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Hier schläft ein Mensch

Gießen | Ich denke jeder hat ihn schon gesehen. Ein Obdachloser, seine Habe zieht er auf einem Wagen durch den Seltersweg. Auf dieser Bank verbringt er die Nacht.

Die Obdachlosigkeit hat unterschiedliche Gründe. Familiäre Probleme, Sucht- und andere Krankheiten. In Gießen sind zum Unterschied der letzten Jahre heute kaum noch Obdachlose zu sehen. Im Jahr 2010 sollen in Deutschland rund 248.000 Menschen auf der Straße gelebt haben, die Zahl sei jedoch auf 335.000 angestiegen, darunter auch 29.000 Kinder. Die Armut wird immer größer, die Zahl der Geringverdiener immer mehr. Wenige können sich keine angemessene Wohnung für sich und die Familie leisten. Die Einkommensarmut reicht mittlerweile in unserem Land kaum noch für das Nötigste. Auch liegt es an dem nicht vorhandenen Wohnraum der Menschen auch zwingt auf der Straße zu leben. Unser Staat hat für einiges gesorgt, jedoch nicht für Wohnungen, die Menschen auch bezahlen können. In Gießen sind im sozialen Wohnungsbau schon viele Jahre keine neuen Wohnungen entstanden.Wohin man schaut Reihenhäuser und Luxuswohnungen zu Preisen die der Geldbeutel eines Geringverdienenden nicht leisten kann. Die Planer haben auch versäumt an den demographischen Wandel zu denken. Die Menschen werden älter und erleben ihren Lebensabend meist in ihrer Wohnung was sie hoffentlich auch lange können. Deutschland soll eines der reichsten Länder sein, jedoch ist die Armut nicht zu übersehen.

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Kommentare zum Beitrag

Martina Lennartz
5.057
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 13.04.2017 um 16:09 Uhr
Liebe Christine, das Problem ist leider schon lange bekannt. Die Wohnsitzlosen haben außerdem nun mal keine Lobby. Meinst du, dass man es nur versäumt hat an den demographischen Wandel zu denken??
Ich denke, dass das im Kapitalismus nicht anders funktionieren kann, als dies einzuplanen. Warum werden die Armen immer mehr und ärmer und die Reichen immer reicher und weniger?

