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OB Grabe-Bolz verweigert Grußwort für das Jubiläumsheft des Traditionskreis einer Gießener Bundeswehr-Einheit

Gießen | Zu Artikeln in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 08.05.2017 „Oberbürgermeisterin verärgert Bundeswehr-Veteranen - Der Traditionskreis der einst größten Gießener Bundeswehr-Einheit feiert Geburtstag. Zwei Frauen trüben die Stimmung“ (http://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/art71,251590)

und im Gießener Anzeiger vom 09.05.2017 „Grabe-Bolz verweigert Grußwort – Traditionskreis der Gießener Bundeswehr-Einheit besteht seit 25 Jahren / Kein Verständnis für ablehnende Haltung der OB“ (http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/grabe-bolz-verweigert-grusswort_17874142.htm):

Der Traditionskreis der einst größten Gießener Bundeswehr-Einheit feiert Geburtstag und die SPD-Rathauschefin hat es abgelehnt, für das Jubiläumsheft ein Grußwort zu schreiben. Sie begründet dies damit, dass auch ihre Vorgänger im OB-Amt zu solchen Anlässen keine Grußworte geschrieben hätten. Dem Treffen der früheren Soldaten wünschte sie „viel Erfolg sowie dem Traditionskreis für die weitere Arbeit alles Gute“.

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Auch wenn die Bundeswehr laut der ehemaligen Soldaten sozial engagiert war, bleibt immer ihr Hauptauftrag im Vordergrund:

Kapitalistische Länder benötigen schlagkräftige Armeen, um Kriege zu führen. Sie dienen hauptsächlich dazu, um Rohstoffquellen zu kontrollieren und die weltweiten Güterströme und Handelswege zu ermöglichen und zu schützen, um wirtschaftliche und geopolitische Kontrolle zu schaffen, auszubauen und zu bewahren. Kriege sind das Mittel der herrschenden Klasse, um ihren Reichtum und ihr Kapital zu maximieren.

In Zeiten, in denen die Kriegsgefahr steigt, gleichzeitig die BRD bei Waffenproduktion und Rüstungsexport weltweit auf den ersten drei Plätzen zu finden ist und damit auch mit ihrer Kriegsarmee für Krieg, Hunger, Not und die damit verbundene Steigerung der Zahl der sich auf der Flucht befindlichen Menschen verantwortlich ist, verbietet sich jegliche Ehrenerweisung und Verherrlichung der Bundeswehr und ihren Streitkräften.

Die Bundeswehr, wie von einem Mitglied der Jubiläumsfeier beschrieben und im Artikel zitiert, auf „Sport machen“
und „Zugang zur Technik“ zu reduzieren, halte ich für eine unverschämte und unreflektierte Verharmlosung. Die Gießener-Bundeswehreinheit war mit der Bewachung des Atomwaffenlagers beauftragt und mit Kurzstreckenraketen „Honest John“ und später mit Raketenwerfern ausgerüstet. Somit hat sie aktiv und unmittelbar zur militärischen Konfrontation beigetragen.

So ist es zu missbilligen, dass die Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz bei ihrer Ablehnung ein Grußwort zu schreiben diesen kriegsführenden Einheiten „viel Erfolg und alles Gute“ wünscht.
Aber auch das Grußwort des hessischen Ministerpräsidenten Bouffier ist grundlegend abzulehnen. Er schreibt, dass solche Veranstaltungen dazu beitragen „das Bild der Bundeswehr in der Öffentlichkeit positiv zu vermitteln“.

Das Gegenteil ist der Fall: Wir müssen, wenn wir nicht nur vordergründig medienwirksam für Frieden und Freiheit kämpfen wollen, diese Gruppe der Gesellschaft ins Abseits stellen und die Kriegstreiber stoppen.

