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Gorch Fock - unselige Traditionspflege der Bundeswehr

Die "Gorch Fock" 1992 in Kiel
Die "Gorch Fock" 1992 in Kiel
Gießen | Da die Gorch Fock wieder/immer noch in der Diskussion ist, hauptsächlich wegen der aus dem Ruder gelaufenen Renovierungskosten, und ich nun über einen Dia-Scanner verfüge, habe ich den Beitrag mit Bildern versehen. Der Kommentarthread ist vielfach unverständlich, da einige der Diskutanten bei der GZ ausgeschieden sind und deren Kommentare gelöscht wurden.

Anläßlich des heutigen Gorch-Fock-Themenabends der ARD werde ich zu nachstehenden Ausführungen animiert:

Im Gefolge des damaligen Todes der Kadettin Jenny Böken stand die Fortexistenz des Segelschulschiffes "Gorch Fock" zur Diskussion. Inzwischen fährt dieses wieder als "Botschafter Deutschlands" unangefochten durch die Weltmeere. Doch wes Geistes Kind dieses Schiff eigentlich ist, ist wenig bekannt.

Die aktuelle "Gorch Fock" wurde 1958 in Dienst gestellt und ist ein Nachbau der 1933 bei der Hamburger Werft Blohm und Voss fertiggestellten und von der faschistischen Marine in Dienst genommenen "Gorch Fock". Die ersten Planungen dazu stammten jedoch schon aus den Zeiten der Weimarer Republik.

Diese alte "Gorch Fock" fuhr relativ wenig über die Weltmeere,
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sondern diente hauptsächlich als in diversen Häfen liegende Unterkunft bzw. Kaserne. 1945 wurde sie vor Rügen von der deutschen Marine vor dem Herannahen der Roten Armee selbst versenkt. 1948 von der sowjetischen Marine gehoben, wieder instandgesetzt und als "Towaritsch" (Brüderchen, Genosse) als Schulschiff eingesetzt. Als solches war es z.B. noch im Jahre 1991 im Hamburger Hafen zu Gast. 1993 ging es an die Ukraine und mußte dann 1995 wegen Geldmangels stillgelegt werden. Über mehrere Stationen gelangte es nach Stralsund, wo es als nicht betriebsfähig renoviert wurde und heute wieder unter dem Namen "Gorch Fock" als Museumsschiff im Hafen liegt.

So weit zu alter und neuer "Gorch Fock". Wenig bekannt ist, daß 1936 ein baugleiches Schiff von der deutschen Marine als "Horst Wessel" in Betrieb genommen wurde. Dieses wurde 1946 von den USA requiriert und dient heute noch unter dem Namen "Eagle" als Schulschiff der US-Coastguard. Weiterhin wurde 1938 das ebenfalls baugleiche Schulschiff "Albert Leo Schlageter" - wie Horst Wessel ein "Nazi-Held"- in Betrieb gestellt. Dieses ging als Kriegsbeute über das siegreiche Großbritannien, das damit nichts anfangen konnte, 1948 an Portugal und schwimmt noch heute als Schulschiff "Sagres" über die Meere.

"Gorch Fock" 1992 in Kiel. Die Kunststoff-Gallionsfigur ging später in einem Sturm verloren
"Gorch Fock" 1992 in Kiel. Die Kunststoff-Gallionsfigur ging später in einem Sturm verloren
"Gorch Fock" war das Pseudonym des Schriftstellers Johann Wilhelm Kinau aus Hamburg Finkenwerder, der - mit einigen Hindernissen - seinem Wunsch entsprechend im Ersten Weltkrieg in die kaiserliche Marine gelangte und 1916 in der Skagerrakschlacht sein Leben verlor. Er schrieb überwiegend in plattdeutscher Mundart und sein bekanntestes Werk "Seefahrt tut not" paßte par Excellence in die Zeit der maritimen Großmachtsbestrebungen und Flottenrüstung Ende des 19./Angang 20.Jahrhunderts. Die Zeit, in der kleine Kinder Matrosenanzüge verpaßt bekamen. Die Nationalsozialisten konnten mit ihrem Nationalismus und Chauvinismus daran nahtlos anknüpfen.

