Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Gießens SchülerInnen leben Europa! — Erfolgreiche Europadebatte des Stadtschülerrates

Plenum
Plenum
Gießen | "Sie alle sind Europa" machte Stadtschulsprecher Johannes Bock schon zu Beginn der Europadebatte des Gießener Stadtschülerrates (SSR) klar, die im Rahmen der Europawoche erstmals durchgeführt wurde.

Nachdem Organisator und Vize-Sprecher Luca Manns am Donnerstag Morgen gegen 9.00 Uhr weit über 200 Schülerinnen und Schüler im Großen Saal der Kongresshalle begrüßen durfte, wiesen in Grußworten Bock und Stadträtin Eibelshäuser als Schirmherrin der Veranstaltung auf die Wichtigkeit europäischer Gemeinschaft und deren Zukunft hin. Eibelshäuser rief zudem die Jugendlichen auf, sich aktiv zu engagieren und für Europa einzusetzen; so könne und solle man "beispielsweise auch Mal für statt immer nur gegen etwas auf die Straße gehen, nämlich im konkreten Fall für Europa".

Damit bezog sich die Schuldezernentin auf die Bewegung Pulse of Europe, die allwöchentlich zigtausende Menschen für Europa auf Marktplätze in der ganzen Union bringt, um zu zeigen, dass auch in Zeiten herausfordernder Ereignisse wie dem Brexit oder fortschreitendem Populismus ein Engagement möglich und nötig ist. Mit dem Gießener Organisator, Tevin
Mehr über...
Zukunft (23)Udo Bullmann (3)Tevin Pettis (1)Stadtschülerrat Gießen (2)stadtschülerrat (2)Stadträtin (1)ssr gießen (2)ssr (6)Schule (701)Pulse of Europe (1)Helge Braun (15)Europa (92)
Pettis, kam Moderator Manns daraufhin in ein Podiumsgespräch, an dem auch der Martin Schulz-Nachfolger als SPD-Parteibeauftragter für Europa, Frankfurts EU-Parlamentarier Dr. Udo Bullmann teilnahm. Im Verlauf zeigte sich, dass beide aus ganz unterschiedlichen, persönlichen Perspektiven heraus an eine Zukunft Europas glauben, wenn - wie Bullmann sagte - "die jungen Menschen hier im Saal dafür einstehen". Pettis erläuterte diesbezüglich nicht nur die Motivation der Vereins Pulse of Europe, nämlich konstruktiv-kritisch das Fortentwickeln der EU zu betrachten anstatt Dauerkritik zu üben, sondern führte auch aus, wie er selbst als Student erlebt habe, dass das Einbringen für Europa entscheidend sei. Europapolitiker Bullmann nahm daraufhin nicht nur Stellung zu Fehlern und Krisen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, sondern erläuterte auch beispielhaft, wieso das Image der Europäischen Union vielerorts leide: "Wenn Regierungschefs immer bei Regelungen mit Nachteil für ihren Staat sagen, Brüssel habe es quasi auferlegt, bei allen positiven Errungenschaften die Nationalstaatler dies aber angeblich den Europäischen Institutionen erst abringen mussten, ist klar, dass das Bild in Schieflage gerät". Bullmann, der unter anderem auch
Podiumsrunde v.l.n.r.: Pettis (Pulse of Europe), Manns (SSR, Moderator), Dr. Bullmann, MdEP (SPD-Europabeauftragter)
Podiumsrunde v.l.n.r.: Pettis (Pulse of Europe), Manns (SSR, Moderator), Dr. Bullmann, MdEP (SPD-Europabeauftragter)
ausführte, welch verheerende Auswirkungen aus seiner Sicht das etwa durch die Sparpolitik des Bundesfinanzministeriums entstandene Bild Deutschlands als bremsende und regulierende "leeding power" in Europa habe. Beide Teilnehmer des ruhigen Podiumsgesprächs zeigten sich jedoch überzeugt, dass Europa trotz allem und Deutschland in dessen Rahmen Zukunft habe und weiterhin bestehen könne und werde.

