Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Mehr als 7500 Unterschriften gegen Fuchsjagd - Verbot der sinnlosen Fuchsjagd - Nie mehr “Fuchswochen“ im Kreis Gießen! Teil 4

Gießen | NATURSCHUTZ Biebertaler mobilisiert digital auch mit Wettbewerb gegen Aktion des Jagdvereins Hubertus Gießen und Umgebung

KREIS GIESSEN - (red). Seit der vergangenen Woche macht Daniel Peller gemeinsam mit dem Verein Wildtierschutz Deutschland mittels einer Petition mobil gegen die Fuchsjagd. Anlass ist die sogenannte Fuchswoche des Jagdvereins Hubertus Gießen (Der Anzeiger berichtete). Am 4. Februar wollen Jäger auf dem Vereinsgelände am Schießstand in Garbenteich die getöteten Füchse, Waschbären, Marder und andere Tiere zur Schau stellen. Bereits mehr als 7500 Unterschriften konnte der Biebertaler gegen die Fuchsjagd sammeln. Eine Plakataktion soll weitere Unterstützer bringen. Fuchsfreunde hat Peller aufgerufen, im Internet auf www.profuchs.blogspot.com Plakate herunterzuladen und in Geschäften, bei Tierärzten und Vereinen auszuhängen. QR-Code und Link bringen den Betrachter direkt zur Petition. Um das Engagement der Unterstützer zu verstärken, hat der Verein Wildtierschutz Deutschland einen Wettbewerb zu dieser Aktion ausgeschrieben: Wer das meist „gelikte“ Bild auf der eigens eingerichteten Facebook-Seite
Mehr über...
Der Autor hat diesem Beitrag leider keine Tags (Stichwörter) zugeordnet!
veröffentlicht, gewinnt einen Babyfuchs mit Knopf im Ohr. Peller lehnt die Fuchsjagd ab, weil die von Jägern und Jagdorganisationen angegebenen Gründe für die Fuchsjagd durch Forschung und durch jagdfreie Gebiete lange widerlegt seien. Füchse wehrten sich bei Bestandsverlusten, wie durch die Jagd, mittels drastisch erhöhter Geburtenzahlen. Durch die intensive Jagd während der Paarungszeit – dann sind die Tiere unvorsichtiger und leichtere Beute für den Jäger – wird deshalb niemals eine nachhaltige Reduzierung der Fuchsbestände erreicht. Gerade das Beispiel Luxemburg – dort wird dem Fuchs seit dem Frühjahr 2015 nicht mehr nachgestellt – zeige, dass ohne Jagd auch keine Bestandsexplosion zu erwarten ist.

Mit seinen jagdlichen Aktivitäten helfe der Jagdverein Hubertus auch nicht den verbliebenen Feldhasen oder Rebhühnern, die nach wie vor trotz Bestandsgefährdung in Hessen gejagt werden. Ausschlaggebend für den Rückgang vieler Arten seien nicht Füchse, Waschbären, Marder, Greifvögel oder andere Beutegreifer, sondern an erster Stelle die Zerstörung von Lebensräumen durch die Land- und Forstwirtschaft.

Bitte die Petition fleißig weiter unterstützen, unterschreiben und verteilen!

https://www.openpetition.de/petition/online/verbot-der-sinnlosen-fuchsjagd-nie-mehr-fuchswochen-im-kreis-giessen

Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 01.02.2017 um 17:49 Uhr
Warum hört die Jägerschaft nicht endlich auf, nach eigenem Gedankengut Tiere in nützlich und schädlich einzuteilen?
Welches Tier hat schon jemals ein anderes ausgerottet? Ein Zerstörer ist und bleibt der Mensch!
287
Sibylle Zimmer aus Hungen schrieb am 03.02.2017 um 10:12 Uhr
Nun Herr Büttel, es ist wirklich kein Geheimnis, dass die intensive Landwirtschaft einer der größten, wenn nicht gar der Hauptschädiger unserer Flora und Fauna ist. Unsere Feldhasen leiden unter dem Ernteschock, überstrapazierten Nutzflächen und Bewirtschaftungsmaschinen, deren Ausmaße und Geschwindigkeit jeden Fluchtversuch des Niederwildes zunichte macht. Insektizide, Rodentizide, Fungizide, Glyphosat und Co. haben vernichtende Wirkung auf Tier- und Pflanzenwelt, zerstören Lebensräume in gegantischen Ausmaßen. Was übrigbleibt sind tote Äcker in denen kaum ein Fuchs noch Nahrung findet. Daher ist es nur verständlich, dass Tiere in Ortschaften ausweichen und dort nach Nahrung suchen.