Es bleibt ein ewig Rätsel (oder auch eben überhaupt keines), warum die Bundeswehr keinen anderen Namen für ihr erstes Schulschiff finden konnte. Da ist nur ein schwaches Gegengewicht, daß es im Eckernförder Hafengelände ein "Kranzfelder Ufer" gibt, benannt nach einem Korvettenkapitän, der bei der 20.Juli Aktion 1944 mit Graf Stauffenberg zusammenarbeitete und hingerichtet wurde. Ein Stolperstein in Kempten (Allgäu) erinnert an ihn.

Die "Gorch Fock" 1992 in Kiel
Die "Gorch Fock" 1992 in... 
"Gorch Fock" 1992 in Kiel. Die Kunststoff-Gallionsfigur ging später in einem Sturm verloren
"Gorch Fock" 1992 in... 
Die "Towaritsch", ex "Gorch Fock", 1990 in Hamburg
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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.553
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 09:43 Uhr
Der Artikeleinsteller schrieb:

(....)

"Es bleibt ein ewig Rätsel (oder auch eben überhaupt keines), warum die Bundeswehr keinen anderen Namen für ihr erstes Schulschiff finden konnte."

(....)

Bei den im Moment in der BRD herrschenden Kreisen ist mir das überhaupt kein Rätsel. Sollten linke Kräfte einmal "das Ruder übernehmen" (um im Sprachgebrauch der Schiffahrt zu bleiben) so wird es entweder keine Marine mehr geben oder falls doch die Schiffe nach den standrechtlich erschossenen Matrosen des Kieler Matrosenaufstandes benannt werden.
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.04.2017 um 10:09 Uhr
Dann heisst das Schiff "Brüderchen Stalin" und wird in der Leninwerft gebaut.

Aber bevor Linke Kräfte das Ruder übernehmen vertrocknen die Meere.....das kann aber noch ein paar Millionen Jahre dauern
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 11:03 Uhr
Ich weiß nicht, warum Sie, Herr Büttel und Herr Bucher, nun mit Stalin kommen, wenn Herr Wagner von Angehörigen des Matrosenaufstands spricht. Man informiere sich internetmäßig z.B. über Max Reichpietsch und Albin Köbis. Auch wenn noch keine Schiffe der Bundesmarine nach ihnen benannt wurden, andere Formen des Gedenkens erfuhren sie bereits.

Selbstverständlich konnte Kienau kein Nationalsozialist gewesen sein, da er ja 1916 starb. Ihre Ausführungen hierzu, Herr Bucher, stehen zu den meinen nicht im Widerspruch.
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.04.2017 um 11:28 Uhr
Er spricht von Linken Kräften Herr Wirth....und das diese das Ruder übernehmen.....der Matrosenaufstand taucht erst im Nebensatz auf. Hätte er seinen Herrschaftram weggelassen wäre es ein Recht vernüftiger Kommetar gewesen und hätte keine Reaktion hervorgerufen. So war es wieder das ewige lammentieren wie man es von Herrn Wagner kennt.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 12:23 Uhr
Wie Sie ja auch selbst ausführten, Herr Bucher, wurde Gorch Fock unter Mitwirkung seines Cousins von den Nationalsozialisten vereinnahmt (bei der Taufe des Schiffes 1958 sprach sein Bruder die Taufrede und dessen Tochter nahm die Taufe vor). Und daß das Schiff 1933 nur auf Grund seiner Beliebtheit als Heimatdichter nach ihm benannt wurde, ist wohl schwer zu glauben. Und der identische Nachbau und Indienststellung 1958 unter demselben Namen, ohne daß eine entsprechende Distanzierung bekannt wäre, macht doch deutlich, daß es auch in diesem Fall, wie auch bei vielen Kasernennamen, die inzwischen zum großen Teil auch reuevoll verschwanden, um die Einbindung der alten politischen Kräfte ging, die den Krieg überdauerten.

