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Rede der SDAJ zum 08.Mai - Tag der Befreiung (mit Video)

Demonstrationszug vom Bahnhof durch die Innenstadt bishin zum Berliner Platz
Demonstrationszug vom Bahnhof durch die Innenstadt bishin zum Berliner Platz
Gießen | Am 8. Mai 1945 – vor 72 Jahren – kapitulierte die Reichswehr bedingungslos. Ohne die Rote Armee wäre dieser Sieg gegen den deutschen Faschismus nicht gelungen.

Leichenberge und Widerstand

Doch der 2. Weltkrieg hinterließ verbrannte Landschaften, zerstörte Städte und unendlich große Leichenberge:
- 27 Millionen Soldatinnen und Soldaten, Arbeiterinnen und Arbeiter, Bauern und Bäuerinnen auf dem Boden der UdSSR.
- 6 Millionen Jüdinnen und Juden in den Öfen deutscher Konzentrationslager.
- Leichenberge mit unzähligen Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Behinderungen.
- Leichenberge voller Widerstandskämpferinnen und Kämpfern aus den Gewerkschaften, Kirchen, sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien.
Das Vernichtungslager Auschwitz erinnert noch heute an das Leid und Elend, was das faschistische Terrorsystem über die Welt gebracht hat. Und die Geschichte der Roten Armee und die des Widerstands und der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald erinnert noch heute an den antifaschistischen Kampf.

Unterstützer und Profiteure des Faschismus

Der 8. Mai erinnert
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auch daran, in welchem Interesse eine solche faschistische Herrschaft errichtet wurde. Dieser deutsche Faschismus kann nicht reduziert werden auf die Figur Hitler und einige seiner Komplizen. Der deutsche Faschismus funktionierte, weil er im Interesse ökonomisch und politisch mächtiger Gruppen war. Alle großen deutschen Konzerne und Banken – von Daimler über Siemens bis hin zur Deutschen Bank – haben die NSDAP unterstützt, vom Faschismus massiv profitiert, und sich an Zwangsarbeit, Folter und Tod beteiligt.

Georgi Dimitroff nannte schon 1935 in seiner Analyse die Gruppen, die ein Interesse am Faschismus und am Krieg hatten:
Es waren die Generäle der Reichswehr, die schon 1926 die Wiederaufrüstung geplant hatten und für einen zweiten großen Krieg bereit standen:
Es waren die Vertreter der Schwerindustrie, Kohle- und Stahlmagnaten, denen Hitler bereits 1932 in seiner Rede vor dem Düsseldorfer Industrieclub die Durchsetzung ihrer Interessen angekündigt hatte.
Es waren die Vertreter der Banken, die sich nach den Einbrüchen in der Weltwirtschaftskrise durch die Rüstungskonjunktur große Gewinne erhofften.
Es waren die Vertreter des IG-Farben-Konzerns, die bis zum Schluss u.a durch die Zwangsarbeit im KZ Auschwitz-Monowitz Profit machten.
’ All das war, kurz gesagt, die kapitalistische Basis der faschistischen Herrschaftsform.

Hintergrundbroschüre zum Faschismus von der SDAJ
Hintergrundbroschüre zum Faschismus von der SDAJ
Der Tag der Befreiung

Nicht nur für die Widerstandskämpferinnen und -kämpfer, nicht nur für die Verfolgten, sondern für den Großteil der Bevölkerung war der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung. Peter Gingold, Frankfurter Jude und kommunistischer Widerstandskämpfer in der französischen Résistance, bezeichnete diesen Tag in seinen Erinnerungen als „Morgenrot der Menschheit“. Alle schworen sich „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“. Selbst die CDU sah die Ursachen des Faschismus im kapitalistischen System. In ihrem Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 gaben sie sich betont antikapitalistisch.

Nazifunktionäre bauen die BRD auf

Doch schnell wurde wieder geleugnet, dass der Faschismus nur eine andere – wenn auch die brutalste – Herrschaftsform des Kapitals ist. Mit der Gründung der Bundesrepublik wurden die alten Besitz- und Machtverhältnisse wieder hergestellt. Nicht nur alte Strategien, sondern auch das alte Personal wurde übernommen:
Zu Beginn der 50er Jahre wurden die Bundeswehr und die Geheimdienste wieder mit alten faschistischen Kadern aufgebaut.
Die Richter die vor 1945 Kommunistinnen und Kommunisten verfolgten und verurteilten taten dies auch nach 1945 weiter.
Und die Verursacher und Profiteure des Faschismus – die großen deutschen Banken und Konzerne – wurden nicht enteignet und zahlten keine oder lächerliche Entschädigungen. Und heute beteiligen sie sich wieder aktiv an Rüstungsproduktion und Kriegseinsätzen in aller Welt.

Wer vom Faschismus redet, darf vom Kapitalismus nicht schweigen

Also auch heute in Zeiten neuer Kriege und erstarkender rechter Strukturen in Europa und der BRD ist antifaschistische Arbeit und antifaschistischer Widerstand wichtig. Dieser Widerstand wird erst überflüssig, wenn wir den Faschismus an seinen Wurzeln gepackt und vernichtet haben. Und die Wurzeln der faschistischen Herrschaftsform ist das kriegerische und ausbeuterische kapitalistische System. Der 8.Mai hat nichts von seiner Aktualität verloren. Und Wenn wir vom Faschismus sprechen, dürfen wir vom Kapitalismus niemals schweigen!

Hier gehts zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=l2uAI0fYfvw&feature=youtu.be

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von:  Tobias Salin

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