Sie schreiben Ihr Großvater hat noch die Gabel zum markieren einer Brut in die Wiese gesteckt. Ihr Großvater tat dies vermutlich in den 50er und 60er Jahren! Seine damaligen Maschinen sind nicht mit den Vernichtungsmaschinen der heutigen Zeit zu vergleichen und kein Landwirt geht heute vor der Mahd seine Wiese ab!

Das in den Berstädter Wiesen keine Brachvogelbruten mehr zu verzeichen sind, kann ganz gewiß nicht dem Fuchs zugeschrieben werden! Man kann es sich leicht machen und einfach einen Schuldigen ausdeuten, wofür der Fuchs schon immer herhalten musste. Nein, so einfach ist es definitv nicht! Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht alleine in der Predation durch den Fuchs zu finden. Die Verhaltensbiologie dieser Tiere ist derart komplex, dass sie nicht mit einer einfachen und durch den Horizont am nächsten Hügel begrenzten Beobachtung erklärt und verstanden werden kann. Hierzu bedarf es flächenüberspannende wissenschaftliche Untersuchungen und einem ausgeklügeltem Monitoring, bestenfalls ausgeführt von unabhängigen Wissenschaftlern.

Wissenschaftlichen Studien zufolge bedingt eine intensive Bejagung das Anwachsen von Tierpopulationen. Die Jagd zerstört Familienverbände und Sozialstrukturen und führt dazu, dass sich die Tiere unkontrolliert und losgelöst von ihrem natürlichen Fortpflanzungsrhythmus vermehren. Der Instinkt dient vor allem der Selbst- und Arterhaltung. Sie kennen das von den Vögeln aus Ihrem Garten: Geht die erste Brut verloren wird nachgebrütet …
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.02.2017 um 14:42 Uhr
Tiere zu töten ist kein Hobby! Das Tierschutzgesetz sagt: wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, der wird bis zu XX Euro bestraft. Nur wer bestimmt, wann ein vernünftiger Grund vorliegt? Wenn ein Beutegreifer eine Mahlzeit fängt, weil er von Gras nicht leben kann? Warum werden fleischfressende Tiere bejagt und in nützlich und schädlich eingeteilt? Warum wehren sich bestimmte Gruppen gegen die Wölfe? Warum wurden schon einmal gnadelos Wölfe und Bären in Deutschland ausgerottet? Es gibt noch viele WARUM für Menschen, die alle Kreaturen akzeptieren und unsere Mitgeschöpfe achten, egal , welche Mahlzeiten sie zum Leben benötigen. Die heutige Jagd ist out und von der Bevölkerung nicht gewollt, wie Umfragen zeigen. Es kann nicht sein, dass eine kleine Anzahl der Bevölkerung bestimmt, was gut oder schlecht für die Natur ist- auch dann nicht wenn sie einen Jagdschein gemacht haben. Es ist höchste Zeit, dass das Jagdgesetz geändert wird- es hat inzwischen einen ellenlangen Bart. Die Feudalzeit ist vorbei! Wir brauchen Förster und Forstbeamte, aber keine Grünröcke, die glauben die Tierwelt, unsere Natur und letztendlich die Erholung suchende Bevölkerung zu beherrschen. Schaue man sich nur in den Wälder die tiefen Rillen auf den Gehwegen an, die von den schweren Autos der ach so naturverbundenen Jäger gefahren werden. Diese Damen und Herren fahren durch den Wald, während sie Spaziergänger mit Hunden, Jogger oder Reiter "anmachen", das Wild würde durch ihre Anwesenheit gestört. Wenn bei Jagden laut brüllende oder Topfdeckel schlagende Gestalten durch den Wald gehen, um das Wild aufzuschrecken und vor die Flinten zu treiben, das stört das Wild wohl nicht. Die Tiere hetzen in Panik über Strassen und gefährden die Menschen. Wenn eingegriffen werden muss in den Tierbestand, dann gehört das in die Hände von Forstbeamten und nicht in die Hände von Leuten, die sich das fragwürdige Hobby leisten können.
287
Sibylle Zimmer aus Hungen schrieb am 03.02.2017 um 14:52 Uhr
Herr Büttel, haben Sie Quellen, die Belegen das Fuchs, Waschbär und Nutria für den Rückgang des Brachvogels zu verantworten sind, oder ist das lediglich eine persönliche Meinung?
Die Nutria ist ein Pflanzenfresser, die nur in Ausnahmefällen Muscheln oder Schnecken zu sich nimmt, somit definitv kein Predator. Das der Fuchs im NSG vermehrt auftritt ist unwahrscheinlich, nur ist er auf Grund des fehlenden Jagddrucks öfter zu beobachten. Ein Fuchs vergrößert sein Revier mit zunehmenden Alter und akzeptiert dort keine artgleichen, sein Aktionsradius wird von Tag zu Tag größer, weshalb die Fuchsdichte in beständigen Revieren reduziert wird.
Die Auswirkungen des Waschbären im NSG sind meines Wissens noch nicht untersucht worden, also lediglich Spekulationen. In Gebieten wo der Fuchs permanentem Jagddruck ausgesetzt ist, ist er heimlich und nicht zu sehen - aber deswegen trotzdem vorhanden, nur kann er sein Revier nicht erweitern, was letztendlich die Fuchsdichte erhöht. Den Fuchsbestand anhand einfacher Beobachtungen/Sichtungen zu beurteilen ist schlicht unmöglich und führt zu vollkommen falschen Vorstellungen!

