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8. Mai 1945 – der Kampf geht weiter!

Gießen | 72 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus

Am 8. Mai 2017 jährt sich die bedingungslose Kapitulation der faschistischen Wehrmacht. Für die Führungsriege der NSDAP, für die Generäle der faschistischen Wehrmacht und die Industrie- und Bankkreise, die Hitler & Co. 1933 den Weg zur Machtübertragung ermöglicht haben, war der 8. Mai 1945 ein Tag der Niederlage.

Millionen Menschen – Jüdinnen und Juden, Sinti & Roma, Mitglieder der KPD, der SPD, der Gewerkschaften und andere – sind der faschistischen Barbarei bis zu diesem Tag zum Opfer gefallen.
Mit weit über 20 Millionen Toten und einer in weiten Teilen zerstörten Infrastruktur im Land war es das sowjetische Volk, das unter den Mitgliedern der Anti-Hitler-Koalition die Hauptkriegslast trug – und es war die Rote Armee, die den entscheidenden Anteil zum militärischen Sieg über Nazi-Deutschland beitrug.

Für die durch den Faschismus unterdrückten Völker, für die Überlebenden in den Konzentrationslagern, aber auch für die deutsche Bevölkerung und insbesondere die deutsche Arbeiterbewegung war der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung und der Hoffnung auf ein friedliches und demokratisches Deutschland.

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Doch während die Entnazifizierung auf Grundlage des Potsdamer Abkommens in der Sowjetisch-Besetzten-Zone und späteren DDR mit der Entmachtung und Enteignung der Kriegsprofiteure aus Industrie- und Bankkapital konsequent angegangen wurde, gelang es den herrschenden Kreisen im Westen des Landes, unter dem Schutz des US-Imperialismus und seiner Verbündeten erneut, ihre Macht zu sichern. Und während im Osten Deutschlands Faschisten im Rahmen der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung aus Schulen, Justiz und anderen öffentlichen Einrichtungen gedrängt wurden, konnten sie in Westdeutschland im „Kampf gegen den Kommunismus“ Karriere machen als Richter, in der Politik oder beim Aufbau der Geheimdienste, der Bundeswehr und der Polizei.

Vor 72 Jahren galt für die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Noch heute wendet sich Mehrheit der Bevölkerung gegen deutsche Kriegseinsätze. Deutsche Außenpolitik heißt heute aber: Krieg führen in Afrika, im Mittelmeer, im Nahen Osten sowie eine entscheidende Rolle zu spielen beim Aufbau einer NATO-Eingreiftruppe für Osteuropa, die sich eindeutig gegen Russland richtet.

Deutsche Außenpolitik heißt heute, Waffen und deutsche Soldaten in Kriegs- und Krisenregionen zu entsenden. Und deutsche Außenpolitik heißt heute nicht zuletzt, eine mit Faschisten durchsetzte Putschregierung in der Ukraine zu unterstützen, die im Osten des Landes einen rücksichtslosen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Deutsche Außenpolitik ist heute wie in den letzten beiden Weltkriegen nur einem verpflichtet: dem Interesse des deutschen Monopolkapitals. Dieses Interesse heißt: Für den Zugriff auf Rohstoffe, Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte geostrategische Schlüsselpositionen im weltweiten Konkurrenzkampf einzunehmen.

Der Kurs der EU unter Führung des deutschen Imperialismus sowie der NATO unter Führung des US-Imperialismus, der sich derzeit gegen Russland richtet, hat dabei das Potenzial zu einem Krieg mit unabsehbaren Folgen zu werden. Entgegen der Medienhetze gilt aber: Russland ist heute ebensowenig Aggressor wie es die Sowjetunion vor 72 Jahren war.

