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Wälder retten – Wegwerfbecher stoppen!

Gießen | Alle reden über Nachhaltigkeit, Deutschland sieht sich als Klimaretter und die Unternehmen wollen jetzt reihenweise „grün“ werden – doch die Wahrheit hinter den Werbetafeln sieht oft anders aus. So stiegen in Deutschland auch im letzten Jahr die CO2 Emissionen wieder leicht an, und der Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Papier konnte seit 2010 nicht gesenkt werden. Alles nicht so glänzend also, doch in einigen Bereichen läuft es ganz offensichtlich falsch, wie zum Beispiel beim rasanten Anstieg der Nutzung sogenannter Einwegbecher in Deutschland.

Überall und zu jeder Zeit konsumiert der moderne Mensch nun Coffee-to-go und ähnliche Angebote. Was nützlich ist und auch beispielsweise in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit konsumierbar, hat aber große Auswirkungen auf Natur und Umwelt, und bringt nicht nur offensichtliche Probleme wie das Überquellen der städtischen Mülleimer. So sind die verschiedenen Becher zum Beispiel kaum recyclingfähig, verbrauchen in der Herstellung große Mengen Wasser & Rohstoffe, und Überreste der Beschichtungen gelangen als Mikroplastik in Boden und Abwasser.

Während Plastiktüten langsam
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als unnötige Umweltbelastung begriffen werden, und immer mehr Menschen eigene Jutebeutel oder ähnliches mit sich nehmen, ist das Thema Wegwerfbecher noch nicht im breiten Bewusstsein angekommen. Dabei ist die gesamte Müllmenge dieser mit geschätzten 106.000 Tonnen inzwischen deutlich höher als die der Plastiktüte. Und zumindest im Privaten ist die Lösung längst erkannt: Der eigene Mehrwegbecher kann hunderte Male wiederbenutzt werden, und ist somit eine fast saubere Alternative zum Wegwerfbecher. Politik und Unternehmen hätten diesen längst flächendeckend fördern müssen, und nicht wie immer die gesamte Verantwortung auf die einzelnen VerbraucherInnen abschieben.

Wer aber denkt, dass Papierbecher doch immerhin aus nachwachsenden Rohstoffen und somit umweltschonend seien, hat sich gleich mehrfach getäuscht. Zum einen stehen die Wälder weltweit unter Druck, auch weil die Nachfrage auf Holz und Papier immer weiter steigt. Hier muss dringend weniger konsumiert werden, und der zukünftige Verbrauch sollte vor allem aus langlebigen Holzprodukten bestehen – das Gegenteil von Wegwerfbechern!
Besonders verheerend aber sind die Papierbecher, weil sie kaum aus Recyclingpapier hergestellt werden können, weil sie außerdem selbst zum größten Teil nicht recycelt werden können und oft aus nicht-verantwortlicher Forstwirtschaft stammen, wie ROBIN WOOD hier http://robinwood.de/index.php?id=1185 ausführlicher beschreibt.

Übrig bleibt uns deshalb nur ein Schluss: Wegwerfbecher stoppen – weil Wald und natürliche Ressourcen begrenzt und knapp sind! Wir haben nur eine Welt!

