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Jahreshauptversammlung der Giessener Tafel

Gießen | Die Verteilung von Lebensmitteln ist und bleibt die Hauptaufgabe der Tafel. Auch im vergangenen Jahr sei kein Dienst ausgefallen, berichtete Holger Claes an der Jahreshauptversammlung.

Der Einladung in das Haus der Gemeinwesenarbeit des Diakonischen Werkes folgten einige Ehrenamtliche, die von Koordinatorin Anna Conrad zu Beginn der Veranstaltung umfassend zu Hygienefragen informiert wurden. „Die Einhaltung von Reinigung und Hygiene sind für die Abläufe der Giessener Tafel unerlässlich.", fasst Conrad zusammen.
Holger Claes, Leiter des Diakonischen Werkes und der Giessener Tafel bedankte sich im Rahmen der Veranstaltung wiederholt für die erbrachten Leistungen aller 309 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Sie erledigen wöchentlich mehr als 250 Stunden unermüdlich und mit vollem Einsatz ihre jeweiligen Aufgaben bei Transport, Sortierung und Ausgabe der gespendeten Lebensmittel.“, sagt Claes und rechnet: „Mit dem aktuellen Mindestlohn pro Stunde wären das über 150 tausend Euro an Kosten, die jährlich für die Tafel anfallen würden.“ Von Montag bis Freitag sind täglich 80 helfende Hände -teilweise zur gleichen Zeit- tätig, sagt Claes.

Großes Lob erhält Erich Gelzenleuchter, Fahr- und Logistikleiter der Giessener Tafel für sein organisatorisches Geschick, das eines der Gründe für die tolle Ausfallquote der Dienste im Jahr 2016 sei: null!
Erstaunt erfahren die Ehrenamtlichen, dass jeder von ihnen mehrmals am Tag insgesamt etwa drei Tonnen Lebensmittel bewegt. Mit den eindrucksvollen Zahlen möchte Holger Claes zum einen die Relevanz der Giessener Tafel und ihren Außenstellen unterstreichen. Wichtig sei ihm aber besonders, auf die großen Mengen von Lebensmitteln aufmerksam zu machen, die ansonsten im Müll landen.
„Ein Schwerpunkt sind nach wie vor Senioren“, weiß Claes zur Kundenstruktur in Gießen zu berichten. Unter den knapp 809 Haushalten sind darüber hinaus zunehmend Familien mit drei und vier Kindern sowie - mit „starkem Zuwachs" – Alleinstehende, schildert Claes. Ferner fällt eine gewachsene Zahl von Flüchtlingen auf, die gut in das System aufgenommen werden konnten. Einige davon haben ihren Platz als ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden, was eine große Bereicherung für die Giessener Tafel sei, so Claes.
Neben Ausgabe, Sortierung und Hausfahrservice berichtet der Tafelleiter von Zuwachs im Spendenteam der Giessener Tafel. Auch dieser wichtige Bereich gehöre zur Tafelarbeit, denn „Miete, Nebenkosten und Fahrzeuge – diese ganze Infrastruktur kostet Geld, das die Tafel selbst aufbringen muss.“, erklärt Claes während seines Berichts über die Aufwendungen und Einnahmen. Der Kundenbeitrag finanziere ein gutes Drittel der Tafelkosten, der Rest müsse durch Spendengelder ausgeglichen werden.
Mit Freude erfahren die Anwesenden vom Erfolg der Bemühungen des letzten Jahres: voraussichtlich ab Juli 2017 wird ein neues Fahrzeug zum Abholen der Lebensmittel im Einsatz sein.

Zum Schluss appelliert Claes an die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich aktiv mit dem Gedanken auseinander zu setzen, wie zukünftig weitere Menschen zur Mitarbeit bewegt werden können. Immer öfter entstehen Situationen, dass –trotz des tollen Ergebnisses 2016- Dienste durch Krankheit äußerst schwierig zu besetzen sind. Besonders kurzfristige Ausfälle können kaum noch kompensiert werden.
Daher sucht die Tafel immer wieder Interessierte an einer Mitarbeit in der Giessener Tafel.
Wer Interesse hat: Ansprechpartnerin ist Anna Conrad, Tel. 06 41/93 228-36.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.216
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 20.05.2017 um 09:02 Uhr
Im Artikel steht:

(....) "Holger Claes, Leiter des Diakonischen Werkes und der Giessener Tafel bedankte sich im Rahmen der Veranstaltung wiederholt für die erbrachten Leistungen aller 309 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Sie erledigen wöchentlich mehr als 250 Stunden unermüdlich und mit vollem Einsatz ihre jeweiligen Aufgaben bei Transport, Sortierung und Ausgabe der gespendeten Lebensmittel.“, sagt Claes und rechnet: „Mit dem aktuellen Mindestlohn pro Stunde wären das über 150 tausend Euro an Kosten, die jährlich für die Tafel anfallen würden.“ Von Montag bis Freitag sind täglich 80 helfende Hände -teilweise zur gleichen Zeit- tätig, sagt Claes." (......)

Danke für die Informationen und auch für die Modellrechnung. Nur erschliesst sich mir der tiefere Sinn dieser Argumentation nicht. Soll dadurch verdeutlicht werden, welchen volkswirtschaftlichen Nutzen die (Giessener) Tafel erbringt und wie ehrenvoll das Engegement jedes Einzelnen ist. Das ist in meinen Augen banal - das ist doch jedem klar.

Oder soll hier durch die Hintertür für die Zukunft eine Argumentationskette aufgebaut werden: Wir, die Ehrenamtlichen in der Jahressumme, erbringen für die Allgemeinheit Dienstleistungen, welche weit über den Bereich von "Peanuts" liegen. Das geht so nicht weiter - da muss in Zukunft neben Spendengelder und Selbstbeteiligung "staatliche Gelder fliessen".

Das ist jetzt nur Spekulation, aber sollte das bei dem Herrn Claes dahinter stecken positioniere ich mich schon jetzt. So nicht - der Staat soll dafür sorgen, dass in dieser Gesellschaft niemand so etwas wie die Tafel nötig hat. Ehrenamtliche dürfen nicht zum Reperatursystem eines offensichtlich kaputten sozialen Ordnung gemacht werden. Das durch und durch ethisch (sie sind doch ein Mann der Kirchen und dürften sich auf diesem Bereich auskennen) zu begrüßende Grundverständnis vieler Mitbürger (dem Mitmensch geht es schlecht - also helfe ich) darf nicht zur Stabilisierung untauglicher und nicht zukunftsfähiger Wirtschaftsstrukturen missbraucht werden.
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von:  Daniela Pewny

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