Inzwischen scheint die "Gorch Fock" übrigens technisch so marode zu sein, daß eine Abwrackung diskutiert wird. Sie liegt seit einem Jahr auf der Werft. Anfang März berichteten die Medien, daß das Verteidigungsministerium die Charter des rumänischen Schulschiffes "Mircea" in Erwägung zieht, das 1938 (!!!) ebenfalls bei Blohm und Voß in derselben Baureihe gebaut wurde.
Ingrid Wittich
20.747
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 06.04.2017 um 14:05 Uhr
"Ein ewig Rätsel" wollte eigentlich ein ganz anderer Herr sein. Das wissen Sie doch ganz bestimmt, Herr Wirth
64
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 14:42 Uhr
Allmächtiger... ...diese Schaluppe sah unter vollen Segeln immer ganz eindrucksvoll aus; ansonsten war - und ist - sie überflüssig wie 'n Kropf. Zumal: Unsere oberste Kriegsherrin rekrutiert jetzt "Cyber-Soldaten". Ohne die neckischen Matrosenanzüge von anno dunnemals... *lach* :-)
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 19:28 Uhr
@Frau Wittich: Ja, König Ludwig II. hat sich gut bezahlen lassen, daß er sich aus dem ganzen Sch... heraushielt und lieber Wagner und Bayreuth gefördert und die Schlösser gebaut hat. Eigentlich ein sehr sympathischer Pazifist.

@Herr Bucher: Es ist nicht ganz egal, wie mit den Namen in solchen Dingen umgegangen wird. Nehmen wir z.B. Carl Diem, der sowohl im Faschismus, wie auch in der jungen Bundesrepublik eine wichtige Persönlichkeit im Sport war. Kein Mensch dachte zu seinen Lebzeiten daran, ihn kritisch zu sehen. Landauf, landab wurden Straßen, Wege, Turnhallen nach ihm benannt. Inzwischen gibt es diese Bezeichnungen mit wenigen Ausnahmen vielleicht, nicht mehr. Es bedarf zum ersten einer gründlichen Erforschung der Tätigkeit und der Stellung im gesellschaftlichen Leben des Betreffenden zur jeweiligen Zeit. Dann einer Diskussion in Kreisen, die solchen Dingen gegenüber aufgeschlossen sind und denen eben nicht alles egal ist. Dies betrifft Straßen und Plätze ebenso, wie Kasernennamen, Schiffsnamen, Ehrenbürger (gerade auch in Gießen aktuell) etc. Und wenn nun ein Schiffsname wie "Gorch Fock" einmal mit sehr fragwürdigem Hintergrund vergeben wurde (1933) und ein anderes Mal in einer vorgeblich ganz neu orientierten Situation, so bedarf das zumindest einer plausiblen Begründung.

(Zum Straßennamen Carl Diem: in Kempten (Allgäu) wurde aus dem Carl-Diem-Weg, benannt nach dem Wendefunktionär, der Karl-Diem-Weg, benannt nach dem ersten SPD-Kreisvorsitzenden nach dem Krieg. Übrigens auf Vorschlag der CSU. Auch eine elegante Lösung).
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 06.04.2017 um 23:31 Uhr
Das ist nun etwas widersprüchlich, Herr Bucher. Einerseits anerkennen Sie mit Tucholsky, die Dinge kritisch zu betrachten und gegen Fehlentwicklungen anzugehen, andererseits propagieren Sie einen Laisser-faire- und Enthaltsamkeitsstandpunkt. Außer im Fall von Anette Kahane. Da brauche ich mich aber nicht groß einzuklinken, die wird schon genügend bearbeitet von der rechten Flanke und vor allem werden ja für die Aufarbeitung der Stasi-Akten enorme staatliche Mittel zur Verfügung gestellt. Das ist z.B. beim "Arbeitskreis angreifbare Traditionspflege" oder "Initiative gegen falsche Glorie" nicht der Fall.

