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Frauenbefreiung ist international

Gießen | Frauenbefreiung ist international

Heute demonstrierten etwa 250 Männer und Frauen anlässlich des Frauenkampftags in Gießen.

Seit über 100 Jahren gehen Frauen am 8. März weltweit auf die Straße, um gemeinsam für ihre Rechte zu kämpfen. Das war und ist bitter nötig- denn kein Recht für Frauen wurde jemals geschenkt!

Aktuell wehren sich Frauen überall auf der Welt gegen patriarchale Unterdrückung und kapitalistische sowie feudale Ausbeutungsverhältnisse. Gründe dafür gibt es genug. Vor allem in Zeiten, in denen Regierungen einen Rechtsruck vollziehen, ist feministischer Protest unverzichtbar!

In Nordamerika fanden pünktlich zur Amtseinführung des sexistischen und rassistischen Milliardärs Trump riesige Proteste in Form des „Woman's March“ statt. Unter dem Motto "A Day Without a Woman" riefen amerikanische Feministinnen zu einem Generalstreik für den 8. März auf. Auch in zahlreichen weiteren Ländern wie zum Beispiel Polen oder Argentinien, wurde am 8. März gestreikt. Frauen gingen nicht ins Büro oder in die Fabrik - und auch die Hausarbeit ließen sie ruhen. Einkaufszentren und Supermärkte wurden mit einem Konsumentinnen- und Shopperinnen-Boykott belegt.

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Hört man Medien und Politkern von Frauenrechten sprechen, dann geht es um Frauen in anderen Ländern. Selbst in vielen Ländern mit Bundeswehreinsetzen gibt man an, Frauen retten zu wollen. Aber z.B. die Frauen in Afghanistan protestierten gegen diesen Einsatz und heute muss man zugeben, dass sich die Lage von Frauen dort durch den Krieg nicht verbessert hat.

Besonders diese Frauen leiden unter der vom Krieg geschaffenen wirtschaftlichen Not. Die Mehrheit der afghanischen Mädchen hat keine Gelegenheit eine afghanische Schule zu besuchen. Auch heute noch erlauben die Scharia Frauen zu schlagen, zu steinigen und lassen Zwangsehen zu.

Viele Menschen glauben, feministische Proteste seien -zumindest in den westlichen Industrienationen nicht mehr nötig- doch sie irren sich!

Auch hierzulande werden Frauen durch Patriarchat und Kapital unterdrückt. Gegen mehr als 100.000 Frauen pro Jahr wird in Deutschland Gewalt ausgeübt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Dunkelziffer viel höher sein dürfte, da die Täter häufig nicht angezeigt werden, auch weil es sich bei ihnen meist um den eigenen Partner handelt. Erst seit 1997 gelten Vergewaltigungen in der Ehe als Straftat. Oft ist es leider so, dass die Frauen erst schwere Verletzungen vorzeigen müssen, damit der Vergewaltiger verurteilt wird. 2012 führten nur 8,4% der angezeigten Vergewaltigungen zu Verurteilungen.

Für die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen verdienen Frauen circa 22% weniger und arbeiten damit im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen mehr als 2 Monate unbezahlt im Jahr.

Als typische Frauenberufe gelten Jobs im sozialen und pflegerischen Bereich. Diese zeichnen sich durch schlechte Aufstiegschancen und prekäre Arbeitsbedingungen aus. Trotz Streik von Tausenden Erzieherinnen hat sich nichts verändert. Auch in der Ausbildung zeigt sich diese ungerechte Entwicklung, denn soziale Berufe sind oftmals mit einer schulischen Ausbildung verbunden. Das bedeutet für die Auszubildenden monatliches Schulgeld und unentgeltliche Praktika. In den typischen Männerberufen ist dagegen oft ein Monatsgehalt von ca 800 Euro üblich. Wie im Uniklinikum Gießen und Marburg zu erkennen ist, verschlechtern sich die Situationen durch die Privatisierung. Für den Profit gehen Privatisierung mit Lohn- und Personalkürzungen einher, was besonders die Frauen trifft. Mindestens 80 % der Belegschaft ist weiblich.

Zusätzlich übernehmen Frauen im Schnitt 4-mal
mehr Aufgaben im Haushalt. Fürsorglichkeit gilt als weibliche Eigenschaft. So fallen der Haushalt und die Versorgung der Kinder meist den Frauen zu. Dies ist oft neben einem Vollzeitjob zu bewältigen und eigentlich kaum zu schaffen. In diesem Zusammenhang muss man beachten, dass nur 32% aller Kleinkinder einen Betreuungsplatz bekommen.

Für diese frauenfeindliche und ausbeuterische Politik des Kapitalismus steht der G-20 Gipfel kommenden Juli. Die Regierungschefs und Chefinnen der 20 einflussreichsten Industrienationen, die Finanzminister und Ministerinnen der G8, sowie die Präsidenten und Präsidentinnen der EZB, IWF, WTO und der Weltbank versuchen mal wieder die Welt unter sich aufzuteilen. Angeblich geht es auch um die die Förderung von Frauen. Tatsächlich werden auf dem Gipfel jedoch die Durchsetzung von Machtinteressen und Herrschaft Thema sein. Frauenbefreiung hat dort noch nie eine Rolle gespielt.

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.017
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 12.03.2017 um 20:07 Uhr
Sehr gut!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

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Interessensgebiet: Gießen
Martina Lennartz
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