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Gießen erhebt die Stimme gegen Tierversuche der Justus-Liebig- Universität

Gießen | Über 100 Demonstrant/-innen fanden sich trotz windig-bewölktem Wetter am Ostersamstag in der Innenstadt Gießens zusammen. Die Tierrechtsgruppe Gießen, die Animal Rights Watch Ortsgruppen Vogelsberg und Mittelhessen und viele weitere machten lautstark auf die leidvollen Praktiken der Justus-Liebig-Universitat aufmerksam. Die Teilnehmer/- innen gaben lautstark mit Trommeln, Megaphonen, und Parolen den tausenden Tieren in den Laboren eine Stimme. Informative Vorträge hoben die Missstände und fehlende Transparenz der mit Millionen von Euro staatlichen subventionierten Tierversuche hervor.

Knapp 15.000 Tiere wurden laut aktuellster Angabe der Justus-Liebig-Universität aus dem Jahr 2014 für Tierversuche "verwendet". Darunter fallen Tierarten wie Hunde, Katzen, Enten, Hamster, Kaninchen, Mäuse, Schweine und viele, viele mehr. Hinzu kommt eine große Dunkelziffer von "auf Vorrat" gezüchteter Tiere, also solche, die für Versuche gezüchtet und letzten Endes nicht verwendet und deswegen getötet wurden. Im Jahre 2012 waren es an der Universität beispielsweise 16.238 Mäuse - 16.238 Mäuse und vermutlich viele weitere Tierarten, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen.

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Schätzungsweise 58.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen tierversuchserprobter Medikamente. Insbesondere in der Forschung herrscht häufig der weiterverbreitete Irrglaube, dass Tierversuche notwendig seien. Viele internationale Experten sind sich jedoch einig, dass diese Annahme falsch und faktisch auch belegbar sei. Laut Ärzte gegen Tierversuche e.V., einer Vereinigung bestehend aus über 2.000 Mitgliedern, darunter Ärzte, Tierärzte und Wissenschaftlern, sind Tiere und Menschen so unterschiedlich, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragen werden können. Nicht nur, weil der Mensch sich von den Tieren grundlegend unterscheidet - Ratten vertragen beispielsweise tausend Mal mehr Asbest als der Mensch - sondern, weil viele menschliche Krankheiten bei Tieren künstlich nachgeahmt werden: Tiere werden Tumore eingepflanzt, Knochen gebrochen oder gezielt vergiftet. Diese erzwungenen Bedingungen haben mit dem menschlichen Krankheitsverlauf nichts gemein. Moderne, tierversuchsfreie Methoden liefern für den Menschen relevante Ergebnisse und seien zudem auch kostengünstiger.

"Natürlich wollen wir uns mit den Informationsständen und dem
Demonstrationszug allgemein gegen Tierversuche aussprechen", erklärt Christian Lachmann, Pressesprecher Tierrechtsgruppe Gießen, "aber vor allen Dingen, wollen wir ganz bewusst die Aufmerksamkeit nach Gießen lenken. Jahrelang war es mir als Student nicht bekannt, dass meine ehemalige Universität Tierversuche durchführt, geschweige denn wie viele verschiedene fühlende Lebewesen leiden und sterben müssen. Das ist eine traurige Statistik, auf die wir aufmerksam machen wollen und die im 21. Jahrhundert alles andere als zeitgemäß ist. Die Universität muss, unserer Meinung nach, ganz klar mit gutem Beispiel vorangehen und sich für eine moderne Forschung und somit gegen Tierversuche aussprechen!"

In den vergangenen Monaten sammelte die Tierrechtsgruppe Gießen rund 5.000 Unterschriften gegen die Tierversuche der Justus-Liebig-Universität. Diese Petition wird am 3. Mai 2017 offizielle der Universität übergeben.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

6
Sandra Lein aus Gießen schrieb am 20.04.2017 um 20:51 Uhr
Tierversuche gehören abgeschafft!
Peter Steiner
8
Peter Steiner aus Gießen schrieb am 02.11.2017 um 19:40 Uhr
Da die tiermisshandelnde Forschung nicht von einer Tierart auf die andere übertragbar ist und somit auch nicht auf Menschen, sterben jedes Jahr allein in Deutschland schätzungsweise 58.000 Menschen an den Folgen tierversuchserprobter Medikamente.
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von:  Christian Lachmann

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