Darauf war zuvor in seiner Hauptrede bereits der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, Prof. Dr. Helge Braun, eingegangen. Seine anekdotenreiche Rede begann Braun damit zu berichten, dass er - vor vielen Jahren frisch in den Bundestag gewählt - eines Abends mit anderen Jungparlamentariern zusammengesessen habe, als Altbundeskanzler Helmut Kohl auf die Gruppe zugegangen sei und gesagt habe, diese seien "jetzt an der Reihe" und könnten "mit Deutschland alles machen", jedoch sollten sie um jeden Preis Europas Einigkeit wahren, weil nichts wertvoller sei als der Frieden zwischen den jahrhundertelangen Feinden. Beeindruckt von diesen Worten habe der heutige Vize-Chef des Kanzleramtes zwar viel darüber nachgedacht, bald sei es jedoch in den Hintergrund gerückt und von vielen Konflikten überlagert worden. So schilderte Braun nicht nur wie
Grußwort: Stadtschulsprecher Bock
Grußwort: Stadtschulsprecher Bock
später auch Bullmann das unfaire Spiel mancher Akteure, negative Entscheidungen zunehmend auf Brüssel abzuwälzen oder sich über vermeintlich kuriose Verordnungen der Kommission ohne Kenntnis deren wirklichen Hintergrundes zu empören, sondern sprach auch mit Blick auf seine Rolle als Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung sehr ernsthaft über den Versuch europäischer Flüchtlingsverteilung im vergangenen Krisenjahr. Dabei ermahnte er jedoch auch, dass nicht jedes Land wie Deutschland stark und mit eintretendem Fachkräftemangel, sondern, wie etwa Spanien, mit einer hohen, in diesem Falle vierzig prozentigen, Jugendarbeitslosigkeit darstehe. Braun schloss daher mit der Erkenntnis, dass Europa oft mühsam und kompliziert, jedoch keineswegs obsolet oder gar schädlich sei. Vielmehr sichere es seit mehr als 70 Jahren einen Frieden, den etwa die geopolitisch nicht weit entfernte Ukraine keineswegs mehr genießen könne. Die Zukunft Europas zu gestalten, sei nun Aufgabe auch der anwesenden Jugendlichen.

Anschließend traten die Schülerinnen und Schüler verschiedener Gießener Schulen selbst in die Diskussion ein: An 24 Gruppentischen standen je ein Moderator oder eine Moderatorin des SSR bereit, um zu acht verschiedenen Fragestellungen,
Grußwort: Stadträtin Eibelshäuser
Grußwort: Stadträtin Eibelshäuser
die die Schülervertreter vorab als spannende oder drängende Themen ausgewählt hatten, nach einer kurzen Einführung Diskussionen zu ermöglichen. Unter anderem ging es die deutsche Führungsrolle und deren Berechtigung in Europa, die wirtschaftliche Schieflage zwischen den Unions-Mitgliedsstaaten, jene geschilderte und schwierige Flüchtlingsbewältigung innerhalb der EU, aber auch um konkrete Punkte wie die Einführung eines free-Interrail-Tickets, das lange für alle 18-jährigen Unionsbürger im Gespräch war, oder die Frage, ob man sich als Deutscher bzw. Deutsche oder eher schon als Europäer/in fühle.

Nachdem rund zwei Stunden später alle Teilnehmenden auch zu jedem Themenkomplex diskutieren konnten, endete die Veranstaltung mit einer Feedbackrunde, in der neben einigen Wünschen für eventuelle Wiederholungen vor allem Lob und Anerkennung für die wichtige Arbeit des Stadtschülerrates ausgedrückt wurden. Und so war es schlussendlich Stadtschulsprecher Bock auch ein Anliegen, allen Moderatorinnen und Moderatoren für die Tischgesprächsleitungen, der Schuldezernentin und ihrem Büro für die Buchung und Planung der Räumlichkeiten und des Veranstaltungsablaufes sowie weiteren Abteilungen der Stadtverwaltung etwa wie dem Hausmeiterkräfte stellenden Hauptamt oder der Mobiliar entleihenden Stadtbibliothek, vor allem aber auch dem Moderator und Organisator Luca Manns für "die viele, viele Arbeit" zu danken. Manns sagte anschließend, dass spätestens als ihm von einem Gespräch zweier junger Teilnehmerinnen berichtet worden sei, die sich gegenseitig erklärten, im Rahmen der Veranstaltung mehr zu Europa als im gesamten Verlauf der Schulbildung gelernt zu haben, sich die Planung und Durchführung mehr als gelohnt habe.

