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NETZ leistet Beitrag im Kampf gegen Hunger

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NETZ mit dem neuen Jahresbericht der Organisation. Buchhalterin Tatjana Filinski (Mitte) präsentiert das Gütesiegel des Deutschen Sozialinstituts für Soziale Fragen (DZI).
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NETZ mit dem neuen Jahresbericht der Organisation. Buchhalterin Tatjana Filinski (Mitte) präsentiert das Gütesiegel des Deutschen Sozialinstituts für Soziale Fragen (DZI).
Gießen | NETZ e.V. stellt Jahresbericht 2016 vor / 171.000 Menschen haben Armut überwunden

(Wetzlar) „Bereits heute dürfte kein einziges Kind mehr hungern“ – mit klaren Worten äußert sich die mittelhessische Entwicklungsorganisation NETZ zur Ernährungssituation in Bangladesch bei der Vorstellung des Jahresberichts 2016. „Wir haben gesehen, dass es Wege gibt, den Hunger dauerhaft zu überwinden“, so das Fazit von Geschäftsführer Peter Dietzel.

Im aktuellen Jahresbericht gibt NETZ einen Überblick seiner Aktivitäten im vergangenen Jahr und verweist auf die Erfolge im selbst entwickelten Programm „Ein Leben lang genug Reis“, durch das bereits 171.000 Menschen in Bangladesch und zwei indischen Bundesstaaten dauerhaft den Weg aus Armut und Hunger gefunden haben. Die Familien bekommen Produktivkapital und Schulungen und bauen sich damit kleine landwirtschaftliche Betriebe auf. Die teilnehmenden Frauen gründen gemeinsam Selbsthilfe-Organisationen, mit denen sie für die eigenen Rechte eintreten und andere benachteiligte Familien ihrer Region unterstützen, etwa bei der Durchsetzung von Landrechten.

Darüber hinaus hat NETZ die Schulbildung von 35.368 Kindern gefördert. 9.277 dieser Mädchen und Jungen aus besonders abgelegenen Regionen haben 2015 die Grundschule erfolgreich abgeschlossen. Im Menschenrechtsprogramm hat NETZ 5.000 Aktivistinnen unterstützt, die im Einzugsgebiet von über 700.000 Menschen wichtige Arbeit zum Schutz religiöser und indigener Minderheiten leisten und gegen Gewalt und Kinder-Ehen vorgehen.

Mit dieser Arbeit hat NETZ auch dazu beigetragen, dass Bangladesch die meisten Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) erreicht hat, so Geschäftsführer Dietzel. Viele Menschen und Organisationen haben in den vergangenen 15 Jahren daran gearbeitet, die insgesamt acht UN-Ziele zu erreichen, darunter die Bekämpfung des Hungers, Schulbildung für alle Kinder, Frauenrechte oder verbesserte Gesundheitsvorsorge. Der deutsche Botschafter in Bangladesch, Dr. Thomas Prinz, der aus der Region stammt und an der Gießener Justus-Liebig-Universität studiert hat, äußert sich beeindruckt über die NETZ-Projekte: „Man sieht, dass man mit relativ wenig Mitteln viel erreichen kann. Es geht, wenn man die Menschen ernst nimmt, sich mit ihnen zusammensetzt und über einige Jahre die Prozesse der Veränderung unterstützt, die sie selbst gestalten“.

Der Deutsche Botschafter in Bangladesch, Dr. Thomas Prinz, besucht Anisa Khatun, Teilnehmerin am NETZ-Programm "Ein Leben lang genug Reis".
Der Deutsche Botschafter in Bangladesch, Dr. Thomas Prinz, besucht Anisa Khatun, Teilnehmerin am NETZ-Programm "Ein Leben lang genug Reis".
Warum in Bangladesch noch immer viele Menschen in Armut leben – gegenwärtig etwa 26 Millionen – hat laut NETZ-Geschäftsführer Dietzel viele Ursachen: „Es ist notwendig die Strukturen aufzubrechen, die Menschen ihr Recht auf Nahrung verwehren“. Vor allem eine ungerechte Verteilung und Günstlingswirtschaft spielten neben Gleichgültigkeit und dem Einfluss des Weltmarkts eine große Rolle. Die Rechte und die Mitsprache der ärmsten Menschen müssten deutlich gestärkt werden, so Dietzel. Bis 2030 hat die UN jetzt neue Ziele gesetzt. Der weltweite Hunger soll gänzlich enden. NETZ werde in Bangladesch weiter daran arbeiten.

Finanziert werden die Projekte des Vereins durch Privatspenden zusammen mit Fördergeldern des Bundesentwicklungsministeriums und der EU. Auf 4,7 Millionen Euro beliefen sich die Einnahmen im vergangenen Jahr. Die Kosten für Verwaltung und Spendenwerbung betrugen nur 4,2 Prozent. Einen wesentlichen Grund für diese niedrige Rate sieht Peter Dietzel im großen Engagement der Ehrenamtlichen: „Über 6.000 Menschen sind in der Partnerschaft mit Bangladesch aktiv“, berichtet er. „Sie haben 2015 sagenhafte 25.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Für dieses enorme Engagement und jede Spende bin ich sehr dankbar.“

Aktuell hat NETZ erneut das Gütesiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) verliehen bekommen. Es steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit Spenden. Wer die Arbeit von NETZ in Bangladesch unterstützen möchte, kann seine Hilfe auf das Spendenkonto bei der Volksbank Mittelhessen einzahlen, IBAN: DE82 513 900 0000 0000 6262. Weitere Informationen unter: www.bangladesch.org

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von NETZ mit dem neuen Jahresbericht der Organisation. Buchhalterin Tatjana Filinski (Mitte) präsentiert das Gütesiegel des Deutschen Sozialinstituts für Soziale Fragen (DZI).
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