem Kontinent durchzusetzen. Das dauert bis in die jüngste Zeit an (siehe Guantanamo oder die mehrjährige Unterstützung der "Contras" gegen Nicaragua oder die Unterstützung des Putsches gegen Salvador Allende in Chile).
Peter Herold
26.704
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 18:20 Uhr
Die USA sind auf der ganzen Welt in Kampfhandlungen verwickelt, sofern es ihren ureigenen Interessen dienlich ist.
Kurt Wirth
1.445
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 18:33 Uhr
Die Monroe Doktrin beinhaltete auch, sich außerhalb des amerikanischen Kontinents, vor allem gegenüber Europa, aus allen Konflikten herauszuhalten. Sie wurde zum ersten Mal bewußt mit dem Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg gebrochen. Damit waren aber auch alle Dämme gebrochen.
Peter Herold
26.704
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 18:36 Uhr
und sind sie heute noch.
Kurt Wirth
1.445
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 20.06.2017 um 19:07 Uhr
Ich habe schon mal in einem anderweitigen Kommentar den Einsatz von US-Streitkräften in anderen Ländern aufgeführt.

1898 bis 1945:
Kuba,Philippinen,Puerto Rico,Guam,China,Nikaragua,Samoa,Kolumbien,Honduras,Dominikanische Republik,Panama,Korea (19o4/5, nicht 1952 gemeint),Marokko,Türkei,Mexiko,Haiti,Frankreich (erster und zweiter Weltkrieg),Deutschland (1918-23 und 1944-45),Sowjetrußland (1918-1920), Guatemala, Grönland (1941), Island (1941), Niederländisch Guayana, Japan (1945).
1945 bis 1982:
China, Griechenland, DDR(1948/49, 1953, 1961), Koreanische DVR, Puerto Rico, Iran, Guatemala, Vietnam, Ungarische VR (1956), Libanon, Kuba (1961), Laos, Kongo, Dominikanische Republik, Griechenland, CSSR, Kampuchea, Chile, Angola, Afghanistan, Nikaragua, El Salvador, Polen (1980)

Darin enthalten sind auch sog. "Berater"-Einsätze sowie geheimdienstliche Aktivitäten der Streitkräfte, d.h. des CIC, des Geheimdienstes der Streitkräfte. Nicht jedoch die des CIA.
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von:  Uwe Lennartz

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