Plenum
Plenum 
Podiumsrunde v.l.n.r.: Pettis (Pulse of Europe), Manns (SSR, Moderator), Dr. Bullmann, MdEP (SPD-Europabeauftragter)
Podiumsrunde v.l.n.r.:... 
Grußwort: Stadtschulsprecher Bock
Grußwort:... 
Grußwort: Stadträtin Eibelshäuser
Grußwort: Stadträtin... 
Rede: Staatsminister Prof. Dr. Braun MdB
Rede: Staatsminister... 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Leon Bloh, Silas Haupt, Marcel Skalski, Quintus Wolf, Paul-Louis Brinkmann (von links)
Erfolgreicher Realschuljahrgang an Francke-Schule
„Ende des Trainings – nach 2000 Tagen Trainingslager geht die...
Die „Soundscapes“ und „Konfis“ im Konzert. Vor von links vorne links am Keyboard, Silas Lehrmund und mit Gitarre Peter Damm (musikalischer Leiter)
Popcorn zum Finale von Chor- und Orgelkonzert
„Popcorn“ zum Konzert Finale, gab‘s tatsächlich am Samstagabend in...
#ROMADAY
Sinti und Roma – Europas größte Minderheit. Der heutige...
Simon M. aus der 8. Klasse bei der Stimmabgabe
Francke-Schüler erproben das Wählen schon vor dem 24. September
„Wann sind wir dran?“, „Hab ich meine Wahlbenachrichtigung?“ und „Wo...
Fiderallala – Der Frühling ist da
16 Kinder der Grundschule Langsdorf besuchten die...
Maschinenlärm und geheimnisvolle Stille beim Ausflug in die Grube Fortuna
Beim diesjährigen Ausflug des Freundes- und Förderkreises der...

Kommentare zum Beitrag

2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 12.05.2017 um 10:05 Uhr
Bei den sonntäglichen "Pulse of Europe" Treffen auf dem Berliner Platz fällt mir immer auf, dass recht wenig junge Menschen dort zu sehen sind.
Warum eigentlich? Geht es nicht eigentlich um deren Zukunft?
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.05.2017 um 10:17 Uhr
Ich richte die Frage von Frau Barthel und einige andere auch an die Beitragseinsteller - mich wundert allerdings nicht, dass sich sehr wenige junge Menschen dafür interessieren, denn welche Zukunft bietet ihnen denn dieses Bündnis EU?

- wurde auch über das Vorgehen der Mitgliedsstaaten, die das "Sagen" in der EU haben gesprochen, z.B. gegenüber Mitgliedsstaaten wie Griechenland und die verheerenden Folgen für die dortige Bevölkerung?
- wurden auch die militärischen Einsätze der EU Staaten thematisiert? So ist z.B. die deutsche Bundeswehr mittlerweile in 21 Ländern der Erde im Auslandseinsatz
- wurde auch darüber gesprochen wie ( auch ) die EU Staaten auf Kosten vieler Entwicklungsländer und deren Bevölkerung ihren Reichtum angehäuft haben?
- was sagten die Gäste z.B. über die steigende Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern der EU - vor allem in den südlichen Ländern?

Die EU ist ein imperialistisches Bündnis imperialistischer Staaten, mit aggressivem Auftreten nach außen, auch im Ringen mit den anderen Konkurrenten ( USA, China, Russland... und neue imperialistische Länder wie Türkei, Saudi Arabien... ) um Absatzmärkte, Rohstoffe...

Den Nationalisten die Kritik an der EU überlassen, das wäre der größte Fehler den man machen kann =
Rebellion gegen die EU ist gerechtfertigt!