Die Kriegspolitik der BRD geht einher mit einem fortschreitenden Demokratieabbau im Land. Es sind insbesondere die Unionsparteien und Rechtskräfte wie die „Alternative für Deutschland“ oder die NPD, die berechtigte soziale Existenzängste in der Bevölkerung vor Erwerbslosigkeit und sozialem Abstieg aufgreifen und in rassistische Bahnen gegen Flüchtlinge und insbesondere Menschen muslimischen Glaubens richten. Damit lenken sie von den Kräften im Land ab, deren Profite durch Hartz-IV, Niedriglohn und Massenerwerbslosigkeit in den letzten Jahrezehnten stetig gestiegen sind: Die Großaktionäre der deutschen Banken und Konzerne.

72 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus muss der Kampf deswegen heute mehr denn je fortgesetzt werden – Schulter an Schulter gegen neue NATO-Kriege, gegen Faschismus in Europa, gegen Sozial- und Demokratieabbau. Dafür gilt es am 8. Mai 2017 ein Zeichen in ganz Deutschland zu setzen.

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Kommentare zum Beitrag

Marcus Link
399
Marcus Link aus Gießen schrieb am 04.05.2017 um 06:26 Uhr
Der geschilderte Kampf ist wichtig!

Ich stelle mir jedoch die Frage, ob der Fokus nicht besser auf die Ursachenbekämpfung gelenkt werden sollte. Verirrte Seelen wird es immer geben, aber in dieser quantitativen und qualitativen Menge wie derzeit die rechte Szene, das ist eindeutig ein ernst zu nehmendes Problem.

Die Frage warum so viele Menschen wieder ins rechte Lager rücken, sollte meiner Ansicht nach im Mittelpunkt stehen. Es gilt also nicht das Symptom, den *@&$#/ Nazi als Ursache, sondern als Symptom zu betrachten.

Diese Sichtweise vermisse ich...
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.05.2017 um 11:07 Uhr
Da möchte ich dir etwas widersprechen Marcus:
- gerade in den letzten beiden Absätzen wird deutlich gemacht auf was es heute ankommt und welche Ursachen für die Entwicklung verantwortlich sind
- dass die Betonung der geschichtlichen Ursachen der Errichtung des Faschismus ( hier in Deutschland ) sehr wichtig ist, das zeigt allein schon wie vor allem die bürgerlichen Parteien damit umgehen: sie kommen heute nicht mehr am 8. Mai vorbei, sie müssen sogar in Worten anerkennen, dass dies "Der Tag der Befreiung vom Faschismus ist"... aber ihren bürgerlichen Antifaschismus, den muss man unter die Lupe nehmen und die tatsächlichen Ursachen klar benennen, genauso wie die Heuchelei vor allem in der Nachkriegszeit
- hier wird auch meiner Ansicht nach nicht der "Nazi" als Ursache dargestellt, sondern klar aufgezeigt, dass der Faschismus nichts weiter ist als eine Herrschaftsform im Kapitalismus, "gestern wie heute" ( das bedeutet natürlich nicht, dass wir heute im Faschismus leben würden, aber gerade heute gilt "wehret den Anfängen!" )

Nicht persönlich gemeint, aber was ich vermisse? = u.a. auch die Beteiligung / Unterstützung durch deine Partei beim / unter dem Aufruf, sowie auch die der Gewerkschaften....
Martin Wagner
2.277
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 05.05.2017 um 09:43 Uhr
Ähhh .... habe mir den Artikel genauer angeschaut. Sieht so aus, als wäre das der Aufruf zu der Giessener 8. Mai - Demo. (Steht aber so nicht dabei.)

(Information aus einem elektronischen Rundschreiben)

Datum: Montag, 08. Mai 2017
Uhrzeit: 18 Uhr
Auftaktkundgebung: Bahnhofsvorplatz

Route: Bahnhofsvorplatz, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurterstr.,
Westanlage, Schanzenstr., Bahnhofstr., Löwengasse, Seltersweg, Neuen
Weg, Neuen Bäue, Berliner Platz

(Es sind wohl mehrere Zwischenkundgebungen geplant.)
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.05.2017 um 12:08 Uhr
Stimmt Martin, man erkennt es erst wenn man sich das Bild anschaut... und auch was ich damit meinte mit dem "was ich vermisse"
Danke für die Ergänzung!
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