Betrachten wir final die Gesamtsituation, gibt es aufgrund des sehr guten Managements des NSG Mittlere Horloffaue eine beeindruckende Artenvielfalt, wie sie vor 30 Jahren nicht ansatzweise anzutreffen war. Auch wenn der Brachvogel als Verlierer hervorgeht, ist der Gesamtnutzen unbestreitbar. Wie bereits geschrieben, liegt der Verlust der Brachvogelbrut in mehreren Ursachen begründet, wobei die Predation durch den Fuchs weitesgehend ausgeschlossen werden kann.
Verwundert bin ich darüber, dass man den ökologischen Nutzen nicht erkennt und diesen sogar in Frage stellt.
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.02.2017 um 15:08 Uhr
Frau Zimmer, dem kann man nichts hinzufügen.
Eine Bemerkung noch! Die Panikmache mit dem Fuchsbandwurm ist unangebracht. Jagdunfälle sind weit höher als die Gefahr, als Mensch einen Fuchsbandwurm aufzunehmen! Hundehalter sollten sich in der Pflicht sehen, ihre Vierbeiner regelmäßig zu entwurmen. Werden geschossene Füchse untersucht, ob sie von dem gefährlichen Wurm befallen sind? Und wenn ja, wie ist die Prozentzahl?
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 03.02.2017 um 23:40 Uhr
Wenn wir Menschen allen Tieren unseren Schutz geben, ohne "regulierend" einzugreifen durch das Töten von Tieren, wenn wir uns alle an der "eigenen Nase" packen und überlegen, was wir besser machen können, wäre der Natur mit ihrer Vielzeit von Tieren und Pflanzen geholfen. Doch der Mensch betrachtet die Natur mit all ihren Geschöpfen nicht als schützenswerte Freunde, sondern treibt Raubauk , das seinesgleichen sucht. Der sogenannte moderne Mensch treibt eine Völlerei und ist am Ende selbst das Opfer. Wie leicht ist es doch, die Schuld bei der stummen Kreatur zu suchen.
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 04.02.2017 um 17:05 Uhr
Ich habe mir heute die Mühe gemacht und ein bißchen recherchiert. Die Jäger wollen Feldhasen, Fasane und Rebhühner vor dem bösen Fuchs retten? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über dieses Jägerlatain wieder einmal laut lachen. Nein, sie wollen den Fuchs gnadenlos vernichten, weil er als Beutegreifer den Jägern ihr "Eigentum Wildtier" streitig machen könnte! Im Jagdjahr 2013/14 wurden nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes von Jägern in Deutschland 5 Millionen Wildtiere getötet. (Quelle Initiative zur Abschaffung der Jagd). Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand! Der Fuchs muss weg, damit die Abschussquote für Rebhühner 2540, Feldhasen 243.384 und Fasane 94.838 den Jägern vor die Flinte getrieben werden können und nicht der eine oder andere vom Fuchs erbeutet wird. Diese Abschusszahlen muss man sich einmal "auf der Zunge zergehen lassen"! 380.494 Füchse sind erschossen worden. Um die Wahrheit zu erfahren, hätte man genug Kadaver gehabt, um im Mageninhalt festzustellen, von was der Fuchs sich ernährt. Aber das will man ja gar nicht, denn so wäre die Lüge, dass Füchse andere Wildtiere "ausrotten" schnell am Tageslicht. Gerade habe ich einen Bericht gelesen, dass die Waldschnepfen stark bedroht sind. Trotzdem wurden 10.954 der Vögel erschossen. Wenn diese Zahlen nicht klar machen, dass das Töten der Tiere nicht ein tiefer Eingriff in die Natur ist, dann soll die Jäger erklären, was diese Tiere für einen Schaden anrichten, den es zu regulieren gibt.
Peter Baier
9.638
Peter Baier aus Gießen schrieb am 04.02.2017 um 21:16 Uhr
Herr Büttel, Sie beklagen den Verlust des Brachvogels wir in Giessen beklagen den starken Rückgag bei den Teichhühnern.
Vielleicht sind diese Brachvögel jetzt ja nur wo anders wo es keine Füchse gibt?
Wenn es um die Wieseckaue und der Starndbar geht ist Ihre Meinung das die Natur flexibel ist.
Wer soll entscheiden wer wo leben darf und wer nicht?
In der Wieseckaue hat sich auch keiner Gedanken gemacht ob der umbau für die LGS, für alle Tiere OK ist.
Gibt es glaubwürdige Zahlen an denen erkennbar ist das der Rückgang des Brachvogels mit den Füchsen in Verbindung steht?
Der Rückgang vom Teichhuhn wurde von Herrn Jürgens oft mit Zahlen erklärt aber leider nicht von Ihnen anerkannt.
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 04.02.2017 um 22:41 Uhr
Ich komme kurz auf meinen Kommentar zurück. Hätte man den Mageninhalt der 380 494 Füchsen untersucht, hätte man Kenntnisse über sein Freßverhalten. Stattdessen zieht man ihm liebe das Fell über die Ohren um dieses als Pelz zu vermarkten.
Interessieren würde mich auch, ob der Fuchsbandwurm wirklich so stark verbreitet ist, wie behauptet. Kotuntersuchungen hätten Aufschluss gegeben.
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 05.02.2017 um 13:24 Uhr
Hallo Herr Büttel, ich rufe morgen mal unser Vet. Amt an.
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 05.02.2017 um 13:41 Uhr
Wenn ich was erfahre, melde ich mich.
Birgit Hofmann-Scharf
10.039
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 05.02.2017 um 19:09 Uhr
Eine sehr gute Diskussion - so sollte es auch sein!
Mit Sinn, Verstand und Respekt!
Ilse, auch ich bin gespannt auf Deine Recherche.
287
Sibylle Zimmer aus Hungen schrieb am 05.02.2017 um 21:45 Uhr
Herr Büttel, aus den Zeilen "Seit der Naturschutz an den bezeichneten Stellen vorhanden ist wurde der Brachvogel dessen Opfer durch den Fuchs, Waschbär und Nutria." lese ich, dass Sie dem Gebiet vor dem Vorhandensein des Naturschutzes einen höheren Wert beimessen. Als weitere Flachwasserzonen diskutiert wurden, ertönte der Satz: Noch ein Schnakenloch braucht Utphe nicht!
In der Summe führt das bei mir zur Annahme, dass Sie den ökologischen Wert diesen Gebietes anzweifeln. Sollte dem nicht so sein wird sich die HGON mit Sicherheit über Ihre Unterstützung, besonders bei den noch kommenden Projekten erfreuen.

