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Über den Sinn oder Unsinn eines kostenlosen ÖPNV

Gießen | In der letzten Sitzung der Stadtverordnung hat der Fraktionsvorsitzende Matthias Riedl angekündigt, dass sich die Gießener Linke der Verbesserung des ÖPNV annehmen wird. Unter anderem wird vorgeschlagen das ein kostenloses Ticket für den Busverkehr geschaffen werden soll.

Jetzt werden sich natürlich bei einigen Skeptikern die Nackenhaare aufstellen und diese werden behaupten, dass ein Kostenloser ÖPNV zu teuer wäre und er vor allem von den Menschen bezahlt wird, die den ÖPNV nicht nutzen. Natürlich würden dann auch Menschen bezahlen, die den ÖPNV nicht nutzen. Doch bereits jetzt wird der Nahverkehr schon in vielen Regionen zu über 60 Prozent aus Steuermitteln finanziert. Die Fahrpreise selbst machen nur einen kleinen Teil der Finanzierung aus.
Eine Abgabe, die alle betrifft, wird unumgänglich sein, wenn man eine attraktive und saubere Stadt möchte in der alle Menschen gleichsam am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen können.
Eine Umweltzone wie sie in Gießen eingeführt wird, würde hingegen nicht wirklich etwas bringen und Menschen die freie Entscheidung nehmen bzw. teilweise ausgrenzen, da einigen schlicht das Geld fehlt um sich ein besseres und umweltfreundlicheres Auto zu kaufen.
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Einige Städte haben sich schon daran versucht und haben einen Ticket freien ÖPNV eingeführt. Sie zeigen, dass trotz Hindernissen dies der beste Weg ist um Gießen zu einer modernen, sozialen und ökologischen Stadt zu machen.
In der Stadt Templin (Brandenburg) wurden die Kosten von der Stadt übernommen. Der Fahrschein wurde abgeschafft und der Busverkehr wurde mit öfteren Fahrten auf stark frequentierten Strecken verbessert. Gleichzeitig wurden mehr Haltestellen geschaffen und auf den weniger genutzten Strecken werden Kleinbusse eingesetzt. Die Fahrgastzahlen stiegen darauf hin um 15 Prozent an. Der Stadt hat mittlerweile die Finanzierung umgestellt. Das kostenlose Ticket wurde durch eine Jahres-Kurkarte ersetzt, die 44 € kostet. Durch den günstigen Preis und der neuen Qualität nutzen immer noch mehr Menschen den ÖPNV als zuvor.
Die belgische Stadt Hasselt führte ebenfalls den kostenlosen Busverkehr ein. Etwa 20 Prozent der Auto- und Motorradfahrer stiegen darauf hin auf den Bus um. Zusätzlich fuhren 30 Prozent der Fußgänger und Radfahrer nun mit dem Bus. Hier wurde die Finanzierung auch geändert. Inzwischen gibt es noch für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kostenlose Fahren und für alle über 65. Alle anderen zahlen 60 Cent pro Ticket.
Diese Beispiele zeigen das ein Kostenloser ÖPNV utopisch erscheint doch der Wille für einen Kostenlosen ÖPNV hat eine immense Senkung der Fahrpreise gebracht und für zusätzliche Fahrgäste gesorgt. In der Estnischen Hauptstadt Tallinn findet seit dem Jahr 2013 ein kostenloser Nahverkehr statt der sich Konzepttechnik trägt und für die Bewohner der Stadt viele mehr Freiheiten gebracht hat.
Auf kommunaler Ebene muß deswegen ein sozial gerechtes Konzept zur Umsetzung geschaffen werden, die auch lokale Firmen miteinbeziehen. Denn nicht nur der Bürger profitiert von einem Ticket freien ÖPNV, sondern auch die örtliche Wirtschaft, da Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen pünktlich und erholt am Arbeitsplatz ankommen. Zudem können viele Läden und Geschäfte schneller und ohne Stress erreicht werden, da die lästige Suche nach einem Parkplatz entfällt. Gerade in Städten in dieses sinnvoll, da die wenigen Parkplätze, die vorhanden sind, den Anwohnerinnen und Anwohnern vorbehalten sein sollten.
Insgesamt zeigen die Beispiele, dass ein Ticket freier ÖPNV nicht einfach umzusetzen ist doch von den Menschen angenommen wird.
Durch die vielen neu gewonnenen Fahrgäste
werden mehr und neue Busse eingesetzt. Es werden weitere Linien geschaffen, die Taktung wird erhöht und die Umsteigezeiten werden verkürzt. In allen Beispielen ist es zudem zu einem höheren Lebensstandart für die Einwohnerinnen und Einbewohner gekommen. So konnten die Bürgerinnen und Bürger besser am öffentlichen Leben teilnehmen, da Fahren ins Theater, ins Kino oder zu anderen Treffen erleichtert werden. Ältere Menschen können besser und schneller zum Arzt fahren. Besonders profitieren Finanzsiel weniger betuchte Menschen von dem Modell. Sie haben am Ende des Monates mehr Geld übrig, da sie eben keine teuren Fahrscheine mehr kaufen müssen.
Darüber hinaus macht der kostenlose Nahverkehr eine Stadt attraktiver und dies lockt Gäste an, die mit ihrem Konsum wiederum die heimische Wirtschaft ankurbeln. Das bringt dann höhere Steuereinnahmen.
Außerdem wird die Umwelt entlastet, da viele Menschen durch die neugewonnene Attraktivität ihr Auto stehen lassen und auf den Bus umsteigen. Die Luftqualität in den Städten und die Belastungen durch den Feinstaub gehen zurück. Die Straßen würden leerer werden, da eben weniger Menschen mit dem Auto fahren. Das kommt nicht nur den Bussen und Fußgänger zu Gute, die dann schneller ihre Ziele erreichen, sondern auch den Radfahrern, die nun sicherer fahren können.
Die Studie eines Automobile Club hat gezeigt das in Anbetracht der Tatsache, dass ein Auto im Schnitt fünfmal teurer ist als der ÖPNV (die Unterhaltskosten sind mit eingerechnet) der Kostenfaktor für die Autofahrer und Autofahrerinnen erst an sechster Stelle (nach Flexibilität, Zeitgewinn, Pünktlichkeit, Komfort und Verfügbarkeit.) kommt um auf den ÖPNV umzusteigen.