Ich äußere mich nicht nur kritisch über Tote, sondern auch über Gegenwärtige und vor allem gegenwärtige Zustände. Wenn auch nicht gerade in diesem Beitrag. Zudem ist es durchaus sinnvoll, sich stets von neuem über historische Vorgänge auseinanderzusetzen, mit dem Spartacusaufstand im alten Rom wie dem Matrosenaufstand in Kiel. Und auch mit Luther, Goethe und Schiller.
Nicole Freeman
10.189
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 07.04.2017 um 10:09 Uhr
ich finde das schiff wunderschön und ein stück unserer geschichte, das es zu erhalten gibt. ob nun als schulschiff oder kreuzfahrer ist mir egal. hauptsache die segel im wind und wasser unterm kiel
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.04.2017 um 10:24 Uhr
Eine einfache und ehrliche Antwort zu dem Thema. Ich seh das ganz genauso Frau Freeman.
Das weshalb und warum und wer es wann gebaut oder vom Stapel gelassen hat ist mir so wichtig wie wenn China ein Sack Reis umfällt.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.04.2017 um 10:55 Uhr
So wie's nun aussieht, wird die Gorch Fock II weder als Schulschiff, noch als Kreuzfahrtschiff weiter unterwegs sein; allenfalls als weiteres Museumsschiff.
Karl-Ludwig Büttel
3.728
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.04.2017 um 11:03 Uhr
Mal abwarten der RV sucht Sponsoren in der Vergangenheit ist das ab und an mal gelungen.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.04.2017 um 11:16 Uhr
Der Schönheit von Seglern kann ich mich auch nicht verschließen. Da ich meine letzten 16 Berufsjahre in Hamburg verbrachte (noch dazu bei einer Versicherung, die sich speziell mit Transport und Schifffahrt befaßte), habe ich jede Menge Dias von folgenden - aktiven Seglern- in den Koffern: Gorch Fock II, Towaritsch, Mir, Khersones, Krusenstern, Amerigo Vespucci, Sedov, Gloria, Staatsrad Lehmkul, Sea Cloud II - vielleicht habe ich auch noch welche vergessen. Mitgefahren bin ich nirgends, das eine oder andere besichtigt.
Martin Wagner
2.553
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 09.04.2017 um 09:22 Uhr
Am 6.4. schrieb Herr Büttel zu einem Kommentar von mir:

(....)

"Dann heisst das Schiff "Brüderchen Stalin" und wird in der Leninwerft gebaut."

(....)

Herr Wirth (auch 6.4.) verwies darauf, dass es bei den erschossenen Aufständigen z.B. um Reichpietsch und Albin sich gehandelt hat. Es wäre besser gewesen, wenn mir beim Abfassen des ersten Kommentars diese Namen wieder eingefallen wären.

Also, wenn wir schon eine Marine brauchen, dann Schiffe nach diesen Revolutionäre benennen.

("Nach Stalin" kam und kommt mir bestimmt nicht in den Sinn.)

https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Reichpietsch

https://de.wikipedia.org/wiki/Albin_K%C3%B6bis
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 09.04.2017 um 10:22 Uhr
Es sei noch ergänzend darauf hingewiesen, daß die beiden Vorgenannten bereits im Jahr 1917 aktiv waren. Auf dem Höhepunkt der Aktionen ab November 1918 wurden sehr viel mehr Menschen auf den Straßen erschossen, hingerichtet etc. Die Militärangehörigen wurden später in einer Gedenkstätte auf dem Nordfriedhof in Kiel bestattet, die zivilen Opfer (es schlossen sich ja bald Arbeiter den Aufständischen an) in einer auf dem Friedhof Eichhof.
H. Peter Herold
28.135
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.04.2017 um 09:07 Uhr
So wie es aussieht wird nun doch die Gorch Fock fertiggestellt. Es wurden ja auch bereits etwa 12 Millionen investiert und sie soll dann bis 2030 weiter der Ausbildung seemännischem Nachwuchs zur Verfügung stehen.
Warum wegen der 2 Todesfälle, einer ungeklärt, soviel Aufhebens gemacht wird? Im sogenannten Kampfeinsatz der BW sind in den letzten Jahren wesentlich mehr zu Tode gekommen.
Da müsste der Hebel angesetzt werden.
Wie hieß nach dem Zweiten Weltkrieg so schön? "Nie wieder Krieg." Schon vergessen?
Soviel ich weiß ist die Gorch Fock für einen Kampfeinsatz nicht vorgesehen.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 10.04.2017 um 22:08 Uhr
Die beiden Fernsehsendungen waren für mich der Anlaß für meinen Beitrag. Ich bin aber bewußt nicht auf diesen einen (oder die zwei) Todesfälle eingegangen. Nebenbei: beim Untergang des U-Boots Hai im September 1966 nordwestlich von Helgoland gab es 19 Tote. Nach den 15 Toten bei der Durchquerung der Iller bei Kempten anno 1957 der größte Treffer. aber wie gesagt, das war nicht mein Thema.