Brachvogel:
Sicher ist es ein Verlust - oder möchten Sie dessen Rückgang als Gewinn bezeichnen?
Faktisch ist auch hier die intensivierung der Landwirtschaft das Problem.
Man muss lediglich vom Inseldenken abkommen und die Komplexität sowie Zusammenhänge und Einfüsse erkennen und akzeptieren. Das NSG Mittlere Horloffaue ist keine einsame Insel im Pazifik sondern ein Stück Landschaft auf einem großem Kontinent. Diesbezüglich gelten hier vollkommen andere Zusammenhänge als die, die man durch flüchtige Beobachtung glaubt zu erkennen. Im Gesamten fürt das zu vorschnellen und flaschen Schuldzuweisungen.
Der Brachvogel ist in ganz Hessen ein Verlierer durch Verlust klassischer Mähwiesen und Entwässerung von Wiesen. Die im NSG Horloffaue über verhältnismäßig lange Zeit beständigen Bruten liegen einzig und alleine in der Tatsache begründet, dass der Große Brachvolgel ein hohes Alter erreicht und durchweg Brutorttreue zeigt. Die Altvögel kehren somit noch Jahre an ihre bekannten Brutplätze zurück, erhalten jedoch keine Neuzugänge aus angrenzenden Gebieten. Ich möchte damit keinesfalls den Eindruck einer Verharmlosung des Netsraubes erwecken, sondern vielmehr die komplexen Zusammenhänge näherbringen. Zur Aufrechterhaltung einer Population ist ein gewisser Mindesbestand erforderlich, bricht dieser zusammen ist die Population nicht mehr zu erhalten. Eine Verringerung der Predation kann nur Erfolge mit sich bringen, wenn genügend Lebensräume zur Verfügung stehen.

