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Augen aufhalten am Schwanenteich

von Bernd Zeunam 28.06.2016598 mal gelesen5 Kommentare
Gießen | Als ich gestern abend noch mal am Ufersaum in der Eichgärtenallee lang fuhr, begegnete ich auf Höhe des Restaurants Teichstube einem jungen Graureiher, der mir zwar aus dem Weg ging, aber sonst wenig Scheu zeigte. Ich setzte mich auf die dort stehende Bank und beobachtete ihn. Entweder hatte er seinen ersten Flugversuch hinter sich, oder er war aus dem Nest gefallen. Verletzt schien er nicht, aber fliegen schien er sich auch nicht zuzutrauen.

Erst hielt er sich eine Zeit lang etwa 10m von mir entfernt und beobachtete mich oder schaute fast sehnsüchtig nach oben in die Baumkrone, wenn aus den Nestern darüber Gekreisch ertönte, sobald Altreiher ihrer Brut Nahrung brachten. Gelegentlich ordnete er sein Gefieder oder pickte auch mal ins Gras, vielleicht nach einem Insekt.
Dann näherte er sich immer mehr, bis er schließlich mir gegenüber stehen blieb. Da stand er dann, bis der Akku im Fotoapparat leer war.

Ich bin dann kurz nachhause gefahren, habe den Akku gewechselt, und da es nur ein paar Minuten für mich sind, nochmal zum Schwanenteich. Vom gegenüberliegenden Ufer sah ich ihn schon, an der selben Stelle, aber jetzt direkt an der Wasserlinie. Zum Fotografieren wurde es dann zu dunkel, die Mücken wurden auch immer aggressiver, und ich kehrte heim.

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Heute morgen bin ich nochmal hin gefahren, da saß er auf einem Baumstumpf am Ufersaum. Eine Anwohnerin, die dazu kam, sagte, dass er schon am Sonntagabend bei ihr im Garten, dann aber verschwunden war. Es war an der Stelle mit dem Publikumsverkehr unwahrscheinlich, dass Altvögel ihn versorgen würden, deshalb ein Anruf in der Vogelklinik. Da riet man, die Feuerwehr zu informieren. Um es kurz zu machen, die kam mit zwei Mann. Den Vogel einfangen, wäre wohl an der Stelle nur mit Netz möglich gewesen. Noch während die Feuerwehrleute zu ihrem Fahrzeug gingen, stieg der Reiher aber von seinem Podest, als wollte er sagen, lasst das mit dem Netz, ich komme auch so.
Es wurde schließlich, da er zumindest unverletzt schien, nach einem erneuten Anruf in der Tierklinik entschieden, das Einfangen könnte ihm eventuell mehr schaden, als ihn unversorgt zu lassen.

Am Nachmittag sah ich ihn dann vorn am Steg und gegen 18:00 wieder wie gestern auf Höhe der Teichstube. Bis jetzt haben die Spaziergänger Rücksicht auf ihn genommen, Leute lässt er direkt an sich vorbei laufen und irgendwie scheint er auch an Futter zu kommen. Bleibt zu hoffen, dass er sich auch bald in die Lüfte erhebt.

Jungreiher macht Platz
Er beäugt mich mit dem rechten Auge.
Mit dem linken
Was ist in der Baumkrone los
Ist das essbar?
Er wagt sich zu mir
Und da blieb er
Ein Versuch, Fische zu fangen?
Gute Nacht
Guten Morgen
1
Kein Netz, ich komme schon!
Es gibt eigentlich genug Gelegenheit, sich bei den Kollegen auf der Insel abzugucken, wie das mit dem Fliegen geht.

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
13.046
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 28.06.2016 um 23:24 Uhr
Er wird schon durchkommen.
Andrea Mey
10.591
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 29.06.2016 um 00:16 Uhr
Hoffen wir mal, daß alles gut geht!
Sehr schöne Bilder!
Birgit Hofmann-Scharf
10.144
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 29.06.2016 um 08:23 Uhr
Solche wachsame und hilfreiche Menschen sind unentbehrlich.
Anerkennenswert!
Jutta Skroch
13.046
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 29.06.2016 um 21:19 Uhr
Er rührt sich da kaum vom Fleck, bis jetzt geht es ihm gut. Ein Problem könnte ein freilaufender Hund darstellen. Ich hatte heute Hundebesitzer mit einem sehr großen Hund gebeten, einen Bogen um den Reiher zu machen, d. h. auf den aspaltierten Weg auszuweichen, was die Dame sofort gemacht hat, klar, dann gehen wir eben in die Mitte. Der Hund war ohnehin angeleint, wie es sich auch gehört. Es gibt sie, die verantwortungsvollen Hundehalter.
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