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Stiftung Warentest prüft die sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ – Legalität dieser Betreuungsform wird deutlich

Gießen | In ca. 300.000 Haushalten in Deutschland werden hilfebedürftige Menschen, überwiegend Senioren, von osteuropäischen Betreuungspersonen versorgt. Diese mittlerweile unverzichtbare Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte „24-Stunden-Betreuung“) schließt eine eklatante Versorgungslücke im Gesundheits- und Sozialwesen in Deutschland. Und zwar absolut legal.

Für den Test der Ausgabe 05/2017 hat Stiftung Warentest 266 Vermittlungsunternehmen schriftlich befragt. In die Auswahl des umfangreichen Tests wurden dann 13 bundesweit tätige Unternehmen aufgenommen. Stiftung Warentest bestätigt, dass die Arbeit der Vermittlungsagenturen und der vermittelten Betreuungspersonen grundsätzlich legal ist. Dennoch gibt es Verbesserungspotentiale, für deren Umsetzung vor allem die Politik gefragt ist. Bei fast allen Agenturen im Test wurden allerdings Mängel in den Verträgen festgestellt. Dies betrifft vor allem die Dienstleistungs- und Vermittlungsverträge. Im Test wurde auch deutlich, dass überwiegend statt angestellten Betreuungspersonen freie Mitarbeiter beschäftigt werden.

Rechtssicherheit als nötige Konsequenz

Der Test der Stiftung Warentest zeigt eindrucksvoll, wofür der Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP e.V.) seit Jahren steht: Die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft ist absolut legal möglich und unersetzlich im deutschen Versorgungssystem. Doch es mangelt an Rechtssicherheit, da viele Behörden immer noch davon ausgehen, dass Betreuung in häuslicher Gemeinschaft nicht legal erbracht werden kann. Es werden seriös arbeitende Agenturen kriminalisiert, statt diejenigen Privathaushalte in den Fokus zu nehmen, die Betreuungspersonen ohne jeden Versicherungsschutz, Anmeldung und vertragliche Grundlage beschäftigen.

„Betreuung in häuslicher Gemeinschaft ist beispielsweise in Österreich seit zehn Jahren rechtssicher geregelt. Dadurch wurde der Schwarzmarkt nahezu ausgetrocknet. Der VHBP fordert auch in Deutschland Rechtssicherheit für Hunderttausende betroffene Familien“, sagt Frederic Seebohm, Geschäftsführer des Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP e.V.).

Das wahre Problem dieser Branche liegt dadurch in der Schwarzarbeit, die eine eindrucksvolle Höhe von rund 90% erreicht hat. Auch dies lässt sich nur bekämpfen, wenn für die legalen Modelle, Selbständigkeit und Entsendung (von Angestellten oder Beschäftigten, also arbeitnehmerähnlichen Selbständigen), Rechtssicherheit herrschen würde.

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von:  Juliane Bohl

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Interessensgebiet: Gießen
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