Die Zukunft? = die Zukunft bedeutet für die Jugend vor allem eintreten für die Völkerfreundschaft, aber keine "Freundschaft" mit den Regierenden in der EU.
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.05.2017 um 11:04 Uhr
Unter "wemove.eu" findet man eine Reihe von Reformvorschlägen, die sich
auch auf die von Ihnen genannten Themen beziehen. Ausgangspunkt sind Ideen des neuen französischen Präsidenten Macron . Dort findet man auch einen Appel zur Zusammenarbeit mit dem Ziel, die EU, und vor allem die Eurozone, zu reformieren. Erstunterzeichner sind unter anderem Gesine Schwan, Nida-Rümelin, aber auch Frank Bsirke. Man kann noch unterzeichnen.
Was man damit erreichen kann? Man kann Macron bei seinem Treffen mit Frau Merkel den Rücken stärken, damit er nicht wie Hollande einknickt!
Mit Ihrer Totalopposition, Herr Walther, spielen Sie doch den Nationalisten
und Rechtsradikalen in die Hände!
Im Übrigen würde ich hier gerne auch mit jungen menschen diskutieren. Wo sind sie?
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.05.2017 um 11:15 Uhr
Nein Frau Barthel, das Gegenteil ist der Fall = damit überlässt man das Feld gerade nicht den Nationalisten...

Es wiederholt sich immer - nur in verschiedenen Variationen - Sie haben meiner Ansicht nach die Illusion, dass man an die "Vernunft und Einsicht" der Regierenden appellieren könnte, dann würde sich etwas ändern... ich habe da einen anderen Standpunkt, man muss selbst etwas ändern, vor allem die jungen Menschen...

oh, wo man sie trifft? = das ist gar nicht so schwer, nur um einige wenige Beispiele zu nennen:
ca. die Hälfte der Demo am 1. Mai ( vielleicht mehr ) bestand aus jungen, aktiven Menschen, anlässlich des Internationalen Frauentags waren es sogar weitaus mehr, am 8. Mai dem Tag der "Befreiung vom deutschen Faschismus" stellten sie klar die Mehrheit... bei zahlreichen Veranstaltungen zu "Krieg und Frieden", zum "Antifaschismus", zu "Bildung", in den Gewerkschaften, in politischen Bündnissen usw. usf.
Überall trifft man aktive und politisch engagierte junge Menschen, nicht zu vergessen die zahlreichen ehrenamtlich tätigen Jugendlichen...

Tja, die Frage muss man, muss sich jeder selbst stellen "wieso treffe ich so wenig auf junge Menschen mit denen ich diskutieren kann?"
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.05.2017 um 18:00 Uhr
Ja, im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit oder bei den wöchentlichen "Pulse of Europe"Veranstaltungen treffe ich auch junge Menschen.
Bei der Gießener Zeitung sind sie aber kaum anzutreffen. Eigentlich wundert mich das auch nicht!
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.05.2017 um 20:20 Uhr
Dass in der GZ wenig junge Menschen angemeldet sind, das wundert mich auch nicht = die GZ als Medium für junge Menschen? Also die jungen Menschen, die ich kenne, die bewegen sich auf völlig anderen Seiten, die meisten haben wahrscheinlich auch noch nie etwas von der GZ gehört...
Ich habe die Erfahrung gemacht: wenn man mit jungen Menschen diskutieren will, dann muss man dort hingehen wo sie sind, sie werden nicht auf die "Alten" zukommen... oder man muss den jungen Menschen einfach für sie attraktive Angebote machen ( und da gehört die GZ aus meiner Sicht nicht dazu )
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.05.2017 um 22:12 Uhr
Immerhin hat der Stadtschülerrat hier etwas eingestellt.
Aber sonst haben Sie wohl Recht.
Stadtschülerrat Gießen
77
Stadtschülerrat Gießen aus Gießen schrieb am 14.05.2017 um 22:59 Uhr
Wir bedanken uns für Ihre Beiträge, sehr geehrte Damen und Herren.

Frau Barthel hat in der Tat recht damit, dass wir die Seite der Gießener Zeitung gerne als Ergänzung zur Veröffentlichung über Allgemeine/Anzeiger u.a. nutzen. Vermutlich stimmt aber der Einwurf, dass wir dies als Organisation tuen und junge Menschen im Privaten über andere Medien interagieren.