Nicht nur am 8. Mai, dem Tag des Endes des 2. Weltkrieges und der Befreiung vom deutschen Faschismus vor 72 Jahren, und dem damals daraus entstandenen Wunsch, dass vom deutschen Boden nie wieder ein Krieg ausgehen darf, müssen unsere Forderungen heute sein:

Stoppt sofort alle Kriege, die heute von Deutschland aus geführt werden!
Abrüstung statt Sozialabbau!
Keinen Cent für Auslands- und Kriegseinsätze der Bundeswehr!
Schulen, Hochschulen und Krankenhäuser statt Panzer, Drohnen und Raketen!
Keine „Bürgerkriegsarmee Bundeswehr“!
Keine Nachwuchswerbung der Bundeswehr in Schulen!

 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.05.2017 um 22:06 Uhr
Ich habe meine Meinung dazu. Diese deckt sich nicht mit der des Beitragsschreibers.
Mehr möchte ich nicht schreiben.
Nur soviel. Ich bin kein Fan unserer OB.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.05.2017 um 14:47 Uhr
Und?
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.05.2017 um 15:52 Uhr
Wir, d. h. die BRD und da können wir nichts machen bestimmt nun mal bzw. ist in Verträgen gebunden die Bundeswehr zu stärken, auszubauen und ihren Bündnispflichten nach zu kommen.
Da hilft es auch nicht wenn die OB sich weigert Grußworte zu übernehmen.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 10.05.2017 um 18:34 Uhr
Wozu ist die Bundeswehr da? In Afghanistan, in Somalia......
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.05.2017 um 18:36 Uhr
Deutsche Grenzen verteidigen. Ich glaube so wurde das schon mal vor langer Zeit begründet.
Kurt Wirth
2.060
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.05.2017 um 20:29 Uhr
Herr Bucher, zu Ihren Ausführungen zur Bundeswehr habe ich mir lange überlegt, mich dazu zu äußern. Im Grunde kann man daraus schließen, daß Sie es durchaus für richtig halten, wenn die Oberbürgermeisterin kein Grußwort und keine Erfolgswünsche ausspricht. ("Kasperltruppe").

Mit Ihrer Einschätzung "Nachfolgerin der unbestritten besten Armee" äußern Sie sich allerdings nicht zur Bundeswehr, sondern zur Wehrmacht. Da ist natürlich die große Frage, was Sie mit "bester Armee" meinen. 60 bis 70 Millionen Tote des zweiten Weltkriegs? Da hielte ich die Armeen des Vatikans und von Liechtenstein schon entschieden für "besser". Oder messen sie die Qualität einer Armee daran, wieviele Menschen sie aus "niederen Beweggründen" ins Jenseits befördert?

Ihre Äußerungen könnte man fast auf derselben Ebene verorten, wie "es gab keine KZ's" und "es wurden keine Juden umgebracht". letzteres zu behaupten, ist ja unter Strafe gestellt (warum, weiß ich zwar nicht. Man bestraft ja auch niemanden, der behauptet. daß 2 plus 2 gleich 6 ist).
Uwe Lennartz
186
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 11.05.2017 um 09:41 Uhr
Die Freien Wähler setzen noch einen drauf. Siehe Artikel im Gießener Anzeiger vom 10.05.2017 „Grußwort“: Freie Wähler kritisieren OB (siehe auch: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/grusswort-freie-waehler-kritisieren-ob_17877958.htm ).

In diesem Artikel steht im Auszug: Die Weigerung der OB, ein Grußwort zu schreiben, sei ein Affront gegenüber allen ehemaligen und aktiven Soldaten der Bundeswehr. Politiker aller Parteien haben bei allen möglichen Anlässen gerne die Einladung als Gast bei Bundeswehrveranstaltungen angenommen und die Hilfe durch die Bundeswehr immer gerne in Anspruch genommen. Von einer OB hätte man erwarten können, dass sie das ehemalige Engagement von Bundeswehrsoldaten in Gießen zu würdigen weiß. Auch die heutige Bundeswehr benötige nach wie vor die Unterstützung der Öffentlichkeit und der politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen. Soweit der Artikel.