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
8.523
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.06.2016 um 07:06 Uhr
danke!! sie schreiben mir aus der Seele. Warum nicht den Persönlichen Termobecher benutzen. Viele Kaffeeverkäufer haben nichts dagegen diese zu befüllen!
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 10:28 Uhr
Im Sonntagsmagazin liegt heute eine Beilage, die sich mit diesem Thema befasst.
Jutta Skroch
12.675
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 19.06.2016 um 14:43 Uhr
Habe ich noch nie benutzt und werde auch in Zukunft keinen benutzen. Der Grund: Ich mag keinen Kaffee. ;-)
Es stimmt schon, es sind aber nicht nur Kaffeebecher, sondern auch Getränkebecher und es müsste dringend was dagegen unternommen werden.
Der Ansatz dazu sollte aber auch beim Verbraucher liegen, es werden gedankenlos weiterhin Plastiktüten auf den Ladentisch gelegt, weil man zu bequehm ist, eine Stofftasche mitzunehmen, oder zumindest, wenn es mehr geworden ist, als man wollte, ist meistens so und passiert mir auch, sich dann nach einem Karton umsehen sollte.
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 16:01 Uhr
Sie sind zwar kleiner, aber über einige Monate hinweg auch dort zu sehen, wohin sie nicht gehören, die Eisbecher.
Klaus Stadler
5.081
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 19.06.2016 um 16:03 Uhr
Dann müßte man aber auch die Pelletheizungen und den Kaminofen verbieten.Außerdem ist Holz CO2 neutral.Die Becher werden wieder zu Strom und Heizwärme verbrannt. TREA in Gießen!
Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 18:21 Uhr
Es ist richtig, die TREA zu erwähnen. Dennoch landet der hier genannte Müll leider nicht nur dort, sondern am Straßenrand, in Parks, im Wald, im Wasser und tonnenweise eben im Meer.
Otmar Busse
434
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 19.06.2016 um 18:23 Uhr
ja Frau Skroch, das stimmt ... es werden gedankenlos weiterhin Plastiktüten auf den Ladentisch gelegt und was mir dann besonders übel "aufstösst" , selbst im Bio-Laden, auf dem Wochenmarkt und am Erdbeerhäuschen bekommt man Plastiktüten als Transportmittel Plastiktüten angeboten.
Mit der Abschaffung oder wenigstens der Einschränkung in der Verwendung von Wegwerfbechern wird sich, so lange der - to go - Trend - "in" ist, sicherlich kaum etwas verbessern.
Und es sind ja nicht nur der "Coffee-to-go" - Becher, denken wir mal an all die Einwegbehältnisse von Mc. Do oder Burger-King usw.
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 21:24 Uhr
Bio, kein leuchtendes Beispiel. Bei Edeka sind die Biogurken einzeln in Plastik eingeschweißt, auch die Möhren werden nur in Plastiktüten eingeschweißt verkauft . Die "normalen" Möhren dagegen können einzeln gekauft werden.

Die Bios nehmen es nicht so genau.
Peter Baier
9.640
Peter Baier aus Gießen schrieb am 19.06.2016 um 23:03 Uhr
Es gibt stellen bei dem der Kaffee 10 bis 20 Cent billiger ist wenn der Kunde ein Becher mitbringt.
Da sich mit Kaffee gut Geld verdienen lässt wird man hier erstmal versuchen eine Änderung so lange wie möglich zu verhindern.
Die meisten Kaffeeverkäufer haben zur Zeit keine Interesse daran den Preis bei mitgebrachten Becher zu senken, es würde ihm ja seinen Gewinn schmälern da eine Becher wesendlich weniger Kostet.
Umwelt hin oder Umwelt her.
Helfen wird wohl nur eine Abgabe auf solche Bechern.
Aber Kaffeebecher sind ja nicht das einigste Problem!
Verpackungen von Hamburger und Co das selbe Problem lösbar vielleicht durch ein Pfandsystem und eine Abgabe, der Vorteil wäre irgendeiner bringt dann die Verpackung zurück.
Warum muss eigentlich alles To Go sein.
Der Gesetzgeber ist hier gefragt, ohne neue Gesetze wird sich die Industrie keine Gedanken über Lösungen machen.
Christine Stapf
6.199
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 20.06.2016 um 15:21 Uhr
Das der Kunde einen Becher mitbringt, widerspricht nach meinen Informationen den hygienischen Vorschriften, da auf diese Art und Weise Keime usw. eingeschleust werden können.
Die to-go-Becher kommen neu aus ihrem Plastikmantel.
Dann sollte man wie auch Sie vorschlagen @ Herr Baier ein Pfand einführen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Antje Amstein

von:  Antje Amstein

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Antje Amstein
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