Abschließend lässt sich sagen, dass ein Ticket freier ÖPNV viele Vorteile bringt von denen fast alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.
Deswegen begrüße ich dieses Vorhaben der Gießener Linke.

Dank an Melanie T. für die unterstützung.

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

2.256
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 13:29 Uhr
Im Prinzip halte ich das auch für eine gute Idee. Übrigens auch den Vorschlag, für weniger genutzte Strecken Kleinbusse einzusetzen. Ich erinnere mich aber auch an ein Gegenargument unserer Noch-Bürgermeisterin: Ob die Busse klein oder groß sind, es wären die Busfahrer, die am meisten kosten würden. Dabei sind die, soweit ich informiert bin, ohnehin schlecht bezahlt.
Die Frage bleibt aber: Kann sich unsere Stadt das leisten? Würde
eine Abgabe für einen kostenlosen ÖPNV von den Bürgern akzeptiert werden?
Studenten, die ja in Gießen einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen, haben schon jetzt ein Semesterticket.
Ich persönlich nutze zwar eher selten den öffentlichen Nahverkehr, würde aber bereit sein, eine solche Abgabe zu leisten.
Immerhin, ein Vorschlag, über den man diskutieren sollte!
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 13:55 Uhr
Hallo Gertraud Barthel,
Unsere Noch-Bürgermeistern hat es bis heute nicht geschafft ihr ambitioniertes Vorhaben für eine Wachsenden Stadt ein Konzept zu erarbeiten und umzusetzen. Sie müsste Wissen das eine Stadt ohne eine Vernünftige Infrastruktur, zu der nicht nur der ÖPNV gehört, nicht Sozial gerecht wachsen kann.
In wie fern sich die Stadt Gießen ein Ticketlose System leisten kann hängt von dem Wollen und Bemühungen der Dezernenten und Stadträte ab. Für die Umweltreinhaltung kann man vom Land Hessen Gelder einfordern und es besteht die Möglichkeit einer quer Subventionierung.
Es wird Menschen geben die eine Abgabe nicht akzeptieren werden und die gilt es halt zu überzeugen was bei einen vernünftigen Konzept wie in den Beispielen nicht schwer fallen sollte. Man sollte auch bedenken das ein Studenten ticken und Eingroßteil des ÖPNV jetzt schon durch Abgaben finanziert wird.
2.256
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 14:02 Uhr
Stimmt, das mit dem Studententicket hatte ich auch schon angesprochen.
Ein weiteres Problem, das den Einzelhandel betrifft, ist das Gepäck, bzw. der Transport von gekauften Waren. Darüber wurde auch schon diskutiert. Wäre ein Shuttledienst eine ausreichende Lösung?
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 14:30 Uhr
Ein Shuttle hört sich erst mal gut an um die Parkhäuser mit dem Zentrum zu verbinden. Es wer überlegenswert so etwas mit Gepäck ablagen einzusetzen, was aber für Sperrige Gegenstände wohl nicht verwirklichbar ist. Hier kann sich nach meiner Idee halt jeder frei überlegen ob er das Auto wirklich braucht oder den ÖPNV nutzen kann was bei einer Umweltzone nicht für jeden möglich wehre. Der Einzelhandel sollte doch wieder eine Kostenlose Lieferung für Sperrige Güter einführen was man Früher als normalen Service am Kunden gesehen hat. Das würde auch zur Attraktivität der Geschäfte in unserer Stadt beitragen.
Michael Beltz
7.088
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 17:25 Uhr
Wir werden mal in der Fraktion darüber nachdenken müssenn in dem Sinne, wie Matthias Riedel die Sache angesprochen hat. Zu dieser überlegung gehört auch, die Gewinne der Stadtwerke einzubeziehen.