Herr Zippel von den Freien Wählern und viele andere vergessen sehr schnell das wahre Ziel und den wahren Charakter der Bundeswehr, wenn es um die Bedeutung der Bundeswehr für die heimische Wirtschaft geht. Anders ausgedrückt: Der eigene Profit rechtfertigt demnach nicht nur die Existenz dieser Kriegsarmee, sondern sie soll auch noch hofiert, geehrt und verherrlicht werden. Das halte ich für eine überhebliche und unreflektierte Sichtweise besonders gegenüber allen Opfern der Bundeswehr, die übrigens auch in ihren eigenen Reihen zu finden sind.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.05.2017 um 09:47 Uhr
Lieber Herr Lennartz,
in dem Grußwort hätte sie doch mit richtigen Worten auf die ganze Problematik hinweisen können. Einerseits das positive Wirken würdigen, aber auch die "Kriegseinsätze" der Bundeswehr in Frage stellen können. Sich aber nur wegducken .....
Uwe Lennartz
186
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 12:26 Uhr
Zum Artikel „Grabe-Bolz möchte Traditionskreis kennenlernen“ im Gießener Anzeiger vom 13.05.2017 (siehe auch http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/grabe-bolz-moechte-traditionskreis-kennenlernen_17884969.htm):

Zusammenfassung der Situation: Frau Grabe-Bolz wird gebeten ein Grußwort für den Traditionskreis zu schreiben. Sie lehnt es ab, weil ihre Vorgänger dies auch nie gemacht hätten. Dies wird besonders von Seiten des Traditionskreises und deren Befürworter heftig kritisiert. Nun stellt sie klar, dass sie grundsätzlich nichts gegen diesen Traditionskreis hat, aber kein Grußwort schreiben kann, weil sie diesen nicht persönlich kennt. Deshalb möchte sie sie nun persönlich kennenlernen.

Ist dies wieder ein vorgeschobenes Argument? Vielleicht sogar eine Ausrede? Hat Frau Grabe-Bolz nicht eine grundsätzliche Meinung und/oder Einstellung gegenüber der Bundeswehr und ihren Traditionskreisen? Oder hat sie eine Meinung, traut sie aber nicht öffentlich zu äußern? Und wurde sie vielleicht sogar von ihren Parteifreunden aufgrund ihrer Unklarheit zu diesem Thema „zurückgepfiffen“?

Ist die Bewertung eines solchen Traditionskreises davon abhängig, ob man (frau) deren Mitglieder persönlich kennt? Und was bedeutet übrigens in diesem Zusammenhang „persönlich“? Welchen Erkenntniszuwachs erwartet Frau Grabe-Bolz von einem persönlichen Kennenlernen? Wird sie in einem Treffen mehr über den Sinn und Zweck und deren Ziele erfahren? Mehr als sie jetzt schon weiß? Wird sie alle persönlich kennenlernen, sie sogar zu Hause besuchen? Oder reicht ein Smalltalk mit ein oder zwei Mitgliedern, um ihre Einstellung zum diesem Kreis anders zu bewerten? Oder ist ihre Bewertung von den einzelnen Personen in diesem Traditionskreis abhängig, ist also abhängig von Sympathie oder ggf. auch Antipathie gegenüber einigen Vertretern dieses Kreises?

Ich lehne einen solchen Traditionskreis einer ehemaligen Bundeswehreinheit aufgrund der schon oben geschriebenen Argumente grundsätzlich ab. Eine damit verbundene Verherrlichung und/oder Ehrenerweisung halte ich für völlig deplatziert. Eine eindeutige Stellungnahme diesbezüglich von unserer OB würde ihr ganz bestimmt mehr Respekt und Anerkennung einbringen als diese unklaren Äußerungen von ihr.
H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.05.2017 um 14:23 Uhr
Hat sie sich nicht öffentlich erklärt! Ihre Beweggründe dargelegt? Was noch mehr!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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