Jagd:
Hier widersprechen Sie sich mehrfach selbst.
Ihr Zitat: "Jedes Lebenswesen ist Schützenwert."
Ihr Zitat: "Wir, die dort wohnen fordern seit Jahren die Erlaubnis einer kontrollierten Jagd."
Ihr Zitat: "Jäger zähle ich zu den Naturverbundenen Menschen die den Blick für die Realität haben."
Meine Frage: Warum töten Jäger dann Feldhasen und Rebhühner? Als Naturverbundener Mensch sollte man besonders diese beiden vom Rückgang betroffenen Tierarten als schützenswert behandeln - stattdessen werden sie gejagt …
Wie passt das in Ihren Augen zusammen?
287
Sibylle Zimmer aus Hungen schrieb am 05.02.2017 um 23:33 Uhr
Herr Büttel, ich möchte Ihre rosa Welt ungern zerstören, aber leider schießen auch unserer Jäger Feldhasen. Vielleicht nicht mehr soviele wie vor 30 Jahren, dennoch ist jeder erschossener Feldhase ein toter Hase zuviel. Zahlen und Fakten finden Sie in der kürzlich veröffentlichten offiziellen Jagdstatistik vom DJV für das Jagdjahr 2015/2016:
241.899 Feldhasen, das sind 2,45% Feldhasen mehr als im Vorjahr,
die Rebhuhnstrecke ist sogar um 15,55% gestiegen!

Wie passt das in Ihre Wahrnehmung der Jäger, die Sie zu den naturverbundenen Menschen mit Blick für die Realität zählen?