Bitte: Stefan, nicht ao lange schreiben, damit mehr Menschen es lesen und sich damit befassen.
Birgit Hofmann-Scharf
10.134
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 19:59 Uhr
Für mich liegt ein verbessertes Streckensystem im Focus. Die Infrastruktur liegt im Argen - gemessen an den gewachsenen Studentenzahlen.
Auf einigen Linien fahren Geisterbusse, andere wiederum ähneln ( verbotene) Viehtransporte
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 02.01.2017 um 21:37 Uhr
Hallo Michael,
du hast recht damit das es etwas kürzer sein könnte. Da ein Ticket freier ÖPNV mein Steckenpferd ist wollte ich die Gegner es auch genauer erklären.

Birgit Hofmann-Scharf,
das Problem mit den Bussen ist mir bekannt weswegen ich das Beispiel Templin erwähnte. Es gibt für alles eine Lösung man muß nur wollen.
Martin Wagner
2.415
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 03.01.2017 um 16:18 Uhr
Michael B. mit Deinem Kommentar vom 2.1. zeigst Du mir, dass Du die Jahresendfeier noch in den Knochen hast. Dein Vorschlag .... dann reden wir einmal in der Fraktion darüber ... ist eigentlich Deinem Kenntnisstand nicht entsprechend. Du weisst doch ganz genau, dass das Parlament (im besten Fall) nur der verlängerte Arm der Straße sein kann. Also ist der Ansatz ... wir machen das dann einmal in der Fraktion .... etwas daneben.

Dies ist nicht der erste und hoffentlich nicht der letzte Artikel zu diesem Thema hier in der Bürgerzeitung. Parteien halten sich vornehm zurück, Fahrgast- und Naturschutzverbände lassen diesbezüglich Klarheit vermissen und lediglich "der Aktivist aus Saasen" bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt.

Wir brauchen (wie bei vielen anderen Themen auch ...) für den kostenfreien OEPNV Massen an Menschen auf den Strassen die den Herrschenden klar signalisieren: Wir wissen, dass ihr macht was ihr wollt. Aber übertreibt es nur nicht, sonst seit ihr bei der nächsten Wahl weg vom Fenster.

Irgendwelche Apelle an die Vernunft (das rechnet sich, schont die Umwelt ...) ist Augenwischerei und somit kontraproduktiv. Wir wissen doch Alle, dass die "Autofahrer-Partei" (quer durch alle Fraktionen) in den Parlamenten irgendwo zwischen 75 und 95 Prozent hat.
Michael Beltz
7.088
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.01.2017 um 18:13 Uhr
Ja Martin, wir brauchen "Menschen auf den Sraßen". Dann mal los - vielleicht ist ein Gebet ausreichend.
Dass Parlament sollte der verlängerte Arm der Staraße sein. Nun, wenn die Straße nicht ruft, dann sollten wir das Parlament als "Tribüne" nutzen. (Lenin)
Schlaue Reden hier in der GZ bewegen niemand auf die Straße. "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Also los!!
Birgit Hofmann-Scharf
10.134
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 03.01.2017 um 20:15 Uhr
" Aber übertreibt es nur nicht, sonst seit ihr bei der nächsten Wahl weg vom Fenster. " -
Wie ist denn die Kom.-Wahl in 2016 ausgegangen, Hintertürchen scheint es wohl immer zu geben. Denn die aktuelle Regierung ist nicht das, was gewählt wurde.
Also ist das " weg vom Fenster" gar nicht so einfach zu realisieren!?