Zur Fragestellung, wieso man nicht mehr junge Menschen für Europa im Einsatz sehe: Unsere Veranstaltung, ja genau von SuS für SuS, war ein Beispiel solchen Engagements. Dass es, wie überall, mehr sein könnte, steht außer Frage, allerdings gibt es, das sollte nie vergessen werden, auch mehr Orte des Engagements als je zuvor (das sollte nicht vergessen werden. Lesen Sie dazu gerne unseren stv. Stadtschulsprecher Luca Manns in der Allgemeinen vom 4. Mai 2017 unter der Überschrift "Vertraut uns!"). Dass wir uns jedoch konkret auch mehr Teilnehmende bei PoE wünschen, haben wir durch die Einladung des Sprechers und dessen Appell auf der Bühne auch klarmachen können.

Zu den inhaltlichen Fragen des Herrn Walther so viel: Ja, es wurden, wenn auch in anderer Tonalität, einige Fragen aufgerufen, die sich kritisch mit der EU befassen. Neben den geschilderten Inhalten des obigen Textes wird dies insbesondere durch die Themen der Gruppentische deutlich. Diese waren:

- Halten wir die EU zusammen? Zwischen Führung und Regentschaft
- Deutscher oder Europäer? Wie integriert wir sind?
- Europas Wirtschaft: Gewinner treffen auf Verlierer?
- Nationalismus VS Integration – Müssen wir Europa verteidigen?
- Endstation Lambedusa? Europas Umgang mit Flüchtlingen
- Regulierungswut Brüssels? Europäische Institution und ihre Normen
- #freeInterrail – wie der Funke wieder überspringen kann
- Die neuen Verteidiger der liberalen Welt? – Europas Außenpolitik
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 09:56 Uhr
Ich danke dem Stadtschülerrat auch für seine schnelle Reaktion.
Gerne wüsste ich mehr über die Ergebnisse der Gruppendiskussionen.
Am 4. Mai war ich in Urlaub, in Frankreich, wo ich den Wahlkampf miterlebte
und mit vielen Menschen diskutieren konnte, auch mit jungen Menschen. Das war sehr interessant für mich.
Ebenso wie die von Ihnen genannten Diskussionsthemen.
Damit werde ich mich mal genauer auseinandersetzen.
Ich sehe darin eine gute Gesprächsbasis, die wir, auch in der Gießener Zeitung, weiter ausbauen sollten!
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.05.2017 um 15:36 Uhr
Auch von mir danke für die Antwort!
Genau wie Frau Barthel würden mich auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen interessieren - und vielleicht doch die Meinung des Beitragseinstellers zu meinen Fragen, auch wenn es dann lediglich eine persönliche Meinung ist macht das doch nichts man könnte auf dieser Grundlage ( weiter ) diskutieren!?

Ich hatte noch etwas vergessen, vergessen bezüglich des neuen französischen Präsidenten, der ja von einigen ( keinesfalls von der Mehrheit der Franzosen ) ähnlich wie der Heilsbringer Schulz in Deutschland, so hoch gelobt wird: u.a. sind nach Äußerungen von Macron "ca. 120.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu entlassen", "die Arbeitszeit zu verlängern" und "die Unternehmenssteuern zu senken"... was er als Wirtschaftsminister nicht durchsetzen konnte aufgrund Massenproteste in Frankreich ( er musste damals zurück treten ) will er nun als Präsident durchsetzen!?
Ja, ja, CDU/SPD werden sich gut mit Macron verstehen und das Finanzkapital wird sicher auch nicht meckern...
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 16:56 Uhr
Im Gegensatz zu Schulz hat Macron genau definierte Forderungen aufgestellt, vor Allem was die Reform der europäischen Institutionen angeht.
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 16:57 Uhr
Im Gegensatz zu Schulz hat Macron genau definierte Forderungen aufgestellt, vor Allem was die Reform der europäischen Institutionen angeht.
Stadtschülerrat Gießen
77
Stadtschülerrat Gießen aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 22:12 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten zunächst um Verständnis, unter Bezugnahme des Neutralitätsgebotes (u.a. aus § 11 der SV-Verordnung) von persönlichen Kommentaren abzusehen.