Aber gut, dass du auch noch mal darauf hinweist!
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 13.04.2017 um 21:25 Uhr
Liebe Martina, deinem Kommentar stimme ich zu.
In unserem Mietshaus wohnen wir seit 30 Jahren und in dieser Zeit wurden in den ersten Jahren häufig Wohnungen durch Sterbefälle frei, was heute nicht mehr so oft der Fall ist. Deshalb hatte ich auch den demographischen Wandel thematisiert.
Florian Schmidt
4.233
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 13.04.2017 um 23:26 Uhr
Was ich jetzt bei der GZ so entspannt finde ist, niemand schreit hier AfD Parolen von wegen "Aber die Flüchtlinge".
Leider werden wir an der Situation der Obdachlosen auch in Zukunft keine Verbesserung sehen. Was wir aber real in einigen Städten schon sehen können sind Vergrämungspraktiken. Kleine Dornen die an gerne genutzen Schlafplätzen in den Boden gewämst werden um das Stadtbild sauber zu halten. In den Wintermonaten kommen die schwarzen Sheriff´s und prügeln die Menschen von den Abluftschächten.
Aber anstatt philosophisch über das Schicksal dieser Menschen zu sinnieren (Frau Stapf diesen Vorwurf mache ich ihnen ausdrücklich nicht, werten sie das bitte nicht als persönlichen Angriff) kann man wenigstens mal einen Kaffee hinstellen und vielleicht noch eine Stulle beilegen. Das bringt noch keine Wohnung aber ein bisschen Teilhabe an unserer Gesellschaft.
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 14.04.2017 um 12:22 Uhr
Alles gut Herr Schmidt, ich habe Sie richtig verstanden.
Florian Schmidt
4.233
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 14.04.2017 um 13:10 Uhr
So bekommt man das Problem halt auch gelöst, ist aber mehr ein Lösungsansatz aus den 30er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.04.2017 um 15:01 Uhr
Bisher ist zu Darmstadt nichts bekannt. Also keine Vorverurteilungen. Eventuell hat er den Freitod gesucht.
Aber viele der so genannten Obdachlosen wollen ja gar keine Wohnung haben. Ich finde daher den Hinweis von H. Schmidt nicht schlecht, denn selber einkaufen können viele nicht mehr. Sie dürfen keine Läden mehr betreten.
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 14.04.2017 um 23:28 Uhr
Die so genannten Obdachlosen wie Sie sie nennen, haben keine Lobby wie Martina Lennartz in ihrem Kommentar feststellte, und ich denke nicht das viele der Wohnungslosen keine Bleibe wollen. Es mag Menschen geben die sich an das Leben auf der Straße gewöhnt haben, was aber nicht die Mehrheit sein wird. Die Obachlosen verloren nicht von jetzt auf gleich ihr altes Leben, das war ein Prozess über einen Zeitraum, den sie, wenn sie wieder Fuß in der Gesellschaft fassen wollen auch brauchen. Nicht nur Zeit sondern auch intensive Unterstützung wäre hier wichtig.
Florian Schmidt
4.233
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 08:33 Uhr
Gerade weibliche Obdachlose wollen sicher das Leben auf der Straße und sich jeden Abend für einen Schlafplatz prostituieren.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 10:27 Uhr
Das ist dann wohl ein schlechter Scherz, oder?
Florian Schmidt
4.233
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 10:39 Uhr
Was? Das sich Frauen für einen Schlafplatz prostituieren? Nein, kein Scherz.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 10:42 Uhr
Wenn das echt ist ...
Schei.... ist das wirklich Deutschland?
Florian Schmidt
4.233
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 10:48 Uhr
Ja, das ist eine reale Situation. Vielen Frauen sieht man die Obdachlosigkeit nicht an, da sie durch diese Art der Schlapfplatzorganisation auch ganz andere hygienische Bedingungen haben. Die können sich duschen, schminken und fallen im Stadtbild weniger auf. Abends lassen sie sich dann aus einer Bar abschleppen und haben für gewisse Gegenleistungen eine Unterkunft.
Peter Herold
26.308
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 10:49 Uhr
Ist deprimierend.
Dagmar Simons
135
Dagmar Simons aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 13:27 Uhr
Ich habe beruflich mit Betreuungen zu tun und weiß, dass es in Gießen einige Wohnsitzlose gibt, die tatsächlich so leben wollen, auch wenn das für "unsereins" kaum nachvollziehbar ist. Da versuchen Betreuer, diese Menschen wenigstens für die kalte Zeit irgendwo unterzubringen, aber sie wollen es einfach nicht. Das wird natürlich nicht für Alle gelten, sicher sogar nur für einen kleinen Teil. Aber man muss das auch respektieren. Und Hilfe so leisten, wie Florian Schmidt es vorgeschlagen hat, mit ganz realer Hilfe durch Lebensmittel oder Bekleidung. Wobei ich zugebe, dass ich das auch nicht einfach so mache. Die Vorbehalte, die man hat, sind doch enorm. Ich kann mich da nicht ausschließen.
Dagmar Simons
135
Dagmar Simons aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 13:27 Uhr
Ich habe beruflich mit Betreuungen zu tun und weiß, dass es in Gießen einige Wohnsitzlose gibt, die tatsächlich so leben wollen, auch wenn das für "unsereins" kaum nachvollziehbar ist. Da versuchen Betreuer, diese Menschen wenigstens für die kalte Zeit irgendwo unterzubringen, aber sie wollen es einfach nicht. Das wird natürlich nicht für Alle gelten, sicher sogar nur für einen kleinen Teil. Aber man muss das auch respektieren. Und Hilfe so leisten, wie Florian Schmidt es vorgeschlagen hat, mit ganz realer Hilfe durch Lebensmittel oder Bekleidung. Wobei ich zugebe, dass ich das auch nicht einfach so mache. Die Vorbehalte, die man hat, sind doch enorm. Ich kann mich da nicht ausschließen.

doppelt, sorry :)
Ilse Toth
34.893
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.04.2017 um 19:06 Uhr
Ichd gebe Frau Simons Recht. Ich "kenne" einige Obdachlose und halte ein Schwätzchen mit ihnen , wenn ich in der Stadt bin. Aus vielen Gründen haben sie sich für dieses Leben entschieden. Man staunt, wenn sie von ihrem früheren Leben berichten. Sie haben keine großen Wünsche. Vielmehr möchten sie Kontakt, den man nicht verweigern soll. Es tut nicht weh, sich mit ihnen zu unterhalten- vielleicht bei einem Kaffee und ein Stückchen Kuchen. Versucht das doch mal!
Hermann Menger
2.234
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 15.04.2017 um 19:27 Uhr
Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auf. Das ist nicht in Ordnung. Die in Gießen neu errichteten Wohnungen sind zum größten Teil für den Normalverbraucher nicht zu bezahlen. Hier sollte gegengesteuert werden und ich bin froh, dass im Stadtparlament in dieser Richtung schon Schritte gegangen werden.
Ilse Toth
34.893
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.04.2017 um 20:38 Uhr
Ich glaube nicht, dass die sog. Obdachlosen deshalb auf der Strasse leben, weil die Schere zwischen arm und reich auseinander geht. Wir haben in Deutschland viele soziale Anlaufstellen! Auch Sozialhilfe! Wir müssen akzeptieren, dass es Menschen gibt, die so leben wollen, wie sie leben.
Schlimm finde ich die Ausbeutung der bedauernswerten Ungarn oder Rumänien, die von Schleppern nach Deutschland geholt werden und unter strenger Kontrolle ihrer "Bosse" betteln müssen. Warum hier unser Rechtsstaat nicht eingreift und diese dünnen Menschen, die einem zutiefst dauern, von ihren Peinigern rettet, das verstehe ich nicht. Geld gebe ich nie, aber immer, wenn ich in der Stadt bin, ein Getränk und ein belegtes Brötchen. Diese Leute haben Hunger!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Christine Stapf

von:  Christine Stapf

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Christine Stapf
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