Was die Kosten angeht: " Dass sehr viele Meter der neuen Fahrradwege NICHT genutzt werden, sollte inzwischen bekannt sein. Ich sehe nach wie vor mehr erwachsene (!) Radler auf den Bürgersteigen als auf den neuen Radwegen.
Die Kosten der Straßen- Baumaßnahmen mag ich nicht mal schätzen.

Was ist denn zu tun ?
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 04.01.2017 um 02:33 Uhr
Ich glaube zu wissen das Michael bestimmt mit auf der Strasse ist wenn eine Demo oder eine Info Veranstaltung stattfindet.

Zum Thema Radwege kann ich als jemand der jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs ist nur sagen, dass die Statt sich nur mit der Schaffung von Schutzstreifen begnügt die so schlecht angelegt sind das sie strecken weise als Parkplätze benutzt werden und den ich von vielen genutzt wird.
Mein Artikel sollte nicht dazu benutzt werden zu vergleichen wer jetzt die schlimmeren sind sondern zum Denken bewegen wie man unsere Stadt für alle gestalten kann.

Zur Frage was zu tun ist habe ich schon Vorschläge in den Artikel gemacht und Michael Belz auch in dem er meinte die Gewinne der Stadtwerke mit einzubeziehen....... Da fällt mir ein, die Sparkasse hat ja auch noch etwas übrig. ;)
Klaus Stadler
5.155
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 04.01.2017 um 08:53 Uhr
Ja,es ist immer schön das Geld anderer Leute auszugeben. Das Geld wird nicht von den Fahrrädern in die Stadt gebracht. Es sind die Käufer aus dem Umland die ihre Einkäufe in Gießen tätigen. Wenn die Linke es fertig bringen würde über den Tag verteilt vernünftige Zug-und Busverbindungen zu schaffen,daß wäre ein Gewinn für Alle. Gießen ist keine Insel. Gießen braucht die Menschen aus dem Umland als Arbeitskräfte und als Kunden.Hier ist das Auto das wichtigste Verkehrsmittel!
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 04.01.2017 um 14:50 Uhr
Halo Herr Bucher

Wenn sie den Artikel richtig gelesen haben werden merken das ich einen Ticketfreien ÖPNV bevorzuge.
Das in Templin 15% mehr den ÖPNV nutzen ist nicht gerade mager wenn mann bedenkt das im Umgl15% weniger PKW die Innenstadt sind und Wichtigen Parkraum für die Anwohner blockieren.
Einige Ältere Menschen sind vielleicht aus gesundheitlichen Gründen nicht im Stande ein PKW zu Führen bzw. reicht die Rente nicht für ein PKW.
Wenn man wie in Templin 44 Euro im Jahr für eine Kurkarte ausgibt hätte man ca. 500 Euro im Monat mehr die man entweder für Urlaub und das Alter zurücklegen kann oder es in den Läden ausgibt um sich etwas schönes zu können.
Es sind im übrigen nicht meine Worte sondern die des VCD der eine Studie durchgeführt hat die besagen das Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen würden wenn die Attraktivität stimmt und der Preis eine untergeordnete Rolle spielt.
Wenn sie mir jetzt deswegen einen Realitätsverlust andichten wollen sollten sie bedenken das ihr Vorschlag auch einige Defizite besitzt der unter anderem den Aufwand von Ressourcengewinnung beinhaltet um soviel Autonome Fahrzeuge die für alle da sein sollten geschweige den die Kostenlose Energie die es genauso wenig gibt wie einen Kosten losen ÖPNV zu Produzieren, denn alles muß Produziert werden und die Leute wollen bezahlt werden.
Mein Vorschlag beinhaltet die Freie Entscheidung ob Jemand lieber ein PKW nutzt oder nicht und könnte mit ihrem Vorschlag des Autonomen Verkehrs eine Symbiose sein die man bedenken sollte.
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 04.01.2017 um 15:14 Uhr
Herr Stadler