Die Ergebnisse der Gruppenphasen werden durch die Moderatoren noch aufbereitet, besprochen, gebündelt und in ein Werk überführt. Anschließend kann und wird dies publiziert werden, u.a. über die Website ssr-giessen.de.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Stadtschülerrat
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 15.05.2017 um 22:47 Uhr
Was wollen Sie damit sagen Frau Barthel? Dass Sozialabbau, Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung, Entlassungen im öffentlichen Dienst usw. - getreu nach dem Vorbild des "deutschen Modells" - schon in Ordnung gehen weil diese Forderungen "genau definiert" sind? Oder ist das aus Ihrer Sicht nicht so wichtig für eine Beurteilung eines liberalen Präsidenten? Hauptsache für Europa und die EU... und ein wenig die Institutionen reformieren wollen, alles andere egal?

@ SSR: dann formuliere ich es anders = hat denn der SSR eine Meinung zu den von mir gestellten Fragen? Das mit der Neutralität hatten wir ja schonmal an anderer Stelle, sowas wie Neutralität gibt es meiner Ansicht nach nicht, wie gesagt, wenn Sie Ihre persönliche Meinung als z.B. "Herr Manns" nicht hier äußern wollen, dann ist es halt so, aber ich denke dies kann Ihnen niemand verbieten.
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 16.05.2017 um 09:46 Uhr
Wo haben Sie denn Ihre Zahlen her?
Reformen sind in Frankreich sicher notwendig, aber eben mit Augenmaß.
Denken Sie nur an die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit!
Der Kandidat der Konservativen, Fillon, hatte Reformen nach dem Beispiel der Agenda 2010 angekündigt. Das bleibt Frankreich nun zum Glück erspart!
Aber meine französischen Bekannten hatten schon Recht, als sie meinten,
wenn Macron gewählt würde, würden die Linken gleich über ihn her fallen.
Eine Abkehr von der Austeritätspolitik könnte viele neue Arbeitsplätze entstehen lassen, in vielen Ländern Europas.
Ich halte Nichts von Persönlichkeitskult, aber die Politik braucht Menschen von Format, und Macron hat sich bisher taktisch klug verhalten . Ihm könnte gelingen, Europa zu reformieren, und ich beobachte mit Hoffnung und Interesse, wie es weiter geht!
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.05.2017 um 11:43 Uhr
Die Zahlen kann man überall nachlesen... Sie gehen wieder auf so gut wie nichts ein Frau Barthel, oder verstehen Sie als Reform wenn man, vielleicht sogar wie in Griechenland, auf Kosten der breiten Massen die Wirtschaft sanieren will?
Ja, völlig richtig, natürlich wehren sich die Linken - aber nicht nur sie, sondern vor allem die Arbeiter, Rentner usw. - gegenüber solchen Leuten, alles andere wäre doch unglaubwürdig...

Ihr letzter Satz zeigt wieder, dass wir nie auf einen Nenner kommen werden, wieder diese "Hoffnung", und dann auch noch in einen Liberalen, der als erstes einen Stock-Konservativen in seine Mannschaft berufen hat.

Oder anders ausgedrückt: wieder mal ein Musterbeispiel für das "kleinere Übel", nur vielen wird vom kleineren Übel nur noch übel... und nicht nur in Frankreich.

Wir drehen uns ständig im Kreis, es klinkt sich auch sonst niemand in die Debatte ein, aus meiner Sicht macht das keinen Sinn...
2.068
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 16.05.2017 um 13:18 Uhr
Na,endlich sind wir mal einer Meinung: Miteinander zu diskutieren macht für uns beide wirklich keinen Sinn!
Ich würde das zwar gern vermeiden, aber kaum habe ich irgend etwas geäußert, klinken Sie sich auch schon ein.
Ich verspreche Ihnen, mich zu keinem Ihrer Beiträge mehr zu äußern. Wäre schön, wenn Sie das Gleiche tun würden!
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.05.2017 um 19:17 Uhr
Stimmt Frau Barthel, da sind wir uns einig. Wenn Sie die Kommentarreihe hier verfolgen, dann werden Sie feststellen, dass ich Fragen an den Beitragseinsteller gerichtet hatte ( nicht an Sie! ) und dass Sie dann mit mir die Diskussion begonnen haben ( ist zwar nicht so wichtig, nur zur Klarstellung )
Ich glaube auch, dass Sie sich noch nie zu einem Beitrag von mir geäußert haben, höchstens zu Kommentaren... und Sie überschätzen sich evt. ein wenig, denn dass ich hier dem Beitragseinsteller einige Fragen gestellt habe, das hat mit Ihnen nicht das Geringste zu tun, und das werde ich auch weiterhin tun, ob Sie nun Kommentare dann unter diesem Beitrag abgegeben haben oder nicht, das spielt für mich keine Rolle...
Stadtschülerrat Gießen
77
Stadtschülerrat Gießen aus Gießen schrieb am 16.05.2017 um 20:37 Uhr
Hallo Herr Walther,

