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Flaute, Wind oder Sturm – was Menschen so alles entscheiden wollen!

von Ulrich Grügeram 25.10.20161143 mal gelesen1 Kommentar
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Gießen | Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten, und den Menschen – von allen Seiten (Sprichwort aus Russland).
Bereits in meinen früheren GZ-Beiträgen legte ich dem geneigten Leser die Machenschaften der Windkraftlobby nahe. Mag sein, dass der eine oder andere die Fakten erstmals aus einer anderen Sichtweise betrachtete, als aus der landespolitischen Energiewende-Religion, die von selbstgerechten Klima-Kardinälen postuliert wird. Dazu trugen obendrein sicherlich, nach umfangreicher eigener Recherche, zahlreiche andere Beiträge zur besseren Klarheit in dieser Thematik bei.
Umso erfreulicher, wenn über die Medienwelt immer mehr kritische Betrachtungen und Entlarvungen jener willfähriger Fanatiker und Eiferer offenkundig werden.

Entscheidung durch Regierungspräsidium Gießen (RP), EULI-Ausschuss und Regionalversammlung

Das Schlaglicht soll wieder einmal auf die Entscheidung geplanter Windkraftanlagen in Biebertal Königsberg durch das Regierungspräsidium Gießen geworfen werden.
So widmete sich die ‚Gießener Allgemeine Zeitung’ am Samstag, den 22. Oktober 2016, fast über eine ganze Seite dieser Thematik (Seite 35). Der Stellvertretende Chefredakteur Burkhard Bräuning verfasste einen erstklassigen Kommentar-Beitrag um den ‚Windpark Königsberg’, aus dem ich gern einige Passagen zitieren möchte.

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Ebenso in einem weiteren Artikel darunter, kritisiert berechtigterweise der Vorstand des Dünsbergvereins die Ausweisung der Windkraftflächen durch den RP Gießen: „Natur wird entstellt“!
Darin wird auf die erhebliche Einschränkung der Erholungsqualität um den Dünsberg als Naherholungsgebiet durch großflächige Abholzungen, sowie auf die Zerstörung unwiederbringlicher archäologischer Zeugnisse aus der Keltenzeit vor 2500 Jahren verwiesen, die noch nicht erschlossen werden konnten. „Die intakte Natur des Gebiets wird auf Jahrzehnte zerstört und dadurch wird der Lebensraum vieler Tiere stark beeinträchtigt werden“, lautet die klare Einschätzung vom Dünsbergverein. Das gesamte Dünsberggebiet müsste mit massiven Auswirkungen auf Landschaft, Biosphäre und auf die Menschen rechnen.

Und damit zum Artikel von Herrn Bräuning, den er übertitelte: „Es geht um Menschen“. Einleitend schreibt er: „Das Beispiel Königsberg zeigt es deutlich: Die Ausweisung von Vorranggebieten und auch das konkrete Genehmigungsverfahren für Windräder im Zuge der Energiewende
Foto: privat
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sind nicht nur – zumindest teilweise – der Beliebigkeit anheim gestellt. Nein, die Gegner von Windkraftanlagen müssen auch noch hilflos mit ansehen, wie sich die oberste Planungsbehörde, in Hessen ist es das Regierungspräsidium, die Dinge schönredet, wie sie hart bleibt, wenn eigentlich nachgeben angeraten wäre. Das Helfholz in Königsberg ist alles andere als ein idealer Standort für Windräder.“

Bräuning verweist auf die erst jetzt drastisch nach unten korrigierte Angabe der Windhöffigkeit durch das RP, die seit Anbeginn durch die Bürgerinitiative Königsberger Gegenwind vehement gefordert wurde. Der höhere Wert bot selbstverständlich der Windkraftlobby eine bessere ausgewiesene Wirtschaftlichkeit, obwohl diese nur rechnerisch ermittelt und keinesfalls auf meßtechnischer Art und Weise ermittelt wurde. Eine Messung, wie einst von der BI gefordert, wurde stets abgelehnt, widerlegt aber bei unzähligen anderen dieser Windindustrieanlagen die hochgepriesene Wirtschaftlichkeit der Windmonster im Erneuerbare-Energie-Tenor.
Dazu bitte ich Sie sich einmal die Grafik und den nebenstehenden Text von ‚Energiezone Vogelsberg’ anzuschauen (Grafik: Eintrag vom 29. Juli 2016 auf der Seite https://www.facebook.com/KlimaretterVogelsberg/).
Grafik: Eintrag vom 29. Juli 2016 auf der Seite https://www.facebook.com/KlimaretterVogelsberg/
Grafik: Eintrag vom 29. Juli 2016 auf der Seite https://www.facebook.com/KlimaretterVogelsberg/
„Im Vogelsberg wird man sehen, ob die Betreiber nun, nachdem die 200 m hohen Giganten schon länger in Betrieb genommen wurden, tatsächlich schwarze Zahlen schreiben. Mit der Offenlegung der Bilanzen hinkt man dort jedenfalls weit hinterher. Warum auch immer?“, beleuchtet Bräuning den Sachverhalt der Wirtschaftlichkeit.

„Es ist aber nicht nur die Windhöffigkeit. Es ist in Königsberg nichts so, wie man es von einem echten Vorranggebiet erwarten könnte“, schreibt der GAZ- Journalist und wird deutlicher.
„Kein Wunder, dass die zuständige Sachbearbeiterin beim RP bei der Sitzung der Regionalversammlung versuchte, die Dinge ‚passend’ zu machen. Bei der Beantwortung eines Fragenkatalogs, den der Wettenberger Ehrenbürgermeister Schmidt vorgelegt hatte, hat sie sich sichtbar gewunden. Sie hat nicht eine einzige Frage so überzeugend beantwortet, dass man als Zuschauer das Gefühl hatte: Da hat sie den Windkraftgegnern aus Biebertal aber den Wind aus den Segeln genommen.“
„Überhaupt das Regierungspräsidium:“, kann man in Bräunings Kommentar weiter lesen, „Der Chef der Behörde, RP Dr. Christoph Ullrich, positioniert sich in dieser Frage nicht (öffentlich). Zählen für ihn nur die von der Landesregierung im Blick auf die Energiewende vorgegebenen Ziele? Oder sieht er auch die Dramen, die sich da mancherorts in seinem Regierungsbezirk abspielen? Falls ja: Warum greift er dann nicht ein?“
Bräunings Fazit, eine klare Forderung: „Das Vorranggebiet 4104 für Windräder in Königsberg darf nicht ausgewiesen werden. Die Regionalversammlung sollte bei der Abstimmung im November ihre Zustimmung verweigern.“

Man darf also mit Argusaugen auf den Termin am 9. November blicken und hoffen, dass die von den Steuerzahlern finanzierten Entscheidungsträger nicht unterwürfig die Interessen von Lobbyverbänden und Klima-Hysterikern umsetzen.
Daran anlehnend äußert sich abschließend auch der Autor der GAZ in seinem letzten Satz: „Hinter vorgehaltener Hand wird aber schon gemunkelt, dass man auf jeden Fall am Standort Königsberg festhalten wird. Weil manche Politiker mal wieder die Machtfrage klären wollen. Sie sollten bedenken: Es geht hier nicht um Macht, es geht um Menschen.“

Ulrich Grüger

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Foto: privat
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Grafik: Eintrag vom 29. Juli 2016 auf der Seite https://www.facebook.com/KlimaretterVogelsberg/
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