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Wenn der Paradiesvogel den frühen Wurm fängt und am Ende vielleicht zum Pechvogel wird

Gießen | Mir fiel auf, dass es viele Sprichwörter und Bezeichnungen gibt, die mit dem Vogel verglichen werden. Aber warum, und ist es wirklich so das der Vogel gutes und auch Unheil anzieht ?
Im Mittelalter sollen bei der Vogeljagd Vögel mit Leim bestrichen und somit am Wegfliegen gehindert worden sein. So kam es zu dem PECHVOGEL, der ein sehr schlechtes Schicksal erwartete. VOGELFREI, ohne Zwänge leben wie auch die Tiere im Wald und Wasser.
Die Industrie in den Städten brachte Studenten und Schüler dazu die Romantik der Natur erleben zu wollen, sie wurden WANDERVÖGEL, die Jugendbewegung wurde geboren.
Da wäre der LOCKVOGEL. Künstliche Tierkörper oder Bilder von einem Vogel dienten bei der Jagd dazu Beute zumachen. Der Lockvogel wird heute auch mit dem Einzelhandel in Verbindung gebracht. Sonderangebote sollen Kunden anlocken. Der PARADIESVOGEL lebt eigentlich in den Regenwäldern. Jedoch werden auch Menschen so bezeichnet, die sich von der Masse abheben. Durch andere Kleidung oder Verhalten und etwas durchgeknallt ist. DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM. Dieser Ausspruch ist wohl allen bekannt. Zeitig etwas wichtiges erledigen
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Wandervogel (1)Vögel (365)Pechvogel (1)Paradiesvogel (1)"vogelfrei" (2)
wenn man noch fit und unverbraucht ist soll er wohl ausdrücken. Man könnte auch sagen wer zuerst kommt der malt zuerst. Schaut man einmal woher dieser Ausspruch mit dem Vogel und dem Wurm kommt stellt man fest, das er in Deutschland erst seit den 80er Jahren verwendet wird. Er soll schon 1670 in England in einem Buch gestanden haben; "The early bird catches the worm"
Im Mittelalter wurde der VOGEL ABGESCHOSSEN. Männer mussten üben um für eine Verteidigung gerüstet zu sein und zielten auf Vögel. Hatte man ihn abgeschossen konnten die Anderen sehen das man treffsicher war. In der heutigen Zeit werden gute Erfolge wie das Abschließen von Verträgen positiv als Abschießen bezeichnet. Es gibt aber auch die negative Variante des Ausspruchs. Wer sich peinlich verhält schießt im heutigen Sprachgebrauch auch den Vogel ab.

Hier noch ein paar Zitate:

Dein Lebensglück ist wie ein Vogel, den du liebst. Du nährst ihn mit den Körnern deines Herzens und tränkst ihn mit dem Licht deiner Augen.
Khalil Gibran

Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.
Hermann Hesse

Wir haben gelernt wie die Vögel zu fliegen,
wie die Fische zu schwimmen,
doch wir haben die einfache Kunst verlernt:
wie Brüder zu leben.
Martin Luther King

Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber, als ein goldener Käfig.
Sprichwort aus China


Die Vögel verlassen die Erde mit ihren Flügeln. Auch die Menschen können die Erde verlassen, zwar nicht mit Flügeln, aber mit ihrem Geist.
Hehaka Sapa (Sioux)

(Die Aufnahmen machte ich vor Jahren im Vogelpark Niendorf/Ostsee)

 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.458
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 12.06.2017 um 21:24 Uhr
Von Helge Schneider gibt es einen Film "Jazzclub - der frühe Vogel fängt den Wurm", darin geht es typisch Helge reichlich konfus zu. Das muss ich aber auch zum Teil von deinem Beitrag sagen, Christine, teilweise sind die Erklärungen unvollständig und manches stimmt so nicht.

Warum heißt der Pechvogel denn Pechvogel? Das Wort Pech kennen viele ja nur noch als Synonym für Ungemach. Aber Pech ist Holzteer und fällt als Produkt bei der Köhlerei an oder wurde auf speziellen Pechsteinen (eine Art Mini-Meiler) gewonnen. Im Unterschied zum auch Teer genannten Bitumen im Straßenbau, das aus Erdöl gewonnen wird und nur heiß flüssig ist, ist Holzteer auch kalt zähflüssig. Man benutzte ihn zum Abdichten von Holzfässern, im Schiffsbau oder mit Fett vermischt als Wagenschmiere, aber man nutzte ihn auch in der Vogelfängerei, um Äste damit einzuschmieren, dass Vögel daran kleben blieben. Deshalb der Name Pechvogel. Neben Pech wurde aber auch Vogelleim aus klebrigem Pflanzensäften benutzt, der noch mit Honig und anderen Substanzen versetzt wurde zum Bestreichen der Leimruten, auf die sich die Vögel setzen sollten. Vögel selbst wurden keineswegs mit Leim bestrichen, wie du geschrieben hast. Ein gut singender gefangener Vogel wurde im Käfig zum Anlocken dazu gesetzt, der Lockvogel. In vielen, vor allem südlichen Ländern, werden Leimruten, wenn auch illegalerweise, auch heute noch benutzt.

Es gibt eine weitere Erklärungsmöglichkeit. Im Mittelalter wurden manche Übeltäter geteert und gefedert, also mit Pech bestrichen und in Federn gewälzt und mit Schimpf und Schande aus der Stadt getrieben, buchstäblich als Pechvögel. Sie waren dann sozusagen vogelfrei, nicht um wie du schreibst, ohne Zwang zu leben, sondern jeder konnte übel mit ihnen verfahren. Der Begriff ging auch in die Rechtsprechung ein, wer dazu erklärt wurde, war praktisch ohne Schutz und Rechte.

Bei der Erklärung des Sprichworts "Der frühe Vogel fängt den Wurm" hast du einen Fehler aus deiner Quelle übernommen, richtig ist, dass es eine Übersetzung eines englischen Sprichworts ist, die deutsche sinngemäße Entsprechung lautet aber "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" nicht "malt zuerst". Gemeint ist nämlich kein Maler, sondern der Bauer, der sein Getreide zum Mahlen zum Müller bringt.

Zum Thema Sprichwörter hier noch ein interessanter Artikel http://www.zeit.de/2011/47/Sprichwoerter-Interview-Mieder
Christine Stapf
6.311
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 12.06.2017 um 22:02 Uhr
Danke :-)
Hallo Lieber Leser
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von:  Christine Stapf

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Christine Stapf
6.311
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