nein, der SSR hat keine Meinung zu zu den von Ihnen gestellten Fragen, weil er ein rein schul-/bildungspolitisches Mandat hat. Das hat der Kollege Manns auch richtig dargestellt. Wir wissen, dass es diesbezüglich in der Vergangenheit insbesondere zwischen Allg. Studdierenausschüssen und der Politik einen Streit um ein Allgemeinpol. Mandat gab; dieses gibt es aber (wie auch immer man das bewerten mag) auch heute nicht.

Deshalb nur so viel: Wir bekennen uns mit Verweis auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland selbstverständlich zu Europa, rufen gemäß der Vorgaben der Hessischen Landesverfassung i.V.m. dem Bildungsauftrag an die Schülervertretungen, der sich aus dem Hessischen Schulgesetz ergibt, zur Partizipation auf (daher auch die Veranstaltung) und sind, das dürfen wir Ihnen versichern, keineswegs unkritisch. Die Diskussion aber über Ihre Punkte, welche sicherlich spannend sein mögen, müssen Sie leider mit anderen Nutzern des GZ-Portals führen. Wie wir sehen, gelingt Ihnen das beispielsweise hier mit Frau Barthel ja auch sehr gut.

Wenn Sie ein Mitglied des SSR persönlich kontaktieren wollen, können Sie dies unter http://www.ssr-giessen.de/stadtvorstand.php einsehen.

Mit freundlichen Grüßen
Der Geschäftsführende Vorstand
des Stadtschülerrates
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 16.05.2017 um 22:18 Uhr
Danke für die Antwort!

Nein, ich wollte mit Ihnen nicht über das Grundgesetz oder die Hessische Verfassung diskutieren, mir ging es nur um einige konkrete Fragen :-)

Schade, kann man nichts machen, ich akzeptiere es natürlich, eine kleine Bemerkung sei mir vielleicht noch erlaubt = ein Bekenntnis zu Europa, das sagt meines Erachtens noch gar nichts aus ( siehe auch meine Kommentare ), "wessen" Europa es ist, das ist - wie immer - die entscheidende Frage.
Nein, ich erwarte keine Antwort mehr, ich habe Sie schon verstanden. Nur ein Gedanke, mit dem auch Sie sich beschäftigen könnten!?

Trotzdem freue ich mich natürlich über weitere Beiträge von Ihnen, und ich hoffe ich nerve Sie dann nicht zu sehr wenn ich mich mit Kommentaren an Sie wenden werde...

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Walther
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Stadtschülerrat Gießen

von:  Stadtschülerrat Gießen

offline
Interessensgebiet: Gießen
Stadtschülerrat Gießen
77
Nachricht senden

Weitere Beiträge aus der Region

Spendenübergabe der Margarethe und Alfred Schulz-Stiftung
Eine Zuwendung in Höhe von 2.800,00 € übergaben Herr Klaus Richard...
Engin Eroglu
FREIE WÄHLER Hessen "dankbar" für Entwurf der Landesregierung zu gebührenfreien KiTa-Plätzen
Nicht ohne Ironie zeigen sich die FREIE WÄHLER Hessen gegenüber der...
Simon M. aus der 8. Klasse bei der Stimmabgabe
Francke-Schüler erproben das Wählen schon vor dem 24. September
„Wann sind wir dran?“, „Hab ich meine Wahlbenachrichtigung?“ und „Wo...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.