Zu welchem Zweck Wildäcker angelegt werden müssen wir nicht wirklich diskutieren! Haben Sie schon mal überlegt, warum neben jedem Wildacker eine Ansitzkanzel steht?
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 06.02.2017 um 18:39 Uhr
Hallo Frau Zimmer, ich hatte leider nur die Zahlen des Jagdjahres 2013/14 gefunden. Die Abschusszahlen zur 2015/16 sind fast gleich geblieben. Da scheint es dem Fuchs ja nicht gelungen zu sein, den Feldhasen zu dezimieren und er hat genug Opfer für die Grünröcke übrig zu lassen. Eine Lachnummer, wenn es nicht zum weinen wäre!
Werner Zimmer
12
Werner Zimmer aus Hungen schrieb am 06.02.2017 um 20:35 Uhr
Hallo Frau Toth,
wie Sibylle sehr exakt formulierte, gibt es keinen einzigen haltbaren Grund für eine Fuchsbejagung. Die Jagd nach dem Haarraubwild, wie es der Jäger nennt, ist ein Relikt aus längst vergangner Zeit und damalig fehlendem wildbiologischen Sachverstandes. An dieser erzkonservativen Haltung festzuhalten zeigt lediglich Ignoranz gegenüber aktuellen wissenschaftlichen Studien, deren Methodik transparent und nachvollziebar offenliegt.

Ein Fakt, der selbst aus Jägerkreisen nicht dementiert wird, ist die Bestandszunahme durch die Jagd. Die Argumentatiosversuche der Jäger zur Fuchsjagd sind sogar für Laien unglaubwürdig und widersprüchlich. Der Versuch einer pseudowissenschaftlichen Untersuchung aus den Niederlanden bringt jeden Laien zum Lachen: Hier wurde ein Habitat eingezäunt(!) und in gleiche Hälften aufgeteilt. In der einen Hälfte wurd das Haarraubwild intensiv bejagd, während die andere Hälfte jagdfrei blieb. Um das Untersuchungsergebnis zu bestätigen wurden nach dem Erstversuch die Flächen getauscht und das Vorgehen wiederholt. Das Ergebnis dürfte selbst von einer nichtsachkundigen Person problemlos vorauszusagen sein. Paradoxerweise möchten man diesen "Kindergartenversuch" 1:1 in die Freilandbiologie übertragen und damit glaubhaft machen man könnte Bestände jagdlich regulieren und Niederwild schützen.

Selbst der Naturschutz, dem im Wesentlichen daran gelegen ist die Biodiversität zu erhalten, ist sich über die Sinnfreiheit der Fuchsjagd bewusst und würden gerne darauf verzichten.

Einen Interessanten Bericht vom NDR können Sie sich hier einmal ansehen: https://goo.gl/6DBkeL
Ilse Toth
34.876
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 07.02.2017 um 12:40 Uhr
Ja, Herr Zimmer, es gibt keinen Grund in dieser Form zu jagen- kein Tier! Wenn wir unser Tierschutzgesetz anschauen, dass ist der Satz: wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, wird bis zu 20 000 Euro Strafe belegt. Wer bitte schön sagt uns, was einvernünftiger Grund ist?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Hans Habermann

von:  Hans Habermann

offline
Interessensgebiet: Gießen
65
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Kritik an der Fuchsjagd wächst
Am 23. Januar hat der Wildtierschutz Deutschland e.V. eine Petition...
Keine Angst vor dem Fuchs
Die übertriebene Angst vor dem sog. Fuchsbandwurm ist leider weit...

Weitere Beiträge aus der Region

Probenfoto von Nunsense, the Keller Theatre
the Keller Theatre spielt "Nunsense", Premiere am Freitag, 24.11.2017, Kleine Bühne Gießen
Ein Musical, das seinesgleichen sucht: witzig, schnell, absurd und in...
Bürgermeisterin Weigel-Greilich wieder im Grünen-Landesvorstand
Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich wurde auf der...
KABARETT & BUFFET mit Sachsendiva KATRIN TROENDLE Kombitickets sind ausverkauft – Restkarten an der Abendkasse
Mit der Kabarettistin und Entertainerin Katrin Troendle und ihrer...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.