Sie sollten wissen das immer das Geld anderer Leute ausgegeben wird weil unser Steuersystem darauf aufbaut und sie haben recht wenn die Fahrräder das Geld nicht in die Stadt bringen sondern diejenigen die unter anderem ein Rad benutzen und dadurch mehr Geld zur Verfügung haben um es auszugeben. ;)

Selbstverständlich muß man dafür sorge tragen das, dass Umland nicht abgehängt wird ich bin als Pendler auch von den schlechten Verbindungen ins Umland betroffen.
Die Linke ist als Oppositionspartei leider nicht in der Lage die Verbindungen zu gestalten sondern kann den Regierungsparteien im Kreis-, Stadt- und hauptsächlich der Schwarz/Grünen Regierung im Land nur Vorschläge unterbreiten. Für viele Pendler ist durch die schlechte Qualität des ÖPNV natürlich das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel doch sind viele Leute auch durch den Stress den sie jeden Tag im Stau und bei der Parkplatzsuche ausgesetzt sind betroffen und kann Gesundheitliche Schäden wie Herzinfarkte und Nerven Erkrankungen hervorrufen. Hier gilt es eine Sinnvolle Alternative zu gestalten.

Um nochmals auf Herrn Bucher Vorschlag einzugehen das Jeder das Bezahlen sollte was er nutzt und ihre Aussage „das Geld anderer ausgeben“, müssten wir auf jeder Strecke und in den Städten Mautzonen einführen damit jeder sein Obolus trägt. Ich bin mir sicher das dies außer Herr Dobrindt niemand möchte.
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 04.01.2017 um 16:10 Uhr
Herr Bucher

Wenn sie meinen das der ÖPNV nicht mehr Subventioniert werden sollte, müssen sie auch alle anderen Subventionen abschaffen wie z.B in der Lebensmittel Industrie und der Landwirtschaft, damit sich die Kosten decken müssen halt die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. ;)

Selbstverständlich kostet der ÖPNV Geld doch die Infrastruktur für den Kraftverkehr ist genauso Kosten Intensiv und wird als selbstverständlich erachtet.

Die Gewinnung von Strom (auch durch Sonne und Wind) ist auch Ressourcen intensiv wenn man bedenkt das Solarzellen aus Silicium, Kupfer/seltenen Erden und Glas unter einen großen Energie aufwand hergestellt werden. Weiter müsse die Infrastruktur durch Schaffung von Ladestationen geschaffen werden und Riesige Rechner und Server (Stromfresser und viel Erze die gewonnen werden müssen die es nicht unendlich gibt) anlagen gebaut werden die das Autonome Fahren erst ermöglichen. Was meinen sie den wer dies alles Bezahlen sollte?
Es steckt also viel mehr dahinter als einsteigen und losfahren.
Stefan Häbich
153
Stefan Häbich aus Gießen schrieb am 04.01.2017 um 16:51 Uhr
Da haben wir das Dilemma,
Geringverdiener und Leistungsbezieher können sich dann nicht mehr richtig neutral Informieren, müssten viel zu Fluss erledigen, werden von Kulturellen veranstalltungrn ausgegrenzt, wird die Erholung im Schwimmbad verwehrt, wird sich Lebenswichtige Lebensmittel nur noch schwer leisten können und kann sich das Gesundheitswesen nicht mehr leisten.
Das ist dan die Abschaffung des Sozialstaates und bedeutet die Zweiklassen Gesellschaft durch Ausgrenzung von Menschen die für minder erachtet werden.
Das ist steht im völligen Widerspruch zu unserem Grundgesetz.
Stefan Walther
4.313
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.01.2017 um 22:08 Uhr
Dass ich für einen kostenlosen ÖPNV bin will ich hier nicht weiter begründen, Stefan Häbich hat Argumente geliefert!
Dass hier dann in erster Linie die Unternehmer zur Kasse gebeten werden müssen steht für mich als Linker ausser Frage, und dass es auch Subventionen seitens der Kommunen geben muss = logisch.

