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Dea Lohers „Diebe“ fesselt die Zuschauer durch Hoffen, Warten und Humor

Gabi Nowotny (Alle-Elise Minetti) und Rainer Machatschek (Thomas Wild) in einer Szene.
Gabi Nowotny (Alle-Elise Minetti) und Rainer Machatschek (Thomas Wild) in einer Szene.
Gießen | Während die Zuschauer Platz im Theater nehmen, die Türen noch offen sind und das Licht noch nicht ausgeschaltet ist, passiert bereits etwas auf der Bühne: Versicherungsagent Finn Tomason (Pascal Thomas) beschreibt unermüdlich die Glaswände, die das Zimmer darstellen, in dem er sich eingeschlossen hat.
Er wird bis zum Ende nicht aufhören, Zitate, Wörter und Sätze darauf zu schreiben, auch nicht während der Pause der über zwei Stunden langen Aufführung von „Diebe“ von Dea Loher, die am Samstag, 22. April 2017, im Stadttheater Gießen Premiere gefeiert hat.
In dieser aus Glaswänden bestehenden Welt leben weitere elf Figuren, die alle miteinander verbunden sind und auf neue Chancen hoffen. So Finns Schwester, Linda Tomason (Carolin Weber), die von der Entstehung eines Wildparks und der Rückkehr ihres Verlobten aus Australien träumt. So ihr Vater, Erwin Tomason (Daniel Minetti), der im Altersheim lebt und sich ein normales Leben wünscht. Monika (Beatrice Boca) und ihr Ehemann, der Polizist Thomas Tomason (Lukas Goldbach), die nur zufällig denselben Nachnamen der anderen Familie tragen, schmieden Zukunftspläne, weil Monika eine Stelle als Filialleiterin in Holland versprochen wurde. Gerhard und Ida Schmitt (Rainer Hustedt und Kyra Lippler) beobachten ihren Garten, weil sie sich sicher sind, dass ein Tier dort lauert.
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Die Minderjährige Mira Halbe­ (Mirjam Sommer) will unbedingt herausfinden, wer ihr Vater ist und erwartet ein Kind von ihrem viel älteren Freund Josef Erbarmen (Roman Kurtz), der ihr bei der Suche hilft. Gabi Nowotny (Anne-Elise Minetti) und Rainer Machatschek (Thomas Wild) suchen eine neue Wohnung für ein gemeinsames Leben. Und Ira Davidoff (Petra Soltau) wartet auf ihren Mann, der von einem Spaziergang noch nicht zurückgekommen ist.
Zwölf auf den ersten Blick belanglose Geschichten, die aber das Publikum mit der schnellen Abfolge der einzelnen Minidramen fesseln. Die Zuschauer wollen erfahren, wie es weitergeht, ob die Figuren ihr Glück finden und was hinter dem Benehmen dieser Menschen steckt.
Obwohl das Warten, das Suchen und die Schicksale dramatisch sind, bringt die Inszenierung von Regisseur Wolfgang Hofmann und die zum Teil humorvolle Interpretation der Schauspieler die Zuschauer oft zum Lachen und lockert das schwere Thema auf. Mit der Hoffnung und den Kampf der Figuren, das eigene Leben zu verbessern, können sich auch die Zuschauer identifizieren.
In seiner Einfachheit von Bühnenbild, Kostümen und einzelnen Geschichten ist das Stück „Diebe“ kein einfaches Stück.
Die gesamte Darstellung überzeugt dank des Könnens der Schauspieler, welche mit Sprache, Dialogen, Monologen und Gesten viele kleine Details der Persönlichkeit der Figuren und deren Handlung zur Geltung bringen.
Auch das Bühnenbild aus Glaswänden von Lars Peter erlauben das Geschehen nicht nur in der Hauptszene, sondern auch in den anderen Szenen parallel zu beobachten.

Nach der gelungenen Premiere wird „Diebe“ noch am 1. und 19. Mai; 3., 15. und 24. Juni jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus des Stadttheaters Gießen aufgeführt.

Gabi Nowotny (Alle-Elise Minetti) und Rainer Machatschek (Thomas Wild) in einer Szene.
Gabi Nowotny (Alle-Elise... 
Mira Halbe (Mirjam Sommer) (l.) und Gabi Nowotny (Anne-Elise Minetti) (r.) im Vordergrund, während Finn Tomason (Pascal Thomas) unermüdlich die Wände beschreibt.
Mira Halbe (Mirjam... 
Ehepaar Schmitt (Kyra Lippler und Rainer Hustedt) mit Josef Erbarmen (Rioman Kurtz) in einer Szene.
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