Ich wollte den geistig-ideologischen Background der Namensgebung für die alte und neue Gorch Fock in Zusammenhang stellen zu den 65 Millionen Toten des zweiten Weltkriegs und den 17 Millionen Toten des ersten Weltkriegs.
H. Peter Herold
28.135
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.04.2017 um 22:19 Uhr
Für mich wurde der Name des 'Dichters' vom damaligem System einfach missbraucht, weil dem Deutschen Volk bekannt. Im Gegensatz zu den Namensgebern der Schwesterschiffe war 'Gorch Fock' ja keine Nazigröße.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.01.2019 um 11:17 Uhr
Sozusagen ein technischer Hinweis: den ersten Absatz habe ich am 20.1.19 ergänzt. ebenfalls am 20.1.19 besichtigte Verteidigungsministerin von der Leyen die Werft, um sich Klarheit über die Vorgänge zu verschaffen. Die veranschlagten Kosten stiegen von ursprünglich 10 Mio auf inzwischen 135 Mio (laut NDR)
H. Peter Herold
28.135
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.01.2019 um 17:52 Uhr
Es wäre ein Witz wenn jetzt nach bezahlten 75 Millionen das Schiff verschrottet würde.
Dieses Schicksal sollte eher die Vereidigungministerin treffen, bevor noch mehr (Siehe die Millionen die für Beratungsfirmen ausgegeben wurden.) von ihr ausgegeben wird.

Mir gefällt an der Diskussion nicht dieses ewig in die Vergangenheit gerichtete Lamentieren von Linken oder denen nahestehenden und die Beitragsüberschrift. Was kann die heutige Gorch Fock was gegen die Vergangenheit.

Was zu der Verwendung als Schulschiff spricht, dass richtige Seemannschaft nur auf Seglern erworben werden kann. Auch das Zusammenleben von Menschen auf engem Raum.
Nicht umsonst werden auf der ganzen Welt von Staaten Schulschiffe unter Segeln eingesetzt.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.01.2019 um 18:53 Uhr
Aber die deutsche Handelsmarine (wie auch die in den meisten anderen Ländern) benötigt kein Segelschulschiff zur Ausbildung ihres Nachwuchses. Es scheint auch durchaus so zu gehen. Es ist die Bundeswehr, die sich immer noch nicht von ihrem Rückwärtsdenken lösen kann, auch wenn die meisten nationalistischen und nazistischen Kasernennamen inzwischen verschwunden sind.
H. Peter Herold
28.135
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.01.2019 um 22:10 Uhr
Weiter oben wurden die Länder aufgeführt, in denen Schwesterschiffe der Gorch Fock als Schulschiffe eingesetzt wurden.
Kurt Wirth
2.217
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 23.01.2019 um 11:44 Uhr
Die "Gorch Fock I" liegt als unbewegliches Museumsschiff in Stralsund. Die "Horst Wessel" fährt 3 Monate im Jahr, hauptsächlich mit Ausflüglern und nicht zu Ausbildungszwecken für die US-Coast-Guard (nicht die Kriegsmarine). Allein die "Albert Leo Schlageter" dient der portugiesischen Marine zu Ausbildungszwecken, zusammen mit noch zwei weiteren Segelschulschiffen.

Es ist ja interessant, daß die 1938 bzw. 1936 fertiggestellten Schiffe heute noch besser im Schuss sind, als die 1958 in Betrieb genommene "Gorch Fock II". Obzwar es da auch schon Zeiten des Vor-sich-Hinrostens bzw. Liegezeiten auf dem Meeresgrund gab.

Immerhin betreiben weder Grossbritannien, noch Frankreich, noch die USA Segelschulschiffe in und für ihre Kriegsmarine. Auch die russischen Segelschulschiffe "Mir", "Sedov", "Khersones" und "Kruzenstern" haben zivile Eigner. Die russische Kriegsmarine hat meiner Kenntnis nach kein Segelschulschiff mehr.

Italien hat noch für seine Kriegsmarine die 1931 (!) in Dienst gestellte "Amerigo Vespucci"

Es scheinen bei der Gorch Fock doch die Nostalgie und Repräsentationszwecke im Vordergrund zu stehen.
H. Peter Herold
28.135
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.01.2019 um 12:55 Uhr
Deine Meinung. Ich mit ca 10.000 Seemeilen meist für eine Segelschule zu Übungs- und Prüfungsfahrten im Mittelmeer Atlantik und Ostsee unterwegs habe meine.eigene und die hst mit Tradition nichts zu tun.
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