Aber auf den kleinen Disput zwischen Martin Wagner und Michael Beltz will ich doch eingehen. Ich versuche mal mich auf die sachlichen Argumente zu beschränken, das "drum herum" von beiden Kommentierenden hilft da nicht viel weiter = Martin hat meines Erachtens mit seiner Kritik völlig Recht ( Stefan H. schreibt ja selbst "wir sind in der Opposition und können da nicht viel ausrichten..." ). Also, was nutzt das im Endeffekt wenn sich lediglich innerhalb der Fraktion darüber Gedanken gemacht wird wie so ein Antrag am besten formuliert werden soll wenn er sowieso keine Aussicht auf Erfolg hat? Ja, es muss immer(!) überlegt werden wie man in Verbindung mit der parlamentarischen Arbeit außerparlamentarischen Druck erzeugen kann: Verbindung aufnehmen mit den Selbstorganisationen der Menschen, mit ihren ( außerparlamentarischen ) Interessenvertretungen... sie werden nicht "rufen", da muss man schon selbst hingehen / Kontakt aufnehmen... und dann kann man auch ( erst ) das Parlament richtig als Tribüne nutzen wenn man weiss was die Menschen wollen und sie unterstützen und motivieren selbst für ihre Interessen zu streiten.
Karl-Ludwig Büttel
3.527
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 05.01.2017 um 09:26 Uhr
Klar wir bitten die Unternehmer zur Kasse. Was werden diese tun, um ihre Gewinne zu halten......eine neue Gewinnmaximierung überlegen. Personalabbau oder die Produkte/Leistung verteuern. Wer gewinnt?
Auch ich bin durchaus für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und raus mit dem Kraftverkehr aus Städten. Sowie ich auch für kostenlose Bildung bin vom Kindergarten bis zur Universität.
Lediglich die Finanzierung ist mir noch nicht ganz klar. Bei der Bildung würde ich komplett den Bund in die Pflicht nehmen und diese über die sprudelnden Steuern finanzieren. Gute ausgebildete Kinder bringen auch gut ausgebildete Arbeitskräfte und somit auch in Zukunft gute Einnahmen.
Den ÖPNV könnte man über die Maut der PKW und einer kommunalen Infrastruktursteuer/Abgabe finanzieren. Wenn nur noch ein Auto oder gar kein Auto mehr benötigt, weil der ÖPNV als alternative ausgebaut wird/wurde, kann auch eine Abgabe für die besser Wohnqualität und die Steigerung der Bodenrichtwerte für den ÖPNV entrichten. Leider ist die jetzige Politik der in der Verantwortung stehenden noch nicht soweit. Man muss dran arbeiten. Es sind ja viele Faktoren die dabei ein Rolle spielen…… Umweltschutz, Emissionen, Stress……usw. so wie im Moment ist der ÖPNV noch keine Alternative zum PKW. Es muss also viel getan werden um auch die Menschen mitzunehmen. Das geht sicherlich nicht mit Pappschildern auf der Straße rumlaufen sondern durch ein überzeugendes Angebot. Hierzu benötigen vernünftige Vorschläge in den Parlamenten und viel Überzeugungsarbeit.
Im Ländlichen Bereich kommen immer mehr die Versorgungsbusse auf den Plan. Ältere Menschen sitzen ja in den Dörfern zum Teil fest. Hier findet in den Kommunen ein Umdenken statt bzw. die Lösungsansätze werden beschleunigt.
Stefan Walther
4.313
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.01.2017 um 10:56 Uhr
Nach Ihrer Logik Herr Büttel dürften dann auch die abhängig Beschäftigten keinerlei Forderungen nach Lohnerhöhung oder Arbeitszeitverkürzung stellen, die Unternehmer würden ja sowieso dann umgehend die Preise erhöhen und Arbeitsplätze abbauen....
Sicher = was man denen Einen gibt, das muss man den Anderen wegnehmen, logisch!
Karl-Ludwig Büttel
3.527
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 05.01.2017 um 11:27 Uhr
Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun Herr Walther. Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung sind möglicherweise sogar Produktion steigernd.
Warum sollen Unternehmen in Deutschland den ÖPNV für Alle bezahlen? Das erschließt sich mir nicht....im Sinne eines Jobtickets könnte ich es verstehen. Für die eigenen Beschäftigten würde das Sinn machen. Warum soll ein Unternehmer einen nicht in der Produktion stehenden Fremden finanzieren. Da halte ich andere Finanzierungsmodelle für zielführender und auch eher akzeptabel.
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Herzlichst, Ihr(e) Stefan Häbich

von:  Stefan Häbich

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